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"...denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!" (1Mo 2,16-17). Erbsünde?

Glaubensimpuls 768 von Gregor Dalliard am

“Und JaHuWaH, Elohim (“Gott”), nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. Und JaHuWaH, Elohim (“Gott”) gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!” (1.Mose 2,16-17). Was meinen die Schreiber des TaNaCHs (“des ATs”) mit dieser tiefsinnigen Bildsprache? Das mag uns erstaunen, aber in der Bildsprache der Schreiber ist damit weder der irdische Tod noch der geistliche Tod gemeint. Damit ist ganz einfach das Nicht-Hören auf die Weisungen JaHuWaHs und deren Folgen für das Leben gemeint, die nur durch eine persönliche Umkehr zu JaHuWaH, d. h. in einem erneuten persönlichen Vertrauensverhältnis zu JaHuWaH behoben werden können. Da jeder Mensch von IHM in SEINEM Bilde geschaffen wurde und wird, trägt jeder Mensch SEINE Gene (Beziehung) in sich, die durch nichts und niemand zerstört werden kann, weder durch einen imaginären Teufel, einen Fehler, ein Verbrechen, noch durch die Lehre von einer Erbsünde. Selbst dann ist das der Weg der Umkehr zu JaHuWaH, unserem Schöpfer des Lebens und damit zurück zum Segen und Glück, wenn unsererseits begangene Fehler nicht wieder gut zu machen sind. JaHuWaH ist anders: “Wenn eure Sünden rot wie Karmesin sind, wie Schnee sollen sie weiss werden. Wenn sie rot sind wie Purpur, wie Wolle sollen sie werden” (Jes 1,18). Welch eine frohe Botschaft!

Darum schrieb ich im letzten Gim 767: Weil die Gründer des Christentums weder eine Beziehung zu JaHuWaH hatten, noch die reiche Bildsprache des TaNaCHs über Adam und Eva verstanden, entwickelten sie in ihrem blinden religiösen Eifer eine irrsinnige und todbringende Philosophie von einer Erbsünde, die nur durch den Glauben an das Blut eines Menschen-Gottes, der christlichen zweiten Gott-Person aus der Dreieinigkeit und an die Taufe behoben werden kann und muss (siehe Briefe des Paulus und Konzile). Ihr irrsinniges Fazit: “Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus (einem Menschen-Gott) alle lebendig gemacht werden” (1Kor 15,22).
Was führte Paulus zu einem so folgenschweren religiösen Irrwahn der christlichen Lehre? Schon allein die Überzeugung, dass der Schöpfer der Menschen, der Elohim (“Gott”) JaHuWaH, der El Eljon, der Höchste, der El Shaddaj, der Allmächtige nicht fähig ist, das Versagen eines Menschen zu vergeben und sich stattdessen wie ein rachsüchtiges Monster aufführt, zeigt uns diesen schockierenden Irrweg auf. Und dass dieser rachsüchtige Gott das Blut seines Sohnes fordert, der angeblich ein Mensch gewordener Gott ist, sein Sohn, und nur dieser Menschen-Gott (ein von Menschen gemachter Gott) in der Lage ist, nach der alten heidnischen Opfer- und Glaubenstradition mit seinem Blut diesen Gott zu beruhigen, das schockiert zutiefst. Eine solche Irrlehre kann nur aus einem hasserfüllten Herzen gegenüber JaHuWaH und seinem Volk kommen, was ja Paulus in Gal 1,8-9 und 1Thess 2,16 bestätigt. Es ist der abgrundtiefe Hass gegen die Juden und ihren El Eljon. Lassen wir uns nicht täuschen und blenden, wenn Paulus in seinen Briefen immer wieder rührend über die Juden schreibt, so z. B. im Brief an die Römer, Kapitel 9.
Weder das geopferte Blut eines Menschen-Gottes noch das Blut eines Tieres oder das irgend eines anderen Wesens oder etwas sonst Bestehendes kann diese persönliche Umkehr und Beziehung zu JaHuWaH ersetzen und erneuern. Das bleibt ein zutiefst persönliches Geschehen. Das ist die Botschaft die uns die Schreiber der Tora in kurzen Worten vermitteln.

