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Das Konzept der Beziehung, nicht Glaube

Antwort von Gregor Dalliard auf Leserfrage 14

Frage: “Unter Lebensimpulse lim 23 hast du beim Thema “Weiss ich wer ich bin?“Folgendes geschrieben: “Machen wir uns aber nichts vor. Es braucht dazu ein Konzept…. Nur die allerwenigsten Menschen, die unter der einen oder anderen der oben erwähnten Situationen leiden, können ohne Konzept da heraus finden und glücklich und zufrieden leben. Könntest Du uns dazu einen Hinweis geben?”

In meinen bisherigen Lebensimpulsen (lim) bin ich darauf eingegangen. Ich bin der Meinung, dass es uns nicht an Hinweisen fehlt, auf was es in unserem Leben ankommen muss, damit sich jeder für sich und in Gemeinschaft mit anderen Menschen ein wirkungsvolles und tragfähiges Glaubenskonzept erarbeiten kann, ein Konzept, das ihm in Lebenssituationen hilft, die nicht zu ändern sind.
In allen Dingen des Lebens geht es um meine Grundeinstellung, mit der ich jede Situation angehe. Erstens hängt diese Grundeinstellung von meiner persönlichen Beziehung zu JaHuWaH ab, die ich täglich bewusst pflege. Zweitens ist die Tatsache gegeben, dass ich bestimmte Situationen/Gegebenheiten in meinem Leben nicht ändern kann, auch nicht zu ändern vermag, selbst wenn ich wollte. Das wollen viele Menschen, die sich als gläubig bezeichnen nicht akzeptieren. Genau das kann sich verhängnisvoll in meinem persönlichen Leben und damit im Umgang mit den Mitmenschen auswirken. Was ich aber tun muss und kann: ich kann meine Einstellung zu diesen Situationen in meinem Leben ändern. Aus diesen zwei Punkten ergibt sich alles andere.
Das erfordert den Einsatz meines Verstandes als wunderbare Gabe JaHuWaHs. Die Gabe des Verstandes ist die Brücke zu meinem Vertrauen auf JaHuWaH. Wir dürfen uns im Glauben nicht überschätzen, wir brauchen die tägliche Pflege unserer Beziehung zu JaHuWaH, denn wir bleiben trotz dieser Beziehung zu JaHuWaH Menschen in dieser Welt. Was uns bestimmt hilft, ist die tägliche Zeit in der wir unsere Beziehung zu JaHuWaH und zu SEINEN Lebenswerten bewusst neu vertiefen. Dabei helfen uns die Zeugnisse jener Menschen im TaNaCH, die aus einer tiefen Beziehung zu JaHuWaH heraus lebten, selbst wenn sie in anderen Zeiten gelebt haben. Manchmal helfen uns die spontanen Impulse eines Mitmenschen. Ein Grundkonzept: Das tägliche Danken nicht vergessen (vgl. Ps 50,23.)

Wie glaubten wir früher, unseren inneren Frieden gefunden zu haben? Indem wir das befolgten und erfüllten, was uns die zuständigen Obrigkeiten der Kirchen und Leiter der christlichen Gemeinschaften zur religiöse Pflichterfüllung auferlegten. Im Katholizismus geschah das, indem wir uns den kirchlichen Führern und ihren Irrtümern unterworfen hatten, ohne uns dessen bewusst zu sein, indem wir ihre Sakramente und vieles andere mehr an uns und unseren Kindern vollziehen liessen. So glaubten wir, den Willen Gottes (Theos, Deus, HERR, Zeus) zu tun, und wir taten ihren Willen. Wie nur hätten wir etwas anderes denken können?
Wir taten aber nicht den Willen JaHuWaHs. Unwissend taten wir den Willen der Priesterschaften, mehrerer oder dreier Gott-Personen aus dem babylonisch-griechischen Götterolymp, der in der pythagoreisch-platonischen Lehre der drei Hypostasen verankert ist (Daraus erwuchs die christliche Trinitätslehre auf der das “NT” aufgebaut ist). Wir wussten nicht, dass diese drei Gott-Personen das Fundament aller heidnischen Religionen bilden, und zwar nach dem traditionellen babylonisch-griechischen Muster, das wir in den Paulusbriefen wiederfinden. Drei Gott-Personen als ein dreieiniger (trinitarischer) Gott, von den Gründern des Christentums definiert, war das Zentrum unseres Glaubens.
Wir wussten nicht, dass Elohim JaHuWaH, der El Eljon existiert und das Jahushua von Nazareth nichts mit der Gottheit Jesus Christus zu tun hat. Wir kannten weder JaHuWaH noch SEINEN Willen, noch den wirklichen Juden und Rabbi Jahushua von Nazareth. Wie sollten wir da den inneren Frieden finden? Durch die Jahre hindurch haben wir unablässig nach JaHuWaH und SEINEM Willen gesucht. Ab und zu meinten wir, den Willen JaHuWaHs aus der Bibel (“AT” und “NT”) definitiv gefunden zu haben. Mit grosser Überzeugung haben wir dann jeweils davon geredet, aber im weiteren Forschen nach JaHuWaH und SEINEM Willen erschlossen sich uns im TaNaCH (“AT”) neue wichtige Lebenszusammenhänge, während wir in „NT“-Lehren nur einen heidnischen Theos erkannten.

