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Die offenen Arme JaHuWaHs. Elohim JaHuWaH, der El Eljon, der Höchste und der Engel JaHuWaHs. Teil 2

Glaubensimpuls 586 von Gregor Dalliard

JaHuWaH respektiert also den Willen des Menschen in der Beziehung zu IHM oder eben in der Ablehnung. Das ist das grundlegende Zeugnis der Thora. Anders kann der El Eljon gar nicht sein. Entspräche diese Haltung nicht dem El Eljon, dem Höchsten, wäre ER nicht der El Eljon, DERJENIGE, DER den Menschen in SEINEM Bilde geschaffen hat. Das wäre ein Widerspruch in sich. JaHuWaH wäre dann bloss ein Phantasiegebilde religiöser Menschen, eben eine Gottheit unter Gottheiten.
Jahushua von Nazareth hat uns das Wesen JaHuWaHs im Gleichnis vom barmherzigen Vater auf treffende und ergreifende Weise dargestellt (vgl. Lk 15,11-32). Obwohl dieses Zeugnis im NT überliefert ist und auch verschieden gedeutet werden kann und wird (wie etwa auf die Heimkehr oder die Umkehr der 10 “verlorenen” Stämme), stellt es den Unterschied von JaHuWaH und dem Engel JaHuWaHs im Umgang mit den Menschen in einer äusserst eindrücklichen Weise dar. Die Wurzeln auch dieses Gleichnisses reichen in die Thora zurück.

Der Sohn wendet sich vom Vater ab und fordert das Erbe. Der Vater entspricht den Forderungen SEINES Sohnes. Etwas, das ich früher nicht verstanden habe. Es gab Zeiten, da dachte ich: „Ist das ein dummer Vater, der hat keine Ahnung von Erziehung. Was für ein Unsinn soll denn hier bloss vermittelt werden?“ So dachte ich im Eifer meines Glaubens, meiner Religion. Manchen von euch ist es vielleicht ähnlich ergangen!
Der Vater gibt dem respektlosen Sohn das Erbe, auf das er nach unseren Denkkategorien überhaupt kein Recht hat. Ohne Drohungen und Erpressungen lässt ER den Sohn seinen Weg gehen, der IHM so viel Schande bereitet. Mit dem geschenkten Erbe unterstützt der Vater sogar den verkehrten und abenteuerlichen Weg seines Sohnes. (Der Vater aber sieht SEINEN Plan, den ER SICH mit allen Menschen vorgenommen hat).
Hätte ER SEINEM Sohn nicht zünftig die Leviten verlesen müssen, so wie wir das in einem solchen Fall sicher getan hätten oder tun würden? Hätten wir einen solchen Sohn nicht für immer enterbt, jeden Kontakt mit ihm vermieden und anderen den Kontakt mit ihm verboten, um ihn so zu beugen und willfährig zu machen?
Ist das nicht der allgemeine Umgang unter den Gläubigen in solchen Situationen? Nichts geschieht von alledem. Das erstaunt uns. Hier zeigt sich, wer von JaHuWaH und wer vom Engel JaHuWaHs geleitet ist. Weder verachtet JaHuWaH SEINEN Sohn in irgend einer Weise, noch sperrt ER ihn ein oder bringt ihn sogar um.

Das Verhalten des Vaters ist eben das, was JaHuWaH, den El Eljon, von allen anderen unterscheidet. Während der ganzen Abwesenheit SEINES Sohnes auf den verkehrten Wegen bewahrt der Vater zu Hause SEINEN Sohn in SEINEM Vaterherzen. Er wartet auf die Umkehr, bzw. die Heimkehr SEINES Sohnes. Der Vater denkt gar nicht anders, ER hat Gedanken des Friedens über ihn, denn auch dieser Mensch ist in SEINEM Bilde geschaffen.
Wir erinnern uns: “Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht JaHuWaH, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren” (Jer 29,11). Das zu wissen, tut jeden Tag so gut. Die Verinnerlichung solcher Worte stellen uns wieder auf die Beine. Solche unumstösslichen Zusprüche JaHuWaHs haben in jeder Situation ihre Geltung und Wirkung. Halleluja(Hu)!

