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Weiss ich wer ich bin?

Lebensimpuls 23 von Gregor Dalliard

Komische Frage! Vielleicht müsste die Frage lauten: Weiss ich zu wem ich gehöre? Kein Mensch lebt für sich allein. Das ist gar nicht möglich. Jeder Mensch gehört zu anderen Menschen. Jeder Mensch ist auf Gemeinschaft angelegt. Jeder Mensch ist auf Wertschätzung angelegt.
Manche Menschen haben irgendwann im Leben nicht den Erwartungen entsprochen, die Ziele nicht erreicht, Schiffbruch erlitten, andere enttäuscht. Das fühlen sie so! Manche Menschen fühlen sich nicht geachtet, nicht geschätzt, nicht ernst genommen, nicht angenommen, ausgeschlossen. Andere Menschen kommen sich sehr wertlos oder unnütz vor. Manche spüren wie ihre nächsten Mitmenschen achtlos an ihnen vorübergehen. Wieder andere leiden unter der täglichen Kritik der Allernächsten. Nichts können sie ihnen recht machen, da können sie sich noch so viel Mühe geben und täglich mit neuen Vorsätzen starten. Es bringt nichts. Andere fühlen sich erschöpft. Ihre tägliche Präsenz und was sie täglich tun wird von ihren Mitmenschen als die selbstverständlichste Sache der Welt wahrgenommen, sie erfahren kaum Beachtung, keinen Dank. Wir könnten diesen Kranz der schmerzlichen Erfahrungen, Empfindungen Enttäuschungen und Leiden weiter winden, aber was brächte das dir und mir!

Meine Erfahrung sagt mir. Ein Mensch hat eher selten die Möglichkeit seine Lebensumstände zu ändern, aus ihnen auszubrechen, aber ein Mensch kann immer und in jeder Lage seine Einstellung ändern. Machen wir uns aber nichts vor. Es braucht dazu ein Konzept. Steckt jemand seit längerem in einem bestimmten Enttäuschten-Modus, in einem chronischen Tief, kann diese Entscheidung anfänglich recht mühsam und wenig Erfolg versprechend sein. Die Angst vor Versagen, vor dem Mangel an ausreichender Energie und Ausdauer, vielleicht die fehlende Motivation, der Ansporn. Es könnte und kann Rückschläge geben, das macht Angst. Packen wir es an, indem wir uns im vornherein das uralte Prinzip der israelitisch-jüdischen Propheten und Prophetinnen aneignen, ein Prinzip, das sich über Tausenden von Jahren bewährt hat: “Denn siebenmal fällt der Gerechte (d. h. immer wieder) und steht wieder auf” (Spr 24,16). Wunderbar!

Also: Es soll nicht alles beim ewig Alten bleiben, so wie es seit langem in meinem Innern zu- und hergeht. Wenn ich schon nicht aus meinen Lebensumständen ausbrechen kann, dann kann und will ich meine Lebenseinstellung ändern. Das will ich - für mich tun! Daran kann mich niemand und nichts hindern, denn ich bin ein Mensch und ich gehöre auch zu jemandem. Ich will nicht eines Tages in meinem Gejammer (verbittert) sterben, so wie es immer schon war, obwohl lebend, aber lebend schon tot. Dieser Kräfteverschleiss ist sinnlos.
Sollen denn meine Lebensumstände meine besten Lebensjahre, und die sind jetzt, vergraulen, mich um den besten Segen bringen, um den inneren Frieden, die innere Ruhe? Wer hat das befohlen?
Soll ich dazu nicht nur mich, noch dazu meine nächsten Mitmenschen um so viel Segen bringen, weil ich ihnen mit meinen Minderwertigkeitskomplexen, aus denen ich unbewusst dauernd Pfeile auf sie abschiesse, sauer aufstosse? Wüsste ich wer ich bin und zu wem ich gehöre, wäre das alles nicht Wirklichkeit, ich würde in aller Freiheit über meine Minderwertigkeitskomplexe stehen und wir könnten von den Nächsten profitieren, mehr als wir uns dessen bisher bewusst gewesen sind.
Wobei ich dann, wie gesagt, von den Mitmenschen nichts mehr erwarte, aber das Gute an ihnen in einer neuen Weise entdecke und dankbar schätzen und damit umgehen lerne, denn meine Quellen des Lebens sind andere geworden, Quellen der Selbstwertschätzung, der Achtsamkeit auf mich selbst. Obwohl diese Quellen immer schon da waren, in meiner allernächsten Nähe, sind sie mir bisher unbekannt geblieben. Ich habe bisher nicht wirklich und ernsthaft nach ihnen gesucht, denn ich war zu sehr mit meinem Selbstmitleid beschäftigt.

Selbst wenn wir allezeit abseits stehen (müssen) und wir gelegentlich mal denken, jetzt aber reicht’s, ihr könnt mich mal alle. Sie alle brauchen deinen Segen, selbst wenn nie ein Echo zurück hallt. Du aber sitzt am längeren Hebel, am Hebel der inneren Ruhe, weil du weisst, wer du bist und zu wem du gehörst. Das ist keine Einbildung, kein arrogantes Denken, probier es aus, indem du die Beziehung zu dem pflegst, der dein Selbstwertgefühl zusammen mit dir aufbaut, weil du verstehen lernst zu wem du gehörst.

