Aus der Gnade gefallen. Teil 10. Ersatztheologie (Enterbung der Juden).
Glaubensimpuls 422 von Gregor Dalliard am
Wir fahren mit den Darlegungen fort, die zur Ersatztheologie (Enterbung der Juden) und schliesslich zum Holocaust führten. Wir haben uns an wichtige Kernaussagen erinnert, die Paulus als sein “Evangelium” bezeichnet. Wir sagten: “Der Gott des Paulus hatte sich nämlich vorgenommen alle Menschen, alle Geschöpfe, die ganze Schöpfung, den Kosmos, alle jemals Verstorbenen, und alles was da an unsichtbaren himmlischen Wesen überall kreucht fleucht, in die immerwährenden qualvollen und nie erlöschenden Höllenfeuer zu werfen”. Dann hatte er sich vorgenommen die Menschheit – und alles was existiert – von diesem Fluch zu befreien und zu erlösen, und zwar unter einer Bedingung: Er würde einzig und allein durch das Blutopfer seines Sohnes davon absehen. Durch das qualvolle und von Blut triefende Opfer würde er sich mit den Menschen und der ganzen Schöpfung versöhnen lassen. Er selbst würde seinen Sohn in eine jüdische Jungfrau zeugen und diese würde ihn dann gebären: “…als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau” (Gal 4,4). Damit setzte Paulus den biblisch geoffenbarten Weg der Rechtfertigung vor JaHuWaH, den Weg der Umkehr, der Teshuwa (hebräisch für Reue und Umkehr), der Weg der Vergebung der Sünden und der Versöhnung, der allein zum Vater führt – oder zurückführt –, ausser Kraft. Und er (Abraham) vertraute (glaubte) JaHuWaH; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an (als vor JaHuWaH gerechtfertigt) (1Mo 5,6). “Denn so spricht der Erlöser, der Heilige Israels: Durch Umkehr und durch Ruhe werdet ihr gerettet (erlöst). “Der da vergibt alle deine Sünde” (Ps 103,3).
Paulus aber setzt eigenwillig das geoffenbarte biblische Zeugnis der Versöhnung mit JaHuWaH ausser Kraft und lehrt, “dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnt hat, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat” (2Kor 5,19). Weiter lehrt er: “…dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil. Denn die Schrift sagt: …jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden” (Röm 10,9-13). Paulus missbraucht hier – wie so oft – das Zeugnis der Schrift. Er zitiert hier den Propheten Joel. Joel aber spricht von JaHuWaH. Das kann jeder im Kontext von Joel 3,5 nachlesen. Erschütternd ist dieser Missbrauch. Niemals hätte Joel als in JaHuWaH lebender Mensch an eine Rechtfertigung und an eine Vergebung der Sünden ausserhalb von JaHuWaH geglaubt, nicht einmal im Traum hätte er daran gedacht. Der Prophet glaubte, was in Stein gemeisselt ist und sich im Leben der Gläubigen allezeit als Wahrheit bewährt: “Ich bin JaHuWaH und sonst keiner. Ausser mir gibt es keinen Elohim (“Gott”)” (Jes 45,5).
Der Jesus Christus des Paulus hat diesen grausamen Weg der Qualen offenbar gehorsamst erfüllt. Was Paulus nun macht, übertrifft jede fromme Bosheit dieser Erde. Er indoktriniert seine Anhängerschaft auf gemeinste Art und Weise: “…und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott (Theos) ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters” (Phil 2,8-11). Auch hier missbraucht Paulus das verankerte und bewährte Wort der Propheten. Er zitiert hier aus dem Buch Jeshajahu (Jesaja). Von wem ist denn da die Rede? “Und sonst gibt es keinen Erlöser ausser mir. Einen gerechten und rettenden Elohim (“Gott”) gibt es ausser mir nicht! Wendet euch zu mir und lasst euch retten, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Elohim (“Gott”) und keiner sonst. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen,jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen ihn entbrannt waren. In JaHuWaH werden gerecht sein und sich rühmen alle Nachkommen Israels (Jes 45,21b-25.). JaHuWaH spricht deutliche Worte: “So spricht JaHuWaH, der König Israels, der sein Erlöser ist, JaHuWaH der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und ausser mir gibt es keinen Elohim (‘Gott’)” (Jes 44,6).
Nach dem “Evangelium” des Paulus, müssen sich nun alle Menschen und alles was existiert seiner neuen Erlösergottheit – Jesus Christus – unterwerfen. Er geht sogar soweit, dass er JaHuWaH die Erschaffung der Schöpfung abspricht und an dessen Stelle seinen “Gott” Jesus Christus einsetzt: “Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er vor allem, und alles besteht durch ihn. Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe; denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen…” (Kol 1,16-20a). Wer diese unsinnigen, und dem biblisch-prophetischen Wort total widersprechende Verrücktheiten – Irrlehren – nicht als geoffenbartes “Evangelium” annimmt und sich ihm nicht freiwillig und bedingungslos unterwirft, den verflucht Paulus immer wieder: “…er sei verflucht” (Gal 1,8.9; 1Kor 16,22 u.a.m.).
Von einer Erschaffung der Welt durch einen von JaHuWaH gezeugten Sohn, der von einer Jungfrau geboren wird, lehrt der TaNaCH (Bibel) überhaupt nichts. Das ist reinste babylonisch-griechische Götterlehre, bzw. Philosophie. Wie packt Paulus seine Anhänger? Er weiss seine Lehren so hinzustellen, als entsprächen sie dem Willen Elohims (des “Gottes”) Israels, JaHuWaH. So schreibt er: “Paulus, berufener Apostel Christi Jesu durch Gottes Willen” (1Kor 1,1); “dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters” (Phil 2,11); “denn es gefiel der ganzen Fülle (JaHuWaH), in ihm (in seinem Jesus Christus) zu wohnen und durch ihn alles mit sich (mit “Gott”) zu versöhnen…” (Kol 1,16-20a); “dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnt hat” (“Kor 5,19). Als ob JaHuWaH, der El Eljon, der Höchste Israels, solche Unsinnigkeiten nötig oder gewollt hätte. Was sollte uns da noch wundern, wenn Menschen, die sich seit bald 2000 Jahren gegen einen solchen religiösen Fanatismus wehren, Opfer religiöser Gewalt werden?
Allen wünsche ich von Herzen ein gesegnetes Fest Shemini Azereth und Simcha Thora, Freude über die Thora. Sie widerspricht dem paulinischen “Evangelium” konsequent. Mit ihren Mitteln und Wegen will die Thora uns immer wieder neu zu einer gesunden, lebendigen und frohen Glaubens-Nüchternheit zurückholen. Darüber wollen wir uns herzhaft freuen und diese Freude miteinander gerne teilen. Shabbat Shalom!
Gregor Dalliard
Ankündigungen
Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns am 19. Juli 2026 um 14.00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger in 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2 (tel.: 032 396 34 03), k.hunzinger@sunrise.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!