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Propheten gegen den Opferkult! Wozu? Teil 2

Glaubensimpuls 532 von Gregor Dalliard

Wie gesagt, was JaHuWaH sich vorgenommen hat, nimmt ER nie wieder zurück. Die Geschichte liefert uns den Beweis dazu. Gerade in Anbetracht der grausamsten Verfolgungen und Vernichtungsversuche, denen SEIN Volk während fast 2000 Jahren durch die getauften Völker ausgesetzt war, ist und bleibt dies ein einzigartiger Beweis, ein Wunder. SEINE Gegenwart in SEINEM Volk, selbst durch die grausamsten Erfahrungen hindurch, gibt uns in JaHuWaH Sicherheit, Geborgenheit, Freiheit und Freude.
JaHuWaH begleitete und lehrte SEIN Volk ununterbrochen. ER machte ihm unter anderem Folgendes klar: Niemand kann Priester JaHuWaHs, des El Eljon, des Höchsten sein (wie Melchisedek), aber gleichzeitig jemanden anderen seinen König nennen, und ihn als Gott und Menschen anbeten, wie das die Götzendiener machen. Das ist das, was die griechisch geprägten Gründer des Christentums vom Götzendienst übernommen haben. Damit haben sie sich in endlose theologische Irrungen und Verwirrungen verloren und verstrickt (Ersatztheologie), aus denen sie anhand des TaNaCHs (“AT”) herausfinden könnten, aber die erdrückende Vergangenheit verbietet ihnen eine aufrichtige, von Herzen geleitete Umkehr zu JaHuWaH. Es fehlt die Demut. Die Verteidigung und Wahrung ihres entstellten “Gesichtes” vor der Welt verbietet ihnen jeden Blick in die Wirklichkeit ihres Zustandes. Die getaufte Welt aber ist heute nicht mehr blind. Die christlichen Führer dürfen von den Getauften nicht länger Blindheit fordern, was sie aber beharrlich versuchen.

Niemand kann Priester des Höchsten sein und gleichzeitig Tieropferkult betreiben. Der Menschen- oder Tieropferkult war immer schon die Praxis der Heiden. Er war immer schon die Forderung von irgend einem Gott oder Engel. Damit verwoben ist immer die Lehre, dass ein Mensch nur über das Opfer, über das Blut eines Tieres, eines Menschen oder eines Mensch gewordenen Gottessohnes, von einer Frau geboren, erlöst werden kann und nur dieses Blut den Menschen vor aller Unbill des Lebens zu schützen vermag. Viele Zeugnisse aus dem Altertum und der Antike belegen diese religiösen Denkweisen heidnischer Völker. (Ein Glaubensbruder sagte: “Es ist noch schlimmer: Die Kirche hatte knapp 400 Jahre lang ein Sühnopfer eines sündlosen Juden und wusste nicht, wozu eigentlich – bis Augustinus die rettende Idee von der Erbsünde kam. Wer die Erlösung durch Opfer lehrt, lügt das Rote vom Himmel herunter”.)
Niemals aber war oder ist eine solche Denkweise und Praxis die des JaHuWaH oder der Propheten. Im letzten Gim haben wir das am Beispiel Davids anschaulich dargelegt (vgl. Gim 531). Tieropfer (auch Menschenopfer) sind Ausdruck dafür, dass jemand JaHuWaH gar nicht kennt. In unserem Fall aber kannte das auserwählte Volk JaHuWaH, manche oder viele vertrauten IHM aber nicht bedingungslos. Das ist der Grund warum das Volk immer wieder in den Tieropferkult abdriftete.
Aber auch das liess JaHuWaH bis zu einer bestimmten Zeit geschehen, wie wir aus dem TaNaCH ja eindeutig sehen. Mit dem Tieropferkult kann eine Umkehr zu JaHuWaH, sich selbst und anderen Menschen gegenüber vertuscht oder vorgetäuscht werden. Dieses Übel wurde im Laufe der Zeit für nicht wenige zur Gewohnheit, so dass manche JaHuWaH-treuen Menschen diesen Widerspruch als völlig normal wahrnahmen, wie auch das Königtum. Immer wieder erhoben darum Propheten ihre Stimme und wiesen auf das Wesentliche hin (vgl. Ps 40,7-9).

