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Muss sich JaHuWaH mit uns versöhnen? Teil 1

Glaubensimpuls 512 von Gregor Dalliard

Die uralte Heimat der Juden war vor der Staatsgründung 1948 britisches Mandatsgebiet. Der UN-Teilungsplan sah 1947 die Teilung der alten jüdischen Heimat in einen jüdischen und einen arabischen Staat vor. Die Generalversammlung nahm diesen Plan an, die Araber lehnten ab. Trotz aller Widerstände von arabischer Seite, rief Ben–Gurion am 14. Mai 1948 die Gründung des Staates Israel aus. Seither ist der neue Staat Israel im eigenen uralten Land Israel/Judäa wieder Realität. Was soll das jetzt werden? fragten sich damals die christlichen Kirchenführer. Wie sollen wir damit umgehen? Das darf und kann nicht wahr sein! Sie versuchten mit allen diplomatischen Mitteln, die Entstehung des Staates Israel zu verhindern, doch es gelang ihnen nicht. Der Schock sass tief. Sie verloren ihr frommes theologisches Gesicht vor aller Welt, denn der hl. Geist, die dritte Gott-Person der Trinität, hatte den Gründern des Christentums im 3./4. Jh. unfehlbar mitgeteilt, dass die Juden nie mehr in ihrem Land als Volk wohnen würden, da Gott sie für immer verworfen und durch die Christen ersetzt habe. Als Gottesmörder hätten sie in dieser Welt kein Existenzrecht mehr. Die Christen seien jetzt das auserwählte Volk – für immer und ewig.
Die Jesus-Gottheit, die zweite Gott-Person der Christen, hatte den ersten Christen ebenso unfehlbar mitgeteilt: “Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen” (Joh 16,13). Und nun das! Davon hatte er, der hl Geist, den versammelten Bischöfen unter der Führung des Kaisers Konstantin auf dem Konzil von Nizäa (325), nichts mitgeteilt, auch auf den späteren christlichen Konzilien nicht. Wie konnte das möglich sein, so fragten sich die Kirchenführer, nach der Gründung des Staates Israel? Die Juden waren auf den christlichen Konzilien nicht zugelassen. Sie waren ausgesperrt, verworfen. Wären sie zugelassen gewesen, hätten sie den Bischöfen die Schätze des TaNaCHs aufgeschlossen, aber das wollten sie nicht. Bis zu dieser Stunde ist das so geblieben.
Nur sehr wenige verstanden in jenen Tagen die biblischen Zusammenhänge. Jahrzehnte lief ich von einer christlichen Verunsicherung in die nächste. Wäre ich als Kind im TaNaCH unterwiesen worden, wäre mir all die Mühsal und viel geistliche Not erspart geblieben. In meinem Fall waren diese Verunsicherungen notwendig. Ich konnte bei Verunsicherungen in Glaubensfragen nicht einfach aufgeben oder den Dingen freien Lauf lassen. Solange mich in Glaubensfragen Verunsicherungen plagten, hin- und hergerissen hatten, konnte ich nicht aufgeben, bis ich im TaNaCH, im Glauben des Jahushua von Nazareth, auf die Lösung der biblischen Zusammenhänge gestossen bin. Damit verschwand jede Verunsicherung. Ich hatte JaHuWaH, die Quelle des Lebens, gefunden, so wie Jahushua von Nazareth auch. Damit hatte jede Verunsicherung ein Ende gefunden. Darüber bin ich glücklich und täglich über alle Massen dankbar.

