"Ich, JaHuWaH, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand" (Jes 42,1-6).
Glaubensimpuls 780 von Gregor Dalliard am
Was wir in den vergangenen Jahren aus den tiefen Zusammenhängen des TaNaCHs schrittweise erkennen durften, ist aussergewöhnlich. Es gab und gibt auf der ganzen Erde kein literarisches Werk, das in einer solchen Weise wie der TaNaCH alle Lebensbereiche des menschlichen Lebens aufgreift und offen legt, die guten und die bösen.
Irgendwann fingen die Juden an, ihre Erfahrungen als Glaubensgrundlagen schriftlich fest zu halten. Daraus wurde der TaNaCH (“AT”) geschaffen. Die Beziehung der Israeliten zu JaHuWaH war über Abraham so innig, dass sich viele das Böse, das sie erlebten, nur als Strafe ihres Elohims (“Gott”) vorstellen konnten, was selbstverständlich nicht dem Wesen des Elohims (“Gott”) JaHuWaH, des El Eljons, des Höchsten entsprechen kann. Darum hat ER ihnen die Möglichkeit der Umkehr geschenkt, aber niemals die Vernichtung angedroht, wie das die Heidengötter tun.
“Heilige” Traditionen der Heiden beeinflussten immer wieder das Leben der Israeliten, so auch die Angst und Drohungen vor der Vernichtung, was ja damals immer wieder mit Stadtstaaten und kleinen Völkern geschah. Die Aussagen im TaNaCH müssen ins rechte Licht gerückt werden, damit wir JaHuWaH und den Juden nicht Unrecht zufügen.
Deswegen müssen Aussagen im TaNaCH (“AT”), die über die drohende Vernichtung Israels sprechen, falls Israel untreu würde, berechtigterweise hinterfragt und in den rechten Kontext der damaligen Denkweise gestellt werden, als der TaNaCH geschrieben wurde. (Siehe Gim 586).
Die christlichen Theologen und später auch die islamischen Geistlichen rissen die israelitisch-jüdische Beziehung zu JaHuWaH auseinander, ebenso ihre Denkweise. Damit schufen sie die christliche und islamische Ersatztheologie. (Siehe Ersatztheologie: Gim 506; Gim 507; Gim 508; Gim 509; Gim 410; Gim 422; Gim 764; Gim 765).
Der TaNaCH (“AT”) spricht immer wieder vom gesamten israelitischen Volk, das untreu wurde. Wir halten erstens fest: das aber war nie so. Das gab es in Wirklichkeit nie. (Siehe Gim 371). Wenn das so gewesen wäre, dann hätte es innerhalb kürzester Zeit keine Israeliten mehr gegeben, wenn sie von einem angeblich zornigen und rachsüchtigen Gott erwählt worden wären, der ihre totale Vernichtung angedroht haben sollte, falls sie ihm untreu würden. Er hat sie aber nie vernichtet, trotz Untreue unter dem Volk.
Zweitens müssen wir sämtliche Aussagen im TaNaCH (“AT”), die von der Erwählung Israels sprechen, von seiner Berufung und Sendung rund um die Welt jenen Aussagen gegenüber stellen, die von der drohenden Vernichtung Israels sprechen. Jeder kann diese Gegenüberstellung machen und sollte das auch tun. Die angeblichen Androhungen seiner Vernichtung im Falle von Ungehorsam verblassen im Lichte aller Zeugnisse, die vom Sinn und Ziel seiner Erwählung, von seiner Berufung und Sendung rund um die Welt sprechen, so z. B.: “Merkt auf mich, mein Volk, und meine Nation, hört auf mich! Denn Weisung geht von mir aus, und mein Recht werde zum Licht der Völker” (Jes 51,4 ). Auch: “Er wird nicht verzagen noch zusammenbrechen, bis er das Recht auf Erden aufgerichtet hat. Und die Inseln warten auf seine Weisung” (Jes 42,4). Wie sollte das ohne den TaNaCH und das auserwählte Volk geschehen? Christentum und Islam haben sich von JaHuWaH und SEINEM Recht bewusst gelöst und durch ihre eigenen, selbst geschaffenen Regeln des Lebensrechtes ersetzt. Selbstverständlich haben beide antisemitischen Religionen, die christliche und die islamische, viel aus dem reichen jüdischen Lebensschatz übernommen, aber sie geben diesen reichen Schatz verzerrt wieder.
