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Ist das Christentum jüdisch?

Glaubensimpuls 502 von Gregor Dalliard

Für bibeltreue Menschen, die inzwischen im Glauben des Jahushua von Nazareth gegründet sind oder die sich mehr oder weniger mit seinem Glauben vertraut gemacht haben, ist das heute gar keine Frage mehr. Offenbar hat sich in den letzten Wochen um Pessach ein landesweiter Streit unter Juden und Christen in England entfacht. Ich habe verschiedene Mails zu diesem Thema bekommen, was mich veranlasst, kurz darauf einzugehen. Einige zitieren aus dem Mitte April in “israel heute” veröffentlichten Bericht unter dem Titel “Das Christentum ist jüdisch!” “Ein Streit in der Osterzeit über die Ähnlichkeit eines christlichen Gottesdienstes mit dem Pessach-Seder, der von Juden praktiziert wird, liess mich (Miriam Alster/Flash90) fragen, worum es bei der ganzen Aufregung überhaupt ging. Die Kirche von England hatte einen Leitfaden für den Gebrauch zu Hause vorbereitet (mit Blick auf Corona-Einschränkungen), wie man Gründonnerstag feiert, der den Beginn des dreitägigen Osterfestes markiert. Doch laut The Telegraph zog sie den Leitfaden später zurück, nachdem kritisiert wurde, dass er ‘auffällige Ähnlichkeiten’ mit der jüdischen Gottesdienstordnung aufweise, und entschuldigte sich für die Beleidigung, die dadurch verursacht wurde, dass sie sich die jüdische Tradition ‘angeeignet’ hatte. All dies offenbart die schreckliche Verwirrung, die in der Christenheit als Ganzes und in den britischen Kirchen im Besonderen über die Verbindung zwischen Christentum und Judentum herrscht, weshalb ich in den letzten Wochen viel über dieses Thema geschrieben habe. In den Worten der angesehenen Autorin und Theologin Edith Schaeffer: ‘Das Christentum ist jüdisch’, so lautet der Titel eines ihrer Bücher. Die Verbindung ist nicht partiell, sondern total. ‘Das Christentum ist jüdisch!….’” Soweit aus der Stellungnahme von Miriam Alster in “israel heute”.

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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 25

Glaubensimpuls 501 von Gregor Dalliard

Nun möchte ich auf die Frage der Leserin vom Gim 490 eingehen. Sie fragte: “Wer ist der Sohn in Jes 9,5-6?” Ich hätte der Leserin auf diese Frage persönlich Antwort geben können, da aber die Frage zum Verständnis von Jes 9,5-6 immer wieder, in regelmässigen Abständen, an mich herangetragen wird, finde ich diesen Weg als den besseren.
Lesen wir Aussagen im “NT” aus dem TaNaCH, d. h. aus den Schriften der Thora (Weisungen des Lebens), der Propheten und der übrigen Schriften des “ATs”, dann muss die erste Frage lauten: Woher stammt diese Aussage? Wer hat sie gesagt oder geschrieben? Wer war der Autor dieser Aussage, dieses Satzes? War das ein israelitisch-jüdischer Mensch oder ein Babylonier, ein Ägypter, ein Grieche, ein Römer oder wer auch immer? War es der Grieche Homer, der Römer Cicero, der Papst oder der Jude Jeshajahu (Jesaja)? In welchem Buch steht diese Aussage geschrieben? Steht sie in der Schrift Odyssee des Homer, der griechisch dachte und glaubte oder im Werk De Re Publica von Cicero, der griechisch-römisch dachte und glaubte, oder in der Osterschrift des Mitbegründers des Christentums, des Heiden Melito von Sardes, der, wie Paulus, antijüdisch dachte und glaubte, oder im Buch Jeshajahu, der wie alle bibeltreuen Juden nach den jüdischen Glaubensgrundsätzen dachte und glaubte?
Was stellen wir in unserem Fall logischerweise fest? Die Aussage Jes 9,5-6 steht im Buch Jeshajahu, also im TaNaCH, im “AT”, in keinem anderen Buch. Jeshajahu dachte weder persisch, griechisch, römisch, paulinisch-christlich, noch antijüdisch. Wie dachte der Prophet Jeshajahu? Jeshajahu dachte durch und durch jüdisch, d. h. gemäss dem TaNaCH, gemäss dem “AT”. Daran besteht kein Zweifel. Der TaNaCH, das “AT”, ist weder von den Persern, Ägyptern, Assyrern, Babyloniern, Griechen, Römern, noch von den Gründern des Christentums geschrieben worden. Der gesamte TaNaCH ist nur von JaHuWaH-gläubigen Juden geschrieben und verfasst worden, von niemandem sonst.

