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Von der Mitte gehalten (ein handschriftliches Traktat ohne Quelle).

Antwort von Shomer auf Leserfrage 15

Der Abt eines Klosters wurde von Besuchern gefragt: „Wie ist es mög­lich, dass alle Mönche trotz ihrer verschiedenen Herkunft, Veranlagung und Bildung eine Einheit darstellen?“ Statt einer theoretischen Erklärung antwortete der Abt mit einem Bild: „Stellt euch ein Rad vor. Da sind Fel­ge, Speiche und Nabe. Die Felge ist die umfangende Mauer, die aber nur äußerlich alles zusammen hält. Von diesem Rand des Rades aber laufen die Speichen in der Mitte zusammen und werden von der Nabe gehalten. Die Speichen sind wir selbst, die Einzelnen unserer Gemein­schaft. Die Nabe ist Jesus Christus. Aus dieser Mitte leben wir. Sie hält alles zusammen. Je mehr sich die Speichen der Mitte nähern, umso nä­her kommen sie auch selbst zusammen.“ Ins konkrete Leben übertragen heißt das: „Wenn wir uns Christus, der Mitte unserer menschlichen und geistlichen Gemeinschaft wirklich und ganz nähern, kommen wir auch einander näher. Nur so können wir miteinander und füreinander und da­mit auch für andere Leben.“

Kommentar von Shomer: Jesus das Zentrum – hä? Dieses Bild gefällt eigentlich jedem Christen, er nenne sich nicht nur katholisch sondern auch orthodox, koptisch, lutherisch, reformiert, evangelikal, charismatisch, pfingstlich, und, ja, auch Mormonen oder Jehovas Zeugen sind Christen mit internationaler Mitgliederschaft und können sich mit diesem Bild identifizieren. Allerdings denkt jeder selbst dabei an sein eigenes Rad und hat mit den anderen Rädern nichts zu tun, wie er meint. Aber, Frage: Ist Jesus Christus nicht das Zentrum eines jeden Rades? Jedem Rad sein eigenes Zentrum, d. h. es gibt viele Räder und viele Jesusse. Zeugen Jehovas z. B. lehren über Jesus Christus, dass er der Sohn von Jehova ist, aber dass er für die Sünden der Welt gestorben sein soll, hat auch der mit allen anderen Jesussen gemein.

Ich gehe an den Ursprung des katholischen „Zentrums“ zurück und sehe Jesus Christus als einen in Holz geschnitzten Weihnachtskrippen-Götzen auf den Armen seiner „heiligen“ Gottesmutter Maria. Während jüngere Kirchen oder Freikirchen in Anlehnung an den katholischen „Reformator“ Dr. Martin Luther diese weg reformiert haben, haben sie das katholische Zentrum beibehalten, nämlich ihren Sohn und geschnitzten Götzen. Aber wozu glaubt man an eine Jungfrauengeburt, wenn man die Jungfrau ignoriert, die dafür zwingend erforderlich ist? Beim „Prüfet aber alles….“ des Apostels Paulus fiel mir auf, dass die Jungfrauengeburt heidnischen Ursprungs ist; Christen sind also Heiden.

Gehen wir bei den verschiedenen Lehren der (Frei-)Kirchen weiter, stoßen wir auf eine Fülle von Widersprüchen, die das Zentrum jedes einzelnen „Rades“ bilden. Ja, der Glaube an diese Widersprüche eint alle Kirchen, so dass man besser von einem großen Rad sprechen sollte, bei dem jede Kirche eine Speiche ist und die Nabe ist der Katholizismus.

Eigentlich war die Reformation keine Reformation sondern ein Schisma, eine Trennung von der katholischen Mutterkirche, wie die Orthodoxie es vorgemacht hatte. Luthers Vorstellung von Reformation wäre eigentlich gewesen, die ganze katholische Mutterkirche gemäß seinen Vorstellungen umzugestalten. Aber auf einmal wäre das Rad unseres Abtes nicht mehr rund sondern viereckig, und die Nabe „Jesus“ wäre unrund gelaufen. Wichtig ist nämlich, dass der christliche Karren läuft, egal wie.

Und noch etwas scheint wichtig zu sein: Auf dem Karren mit den vier und mehr Namen „Jesus“ haben Juden nichts verloren. Gott hat die Juden verworfen und macht heute seine Heilsgeschichte mit „uns Christen“, lehrte mich schon meine Mutter. Dies ist katholische Ersatztheologie pur. Schaue ich jedoch in die katholische Bibel im hebräischen Urtext, dann steht da im sogenannten 2. Gebot:
2Mose 20:1-6 Luther  Und Gott (ELOHIM) redete alle diese Worte:  2  Ich bin der HERR (JHWH), dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe. (Welcher Christ war damals dabei?)  3  Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.  4  Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.  5  Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen;  6  und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten.
….keine anderen Götter – das bezieht sich doch auf unseren erwähnten geschnitzten Weihnachtskrippen- und Kruzifix-Götzen, auf das Zentrum des Rades des Abtes. Wie wir sehen, gibt es nicht nur widersprüchliche Lehren über Jesus, sondern Jesus selbst ist ein Widerspruch – bete ihn nicht an und diene ihm nicht! Dies befolgt jeder, der der unbequemen Wahrheit über ihn näher gekommen ist.
Angesichts dieser Gegendarstellung fällt es manchem Christen schwer, nicht durchzudrehen, so wie das bei Rädern vorkommt. Ich wiederhole meine schon oft zitierte Devise: Einer Lüge, die man hundertmal gehört hat, glaubt man viel eher als der Wahrheit, die man das erste Mal hört.

