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Ersatztheologie – Gedanken dazu. Teil 1

Glaubensimpuls 506 von Gregor Dalliard

Vorweg: Ersatztheologie siehe Gim 298 und 297. Wir erinnern uns: Alljährlich feiern die Juden den grossen Festtag Pessach. Viele von uns sind inzwischen mit der unermesslichen Fülle und dem grenzenlosen Reichtum, der in diesem Fest prophetisch dargestellt ist, in Berührung gekommen. Wir bewegen uns heute innerhalb der geistigen und praktischen Auswirkungen dieser Glaubensfülle. Mit grosser Freude nehmen wir jeweils an diesem Fest teil. Hier trinken wir aus der Quelle des Lebens, sagen wir korrekterweise: aus der Urquelle des Lebens. Auch Jahushua von Nazareth feierte dieses Fest in der gleichen Gesinnung wie seine jüdischen Mitbürger. Daran besteht kein Zweifel. Das zu wissen tut einfach gut. Jahushua wäre nie auf den Gedanken gekommen, den Reichtum und die Fülle dieses Festes durch Ostern zu ersetzten, etwas das ihm das Christentum fälschlicherweise immer noch unterstellt. Ostern ist ein Fest das aus der Quelle heidnischer Traditionen fliesst. Daraus hat Jahushua von Nazareth eindeutig nie getrunken.
Als bibeltreue Menschen, dem TaNaCH verpflichtet, wie Jahushua, wollen wir aus der gleichen Quelle wie Jahushua trinken und damit ebenso aus dem gleichen Glaubensschatz leben. Darum folgen wir seinen Glaubensspuren. In diesem Glauben hat sich der EINZIG EINE als das Wesen des Lebens geoffenbart, das im Unterschied zu den Göttern, Göttersöhnen und Gottheiten. Er hat sich als derjenige offenbart, der die Menschen mit Gedanken des Heils durch dieses Leben begleitet. Darin erschliesst er den Menschen den tiefsten und letzten Sinn des Lebens, eben, als Quelle des Lebens. Warum ist dieser Glaube so EINZIGARTIG? Er besteht aus Beziehung. Er lebt aus einer pulsierenden, gepflegten Beziehung. Das ist das Spezielle, das kein anderer Glaube vermitteln kann. Beziehung geht dem Glauben weit voraus, ist etwas ganz anderes als ein religiöser Glaube. JaHuWaH hat sich als die älteste, wirksamste und bestbewährte Kraft im menschlichen Zusammenleben geoffenbart, manifestiert und dokumentiert. Zudem haben sich Buddhismus, Hinduismus und alle uralten Glaubensformen und Glaubenstechniken nie in diesem Ausmass menschlich und sozial engagiert und sich unter den Menschen so wirksam bewährt, weil sie nie auf Beziehung angelegt und ausgerichtet waren, sondern auf das begrenzte Ego innerhalb einer Götterideologie. Damit blieben sie begrenzt und eingeschränkt. Das soll nicht abschätzend verstanden werden, sondern als blosses Faktum, das historisch bezeugt ist.

Pessach ist der Tag, der an die Befreiung eines ganzen Volkes erinnert, sowohl physisch wie geistig. Wer mit jener Beziehung aus JaHuWaH lebt, aus der Abraham mit JaHuWaH unterwegs war, wird in die physische und psychische Unabhängigkeit geführt. Worum geht es denn? Wir erinnern uns: “Und du sollst zum Pharao sagen: »So spricht JaHuWaH: Mein erstgeborener Sohn ist Israel – und ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen (er soll physisch und psychisch frei sein), damit er mir dient. (2Mo 4,22). Damit hat Israel von JaHuWaH einen Dienst für diese geplagte Welt auferlegt bekommen, der bis an die Grenzen dieser Erde reichen und bis an das Ende der Zeiten andauern wird. Er kann durch kein anderes Volk und durch keine andere Lehre oder irgendeine Religion oder politische Ideologie ersetzt werden, wie das von der christlichen Bibel, dem “Neuen Testament”, behauptet und gelehrt wird. Das ist ein folgenschwerer Irrtum.
JaHuWaH spricht zu seinem Sohn Israel und zu jedem einzelnen der Propheten: “Ich, JaHuWaH, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Und ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen, blinde Augen (Augen, die das Wesen JaHuWaHs bisher nicht wirksam gesehen haben) aufzutun….” (Jes 42,6-7). Entsprechend sagt Jahushua seinen jüdischen Zuhörern, die von den Römern an den Rand ihres Glaubens gedrängt wurden: “Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt (Bild für JaHuWaH), kann nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen (Römern und Heiden), damit sie eure guten Werke (die Werke, die in und aus JaHuWaH gewirkt sind) sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist (d. h. nicht gesehen werden kann), verherrlichen” (Mt 5,14-16). Darum lautet der Aufruf der Propheten: “Haus Jakob, kommt, lasst uns im Licht JaHuWaHs leben!” (Jes 2,5). Darin wollen auch wir mutig und mit zuversichtlichem Herzen vorangehen. Das bleibt spannend!