Nur die allerwenigsten Menschen, die unter der einen oder anderen der oben erwähnten Situationen leiden, können ohne Konzept da heraus finden und glücklich und zufrieden leben. Die moderne Medienwelt versetzt uns dauernd in den Zustand der Unzufriedenheit. Ich z. B. brauche die Wegleitung JaHuWaHs. Schleichend könnte bei mir die tägliche Freude entweichen, wie die Luft aus dem Reifen eines Fahrrades, wenn da eine Nadel den falschen Weg genommen hat.
Ich will mich nicht täglich in Streitereien, Grübeleien und Vermutungen herumtummeln. Ich mag mich nicht länger von Gefühlen und Vorurteilen über meine Mitmenschen, über das Verhalten meiner Nächsten, meiner Verwandtschaft, meiner Kollegen den Kopf zerbrechen, auch nicht über das, was sie über mich geredet haben, oder über das, was sie sagen, das andere hinter meinem Rücken über mich reden, das alles soll mich nicht länger beherrschen. Von nun an will ich alles investieren, damit alle diese Einflüsse nicht mehr über mich herrschen. Das ist zwar nicht so einfach möglich, aber ich gestatte diesen Einflüssen nicht mehr mein Leben zu bestimmen, über mich zu herrschen. Das entscheide ich, indem ich weiss woher ich komme, zu wem ich gehöre, wer ich bin und wohin ich gehe.

Wenn bei allen diesen Situationen, was Menschen über mich sagen, auch etwas Wahres dran sein sollte, wer bin ich denn? Hoppla, ich bin doch auch ein Mensch. Meine Schultern sind nicht so breit, mögen sie noch so fromm gepolstert erscheinen. Aus eigener Kraft vermögen wir nicht einfach so alles ohne Schaden zu tragen, selbst wenn ich mich so benehme, als wäre ich über alles erhaben, weil mir ein falscher Glaube das ständig so aufzwingt.
Und übrigens, wo hat mir JaHuWaH im TaNaCH aufgetragen, dass ich überall dabei sein muss, über alles Bescheid wissen muss und über alles, was sich so redet und tut genau Buch führen soll? Das geht nun mal nicht und je früher ich das einsehe - mir zuliebe, desto schneller verändert sich mein Leidensweg, der absolut sinnlos ist. Es wird mir besser gehen, aber ebenso den Menschen in meinem Umfeld. Ich will darüber stehen lernen und meinen Weg in Dankbarkeit und Zufriedenheit leben und gehen lernen. Das macht Sinn. Mit den Mitmenschen will ich in Harmonie oder zumindest einvernehmlich unterwegs sein (manchmal die Augen zudrücken), soweit das an mir liegt.

Ich könnte jeden Tag meine anfallenden Tätigkeiten, meine Pflichten, was ich so täglich erledigen muss mit viel Widerwillen erledigen, verärgert, anklagend, mit bösen Grübeleien über meine Nächsten, sicher wäre überall etwas auszusetzen, und, und, und…. Ich kann mich aber frei und fest dazu entscheiden, alles, was ich mache gerne machen zu wollen, indem ich bewusst und entschieden sage: “Das mache ich gerne”. Lohnt es sich denn etwas, das gemacht werden muss, mit allen möglichen Gegenargumenten, im Zorn und in der Anklage nicht gerne zu machen, da ich es sowieso machen muss? Das ergibt keinen Sinn. Packe ich alle meine Tätigkeiten mit dieser entschiedenen und gezielten Einstellung an, bevor andere Einflüsse die Oberhand über mich gewinnen, dann ist mindestens die Hälfte schon geschafft. Ich habe also die Möglichkeit anders mit dem umzugehen, was ich nicht ändern kann?

Das ist möglich wenn ich weiss, woher ich komme, zu wem ich gehöre, wer ich bin, und wohin ich gehe. Wenn ich darin zur Ruhe gekommen bin, dann kommt alles andere auch zur Ruhe.
Woher ich komme? JaHuWaH hat Himmel und Erde geschaffen (vgl. 1Mo 1,1). (Übrigens hat ER keine Hölle geschaffen). ER hat mich in meiner Urform gesehen (Ps 139,16).

Zu wem gehöre ich? Aus dem Woher ich komme vernehme ich zu wem ich gehöre, d. h. JaHuWaH will ohne mich nicht vollkommen sein und ich bin ohne IHN nicht vollkommen. Wie bei einem Passel (Puzzle), ein schwacher Vergleich, aber ein sehr guter. Darum vernehmen wir SEIN Zeugnis: “Denn ich bin Elohim und keiner sonst. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH, dem El Eljon (dem Höchsten) ist Gerechtigkeit und Stärke” (Jes 45,23-24). “So spricht JaHuWaH, der König Israels und sein Erlöser, JaHuWaH Zebaoth: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und ausser mir gibt es keinen Elohim” (Jes 44,6). “JaHuWaH ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?” (Ps 27,1).

Wer ich bin? Ich bin in SEINEM Bilde geschaffen. D. h. mein Sein ist aus SEINEM Sein geworden (vgl. 1Mo 1,27). Das hängt nicht von meinen Gefühlen ab, von meiner Selbstbewertung, aber auch nicht davon, wie andere mich bewerten, beurteilen.

Wohin ich gehe? Dahin wo ich hergekommen bin, nach Hause: “….und der Geist kehrt zu Elohim zurück, der ihn gegeben hat” (Pred 12,7). “Du lässt den Menschen (Leib) zum Staub zurückkehren und sprichst (zum Geist): Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!” (Ps 90,3). David bekennt: “Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich kehre zurück ins Haus JaHuWaHs für immer” (Ps 23,6).

Ich will in meinem Leben ein sicheres und geborgenes Zuhause mein Eigen wissen. Ich will und darf mich darauf 100%ig verlassen. Das kann ich, wenn ich will. Der Schlüssel zu den Quellen des Lebens ist dir und mir in die Hand gegeben. Was machen wir damit?

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 17. März 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.