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"...denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben" (2Mo 33,20). Die reiche Bildsprache der Propheten. Teil 2

Glaubensimpuls 778 von Gregor Dalliard am

Zuerst möchte ich wieder einmal meiner Freude und Dankbarkeit von Herzen Ausdruck verleihen, weil wir mit den zusammenhängenden Inhalten des TaNaCHs soviel Segen im täglichen Leben erfahren dürfen. Dazu gibt es, wie bei allen guten Erfahrungen, einen Grund. Wir nehmen diese Inhalte täglich wie ein köstliches Essen in uns auf (verinnerlichen sie). Wir nehmen uns die Zeit dazu, damit wir nicht durch Unterernährung oder Fehlernährung (medizinisch Malnutrition genannt) die Lust an JaHuWaHs geistlicher Speise verlieren und verkümmern. Also an die Arbeit! Dazu lade ich alle Leser und Leserinnen wieder einmal herzlich ein.

Wir sagten: “Der TaNaCH (“AT”) spricht einerseits von Strafe, Gericht und Zorn JaHuWaHs, wenn das auserwählte Volk JaHuWaH untreu war, anderseits aber wird bezeugt, dass es JaHuWaH selbst ist, der die Herzen der Menschen beschneidet (an sich zieht) (5Mo 29,3; 5Mo 30,6). Wie soll das in Einklang miteinander stehen oder gebracht werden?
Die Lösung finden wir im Zusammenhang von 1Mo 1,26: “Und Elohim (“Gott”) sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich!” Dieses Zeugnis sagt im Grunde schon alles aus. Wir sagten im Gim 768: “Da jeder Mensch von JaHuWaH in SEINEM Bilde geschaffen wurde und geschaffen wird, trägt jeder Mensch SEINE Gene (Beziehung) in sich, die durch nichts und niemand zerstört werden kann, weder durch einen imaginären Teufel, einen Fehler, ein Verbrechen, noch durch die Lehre von einer Erbsünde”. Das müsste bei uns sitzen. Dann bezeugt der TaNaCH klar und unmissverständlich, dass jeder Mensch nach dem Tod zu JaHuWaH zurückkehrt von dem er gekommen ist: Erstens: “Und der Staub kehrt zur Erde zurück, so wie er gewesen, und der Geist kehrt zu Elohim zurück, der ihn gegeben hat” (Pred 12,7). “Ein Gebet von Mose, dem Mann des Elohim. JaHuWaH, du bist unsere Wohnung gewesen von Generation zu Generation. Ehe die Berge geboren waren und du die Erde und die Welt erschaffen hattest, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, Elohim. Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!” (Ps 90, 1-3). Mehr nicht! Zweitens: “Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: und halte seine Weisungen (Recht und Gerechtigkeit)! Denn das soll jeder Mensch tun. Denn Elohim wird jedes Werk, alles Verborgene, sei es gut oder böse, beurteilen” (Pred 12,13-14). Mehr nicht! Das sind zwei zentrale Zeugnisse, die uns innere Ruhe verschaffen. (Siehe Gim 602).
Wie JaHuWaH das macht, das geht uns nichts an, seien wir froh und dankbar darüber! Wir haben kein Recht, darüber Spekulationen anzustellen, wie das gemeint sein könnte, denn das ist ein folgenschweres Vergehen gegen das Bekenntnis in 2Mo 33,20: “kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben”. Das ist eine bildliche Aussage. Zahllose Spekulationen (Irrlehren) hierüber sind im Laufe der letzten zwei Jahrtausende unter den Getauften zu festen Lehren gemacht worden, die viel Angst und Verzweiflung ausgelöst haben, angefangen von Paulus bis zu dieser Stunde.
Bei JaHuWaH gibt es keine Zornausbrüche, keine Rachehandlungen oder Verdammnis. So lehrt uns der TaNaCH in seinen ganz tiefen Zusammenhängen. Solch ein Verhalten ist nur von Theos, dem Gott der Christen und anderen Götzen bekannt.

Das Zeugnis der Propheten in 1Mo 1,26 wurzelt in der reichen Erfahrung, die Abraham und seine Nachkommen mit dem Elohim JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten machten, im Unterschied zu denen, die unter dem Joch der Vielgötterei lebten und leben. Das trifft gemäss Zeugnis der Propheten auf alle zu, die JaHuWaH ablehnen und an dessen Stelle den von Menschen gemachten Gottheiten wie Jesus, Theologien, Philosophien, Ideologien als Ersatz für JaHuWaH allein nachlaufen. Der Götzendienst zerreisst mit allen seinen irrsinnigen Lehren die Menschen, bringt ganze Nationen gegeneinander auf und verbreitet unsägliches Leid. Das bestätigt uns die Menschheitsgeschichte bis heute.
Der einfache Glaube, an JaHuWaH, das einfache Vertrauen, die einfache gepflegte Beziehung zu dem EINZIG EINEN (nicht Dreieinigen) macht den Menschen aber zu dem, was er in JaHuWaH ist, sein darf und sein soll. JaHuWaH schuf den Menschen in SEINER Würde und diese respektiert ER. In dieser Würde lehrt ER den Menschen sich in SEINE Lebensweisungen hinein zu arbeiten und sich darin stetig zu vertiefen. Daraus soll der Mensch lernen, verantwortungsvoll mit den Mitmenschen und SEINER Schöpfung umzugehen. Diesen Weg geht der Mensch, als führendes Geschöpf SEINER Schöpfung in der persönlich gepflegten Beziehung zu JaHuWaH. Das grossartige und bewährte Bekenntnis lautet: “Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,10).