Die Juden haben also allen Menschen dieser Erde etwas ausserordentlich Wichtiges zu sagen. Sie kommen nicht darum herum. Das bezeugt das biblisch-prophetische Wort unmissverständlich. Was ist das? Über sie wissen wir, dass der innere Friede und die innere Ruhe eines Menschen nur in und aus der gepflegten Beziehung mit JaHuWaH möglich ist, erlebt werden kann und tragend in die Ewigkeit führt. Da ist nichts und niemand, keine Gottheit, noch ein Mensch, der wahrer Gott und wahrer Mensch sein sollte, der diese Stellung jemals einnehmen und ersetzen könnte. Auch überträgt JaHuWaH niemals einem Gottessohn oder sonst einem Menschen alle seine Vollmacht, wie das in der Bibel der Christen, im “Neuen Testament” behauptet und gelehrt wird. Das ist ein Widerspruch zum Zeugnis und zur Lehre eines jeden gläubigen und tanachtreuen Juden, ein schändlicher Missbrauch dessen, was im TaNaCH “AT” seit jeher bezeugt ist. Eigenmächtig setzen die Gründer des Christentums das biblische Glaubenszeugnis des Jahushua von Nazareth ausser Kraft und und ersetzen es durch eine völlig widersinnige Lehre, die nicht aus der Quelle des Lebens, aus der jüdischen Glaubensquelle fliesst.
Folgende Worte legen sie dem verstorbenen Juden Jahushua in den Mund und lassen ihn dann als eine auferstandene Gottheit sprechen: “Und Jesus (die Gottheit Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch = heidnischer Götze) trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes….” (Mt 28,18-19). Solch einen Unsinn, ja Widersinn zum biblisch bezeugten Bekenntnis der Juden hätte Jahushua von Nazareth weder jemals ausgesprochen noch gelehrt. Das ist der schändlichste Missbrauch der Person Jahushua von Nazareth, die totale Verwerfung seines Glaubens, denn was sagt der Glaube des Jahushua, was sagt JaHuWaH? “….und meine Ehre gebe ich keinem andern. Höre auf mich, Jakob, und Israel, mein Berufener! Ich bin, der da ist, ich der Erste, ich auch der Letzte” (Jes 48,11-12). “Ich bin JaHuWaH, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den Götterbildern” (Jes 42,8). “Aber mein Heil wird in Ewigkeit bestehen, und meine Gerechtigkeit wird nicht zerschlagen werden. Hört auf mich, die ihr Gerechtigkeit kennt, du Volk, in dessen Herzen meine Thora (Weisung) ist: Fürchtet nicht die Schmähung der Menschen und erschreckt nicht vor ihren Hohnreden! Denn wie ein Kleid wird die Motte sie verzehren und wie Wolle die Schabe sie verzehren. Aber meine Gerechtigkeit wird in Ewigkeit bestehen und mein Heil von Generation zu Generation.” (Jes 51,7b-8).