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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 24

Glaubensimpuls 500 von Gregor Dalliard

Ich nehme an, dass ich die Frage der Leserin vom Gim 490 zu Hosea Kapitel 1 und 2 in den letzten Glaubensimpulsen so gut wie möglich geklärt habe. Jeder darf dazu selbstverständlich seine Gedanken und Überzeugungen haben. Viele Zusammenhänge müssen und wollen wir stehen lassen. Das tut unserer Beziehung zu JaHuWaH keine Abstriche, nicht im geringsten. Das ist entscheidend und wunderbar. Das ist auch gut so, denn wir können und müssen nicht alles wissen wollen, um ein gesegnetes Leben in und aus JaHuWaH führen zu können. Dabei dürfen wir als bibeltreu gelten. Diese Tatsache entspannt uns. Sie lässt uns in die tägliche und nächtliche Ruhe – im HEUTE – eingehen.
Der Grundsatz des Glaubens an und aus JaHuWaH ist das Leben, Menschen auf zu fangen und sie in den Armen JaHuWaHs aufleben zu lassen. Es ist die Beziehung mit JaHuWaH, die JaHuWaH zu dir und zu mir hat. Das zu wissen und zu beherzigen ist das Allerwichtigste im Leben, selbst dann, wenn es uns ab und zu, oder für längere Zeit, miserabel gehen sollte und wir Passagen der Verlassenheit und des angeblichen “Misserfolgs” durchschreiten sollten. Viele Menschen fühlen sich – ab irgendwann – ununterbrochen schuldig. Sie klagen sich von Morgen bis Abend an. Ihre Nächte sind quälende Zeitvergeudung. Es gibt so vieles im Leben der Menschen, das nicht zu ändern ist. Zuerst treibt das moderne Leben Menschen in unmögliche Situationen hinein, die sie vielleicht nie gesucht haben oder deren Tragweite sie in solchen Zeiten nicht zu erkennen vermögen. Irgendwann lässt das Leben sie fallen. Alles hinterlässt Spuren. Aber: JaHuWaH ist da! Mehr als genug ist uns diese Tatsache bezeugt: “Nahe ist JaHuWaH denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er” (Ps 34,19). “Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, er verbindet ihre Wunden” (Ps 147,3). Also bleiben wir dran. Daran gibt es nichts zu rütteln. Wir können und vermögen nicht über unseren “Schatten” zu springen. Das weiss JaHuWaH besser als jeder von uns über sich selbst. Also ist das Vertrauen unsere Kraft und Freude.
In welchem Kontext immer Zephania 3,17 geschrieben worden ist, die Worte haben allezeit Wirkung. Sie bringen Frucht in deinem und in meinem Leben:  “JaHuWaH, dein Erlöser, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er freut sich über dich in Fröhlichkeit, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel”. Ebenso verlieren die Worte in Nehemia 8,9 niemals eine Priese ihrer Wirkung:  “Dieser Tag ist JaHuWaH, eurem Erlöser, heilig! Seid nicht traurig und weint nicht!…. Und seid nicht bekümmert, denn die Freude JaHuWaHs an euch ist eure Stärke”.

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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 23

