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Propheten gegen den Opferkult! Wozu? Teil 3

Glaubensimpuls 533 von Gregor Dalliard

Hier müssen und wollen wir die prophetischen Zusammenhänge aufleuchten lassen. JaHuWaH will dieses Ziel folgendermassen erreichen. Vergessen wir nicht: Israel wurde von JaHuWaH, dem El Eljon (dem Höchsten) erwählt, damit es IHM „ein Königreich von Priestern" sei: “Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige (ausgesonderte) Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Söhnen Israel reden sollst” (2Mo 19,5-6).
Melchisedek war ein Priester des El Eljon, des Höchsten. Er lebte jene Beziehung zu JaHuWaH wie sie sich JaHuWaH zwischen SEINEM erwählten Volk und SICH vorgenommen hatte. So wie er in der Beziehung zu JaHuWaH stand, ohne irdisches Königtum, ohne Opferkult, ohne Tempel, aber in der Treue zu JaHuWaH, in Gerechtigkeit, in Barmherzigkeit und Liebe. JaHuWaH will ein Volk ohne dies und das, ohne etwas, das die Menschen von ihrer Beziehung und Herzenshaltung zu JaHuWaH abhalten, abbringen könnte. So soll das Königreich und die Priesterschaft (Israel) JaHuWaHs sein, die sich JaHuWaH über Abraham erwählt hat.
Von Jerushalaim geht diese Weisung aus zu allen Menschen dieser Erde. Umwerfend! “So habe ich dich (den Propheten Jeshajahu und das ganze erwählte Volk) auch zum Licht der Völker gemacht, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde” (Jes 49,6). “Merkt auf mich, mein Volk, und meine Nation, hört auf mich! Denn Weisung geht von mir aus, und mein Recht werde zum Licht der Völker. Im Nu ist nahe meine Gerechtigkeit, mein Heil…” (Jes 51,4).

Jahushua von Nazareth wird in den Mund gelegt, dass er seine Schüler das Vaterunser lehrte: “Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme” (Lk 11,2). Das ist natürlich ein Unsinn, denn seine Jünger waren Juden, sie konnten beten, sie kannten das Achtzehnbittengebet durch und durch. Das Achtzehnbittengebet (auch Achtzehngebet genannt, hebräisch Shemone Esre, deutsch “achtzehn”), gehört zu den zentralen Gebeten eines gläubigen Juden. Das Vaterunser ist eine katholische Redaktion des 18‑Bitten-Gebetes. Jahushua hat sowas nie lehren müssen. Nun, wie wird der Wille des Vaters JaHuWaH in dieser Welt erkannt und umgesetzt?