In vielen christlichen Gemeinschaften schafft das tägliche Lesen der Tageslosungen oder eines Bibelabschnittes dem Einzelnen das Gefühl von Geborgenheit und Übereinstimmung mit dem Willen des von den Propheten verkündeten Elohim JaHuWaH und den anderen Christen. In Wirklichkeit aber entsprechen sie damit dem Willen der Priesterschaft der drei babylonisch-griechischen Gott-Personen (Theos, Deus, Herr, Zeus), nicht JaHuWaH, ihrem Schöpfer.
Das Neue Testament ist durchgehend antijüdisch konzipiert und damit auch gegen den Willen JaHuWaHs. Die Auslegung des TaNaCHs (“AT”) durch Paulus und die weiteren Gründer des Christentums zeugt nicht nur von einer grossen Unkenntnis über die zusammenhängenden Inhalte des TaNaCHs (“AT”), sie ist von einem abgrundtiefen Judenhass getrieben (Juden sind Gottesmörder, vgl. Gim 413; Gim 512). Die wenigsten Getauften sind sich dessen bewusst. Von Paulus und den weiteren Gründern des Christentums sind sie auf diesen Irrweg gebracht und entsprechend indoktriniert worden. Wie sollten sie das zusammenhängende prophetische Wort des TaNaCHs glauben und verstehen wollen? Darum tut ihnen das tägliche Lesen der Tageslosungen zwar gut, aber das alles bleibt letztlich eine folgenschwere Täuschung, derer sie sich nicht bewusst sein können.
Der innere Frieden mit JaHuWaH führt zum Aufbau des von JaHuWaH verheissenen Friedensreiches. SEINE Propheten sprechen im TaNaCH durchgehend davon. Einen dauerhaften Frieden gibt es in einem religiösen Konzept wie dem Christentum nicht. Das beweisen die endlosen grausamen Kriege, die von den Getauften in den vergangenen 2000 Jahren angezettelt, untereinander und gegen Andersdenkende geführt worden sind. Eine endlose Spirale der Gewalt hat sich aus der Tauflehre des Paulus entwickelt. Getaufte gegen Getaufte!

Das beweist uns einmal mehr der gegenwärtige grausame Krieg der Russen gegen die Ukrainer. Beides sind getaufte Völker*. Das wahre Gesicht der christlichen Taufe wird uns gerade durch den Patriarchen Kyrill I., Patriarch von Moskau und der ganzen Rus vordemonstriert. Er tauft, betet und segnet mit Putin zusammen die Gräuel gegen unschuldige Menschen ohne dabei mit den Wimpern zu zucken. Er beruft sich dabei auf die Freiheit, die den Menschen nach dem “Evangelium” des Paulus (vgl. Gal 1,8-9) angeblich gegeben ist. Durch den Glauben an das Opferblut Jesu und die Taufe sind Menschen von den Grundwerten des menschlichen Zusammenlebens , die der Schöpfer des Lebens, JaHuWaH, gegeben hat, befreit. Diese Denk- und Lebensweise muss in die Katastrophe führen.
Die katholische Theologie, die gemäss Paulus eine strikte Erlösung im Blute eines Menschenopfers lehrt, das zudem noch eine Gottheit sein soll, lässt eine Gesundung des Menschenherzens gar nicht erst aufkommen. Konflikte und Kriege sind in dieser Lehre vorprogrammiert, wie uns das die Vergangenheit zeigt. Auf dieser katholischen Theologie/Basis sind alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften aufgebaut, denn sie alle berufen sich auf die vier “Evangelien” im “NT”, die ihrerseits auf dem “Evangelium” des Paulus aufgebaut sind. Darauf berufen sich nicht nur die traditionellen christlichen Kirchen, auch die sich als von den Grosskirchen unabhängig bezeichnenden christlichen Gemeinschaften sind daran gebunden. Das aber ist nicht der Wille des Abba JaHuWaH.