Eben, da Menschen keine Beziehung zum Elohim (“Gott”) JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten hatten, schufen sie sich Götter, bzw. Gottheiten nach ihren menschlichen Vorstellungen. Meistens waren es Priester, die dann auch bestimmten, wie so eine Gottheit ist, wie sie denkt und handelt und was sie von den Menschen erwartet und fordert. Priester lebten von den Opfern der Gläubigen, und so bedeutete grösstmöglicher Druck auf sie eine gewisse Wohlstandssicherung. Am Ende dieser Priesterlehren und -gesetze steht immer die Androhung einer angeblichen Hölle, grösstmöglicher Druck also. Falls sich jemand nicht den heidnischen Priestern und ihren Forderungen unterwirft, erwartet ihn der Zorn ihres Gottes, der den betreffenden Menschen in sein nie endendes Höllenfeuer wirft und ihn unendlich quälen wird. Das ist auch die Lehre des “Neuen Testamentes”. Welch ein armes und zugleich schreckliches Ungeheuer ist ein solcher Gott, der wahrlich nur den verdorbenen Phantasien verirrter religiöser Menschen entspringen konnte. Erst Abraham hat diese Denk- und Glaubenspraxis durchbrochen. Wie uns der TaNaCH (“AT”) aufzeigt, durchlebte auch Israel immer wieder Phasen des Glaubens an einen Gott der Rache. Das wird uns im TaNaCH (“AT”) ungeschönt oft vermittelt, und heute darf kein Jude den Namen JaHuWaH/JaHUeH aussprechen, aus dieser Angst heraus.
Ich erinnere mich an meine Kinder- und Jugendzeit. Die Predigten, der Religionsunterricht, ja das tägliche Leben war vom Gift dieser schrecklichen Höllenandrohungen durchtränkt. Würden wir der Kirche nicht gehorchen, würde uns Jesus da hinein werfen (s. Apostolisches Glaubensbekenntnis). Sicher ist das ein Mitgrund, warum so viele Menschen heute die Kirchen verlassen, andere bleiben zwar in den Kirchen, weil die religiös-kulturellen Traditionen ihr soziales Alltagsleben prägen und bestimmen, leben aber distanziert zu ihnen, wieder andere suchen in Zeiten der Unsicherheit und der Angst Zuflucht zu Priestern und Kirchen.