Selbstverständlich aus der laufenden Verkündigung der Weisungen JaHuWaHs. Was folgt daraus? “Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses JaHuWaHs fest stehen als Haupt der Berge und erhaben sein über die Hügel. Und alle Nationen werden zu ihm strömen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg JaHuWaHs, zum Haus JaHuWaHs, zu Jakobs Elohim, dass er uns aufgrund seiner Wege belehrt und wir auf seinen Pfaden gehen” (Jes 2,2-6).
Melchisedek war Priester des Höchsten auf diesem Berg, d. h. in Salem, d. h. vielmehr, er lebte in der tiefsten Harmonie in und mit JaHuWaH, so wie sich das JaHuWaH für alle Menschen vorgesehen hat, ohne irgendetwas dazwischen. Die Menschen sollen belehrt werden, wie sie in ihrer Beschaffenheit, trotz aller Widerwärtigkeiten im Leben, allein durch das persönliche Vertrauen, allein durch eine persönliche Beziehung mit JaHuWaH, auf ein gesegnetes und erfülltes Leben hinwirken und es auch haben können.
Auf diese Beziehung arbeiteten alle JaHuWaH-treuen Propheten und Gerechten Israels immer schon hin, auch David, der, wie wir bereits gesehen haben, offen bekannte: “Dein Wohlgefallen zu tun, mein Elohim, ist meine Lust; und deine Weisung (diese Forderung: hören, einsichtig werden und umkehren) ist tief in meinem Innern”. (vgl. Gim 531).
Jahushua von Nazareth hatte seinen Konflikt mit der Priesterschaft des Tempels, nicht aber mit den Pharisäern, wie uns die griechisch geprägten Gründer des Christentums in ihren “Evangelien” fälschlicherweise vermitteln.Jahushua wusste, dass der Tempel in Jerushalajim keine Opferstätte sein sollte und dass sie das in Zukunft nicht mehr sein würde. Jerushalajim ist der Ort, von dem die Weisung des Lebens, die Weisung JaHuWaHs, hinausgehen soll zu allen Völkern: “Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg JaHuWaHs (in der Weise des Melchisedek, ohne Tieropfer, mit Opfer des Dankes und in Erfüllung der Gelübde), zum Haus des Elohim Jakobs, dass er uns aufgrund seiner Wege belehrt und wir auf seinen Pfaden gehen” (Jes 2,2-6; Mi4,1-2 u. a. m.).
Auch die folgenden Worte des Propheten Jeshajahu (des Jesaja) waren tief im Herzen des jungen Jahushua von Nazareth verankert. “Hört das Wort JaHuWaHs, ihr Anführer von Sodom! Horcht auf die Weisung unseres Erlösers JaHuWaH, Volk von Gomorra! (mit Sodom und Gomorra sind hier die Priester, die geistigen Führer Israels gemeint). Wozu soll mir die Menge eurer Schlachtopfer dienen?, spricht JaHuWaH. Ich habe die Brandopfer von Widdern und das Fett der Mastkälber satt, und am Blut von Stieren, Lämmern und jungen Böcken habe ich kein Gefallen. Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer hat das von eurer Hand gefordert, meine Vorhöfe zu zertreten? Bringt nicht länger nichtige Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel. Neumond und Shabbat, das Einberufen von Versammlungen: Sünde und Festversammlung ertrage ich nicht” (Jes 1,10-13).

In diesem Geiste redete auch Jahushua den Priestern ins Gewissen: “Und Jahushua trat in den Tempel ein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und die Tische der Wechsler und die Sitze der Taubenverkäufer stiess er um. Und er spricht zu ihnen: Es steht geschrieben: ‘Mein Haus wird ein Bethaus genannt werden’ (Jes 56,7); ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle” (Mt 21,12-13).
Die griechisch geprägten Schreiber des “NTs” wussten natürlich nicht, dass im Tempel selbst nie Geldwechsler sassen, nie Vieh und Tauben für die Opferung verkauft und gekauft wurden. Das wäre selbst für den JaHuWaH-losesten Juden undenkbar gewesen. Dies geschah in den extra dafür bestimmten Vorhöfen. Die Pilger, die von den entferntesten Gebieten Israels kamen, oder aus dem Ausland, waren auf den Geldwechsel und den Kauf von Opfertieren vor Ort angewiesen. Das Opfern war immer mit mit Festessen verbunden. Die Schreiber der “Evangelien” vermischen auch hier Wahres mit Falschem!
Jahushua eiferte mit pharisäischem Eifer für die Verheissungen JaHuWaHs, die ER über die Propheten immer wieder in Erinnerung rief (vgl. Mt 5,17-18). Als die “Evangelien” geschrieben wurden, so wie wir sie heute lesen, war der Tempel längst zerstört. Im Zusammenhang mit der Zerstörung des Tempels haben die heidnischen Gründer des Christentums Jahushua vieles in den Mund gelegt, was der Wirklichkeit widerspricht, so z. B. kosmische Ereignisse, die den Untergang der Welt ankündigen, doch davon ist nichts eingetroffen. Die vielen “Evangelienberichte”, die in jenen Tagen, nach der Zerstörung des Tempels, hier und dort aufgeschrieben worden waren (vgl. Lk 1,1-4), wurden später, im 4. Jh., von Papst Damasus I. und dem Kirchenvater Hieronymus ein weiteres Mal antijüdisch überarbeitet und definitiv festgelegt. So kamen auch die Texte von Mt 24,2; Mk 13,1-2; Lk 21,5-6 in die “Evangelien” hinein: “Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht ihr nicht dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird” (Mt 24,2). Das sind Worte, die Jahushua von Nazareth nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 u. Z. in den Mund gelegt worden sind. Das sind die einleitenden Worte, die den Anfang der Wehen zum bevorstehenden Weltuntergang und zur Wiederkunft und zum Anbruch der Herrschaft des christlichen Messias und Königs, der Gottheit Jesus Christus andeuten: “Alles dies aber ist der Anfang der Wehen” (Mt 24,8).
Durch die römischen Herrscher brach die Zeit der Drangsal tatsächlich über die Christen herein
. Sie war im ganzen römischen Reich grausam! Die Getauften aber hatten diese Drangsal durch die Irrlehren des Paulus und seiner Anhänger provoziert. Mit der Lehre von der gleich bevorstehenden Wiederkunft des Königs Jesus Christus und der sogleich anbrechenden Herrschaft dieses Königs, zusammen mit allen Getauften, lösten sie unter den Herrschenden im ganzen römischen Reich grosse Unruhe aus. Das liessen sich die römischen Herrscher nicht gefallen. Sie sahen ihre Macht gefährdet. Entsprechend grausam reagierten sie. In diesem Kontext ist die katholische “Geheime Offenbarung”, die Apokalypse, entstanden.