Der Name Jesus Phil 2:5-11 Luther  Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war:  6  welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er’s nicht für einen Raub, Gott gleich sein,  7  sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden;  8  er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.  9  Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist,  10  daß in dem Namen Jesu sich beugen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,  11  und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der HERR sei, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Wer das liest, was hier wirklich steht, der liest, dass der katholische Theos/Dëus diesem Jesus den Namen über alle Namen gegeben haben soll, von ELOHIM JHWH (falsche Übs.: Gott der HERR) nicht die Spur! Es ist eine paulinische Behauptung, die durch Luther übersetzt wurde, und zwar unreformiert, mehr nicht. Im Tanach („AT“) lesen wir wiederholt, dass ELOHIM JHWH sprach, wohingegen von Theos im „NT“ nichts dergleichen bekannt wäre. Es müsste eigentlich jedem Bibelleser auffallen, dass genau dann, wenn „Theos“ (Gott) etwas sagt, auf Aussagen des hebräischen ELOHIM JHWH zurück gegriffen wird, wobei diese Aussagen meistens sinnverdreht wiedergegeben werden. Dies ist das Zentrum des Glaubens, von dem der Jude Jeshua BarJosef (auch Jehoshua/Jahushua) völlig andere Vorstellungen hatte als der angebliche christliche Religionsstifter Jesus Christus.

Die Aussage im Philipperbrief stammt natürlich, darüber sind sich alle Christen einig, vom großen Heidenapostel Paulus. Nur zu dumm, dass die Kirche unseres Abtes oben den nicht so kennt; denn für sie ist dieser der katholische Heilige St. Paul. Was der jedoch über Jesus Christus alles von sich gegeben hat, konnte niemals Inspiration von ELOHIM JHWH gewesen sein; zu sehr widersprechen seine Aussagen denen des Tanachs. Erst ein paar hundert Jahre nach Jeshua wusste die Kirche genau, wie sie ihren Jesus gestalten musste, damit er die Nabe unseres Rades oben und die „Mitte“ werden konnte. Im Tanach gibt es nur einen Namen, in dem sich alle Knie beugen: JHWH/JaHuWeH/JaHuWaH/auch: Jahwe.

Jes 45:21-24 Elbf.  Tut kund und bringet herbei; ja, beraten mögen sie sich miteinander! Wer hat dieses von alters her hören lassen, vorlängst es verkündet? Nicht ich, Jahwe? Und es ist sonst kein Gott außer mir; ein gerechter und rettender Gott ist keiner außer mir!  22  Wendet euch zu mir und werdet gerettet, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Gott (ELOHIM), und keiner sonst.  23  Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Munde ist ein Wort in Gerechtigkeit hervorgegangen, und es wird nicht rückgängig werden, daß jedes Knie sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören wird.  24  Nur in Jahwe, wird man von mir sagen, ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen, und es werden beschämt werden alle, die wider ihn entbrannt waren. (So auch St. Paul und alle seine christlichen Jünger).

Es gibt ein „Rad“ in vielen Nationen, und die Nabe dieses Rades heißt JHWH. Das jedoch dürfen die Heiden, allen voran die Christen, niemals wissen, und dies, obwohl die Versiegelung der 144000 in Offenbarung Kap. 7 u. a. ausschließlich mit diesem Namen geschieht. Der Name Jehova und der „Name des Lammes“ scheiden kategorisch aus, da JHWH einer ist, nur einer (s. 5Mo 6:4+5). Ein Lamm-Götze, wie der umgetaufte altägyptische Lamm-Götze Chnum, heute auch als „Jesus“ bekannt, kam JHWH niemals in den Sinn, ja, sogar noch weniger.

Katholische Literaten haben das „Lamm“ überall in die Offenbarung geschmiert, wo es passt oder auch nicht, weil angeblich Johannes der Täufer das „Lamm Gottes“ gelehrt haben soll. Da dieser aber nachweislich ein aaronitischer Priester war, hatte er vom Lamm Gottes (Theos!) nicht die geringste Ahnung. Der Johannes in der Offenbarung lebte jedoch zu einer Zeit, wo der angebliche Johannes der Täufer schon lange von Herodes enthauptet worden war. Ich hoffe, wir kommen mit diesen Infos der wahren Mitte ein Stück näher.
Shomer

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 17. März 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.