Wir mögen fragen, was gibt dem Sohn überhaupt das Recht, sein Erbe vom Vater zu fordern? Der Sohn ist im Bilde des Vaters geschaffen. Darin und damit hat der Vater selbst SEINEM Sohn dieses Recht zugesprochen. Dieses Recht liegt im Herzen des Vaters begründet. Es ist die souveräne Entscheidung des Vaters. Das ist der Grund, warum der Vater der Forderung des Sohnes nachkommt, ohne Widerrede. Diese Entscheidung kann durch nichts und niemanden angetastet oder ungültig gemacht werden.
Der Sohn ist ja nicht etwa in der Absicht vom Vater mit der Überlegung weggegangen: ja wenn dann alles schief gehen sollte, werde ich zum Vater heimkehren. Daran dachte er eigentlich nie. Und wenn der Sohn nie heimgekehrt wäre?
Im Bilde des Vaters geschaffen zu sein, heisst für den Vater, dass jeder Mensch zu IHM zurückkehren kann und das auch tun wird, mag hier auf Erden geschehen was will, mag uns das in unseren religiösen Kram passen oder nicht:
“Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören….” (Jes 45,23). Und dann ist da noch das uralte wunderbare und befreiende Zeugnis, das sicher dazu gelesen werden möchte oder sollte, das wir immer wieder gerne wiederholen: “Und der Staub kehrt zur Erde zurück, so wie er gewesen, und der Geist kehrt zu Elohim (nach Hause) zurück, der ihn gegeben hat“ (Pred 12,8; Ps 23,6; Ps 90,3 u. a. m.). Ist das etwa nicht Grund zur Freude an diesem neuen Tag?

Nachdem der Sohn heimgekehrt ist, eröffnet der Vater eine herzbewegende Partie. Es geht im Hause des Vaters aussergewöhnlich bunt und laut zu. Nicht die Musik und der laute Freudenjubel, sondern das Verhalten des Vaters verschlägt uns die Sprache, irgendwann auch dem Engel JaHuWaHs. Wie hätten oder haben wir früher reagiert, wenn sich jemand nicht unserer christlichen Kirche oder Gemeinschaft angeschlossen, oder sich von unserem Glauben entfernt hatte oder wenn er sich nicht hatte taufen lassen? Wir waren enttäuscht. Wir liessen den anderen unseren Frust spüren, mochten wir uns vielleicht noch so sehr zusammenreissen. Wir konnten und wollten uns damit nicht abfinden, denn noch fehlte uns der Zugang zum Wesen JaHuWaHs.
Was zeigt uns dieses Verhalten? Dieses Verhalten zeigt uns, dass wir noch vor wenigen Jahren als Getaufte, dem Engel JaHuWaHs hörig waren. Wir glaubten und wandelten in seinem streng religiösen Geist! Wir wussten es nicht anders, suchten aber JaHuWaH immer bewusster. Das Gleichnis oder das prophetische Wort in Lk 15,11-32, das, wie gesagt, in der Thora wurzelt, hat der Psalmist als Zeuge JaHuWaHs später so formuliert: “Alle meine Quellen sind in dir!“ (Ps 87,7).

JaHuWaH hat jenen Menschen, die Namen und Lehren aus dem TaNaCH benutzen, JaHuWaH aber nicht folgen, den Engel als Führer mit auf den Weg gegeben: “Hüte dich vor ihm, höre auf seine Stimme und widersetze dich ihm nicht! Denn er wird euer Vergehen nicht vergeben, denn mein Name ist in ihm” (2Mo 23,20-21). “….denn mein Name ist in ihm” heisst: Die Führung dieser Menschen hat JaHuWaH dem Engel übergeben. Sein Glaubensweg ist von äusserst rigorosen Glaubenslehren und Traditionen gekennzeichnet. Die Menschen sollen damit in Schach gehalten werden, vor Entartungen und Selbstzerstörung geschützt werden. Bei Nichtbefolgung dieser religiösen Satzungen folgen strenge körperliche Massnahmen oder der Weg in die ewigen Höllenqualen. Aus Angst vor der Hölle halten sich in jeder Generation Abermillionen mehr oder weniger zuchtvoll an die Lehren des Engels JaHuWaHs.
Wären sie nicht an diese strengen Glaubenssatzungen gebunden, würden Massen von Menschen, ja ganze Völker, völlig entarten. Diese strengen rigorosen Glaubenssatzungen lösen viel Zwist innerhalb von Familien und Gesellschaften aus. Die meisten bisherigen Kriege auf dieser Erde waren bis vor wenigen Jahren noch von Religionsverfechtern ausgelöst worden.

Kürzlich sagte mir ein Nachbar bei der Gartenarbeit, nachdem wir am Abend davor bei ihm und seiner Frau zum Abendessen eingeladen waren und über dies und das geredet hatten: “Weisst du, trotz all der Verbrechen, vor allem der Christenheit, bin ich zu folgender Überzeugung gekommen, ohne das strenge und brutale religiöse Vorgehen der Religionsführer in der Vergangenheit wären die Völker total entartet und untergegangen. Die Menschen sind erst durch diese religiöse Härte reifer und selbständiger geworden.” Es wäre ganz sicher auch anders gegangen, ohne die endlosen Spuren von Leid. Was tragen wir dazu bei?

Die Arme JaHuWaHs bleiben immer offen für jeden, der zu JaHuWaH kommt oder zu IHM zurück findet, denn “Alle meine Quellen sind in dir!“ (Ps 87,7).

Herzliche Grüsse und Shabbat Shalom

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein auf Sonntag, den 19. Februar 2023 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.