Was sollte aber gleich nach dieser Drangsal geschehen? Das lesen wir in Matthäus 24,29-31. Der Gott der Christen aber kam nicht, wie verheissen und wie überall im ganzen römischen Reich gepredigt wurde. Seine Herrschaft blieb aus. Also vereinten sich die nicht verlegenen christlichen Führer, ab dem 4. Jh. mit den Römern gegen die Juden und kämpften sich zu Herrschern durch (Papsttum). Nichts von alledem ist nach “der Drangsal jener Tage” (Mt 24,29) eingetroffen. Weder hat sich die Sonne verfinstert noch hat der Mond seinen Schein verloren, noch ist der Messias und König Jesus Christus zur angesagten Zeit wiedergekommen (siehe Offb). Kriege und Hungersnöte hat es immer schon gegeben. Katastrophen sind allezeit mehr oder weniger dieselben geblieben. Die Zahl der Menschen hat im Verhältnis zu jenen Zeiten enorm zugenommen. Inzwischen hat die digitale Vernetzung und der globale Informationsfluss alle Grenzen dieser Welt gesprengt. Das Leben hat sich in den letzten 70 Jahren schnell und total verändert. Im Vergleich zu früher müssen wir aber ehrlicherweise sagen, ist vieles besser, menschlicher geworden. Denken wir nur an die Jahrhunderte der apokalyptischen Zeiten im finsteren Mittelalter zurück, an die Leiden der Völker unter der religiösen und weltlichen Herrschaft der Päpste, an die Folgen ihrer erbitterten Machtkämpfe, dann können wir heute nur täglich danken, und uns doch inmitten aller Dinge von Herzen freuen!

Selbst wenn Propheten Brand- und Schlachtopfer in ihre Zukunftsreden mit einbeziehen, so müssen wir aus dem Zusammenhang ihrer Zeugnisse erkennen, dass sie diese mehr im symbolischen Sinne als zukünftige Festessen verstehen. Die vielen Menschen, die immer wieder nach Jerushalajim pilgern werden, werden versorgt werden müssen: “denn mein Haus wird ein Bethaus heissen für alle Völker” (Jes 56,7).
“An jenem Tag wird auf den Schellen der Pferde stehen: ‘Heilig JaHuWaH’, Und die Kochtöpfe im Haus JaHuWaHs werden wie die Opferschalen vor dem Altar sein; und jeder Kochtopf in Jerushalajim und in Juda wird JaHuWaH Zebaoth (der Heerscharen) heilig sein; und alle (Dank-)Opfernde werden kommen und von ihnen nehmen und darin kochen. An jenem Tag wird es keinen ⟨Vieh⟩händler mehr geben im Haus (Vorhöfen) JaHuWaHs Zebaoth (der Heerscharen)” (Sach 14,20-21). Im gesamtprophetischen Zusammenhang heisst das: es wird keine Tieropfer mehr geben.

Allen wünsche ich noch weitere frohe Chanukkatage und eine Zukunft in Dankbarkeit und neuer Lebenskraft, selbst wenn sich manches anders zeigt, als wir das gerne hätten.
Herzliche Grüsse und Shalom

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 21. August 2022 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.