Glaubensimpuls 499 von Gregor Dalliard

Ein Prinzip, das äusserste Beachtung in der israelitisch-jüdischen Rechtsprechung fand und nie jemals etwas von seiner Gültigkeit und Wirksamkeit verloren hat, weil es von JaHuWaH gegeben war, lautet: “Nicht sollen Väter um der Söhne willen getötet werden und Söhne sollen nicht um der Väter willen getötet werden; sie sollen jeder für seine eigene Sünde getötet werden” (5Mo 24,16). Dieses Prinzip können wir auf jene Generation anwenden, die die babylonischen Gräuel durchleben musste. Wir haben uns ja bereits gefragt, ob denn die Generationen vor und nach den grausamen Ereignissen durch die Babylonier, mehr oder weniger gesündigt hätten, als jene Generationen vor und nach dieser Zeit. Wir müssen sagen: Nein. JaHuWaH hätte dann über jede Generation solch grausame Geschehnisse bringen müssen. Darum ist es, gemäss heutiger Erkenntnis und Fakten falsch, das grausame babylonische Geschehen als Gericht JaHuWaHs hinzustellen. Die Juden gelten in der Theologie der Getauften als das Volk, das nichts anderes verdient hat als eben den ewigen Zorn und die Rache JaHuWaHs, weil sie offenbar den Gott der Christen gekreuzigt haben! Sie reissen die Worte der Propheten aus der Denkweise, dem Sendungseifer und -auftrag jener Zeiten, aus dem Gesamtzusammenhang heraus. Das hatte bis heute schreckliche Auswirkungen zur Folge. Diesen Tatsachen müssen wir uns furchtlos stellen, ihnen auf den Grund gehen – ohne Wenn und Aber, sonst müssen wir die Bibel (“AT”) schliessen.

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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Wer hat gesündigt? (Joh 9,3). Teil 22

Glaubensimpuls 498 von Gregor Dalliard

Wer hat gesündigt? Wie die meisten Rabbis, so hatte auch Jahushua von Nazareth seine Schüler. Das waren meistens junge Erwachsene. Der Rabbi war dauernd im Gespräch mit seinen Schülern. Dabei ging es um das Verständnis der schriftlichen und der mündlichen Thora, um die Auslegungen der Väter – um die Aktualisierung im Alltag. Wie meistere ich meinen Alltag? Wie finde ich den inneren Frieden? Wie schaffe ich Frieden unter den Mitmenschen, ohne dabei wesentliche Werte des Zusammenlebens preiszugeben? Jahushua besass die Gabe, Menschen zu heilen. In der langen Geschichte Israels gab es immer wieder Propheten, Priester und andere, denen diese Gabe geschenkt war. Als Jahushua und seine Schüler einen Blindgeborenen sahen, fragten sie ihn: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?" (Joh 9,3).
Eine Frage, die uns eigentlich nicht weiter erstaunt, denn auch unser religiös-kulturelles Denken ist stark von dem Gedanken geprägt: “da muss Sünde im Spiel sein”. Jahushua selbst kam aus der Schule des grossen einflussreichen Pharisäers Hillel. Er antwortete ihnen im gleichen Geist wie die Pharisäer aus der Schule Hillels, der Bet Hillel. Im Unterschied zu der einflussreichen konservativen Schule Shammais, die die Thora und den Talmud eher strenger und traditionsgebundener auslegte, legten Hillel und jene, die aus seiner Schule kamen, die Thora und den Talmud sehr lebensbezogen aus, d. h. sie suchten die Ehre JaHuWaHs in Verbindung mit der Suche nach dem Wohl des Menschen. Das tat auch Jahushua. Seine Antwort auf die Frage, “wer hat gesündigt”, wird das in den letzten Glaubensimpulsen Dargelegte verständlicher werden lassen.

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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 21