Melchisedek war bereits Priester JaHuWaHs, des El Eljon (des Höchsten), lange bevor JaHuWaH Abraham aus dem Götzendienst herausgerufen und herausgeführt hatte. Melchisedek wird darum „König der Gerechtigkeit“ oder „mein König ist Zedek" genannt. Auf das Vertrauen (den Glauben) Abrahams legte JaHuWaH SEINEN Segen, den ER als Segen für alle Völker verheisst. “Und ich will dich zu einer grossen Nation machen, und ich will dich segnen, und ich will deinen Namen gross machen, und du sollst ein Segen sein!” (1Mo 12,2; 18,18; 22,18; 26,4; 28,14-15 usw.).
Warum hatte JaHuWaH nicht Melchisedek als Träger seines Heilsplanes erwählt, oder Henoch. Warum wird der Wandel des Henoch mit JaHuWaH extra erwähnt (vgl. 1Mo 5,22.24)? Damit ist sein Wandel mit dem Höchsten, dem El Eljon, gemeint, denn viele seiner Volksgenossen wandelten in jenen Tagen mit (einem) Gott, vertrauten und folgten aber nicht dem Höchsten, dem JaHuWaH El Eljon. Warum hat JaHuWaH nicht Noah dazu erwählt, sondern Abraham? Noah war ein gerechter und untadeliger Mann, “er wandelte mit JaHuWaH, dem El Eljon” (1Mo 5,22; 1Mo 17,1; Hi 1,1). Was heisst das? Mit (einem) Gott wandelten auch in jenen Tagen die Menschen, das ist keine Frage, aber nicht mit JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten, wie Noah.

JaHuWaH wählte nicht jene aus, die schon mit IHM gingen, wie Melchisedek, Henoch, Noah oder wer auch immer es sein mochte. JaHuWaH war sehr daran gelegen den Menschen der jüngeren Zeit sehr anschaulich aufzuzeigen, wie sie im Vertrauen auf IHN allein aus dem tiefsten Götzendienst, aus einem JaHuWaH-losen, sinnlosen und gequälten Leben herausfinden können, wie sie im Vertrauen auf IHN die Schätze des Lebens erfahren und sich daran erfreuen können, wie sie darin zur Fülle des Lebens gelangen und den inneren Frieden finden und haben können.

JaHuWaH, der El Eljon, hatte sich Abraham als der El Shaddai, der Allmächtige geoffenbart. El Eljon und El Shaddai meinen EIN und DENSELBEN. Der Name El Shaddai (der All-Mächtige) katapultierte Abraham gleichsam aus der eingefleischten religiösen Finsternis, innerhalb der zahllosen Götterkulte in seiner Stadt und in seiner Familie. Dieser Name, die Begegnung mit dem El Shaddai (1Mo 17,1), brach die Spitze der Angst, die bei einem solchen Schritt aus dem Götterkult auftreten kann. Abraham musste flüchten, um seinem Märtyrertod zu entgehen und: er musste Melchisedek treffen. Das war der Anfang. Alles braucht seine Zeit.
Schrittweise sagte sich Abraham von allem Götzendienst los (vgl. 1Mo Kap. 22; Kap 15 usw.) und lernte JaHuWaH ungeteilt und bedingungslos zu vertrauen. Er brach aus dem tiefsten Götzendienst aus. Er wuchs schrittweise in die völlige Gemeinschaft mit JaHuWaH hinein, richtete schrittweise sein Leben danach aus, bis er entschieden und ungeteilt JaHuWaH, dem El Eljon (dem Höchsten) folgen und dienen konnte. Das war ein langer Prozess.
Wir alle profitieren heute von diesem Geschehen. Wir dürfen bewusst in diesem Segen leben. Wir sind seinem Beispiel, seinem Weg gefolgt, wie unzählige Menschen vor uns, wie Jahushua von Nazareth: “mit deinen Nachkommen werden sich segnen alle Nationen der Erde dafür, dass Abraham meiner Stimme gehorcht und meine Vorschriften gehalten hat, meine Gebote, meine Ordnungen und meine Gesetze” (1Mo 26, 4-6).

“Und er zog immer weiter vom Südland bis nach Bethel, an die Stätte, wo zuerst sein Zelt war, zwischen Bethel und Ai, eben an den Ort, wo er früher den Altar errichtet hatte. Dort rief er den Namen JaHuWaHs, des El Eljon, an. Damit wurde auch Abraham Bekenner und Diener des El Eljon (des Höchsten) wie Melchisedek. JaHuWaH bezeichnet Abraham in diesem Vertrauen als einen Gerechtfertigten. Die Formulierung: “Und er vertraute (glaubte) JaHuWaH; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an” (1Mo 15,6), heisst im tiefsten Sinn und Zusammenhang übertragen: er wurde damit zu einem “König der Gerechtigkeit”. Sein Bekenntnis ist von da an: „mein König ist Zedek”. Jemand der ungeteilt JaHuWaH vertraut, gehört zum Königtum und Priestertum JaHuWaHs, des El Eljon. Damit ist er Priester des Höchsten, des El Eljon.