Solche Aussagen gehörten und gehören zum wesentlichsten Inhalt des jüdischen Bekenntnisses, so auch des Jahushua von Nazareth: “Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,10). Es ist diese Lebensquelle, die in alle Ewigkeit fliesst, die allezeit wirksam ist und bleibt, von Generation zu Generation, die durch nichts und niemanden zum Versiegen gebracht und ersetzt werden kann. Alles andere bleibt Täuschung, Selbsttäuschung, frommer Schein. Am Zeugnis von Abraham ist uns das vorgelegt und vorgelebt. Aus dieser Quelle tranken zahllose Menschen bis heute. Sie lebten in Ruhe und Frieden – in und aus JaHuWaH. “Und er vertraute (glaubte) JaHuWaH; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an” (1Mo 15,6). Indem Abraham JaHuWaH vertraute, trank er aus dieser Quelle, damit war er aus JaHuWaH gezeugt und geboren, d. h. er war in die Beziehung des Lebens eingegangen, er war an der Quelle des Lebens angeschlossen, für immer und ewig. Das ist eine Beziehung, die durch nichts und niemanden aufgehoben oder ersetzt werden kann.
Abraham war damit ein neuer Mensch in und vor JaHuWaH. Das heisst nicht, dass er von da an keine Fehler mehr beging. Abraham war vor der Begegnung mit JaHuWaH Mensch und er ist es auch nach der Begegnung mit JaHuWaH geblieben. Paulus und seine Nachfolger ersetzten diese Beziehung. Damit unterbrechen sie die Verbindung des Einzelnen mit der Quelle des Lebens. Sie zapfen heidnische Quellen an und binden ihre Anhänger daran. Die Folge davon ist ein verseuchtes Denken mit den entsprechenden Folgen.
Im Vornherein nimmt uns JaHuWaH jede fromme Illusion weg. Wie tut ER das? Indem wir auf eine Tatsache hingewiesen werden, die wir niemals vergessen sollten: “….denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an” (1Mo 8,21). Damit bewahrt uns JaHuWaH vor frommen Illusionen und Philosophien. Wer ertappt sich dabei nicht immer wieder, selbst im hohen Alter? Also! Was wurde denn neu im Leben Abrahams, wenn der Mensch vor und nach der Begegnung mit JaHuWaH Mensch bleibt? Wir knüpfen an das oben Gesagte an. Ganz konkret heisst das: seine Beziehung mit und aus JaHuWaH zeigte sich als partnerschaftliches Verhältnis. Das war etwas völlig Neues: “Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, Nachkomme Abrahams, meines Freundes” (Jes 41,8). Kaum zu fassen: JaHuWaH nennt Abraham seinen Freund. Er trat in ein Verhältnis mit JaHuWaH ein, das alle unsere religiösen Vorstellungen auf den Kopf stellt. Leider ist es so: Christen, gefangen und getrieben von den zahllosen Leistungsgesetzen des Paulus, können dieses Geschenk JaHuWaHs absolut nicht annehmen.
Abraham aber trat im Vertrauen auf JaHuWaH in ein ganz neues Verhältnis zu sich selbst, zu den Mitmenschen und zu den Ereignissen seines Leben. Er lebte sein Leben in einem erlösten Sein mit seinem Schöpfer, nach dessen Bild er geschaffen worden war. Jetzt können wir Jahushua besser verstehen, wenn er uns im Geiste JaHuWaHs, im Geiste des neu gezeugten und geborenen Abrahams und der Propheten, das Gleichnis vom verlorenen und wiedergefunden Sohn zu Herzen führt (vgl. Lk 15, 11-32). Jahushua vermittelt seinen Zuhörern die unvorstellbarsten Wesenseigenschaften JaHuWaHs im Umgang mit den Mitmenschen, die sich IHM völlig anvertrauen. Die Handlungen setzen uns in tiefe Betroffenheit und Dankbarkeit. Wir platzen schier vor Festfreude! Entsprechend verstehen wir die himmlische Festfreude, von der Jahushua spricht, wenn ein Jude (Mensch) seine Hilfe allein bei JaHuWaH sucht, in seine offenen Arme rennt, sich in seinen Armen birgt, ihm einfach vertraut. Einfach wunderbar! Zu diesem Schritt und Aufbruch sind natürlich auch die Christen eingeladen. JaHuWaH wartet mit offenen Armen auf sie. Anders ist das im Denken und Vollkommenheitsstreben der heidnischen Welt, die kein persönliches Verhältnis zu den Göttern aufrichten kann, weil das schlicht und einfach nicht geht, nicht möglich ist. Die einflussreichen assyrisch-persischen und griechischen Religionsführer und Philosophen (Stoiker, Epikuräer etc.) versuchten aus eigener Kraft, durch äusserst strenge religiöse Kraftanstrengungen, durch Verzicht und Kasteiung für sich und vor den Menschen vollkommen (fehlerlos) zu erscheinen. Damit, so glaubten sie, würden sie in die Nähe der Götter aufsteigen, ihre Gemeinschaft erwirken. Darüber aber wollen wir uns im nächsten Gim Gedanken machen.

Ich schliesse diesen Gim mit dem Zeugnis aus Jeshajahu 41,8-10: “Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, Nachkomme Abrahams, meines Freundes, du, den ich ergriffen von den Enden der Erde und von ihren fernsten Gegenden her gerufen habe, zu dem ich sprach: Mein Knecht bist du, ich habe dich erwählt und nicht verworfen –  fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein Erlöser (Erretter Befreier, Helfer, Fürsorger etc.)! Ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit”. Mit einem herzlichen Shabbat Shalom

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. September 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).