Glaubensimpuls 497 von Gregor Dalliard

Bevor wir der Frage nachgehen: “Wer hat gesündigt?” (Joh 9,2), wollen wir doch noch ein bisschen das Thema “Propheten” (hebräisch: nabi oder navi) vertiefen. Wir sprechen von den biblischen Propheten. Auf welchem Fundament steht das Reden der Propheten? Hören wir das Wort “Propheten”, denken wir an Menschen, die in die Zukunft blicken und davon reden. Die alten Israeliten oder Juden sprachen so von den Propheten: Die Propheten sind Menschen, die das fühlen was JaHuWaH fühlt. Ich bin überzeugt davon, dass diese Aussage den Nagel auf den Kopf trifft.
Der Prophet weiss, dass JaHuWaH niemals fassbar ist, aber dennoch mit den Menschen unterwegs ist, und das selbst in den tiefsten Empfindungen, die ein Mensch haben kann. Warum das? Wir sind in SEINEM Bilde, in seinem Wesen, geschaffen. Ein Prophet weiss fest und sicher, dass JaHuWaH nur Gedanken des Heils und damit des Friedens für die Menschen hat. Wie könnte es anders sein? Merken wir uns EINES für alle Zeit unseres Lebens: Andere Gedanken kann JaHuWaH gar nicht haben, denn dann wäre ER den Göttern und Götzen gleich. Andere Gedanken werden JaHuWaH lediglich unterstellt.
Darum bleibt es das höchste Ziel der Propheten, dass die Menschen nicht mit Gewalt oder anderen verwerflichen Mitteln geführt werden, sondern von Jugend auf zu den Weisungen JaHuWaHs hingeführt und erzogen werden. Dazu braucht es aber führende Leute, die selbst in den Wegen JaHuWaHs gehen, die sich nicht bestechen lassen, die nicht nach dem Äusseren handeln, d. h. alles zu ihren Gunsten missbrauchen. Es braucht Menschen, denen das Wohlergehen aller im Volk oberste Priorität haben muss. “Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! JaHuWaH, im Licht deines Angesichts wandeln sie” (Ps 89,16). “Und ich gab ihnen meine Ordnungen, und meine Rechtsbestimmungen liess ich sie wissen, durch die der Mensch, wenn er sie tut, lebt”. Und auch meine Sabbate gab ich ihnen, dass sie zum Bundeszeichen sein sollten zwischen mir und ihnen, damit man erkenne, dass ich, JaHuWaH, es bin, der sie heiligt (Hes 20,11-12; vgl. 5Mo 4,1-20). Wunderbar! Mensch ist Mensch, und gerade weil der Mensch im Bilde JaHuWaHs geschaffen ist braucht er diese Leitlinien des Lebens, sonst geht alles bachab. Immer dann, wenn die Führung Israels andere Wege gegangen ist, schlugen die Propheten Alarm. Sie griffen zu den äussersten Massnahmen, die getroffen werden konnten. In ihrem brennenden Eifer für den Erhalt des Volkes und seiner Bestimmung für die Welt, machten sie in solchen absolut gefahrvollen und grauenvollen Situationen und Zeiten aus JaHuWaH nicht selten ein Monster der Rache, das alle aufschrecken sollte, denn die Schuld lag bei jenen, die die Rechtsbestimmungen JaHuWaHs in allem übertreten hatten. Mit allen erdenklichen Mitteln kämpften sie für den Erhalt des Volkes, dass der Welt Recht und Gerechtigkeit vermitteln soll. Weil sie das fühlten was JaHuWaH fühlte, übergoss sie gleichsam ein Strom von Emotionen. Sie waren hin und weg.
Das zeigt sich ganz speziell in manchen Berufungsgeschichten, die uns überliefert sind. In Jes 6 wird uns die Berufungsgeschichte des Propheten Jeshajahu geschildert. Total ergriffen und wie berauscht sieht Jeshajahu JaHuWaH auf einem Thron sitzen, so wie man damals einen König auf seinem Thron sitzen sah. Spektakulär und voller Emotionen geht die Geschichte weiter.
Der Prophet erkennt die äusserst akute Lage, in der sich das auserwählte Volk gerade befindet. Entweder kehrt das Volk zu JaHuWaH und dessen Weisungen um oder es bricht eine schreckliche Leidenszeit über das Volk herein, die der Prophet als Gericht, als Grimm, als Rache JaHuWaHs bezeichnet.
Zwei Dinge sollten wir hier beachten: Erstens wusste der Prophet genau, dass niemand JaHuWaH sehen und am Leben bleiben kann (vgl. 2Mo 33,20; 5Mo 4,15-20) und trotzdem greift er zu einem solchen Mittel, das im Widerspruch zur Weisung JaHuWaHs in der Thora steht. warum macht er das? Zweitens weiss der Prophet genau, dass der Elohim JaHuWaH, der El Eljon, der Höchste, keine Gottheit ist. ER ist also kein Gott, wie das die verschiedenen Gottheiten der Völker sind. Das Wesen dieser Gottheiten besteht aus Forderungen, Drohungen, Grimm, Zorn, Gerichte, bzw. Strafe, Rache etc. Tiefen inneren Frieden, Respekt vor dem einzelnen Menschen, seiner Mündigkeit und Menschenwürde gibt es darin niemals (siehe China, Russland, Nordkorea, arabisch-islamische Staaten, Gaza (Hamas), unter dem Joch der Gottheit Allah u. a. m.).
Dass das alles kein Wesenszug, kein Verhalten JaHuWaHs ist, das alles ist dem Prophet bewusst. In der Fülle der Emotionen aber greift der Prophet zu solchen Mitteln, weil er das Volk in solchen Situationen nur mit dieser Methode aufzurütteln vermag, denn Führer und Volk verstehen in Anbetracht einer solchen Lage nur noch diese Sprache. So tragisch ein solches Vorgehen sein mag, aber es zeigt uns die folgenschwere Distanz einer Volksregierung und eines Volkes zu den Rechtsbestimmungen JaHuWaHs auf. Die Propheten wollten den Niedergang des Volkes mit allen Mitteln verhindern.
Bei vielen ultraorthodoxen Juden wurde das spezielle Vorgehen der Propheten in ständig sich wiederholenden Ausnahmesituationen zur allgegenwärtigen Glaubens- und Lebensnorm. In vielen ihrer Lehren, Unterweisungen und ihrer Lebenshaltung ist JaHuWaH eher ein allgegenwärtig strafendes Monster, das nichts anderes zu tun hat, als nach versagen zu suchen und zu strafen. Ähnliches habe ich in den vergangenen Jahrzehnten in christlichen Gemeinschaften und Kirchen beobachtet.