Das erklärt uns das Verhalten von Melchisedek Abraham gegenüber: “Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester des El Eljon, des Höchsten. Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von dem El Eljon, dem Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat! Und gesegnet sei Elohim, der Höchste, der deine Bedränger in deine Hand ausgeliefert hat! – Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.” (1Mo 14,19).
Melchisedek hätte Abraham nicht im Namen des Höchsten (des El Eljon) gesegnet, wenn er nicht gewusst hätte, dass ER Abraham aus dem Götzendienst herausgerufen hatte. Abraham hätte Melchisedek nicht erkannt, und ihn nicht mit dem Zehnten beschenkt, wenn er nicht gewusst hätte, wer der El Eljon, der Höchste, ist. Darum “gab er ihm den Zehnten von allem”. Melchisedek wusste von der Erwählung und Berufung Abrahams durch den El Eljon. Melchisedek freute sich über die Erwählung und Berufung Abrahams, denn er wusste um die Heilszusammenhänge JaHuWaHs. Einfach umwerfend!
Salem (auch Shalom) heisst übrigens Friede, den Frieden mit JaHuWaH haben (auch Jeru-Salem). Melchisedek wusste, dass Abraham mit seinem Vertrauen auf JaHuWaH seinen Frieden gefunden hatte. ER wusste, dass dieser Friede in JaHuWaH, als der verheissene Segen, einmal die Herzen vieler Menschen, ja der ganzen Menschheit, erfassen würde (vgl. Jes 2,2-5; Mi 4,1-4 u. a. m.). Dieser Friede geht von Jerushalajim aus, d. h. vom Herzen JaHuWaHs und wird die Herzen der Menschen in aller Welt erfassen (vgl. Jer 31,33-35; Sach 8,20-23 u. a. m.). Das erklärt das Verhalten Melchisedeks Abraham gegenüber. “Und es ziehen Nationen zu deinem Licht hin und Könige zum Lichtglanz deines Aufgangs” (Jes 60,3). Vergleiche dazu auch Sacharjahu 8,20-23.

Wie die Propheten, so lehrte auch Jahushua von Nazareth, denn er war durch und durch Jude und Pharisäer. Das wird heute, bei unserem Wissensstand historischer Tatsachen, wohl keiner mehr bestreiten wollen, der seriös und gewissenhaft den TaNaCH und die Geschichte durchforscht.
Beachten wir Folgendes: Erstens war Jahushua von Nazareth nicht gegen den Tempel. Wir werden darauf zurückkommen. Zweitens kannte Jahushua die Schriften der Propheten sehr gut. Darum sagte er der Tempel-Priesterschaft, den Sadduzäern: “Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft des JaHuWaH” (Mt22,29). Drittens kannte er den Sinn und das Ziel der Erwählung Israels und den allezeit bleibenden Bund mit SEINEM erwählten Volk. Entsprechend klipp und klar lehrte er: “Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz (d. h. von der Weisung der Umkehr zu JaHuWaH und vom Ziel JaHuWaHs!) vergehen, bis alles geschehen ist (bis das Ziel erreicht ist). Wer nun eins dieser geringsten Gebote (Weisungen, Zielsetzungen JaHuWaHs) auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heissen im Reich der Himmel (d. h. vor JaHuWaH); wer sie aber tut und lehrt, dieser wird gross heissen im Reich der Himmel” (Mt 5,18-19).

Was ist unter der Aussage zu verstehen: “soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz (der Weisung) vergehen”? Hier ist die Rede vom Ziel, das sich JaHuWaH vorgenommen hat. Davon wird JaHuWaH, der El Eljon, keinen Millimeter abrücken. Um dieses Ziel zu erreichen, hat ER sich einen Weg vorgenommen. ER wird keinen Millimeter davon abweichen. Das ist die Zielgerade, die alle JaHuWaH-treuen Propheten, Gerechten und auch Jahushua von Nazareth, gegangen sind, unisono, immer mit JaHuWaH, dem El Eljon. Das ist Grund zu grösster Freude und Dankbarkeit, und das allezeit!
Sein Ziel ist uns vielfältig bekannt. Wir zitieren dennoch einmal mehr eines der vielen Zeugnisse: “Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor MIR beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen….” (Jes 45,23-24). Also nicht zu einem König Jesus!

Über das bevorstehende Fest Chanukka haben wir früher geschrieben: Gim 220; Gim 221; 275; 276; 277. Die Lichterfeier beginnt dieses Jahr ab dem Sonnenuntergang am 28. November und wird bis zum 6. Dezember dauern.

Wir wünschen den Juden, aber auch den Menschen in unseren Kreisen, von Herzen „Chanukka sameach", „ein fröhliches Chanukka", ein frohes Lichterfest: “Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht” (Ps 36,10).
Shalom und herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein auf Samstag, den 17. Dezember 2022 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.