Seit der Rückkehr der Juden in ihre uralte Heimat, die den Vätern von JaHuWaH für immer zugesprochen worden ist, nahm die Zahl jener Christen stetig zu, die sich intensiver mit dem TaNaCH auseinandersetzten. Sie suchten und suchen nach dem Sinn dieses Zeichens, entsprechend ihrer religiösen Prägung, aber aufrichtig. Trotz ihrer uralten christlichen antijüdischen Indoktrination vermögen immer mehr Christen folgende Tatsache zu erkennen: Die prophetischen Schriften des TaNaCHs sprechen tatsächlich und unübersehbar von der Rückkehr der Juden in ihr Land. Dabei fällt immer mehr Christen auf, dass JaHuWaH in diesem Zusammenhang nirgendwo im TaNaCH etwas von Versöhnung fordert, die sich über ein Menschenopfer vollziehen muss, das er fordert. Davon ist keine Rede. “Denn JaHuWaH hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem Eigentum. Ja, ich habe erkannt, dass JaHuWaH gross ist, unser Retter ist grösser als alle Götter” (Ps 135,4). “So spricht JaHuWaH, der die Sonne gesetzt hat zum Licht für den Tag, die Ordnungen des Mondes und der Sterne zum Licht für die Nacht, der das Meer erregt, dass seine Wogen brausen, JaHuWaH Zebaoth (der Heerscharen) ist sein Name: Wenn diese Ordnungen vor meinem Angesicht weichen, spricht JaHuWaH, dann soll auch die Nachkommenschaft Israels aufhören, eine Nation zu sein vor meinem Angesicht alle Tage. So spricht JaHuWaH: Wenn der Himmel oben gemessen werden kann und die Grundfesten der Erde unten erforscht werden können, dann will ich auch die ganze Nachkommenschaft Israels verwerfen wegen all dessen, was sie getan haben, spricht JaHuWaH (Jer 31,35-37). “Und rede zu ihnen: So spricht der Elohim, JaHuWaH: Siehe, ich nehme die Söhne Israel aus den Nationen heraus, wohin sie gezogen sind, und ich sammle sie von allen Seiten und bringe sie in ihr Land” (Hes 37,21; Jer 16,15). Daran ist keine Bedingung geknüpft.
Diese Themen gehören sogar zu den zentralen Themen des TaNaCHs. Darin verwoben ist die immer währende Treue JaHuWaHs zu seinem Bundesvolk. Diese Erkenntnis innerhalb der Christen ist als ein kleiner Lichtblick zu bewerten. Weiter sind sie bisher allerdings noch nicht gekommen. Diese Christen sind weiterhin der festen Überzeugung, dass die Juden nur über den Glauben an das angeblich versöhnende Blutopfer des Messias Jesus Christus Zugang zum Abba JaHuWaH haben können. Diese Behauptung ist natürlich eine unverschämte ersatztheologische Anmassung, die JaHuWaH und seinen Willen völlig kaltstellt. Sie zeugt von der weiterhin blind machenden Wirksamkeit des ersatztheologischen antijüdischen Virus unter den Getauften. So erwarten sie ihre Gottheit, Jesus Christus, die, nach ihren Angaben, bald vom Himmel herabkommen und den Juden ihre Augen und ihre Herzen für das Verständnis der Versöhnung des menschlich-göttlichen Blutopfers aufschliessen wird. Die Juden werden dann erkennen, so glauben und lehren sie, dass sich JaHuWaH nur über diesen Weg mit ihnen versöhnen kann.
Hier scheiden sich die Wege der Getauften vom treuen Bundesvolk der Juden. Jahushua führte unter den Römern verloren gegangene Juden zur Umkehr, zu JaHuWaH, zurück. Er führte sie zurück zur Herde, deren Hirte allein JaHuWaH ist (vgl. Jes 40,11; Hes 34,11-16; Ps 23 u. a. m.). Jene, die zur Herde des JaHuWaH gehören, nannte er bildlich gesprochen: die 99 Gerechten, im Verhältnis zu demjenigen Juden, der von JaHuWaH weg zu den Römern übergelaufen war (vgl. Lk 15, 1-7. 11-32). Jahushua hätte niemals jemanden von der Herde des JaHuWaH, von den Juden, herausgerissen und weggeführt. Niemals hätte er ein Christentum gegründet. Schon gar nicht ein Christentum, dessen Gott eine Versöhnung nur dann vollzieht, wenn die Menschen an den heidnischen Blutopferkult eines Menschenopfers glauben, um Gemeinschaft mit ihm haben zu können. Abstrus und absurd sind solche ersatztheologischen Lehren im Angesicht des TaNaCHs, im Angesicht JaHuWaHs und der Gerechten.
Selbst solche Getauften, die seit Jahrzehnten regelmässig im TaNaCH forschen, kommen nicht weiter. Das macht uns manchmal traurig. Die Traurigkeit muss aber der Verheissung weichen, die wir auch im vorletzten Gim zitiert haben: “Ich (JaHuWaH) habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke” (Jes 45,23). Vorübergehend bleibt für sie die paulinische Gottheit Jesus Christus der Messias, wahrer Gott und wahrer Mensch, die zweite Gott-Person innerhalb der Trinität. Er steht nach ihrer ersatztheologischen Lehre kurz vor der Wiederkunft. Aber auch hier sind wir getröstet, denn wie uns der TaNaCH aufzeigt, wird keine Gottheit Jesus Christus jemals vom Himmel herabkommen, vielmehr wird JaHuWaH den Christen ihre blinden Augen und Herzen öffnen: “Ich, JaHuWaH, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Und ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen, blinde Augen aufzutun….” (Jes 42,6-7; 2,2-4 u. a. m.). “Doch auch jetzt, spricht JaHuWaH, kehrt um zu mir mit eurem ganzen Herzen…. kehrt um zu JaHuWaH, eurem Helfer (Retter)! Denn er ist gnädig und barmherzig, er ist langsam zum Zorn (d. h.: er macht frei) und ist gross an Gnade, und er lässt sich das Unheil gereuen (d. h.: verändert die Sache zum Besten)” (Joe 2,12-13).

Allen wünsche ich einen Shabbat der Zuversicht und Erholung. Shalom! Herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. September 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).