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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 20

Glaubensimpuls 496 von Gregor Dalliard

Im letzten Gim schrieb ich: “Die Schreiber nahmen diese uralten Vorstellungen, von denen sie selbst noch z. T. geprägt waren, in die Bibel auf. JaHuWaH ist zwar der El Shaddai (der Allmächtige), aber er braucht “Hilfe” zur Heilung dieser Welt”. Er braucht und will Menschen, die diesen Auftrag in SEINEM Namen tun, denn niemand kann JaHuWaH sehen und am Leben bleiben! Dazu hat er Israel erwählt: “Denn du bist JaHuWaH, deinem Erlöser, ein heiliges (ausgesondertes) Volk. Dich hat JaHuWaH, dein Erlöser, erwählt, dass du ihm zum Volk seines Eigentums wirst aus allen Völkern (für alle Völker), die auf dem Erdboden sind. Nicht weil ihr mehr wäret als alle Völker, hat JaHuWaH sich euch zugeneigt und euch erwählt – ihr seid ja das geringste unter allen Völkern –, sondern wegen der Liebe JaHuWaHs zu euch….” (5Mo 7,6-8). Dass er Israel dazu erwählt hat ist eine Tatsache, die heute ausserhalb jeder Frage steht. Wer die Entwicklung der Menschheit – in allen ihren Bereichen des Lebens betrachtet – wird diese Tatsache nicht mehr bestreiten können. Die Früchte aus dem verheissenen Segen Abrahams sind allen Völkern zugedacht. Sie sind allezeit wirksam und werden allezeit wirksam bleiben. Das wiederum erfreut mich – und jeden von uns – jeden Tag neu. So vergeht kein Tag, an dem ich JaHuWaH dafür nicht danke und IHN lobe und preise. Also: bleiben wir dran! Es gibt keine Alternative dazu. Das ist wunderbar. Dafür sind wir ebenso täglich dankbar.

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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 19