Priester und Theologen, Pastoren und christliche Prediger vermitteln den Menschen die Überzeugung, dass sie die Botschaften der israelitisch-jüdischen Propheten vermitteln, was ja auch der Islam für sich beansprucht. Sie alle beanspruchen für sich den Elohim (“Gott”) JaHuWaH, den El Eljon, den Höchsten, die Quelle des Lebens bestens zu kennen. Das Verwerfliche an der ganzen Sache ist, dass sie behaupten, sie würden allein den Verheissungen des TaNaCHs (des “ATs”) folgen. Dabei picken sie alles was ihnen passt heraus und fügen es zu einem verworrenen Glaubenssystem zusammen, das die Menschen letztlich in den Tod führt, in unsägliches äusseres und inneres Leid und in endlose Kriege: wenn du davon isst, musst du sterben! Ein christlich oder islamisch indoktrinierter Gläubiger nimmt so etwas nicht wahr, und wenn doch, dann drohen ihm Unannehmlichkeit und Leid von Seiten der irregeführten Glaubenssysteme, weil es heisst: das muss man glauben!
Sie kennen wohl einen Gott (Theos) und vermitteln diesen bestens verpackt mit ihrer Theologie der Vermischung, niemals aber vermitteln sie den Menschen den Elohim (“Gott”) JaHuWaH, den El Eljon, den Höchsten, die Quelle des Lebens. Die Menschen denken, die müssen ja wohl wissen, wer Gott ist und was er von jedem von uns fordert, denn darum sind sie ja zu Priestern, Pastoren u. a. m. ausgebildet worden. Das ist natürlich ein schändlicher Missbrauch. Der TaNaCH (“AT”) warnt uns vor solchen folgenschweren Irrlehren. Er warnt uns vor den Priesterschaften, die sich voller Überzeugung anmassen, Gott im Griff zu haben und vorgeben zu wissen, wie ER ist und was das Gute und das Böse in der Welt ist. Das zu meinen ist ein folgenschwerer Irrtum, aber genau dies hängt mit der Frucht des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen zusammen.
Die Schreiber dieser Bildsprache wollen den Lesern der Tora etwas sehr Wichtiges mitteilen. Statt sich in endlosen Diskussionen darüber zu erschöpfen wie JaHuWaH zu sein hat und wie das Gute und das Böse im Menschen zu beurteilen ist, benutzen sie kurzerhand diese Bildsprache, die klar zum Ausdruck bringt, dass der Elohim (“Gott”) JaHuWaH, der El Eljon, der Höchste für einen Menschen niemals fassbar ist (vgl. 2Mo 33,20); Gim 253.
Dann wird uns im TaNaCH (“AT”) das wunderbare Zeugnis Shlomos (Salomons) bei der Tempelweihe vermittelt, das mich persönlich immer wieder neu berührt und aufrichtet: “denn du, du allein kennst das Herz aller Menschenkinder” (1Kö 8,39); Gim 748; Gim 749. Ebenso das, was der Prophet Shmuel (Samuel) tief ergriffen bezeugt: “Denn JaHuWaH sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber JaHuWaH sieht auf das Herz” (1 Sam 16,7). So ein Zeugnis ist umwerfend und ergreifend.
Wer isst vom Baum der Erkenntnis, von dem kein Mensch essen soll, damit sein inneres Leben nicht stirbt? Das ist jene Religion oder jener Mensch, der den Menschen vermittelt, dass er alles über den Elohim (“Gott”) JaHuWaH weiss, und auch genau weiss was Gut und Böse ist. Das aber ist allein JaHuWaH vorbehalten (Siehe Gim 584: “Niemand ist gut als nur einer, Elohim (‘Gott’) (Mk 10,18)). Wenn Menschen sich anmassen, sowohl das Wissen über JaHuWah zu besitzen als auch das Wissen über das Gute und das Böse in einem Menschen, dann führt das zum Tode des Innenlebens d. h. “an dem Tag, da du davon isst musst du sterben”! D. h. an dem Tag, da du dieses alleinige Wissen JaHuWaHs an dich reisst und die Menschen entsprechend beurteilst und lehrst, bewirkst du Tod. Eine solche Überheblichkeit tötet einen Menschen oder eine ganze Gesellschaft.
Antwort erhalten wir auch im Zehnwort (im christlichen Verständnis als zehn Gebote bezeichnet): “Du sollst (wirst) dir kein Götterbild machen”, d. h. versuche nicht mich, JaHuWaH, in den Griff zu bekommen, denn das würde dich und deine Mitmenschen in den inneren Tod führen. (Der ALLMÄCHTIGE wird nicht noch allmächtiger, wenn wir ihm dabei nachhelfen).
Auch das Shma Jisrael (Höre Israel) weist darauf hin. Zuletzt möchte ich in diesem Zusammenhang wieder einmal an die drei Punkte erinnern, über die wir schon des Öfteren gesprochen haben, weil sie in unserem Leben unumstösslich sind. Siehe dazu Gim 725.

Herzlich grüsse ich euch alle mit dem verheissungsvollen Zeugnis: “Die ganze Erde wird dich anbeten und dir Psalmen singen; sie wird deinen Namen besingen” (Ps 66,4). Shabbat Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen (Videokonferenz) in Finsterhennen ein. Wir treffen uns am 16. August 2026 um 14.00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger in 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2 (tel.: 032 396 34 03), k.hunzinger@sunrise.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!