Ich will gerade die Mitmenschen, die mir gegenüber stehen mit Gedanken des Wohlwollens und des Friedens segnen. Das ist etwas, das uns in der Hitze einer Auseinandersetzung äusserst schwer fallen kann. Diese Haltung darf ich aber als Privileg bewusst und entschieden nutzen und einsetzen. Wie mir der TaNaCH zeigt, ist das nicht nur die Haltung JaHuWaHs den Juden gegenüber, sondern allen Menschen gegenüber. Das sind Perlen, die ich aus dem TaNaCH, der von Menschen geschrieben worden ist, suchen und finden darf.
Halte ich mir z. B. die Beziehung Davids zu JaHuWaH vor Augen und das, was er im Leben an Enttäuschung und Versagen, an Segen und Freude erlebt hat und wie er damit umgegangen ist und lese z. B. sein Zeugnis in Psalm 23, dann entspanne ich mich in Sekundenschnelle. Ich lasse mein Inneres daran teilhaben und werde innerlich erbaut.
Die Nichtigkeit der Art und Weise, wie eine Auseinandersetzung gerade geführt wird, bekommt im Lichte meiner Beziehung zu JaHuWaH und meines bescheidenen und doch so erfüllten Lebens in JaHuWaH eine völlig neue Wertigkeit. Das kann in Sekundenschnelle geschehen.
Du sagst vielleicht: “Da ich katholisch bin möchte ich mich lieber vom Glauben des hl. Augustinus, oder der hl Teresa von Avila oder des Papstes Urban II. oder von sonst einem führenden Katholiken inspirieren lassen, aber doch nicht von einem Juden. Die Frage ist nicht: Jude oder Christ? Was ist der Inhalt meines Glaubens? Auf wen oder auf was ist mein Glaube aufgebaut? Beruht mein Glaube auf einem religiösen System, wie bei diesen von der Kirche Getauften und heilig Gesprochenen oder ist mein Glaube Beziehung zu JaHuWaH, wie bei David und bei den israelitisch-jüdischen Propheten? Das ergibt sich aus dem Leben und wird sichtbar im Leben jedes einzelnen Menschen, in deinem und in meinem Leben. Darin besteht aber ein wesentlicher Unterschied. Mit meinem christlichen Glauben unterstütze ich unweigerlich ein religiöses System, eine religiöse Ideologie, die grenzenloses Leid über diese Welt brachte und bringt (allein schon die Gräuel des Holocausts), nicht aber mit meiner Beziehung zu JaHuWaH. Eine Beziehung ist alles andere als ein Glaube, der auf der Erfüllung von Dogmen und Ritualen beruht. Dabei darf und sollte mir etwas vor Augen bleiben, woran ich unbedingt allezeit erinnern möchte. Wie ich im Gim 546 geschrieben habe, gibt es drei Dinge, die wir in unserem Leben unbedingt beachten sollten: “Sie sind in unserem Leben so gegenwärtig, wie wir selbst gegenwärtig sind. Erstens gibt es Dinge und Ereignisse im Leben eines jeden Menschen, über die wir nicht verfügen können. Zweitens gibt es Dinge und Ereignisse im Leben eines jeden Menschen, auf die wir keine direkte Antwort haben. Drittens müssen wir nicht auf alles eine Antwort haben”.

Im Vertrauen auf JaHuWaH können wir darin unsere Ruhe und unseren Frieden finden.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 17. März 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.