Glaubensimpuls 495 von Gregor Dalliard

In den letzten Gims versuchte ich uns wenigstens etwas von dem grauenvollen, entsetzlichen und unbeschreiblichen Zustand der Juden zu vermitteln, als die in der babylonischen Gefangenschaft lebenden Priester die verschieden Quellen der schriftlichen Thora verfassten. Zu diesen Juden gehörte eine Masse aus dem nördlichen 10-Stämmegebiet der Israeliten, die zur Zeit der Eroberung durch die Assyrer nach Juda geflohen waren. Sie alle fielen zuerst einmal in eine namenlose Verzweiflung, in eine “Todesstarre”. Wir wissen ja, wenn alles das, was von Abraham an bis zum Propheten Maleachi, der den Abschluss der Sammlung prophetischer Worte (der Nevi’im) bildet, aufgeschrieben worden wäre, hätten wir meterlange Bücher als Bibel vor uns liegen. Stellen wir uns das einmal vor! Das wäre wohl spannend, aber würde am Anliegen, das den Bibelschreibern am Herzen lag, vorbei zielen. Das Ziel wäre verpasst. Es geht ihnen grundsätzlich um JaHuWaH, als dem EINZIG EINEN und um das gesegnete Zusammenleben der Menschen untereinander. Ein solches Leben ist nur aus der Beziehung mit dem EINZIG EINEN definitiv möglich.
Das Zehn-Wort (zehn Gebote, Weisungen) vom Sinai bleibt das A und das O in dieser Welt. Alle Welt soll darum vom Götzendienst, von dem Missbrauch und der Ausbeutung des Menschen und der Schöpfung, befreit werden. Alles soll zu der von JaHuWaH gegebenen Würde gebracht werden. Welch eine Aufgabe, welch ein Auftrag, inmitten einer Welt in der völlig andere Gesetze herrschten und immer wieder zu herrschen drohen. Dieses einzigartige Ziel, von dem die Welt bisher noch nie gehört hatte, schien durch die Babylonier radikal vernichtet, für immer zerstört! Ein schrecklicher Rückfall ins Chaos – ins “wüst und leer”! Nichts mehr war da!
Die einzigartige Sendung, die Israel auferlegt ist – über Abraham – wird dem Volk Israel von den Bibelschreibern über die eindrücklichsten bildreichen Dramen vermittelt. Der Auftrag ist ausserordentlich und einmalig. Es gibt ihn kein zweites Mal. Darum muss Israel seine Sendung und die damit verbundene Schwere des Auftrags erkennen. Mit diesen eindrucksvollen Dramen eines Paradieses, mit der redenden Schlange, die ja ein Geschöpf von JaHuWaH ist, von wem denn sonst?, die mehr Einfluss und Macht auf die Menschen hat, mehr als JaHuWaH, und damit unvorstellbares Leid über die Menschheit auslöste, ein JaHuWaH, der nichts dagegen machen kann als den Erdboden verfluchen. Was soll das? Das alles sind drastische Gleichnisse, die das auf dieser Welt existierende Leid begründen und erklären sollen. Die Bibelschreiber bezwecken nur Eines: Ihre Leser sollen aufgerüttelt werden. Sie sollen sich ihrer persönlichen Berufung und Verantwortung bewusst werden. Die Schreiber nahmen diese uralten Vorstellungen, von denen sie selbst z. T. noch geprägt waren, in die Bibel auf. JaHuWaH ist zwar der El Shaddai, aber er braucht “Hilfe” zur Heilung dieser Welt. Dazu hat er Israel erwählt.

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Alles o.k.?

Lebensimpuls 10 von Gregor Dalliard

Ein Spotkollege begrüsst mich seit Jahren mit: “Alles o. k.”? Meine Antwort ist seit Jahren dieselbe: “alles o. k.” Warum wir Menschen solche Floskeln gebrauchen, darüber machen wir uns eigentlich keine Gedanken. Warum sollten wir? Das sind volkstümliche Umgangsformen, die sich so eingebürgert haben. Daran ist m. E. auch nichts Falsches. Ich habe mich aber gefragt, wie wäre das aber, wenn ich meine Antwort ernst nähme? Natürlich weiss ich, mein Sportkollege ist nicht wirklich an einer Antwort interessiert. Das ist und bleibt eine volkstümliche Begrüssungsfloskel und ich antworte mit einer entsprechenden Floskel. Wo kämen wir denn hin, wollte ich auf seine Frage hin den abgelaufenen Tag erklären, meine aktuelle Stimmung begründen, ja, zumindest das was nicht o. k. war. Möglicherweise könnte unser Sportabend ins Wasser fallen! Da gäbe es bestimmt dies oder das zu erzählen, das nicht o.k. ist. Vielleicht ist es ein Dauerzustand in meinem Leben, der nicht o. k. ist, vielleicht ist es etwas Unvorhergesehenes, mit dem ich heute so gar nicht gerechnet hatte – das nicht o. k. ist. So fragte ich mich allen Ernstes, gibt es denn der Tag in meinem Leben, an dem ich sagen werde, jetzt habe ich alles im Griff, ab heute ist alles o. k.? Ich würde diesen Satz wohl kaum zu Ende gesprochen haben, und schon läge ich wieder auf dem Boden der Mutlosigkeit und der Anklage, und schon wäre nicht mehr alles o. k.! Langer Rede kurzer Sinn: Ob der Tag heute oder die restliche Zeit meines Lebens o. k. ist, hängt ganz allein von mir ab. Das ist so. Wir können unzählige Theorien zum Thema “o. k.” aufstellen, kilometerlange Bücher zum Thema “o. k.” lesen, wir werden nie “o. k.” werden, o. k. sein funktioniert auf der Basis einer bestimmten persönlichen Beziehung. Die menschlichen Beziehungen untereinander mögen, je nach Leben und Gegebenheiten wunderbar sein, sehr persönlich, aber – und sei jetzt bitte nicht enttäuscht – sie schaffen es nie bis zum ersten – notwendigen – Rang des o. k. Sie schaffen es höchstens in die Top-10, das aber reicht nicht – um aus jeder Lage heraus wieder o.k. werden zu können! Ich will ja aus jeder Lage wieder o. k. werden. Ich betone, in und aus jeder Lage des Lebens. Das ist mein Ziel. Das bringt in meinem Leben erst den vollen Sinn zur Entfaltung, zur Blüte und zur Frucht, der in mir grundgelegt ist. Das gibt einem Leben überhaupt den vollen Sinn.

