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Heute schon dankbar gewesen?

Lebensimpuls 13 von Gregor Dalliard

Mit diesen Impuls möchte ich den Lim 9: Und dennoch Frieden im Herzens, etwas vertiefen. Du und ich, wir leben heute. Eine seltsame Feststellung. Was gestern war ist vorbei. Die Dinge von gestern haben durchaus ihre Nachwirkungen auf heute. Sie bestimmen möglicherweise das Heute, das mag sein. Was morgen sein wird, das kann ganz anders sein, als dass wir es uns vorgenommen haben, anders als geplant. Wir alle stehen im Rhythmus von Planungen, es sei denn, wir sitzen ziellos und wie abgeschoben unter fremden Menschen in einem Altersheim und werden nur noch hin- und hergeschoben wie Gegenstände, die nun mal da sind und im Wege stehen.
Wie gehe ich heute mit mir selbst um? Bin ich mir heute bewusst, dass ich ich bin und der Zuwendung bedarf? Oder, was eben auch möglich sein könnte: Lasse ich mich wie Treibholz durch den Tag treiben. Da sind mächtig anschwellende Bäche und Flüsse, überbordende Wassernmassen, die mich mitzureissen drohen.

Was immer gerade ist: Inmitten aller Geschehnisse kann ich dennoch Frieden im Herzen haben und bewahren. Etwas, dass mir ganz persönlich gehört, dass mir nichts und niemand auf die Dauer nehmen kann, auch im Altersheim nicht. Der Schlüssel dazu ist und bleibt die Dankbarkeit. Wie sieht es da mit meinem täglichen und nächtlichen Training aus? Wem oder was gegenüber dankbar sein? Doch wohl dem gegenüber, von dem die biblischen Zeugen das jahrtausende alte Zeugnis in die Welt hinausrufen, dass er gut ist und dass seine Gnade niemals im Leben von mir weicht. Von wem haben wir denn solches schon mal gehört? “Dankt JaHuWaH! Denn er ist gut, denn seine Gnade währt ewig” (Ps 16,34). Nimm ich das an? Also, das geht doch: “Denn du bildetest meine Nieren. Du wobst mich in meiner Mutter Leib. Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es sehr wohl” Ps 139,13).
Du magst sagen, ja aber da gibt es Dinge in meinem Leben, die habe ich nicht im Griff, ich schaffe es einfach nicht, wie kann ich da jeden Tag dankbar sein? Mache ich mich damit nicht zum Heuchler? Nun, wenn du damit keinem Mitmenschen Schaden zufügst, niemanden dabei ruinierst, dann freue dich, denn JaHuWaH umgibt dich mit seiner Gnade. Was erwartest du denn? ER hat dich geschaffen, nicht du selbst hast dich gewollt. JaHuWaH weiss, was ER geschaffen hat. Heuchelei läge wohl dann vor, wenn jemand diese Tatsache bestreiten und so zu tun würde, als wären wir nicht von IHM geschaffen worden, als hätten wir immer alles so im Griff, wie es uns fromme Normen vorgeben, deren Latte für uns aber prinzipiell zu hoch gesetzt ist. Heuchelei läge dann vor, wenn jemand behaupten würde er bedürfe der Gnade nicht. Die Gnade JaHuWaHs ist wie die tägliche Luft zum atmen. Sie freut sich an uns, immer und ewiglich.

Lasst uns die Gnade nicht verleugnen. Das tut gut. Das ist Lebenselixier! “Erkennt, dass JaHuWaH bei jedem von euch ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst – sein Volk und die Herde seiner Weide. Zieht ein in seine Tore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang!” (Ps 100,3-4; vgl. Jesaja 55:8-9). Wunderbar, und nochmals: einfach wunderbar! “Lasst uns vor sein Angesicht treten mit Dank! Lasst uns mit Psalmen ihm zujauchzen!” (Ps 95,2). Also, wo ist das Problem? Wozu bräuchten wir denn JaHuWaH?
Ich kannte einige Pfingstler. Sie trugen versteckt ein spezielles Weckgerät auf sich. Alle paar Minuten tickte das Gerät sehr diskret. Sie wurden dann für einige Sekunden ganz still oder suchten den stillen Ort auf (WC), nicht etwa zur Verrichtung der üblichen Dinge an diesem Ort. Sie verrichteten inniglich und aufrichtig ihre Dankgebete und sie waren dann gestärkt wieder unter uns. Und wie ist das mit den orthodoxen Mönchen? Das uralte mystische Jesusgebet ist ein meditatives Beten das mit dem rhythmischen Ein- und Ausatmen zusammengeht. Der Mönch soll dadurch die Vereinigung mit Jesus lebendig- und wachhalten. Nun, der fromme Mensch sucht auf seine Weise den religiösen Vorgaben zu entsprechen, er hält sich damit über Wasser.

Was bezeugt uns aber das israelitisch-jüdische Volk, das Volk des JaHuWaH? Vielfältig bezeugen sie uns das anhaltende Danken als Ausdruck der tiefen, lebendigen und fruchtbringenden Beziehung mit JaHuWaH. Was hat dieses Volk nicht alles durchgemacht? Wenn es ein Volk auf dieser Welt geben sollte, das allen Grund hätte keine Beziehung mehr nach oben pflegen zu wollen, das zu JaHuWaH keine Beziehung mehr pflegen wollte, dann dieses Volk. Kein Volk hat jemals so viele Verheissungen bekommen wie dieses Volk. Aber auch kein Volk ist parallel dazu durch so viele Leiden gegangen wie dieses Volk. Eine der allerwesentlichsten Verheissungen ist und bleibt jene, die von den Propheten immer schon mächtig verkündet worden ist: Dieses Volk wird nie seine Beziehung zu JaHuWaH verlieren und untergehen. Das wird nie geschehen. Dieses Volk hat die Beziehung zu JaHuWaH von Anfang an erlebt, bis zu dieser Stunde. Sie haben die Gemeinschaft mit JaHuWaH und damit das Ziel nie aus den Augen verloren. Darum war der Dank in, während und nach jeder Katastrophe, trotz des manchmal grausamen Leidens, der Klagen und Anklagen, immer wieder neu durchgebrochen. Wir erkennen und erfahren aus all diesen Zeugnissen: Dank ist auch im Unglück möglich und befreit, öffnet den Blick nach vorne, öffnet neue Wege – mit JaHuWaH. Das wollen auch wir so halten. Je nach Sensibilität reagieren wir auf Ereignisse unterschiedlich. Sie können uns durch Mark und Bein erschüttern. Das aber ist nie das Letzte. Das Zeugnis in Psalm 50, Vers 23 ist vermutlich uns allen bekannt. Die Schreiber der Bibel, vor allem jene der Psalmen bezeugen uns, wie hier auf Erden alles möglich sein kann. Sie lehren uns schlicht und einfach: “Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil des JaHuWaH (mein Heil) sehen lassen.” (Ps 50,23).

Ankündigungen

Herzliche Einladung zu Vorträgen und Austausch in D-83317 Teisendorf / Achtal. Samstag, 20. und Sonntag, 21. November 2021. Die Veranstaltung findet in einer Pension statt. Günstige Bedingungen. Informationen und Anmeldung bitte telefonisch bei Marion Fischer unter 08666 2174973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen.


Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. Dezember 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!


In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).