Eine klare Information zur Vernichtung Israels finden wir nur hier: “So spricht JaHuWaH: Wenn der Himmel oben gemessen werden kann und die Grundfesten der Erde unten erforscht werden können, dann will ich auch die ganze Nachkommenschaft Israels verwerfen wegen all dessen, was sie getan haben, spricht JaHuWaH” (Jer 31,37). Wann hätte sich dies jemals ereignet? Dass jemand mit einem Messinstrument die Himmel misst oder mit einem Bohrer bis zum Erdmittelpunkt vorstösst hat es noch nie gegeben und wird es auch nie geben. Das Verstossen bzw. Vernichten Israels ist somit ausgeschlossen.
Gemäss christlicher und islamischer Überzeugung sind die Juden wegen ihres Nicht-Hörens auf JaHuWaH, wegen ihres Ungehorsams ihrem “Gott” gegenüber verworfen (wegen alles dessen, was sie getan haben) und durch das Christentum, bzw. den Islam ersetzt worden und das für Zeit und Ewigkeit. Dies ist ein klarer Widerspruch zu Jer 31,37. M. a. W. heisst das unmissverständlich: die Christen und Moslems behaupten mit ihrer Ersatztheologie, dass sie bessere und ehrlichere Menschen sind als die Juden. Sie geben also vor, die besseren Menschen zu sein als die Juden, weil sie im Unterschied zu den Juden angeblich auf “Gott” hören und alles tun was er will. Mit ihnen, so lehren sie, kann der “Gott” Israels zusammen arbeiten, auf sie ist Verlass. Das aber ist eine unverschämte arrogante Behauptung, eine bodenlose fromme Selbstüberschätzung, eine Heuchelei (Hypokrisie, Täuschung).
Dabei aber hören weder die Christen noch der Islam auf den Elohim (“Gott”) JaHuWaH, den El Eljon, den Höchsten". Das meinen sie zwar, aber in Wirklichkeit hören beide auf ihren antijüdischen Gott (Theos/Allah), den sie sich im Laufe der Zeit aus anderen heidnischen Quellen zusammengebastelt haben. Das bestätigt uns sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart.
Viel durchtriebener als der Islam macht es das Christentum, indem es lehrt: “…und das Blut Jesu, seines Sohnes reinigt uns von jeder Sünde” (1Jo 1,7). Gemeint ist der Sohn mit dem er, Gott (Theos), nicht JaHuWaH, Maria geschwängert haben soll und der von ihr geboren worden sein soll (Gal 4,4). Schön täuschend wird diese Beziehung in Lk 1,35 und Mt 1,18 umschrieben. (Siehe Gim 274: Unbefleckte Empfängnis). Das ist der bequemere Weg für einen Menschen, denn damit ist man unbeteiligt, weil ja Jesus aus freiem Willen, ohne eigenen Einfluss, stellvertretend für die eigene Schlechtigkeiten sein Blut vergossen hat (damit meine Vergehen und Verbrechen vergeben sind), denn der Vater-Gott der Christen forderte angeblich das Blut seines von ihm gezeugten Sohnes, damit er vom Zorn und der Rache gegen die Menschheit ablassen kann: “Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt” (1Jo 2,2). “Wer an den Sohn (das sühnende Blut) glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm” (Joh 3,36).
Allen wünsche ich von Herzen einen gesegneten Shabbat Shalom mit den lichtvollen Versen: “Das Volk (Israel), das im Dunkel lebt, sieht ein grosses Licht. Die im Land der Finsternis wohnen, Licht leuchtet über ihnen” (Jes 9,1). “Ich, JaHuWaH, ich habe dich (Israel, mein Knecht s. Jes 41,8) in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand (Jes 42,1-6).
Gregor Dalliard
Ankündigungen
Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen (Videokonferenz) in Finsterhennen ein. Wir treffen uns am 15. November 2026 um 14.00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger in 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2 (tel.: 032 396 34 03), k.hunzinger@sunrise.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!