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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 18

Glaubensimpuls 494 von Gregor Dalliard

In 5 Mose, Kapitel 28 – 30 ist in besonderer Weise vom Segen und Fluch für das Volk Israel geschrieben. Wie wir schon oft sagten: Die Bibel ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Die Verfasser der Bibel haben Texte aus der frühesten Vergangenheit (Quellenschriften) gesammelt. Vieles, das vor Moshe geschrieben worden war, was von Moshe selbst geschrieben worden ist und was spätere Kommentatoren zu den Lehren des Moshe geschrieben haben, alles das wurde gesammelt. Bereits vor Moshe sprach JaHuWaH zu den Menschen. Wir denken ganz besonders an Abraham. Vieles wurde anfänglich mündlich weitererzählt. Allmählich wurden hier und dort wichtige Lebensweisheiten und -regeln aufgeschrieben. Es gab noch keinen biblischen Kanon und auch noch keinen verbindlichen Talmud. Die schriftliche Fassung der Thora erfolgte in einem langen Überlieferungsprozess, in dem unterschiedliche Quellen und verschiedene redaktionelle Bearbeitungen Eingang gefunden haben.
In den Urzeiten war es völlig normal und absolut üblich, spätere aktuelle Ereignisse in die noch nicht gesammelten Texte der späteren Thora aufzunehmen. Das war bis zur Sammlung der verschiedenen Quellen und ihrer schriftlichen Zusammenfassung und Niederlegung als Thora nicht falsch.
Mit Moshe erfährt Israel – als Volk – einen aussergewöhnlichen Weg – aus Ägypten ins gelobte Land. Viele Offenbarungen wurden schriftlich festgehalten. Sie sind wegweisend wie etwa das Zehn-Wort (zehn Gebote), das dem Volk am Sinai von JaHuWaH gegeben wurde.
Die Weisungen des Zehnwortes, die den Umgang mit JaHuWaH und den Menschen untereinander grundlegen, fanden ihre Entfaltung, so wie sie in den 5 Büchern Mose und im TaNaCH dargelegt sind. Rabbi Hillel fasst die Thora zur Zeit des Jahushua von Nazareth in einem einzigen Satz zusammen, die er als die “Goldenen Regel” bezeichnet: “Was dir nicht lieb ist, das tue auch deinem Nächsten nicht an.”. Jahushua von Nazareth, der aus der Schule des Rabbi Hillel kam, lehrte in dessen Geist und Sinn (vgl. Mk 12,28-33).
Viele Erfahrungen wurden gemacht, so auch die Einsetzung von Richtern, die Moshe auf die Empfehlung seines Schwiegervaters Jetro eingesetzt hatte (vgl. 2Mo 18,13-27). So werden z. B. die vielen Details, die zu den praktischen Aufgaben der Richter im Alltag gehörten, in der Thora nicht schriftlich erwähnt und beschrieben. Sie gehören darum zum Bereich der mündlichen Thora, der mündlichen Überlieferung, die später im Talmud aufgezeichnet worden ist. Er besteht aus der älteren Sammlung, der Mischna und der jüngeren, der Gemara. Diese Sammlung liegt in zwei Ausgaben vor: da ist der Babylonische Talmud (Talmud Bavli) und der Jerusalemer Talmud (Talmud Jeruschalmi).

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