Wir vergessen nicht: Jeder hat seine persönlichen Schwächen, die ihm ein Leben lang anhaften können. Wer sollte den Menschen in seinen Schwächen und in seinem Versagen nicht besser verstehen und begleiten als eben der El Eljon, der Höchste, der Erschaffer des Menschen? Diese Erfahrung machten Abraham und seine Nachkommen, nachdem Abraham sein Vertrauen allein auf JaHuWaH setzte und jede Art von Götzendienst hinter sich liess. Von da an hatte Abraham die sichere Gewissheit, dass der Elohim JaHuWaH, der El Eljon, der Höchste für Zeit und Ewigkeit, sein Zuhause war. Wollten wir die Menschen aufzählen, die nach Abraham wie Abraham dasselbe erlebten, selbst in den Jahren des grausamen Holocaust, wir kämen an kein Ende. Denken wir an Josefs “Schicksalsweg”, an Noomi, an David…
Alles liegt in den Händen, ja im Herzen des Elohims JaHuWaH, des El Eljons, des Höchsten. Zornausbrüche, Rachepläne und derartige Verhaltensweisen gehören nicht zum Wesen JaHuWaHs. Gim 709. Das sind Eigenschaften von Menschen. Diese schrecklichen Eigenschaften übertrugen und übertragen Religionsgründer auf die von ihnen geschaffenen Götter.
Selbst führende Israeliten sind durch den Einfluss, der sie umgebenden Götzenwelt immer wieder darauf reingefallen, indem sie JaHuWaH als Gott mit diesen grausamen Eigenschaften menschlicher Phantasien in Verbindung brachten und bringen und entsprechend lehrten und lehren. Dieser Einfluss dringt immer wieder in die Gemeinde JaHuWaHs ein. (Gemeinde JaHuWaHs: Gim 244). Der TaNaCH (“AT”) vertuscht oder verheimlicht uns diese Tatsache in keiner Weise. Das erstaunt uns sehr. Das macht den TaNaCH so bewundernswert und lebensnah. Damit bestätigt der TaNaCH, dass selbst grosse israelitisch-jüdische Führer, die soviel Segen vermittelten in allem auch Menschen waren und blieben, die wir nicht überbewerten dürfen. Das hat JaHuWaH uns immer wieder an hervorragenden führenden Israeliten gezeigt und lässt solches weiterhin zu, damit wir uns nur auf IHN allein verlassen und niemals Menschen in unseren Herzen zu Göttern machen. Wir denken z. B. an Shlomo (Salomo). JaHuWaH bleibt einfach der EINZIG EINE auf den allein wir uns absolut und in jeder Situation des Lebens verlassen können und sollen.
Auf was es im Leben ankommt, das ist die aufrichtige und vertrauensvolle Beziehung zu JaHuWaH und der Umgang mit den Mitmenschen, nicht dass wir oder andere keine Fehler machen. Da wird kein Blatt vor den Mund genommen. Gutes ist im TaNaCH geschrieben zur Nachahmung, Verkehrtes, selbst von führenden Persönlichkeiten, wird nicht vertuscht, es wird uns als Mahnung und zur Abschreckung offen überliefert, Wort für Wort, damit wir es ihnen nicht gleich tun.

Im Gim 709 wiesen wir auf Folgendes hin: Nach den Weisungen der Propheten suchten und suchen wir die bewährte Gnade und Gerechtigkeit: “Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Gnade und Treue (Wahrheit) gehen vor deinem Angesicht her (Ps 89,15). “Wer der Gerechtigkeit und Gnade nachjagt, findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre” (Spr 21,21). Bei der täglichen “Nahrungszufuhr” lassen wir uns nicht von unserer Stimmung, von unseren Gefühlen leiten (vergewaltigen); wir lassen uns vom Wesen JaHuWaHs und dem uns zugesprochenen Wort leiten, das wir täglich verinnerlichen: “Eine Leuchte für meinen Fuss ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad” (Ps 119,105). Die Weisung JaHuWaHs (das Gesetz = das was von JaHuWaH zu unserem Besten gesetzte) ist vollkommen, es erquickt die Seele; das Zeugnis JaHuWaHs ist zuverlässig, es macht den Einfältigen weise. Die Vorschriften JaHuWaHs sind richtig, sie erfreuen das Herz; die Weisung JaHuWaHs (das Gebot) ist lauter, es macht die Augen (das Herz) hell” (Ps 19,8).

Seid herzlich gegrüsst. Shabbat Shalom.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen (Videokonferenz) in Finsterhennen ein. Wir treffen uns am 18. Oktober 2026 um 14.00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger in 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2 (tel.: 032 396 34 03), k.hunzinger@sunrise.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!