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Das Bestehende im Glauben und unsere grosse Freude Teil 2

Glaubensimpuls 520 von Gregor Dalliard

Wie gesagt: Heute, im digitalen Zeitalter, stehen den Menschen die Zugänge zu den Hintergründen aller christlichen Glaubensrichtungen und Religionen offen wie nie zuvor. Stillschweigend distanzieren sich jedes Jahr viele Menschen von ihren Kirchen und christlichen Gemeinschaften. Sehr viele kehren dem Christentum endgültig den Rücken zu. Die Gründe sind unterschiedlicher Art. Viele wollen aber gläubig bleiben. Sie wollen nicht ohne Glauben leben. Die Zahl unter diesen Christen nimmt stetig zu, denen schrittweise bewusst wird, dass das Glaubensfundament der Kirchen und christlichen Gemeinschaften nicht das Fundament des TaNaCHs (“AT” = Bibel) ist, auf dem der Glaube des Jahushua von Nazareth gegründet und aufgebaut war. Anfänglich wissen sie meistens nicht, wie sie damit umgehen sollen. In ihren Verunsicherungen und Zweifeln suchen manche Christen Unterschlupf in eine andere christliche Gemeinschaft, in der Hoffnung dort Beständiges und Bleibendes zu finden.
Viele von uns sind in früheren Jahren diesen Weg gegangen, wandten sich aber später von diesen Gemeinschaften wieder ab (nicht von den Menschen!). Worin der Grund liegt ist uns inzwischen bekannt. Wer nach der Wahrheit JaHuWaHs sucht, wer sich dazu aufgemacht hat, erliegt gerne der Versuchung auf halbem Wege stehen zu bleiben. Was heisst das? Eine solche Person schliesst sich mitunter einer anderen Kirche oder christlichen Gemeinschaft an, deren Gründer ebenso auf halbem Weg stehen geblieben sind. Irgendwann haben Gründer von Kirchen und christlichen Gemeinschaften aufgehört, weiterhin auf die Aufforderung JaHuWaHs zu hören und weiter nach IHM zu suchen. Sie haben sich auf halbem Weg eingerichtet und eine Kirche oder christliche Gemeinschaft gebaut. Sie haben dem Ganzen eine religiöse Struktur aus heidnischen und biblischen Überlieferungen gegeben. Immer dann, wenn biblische und heidnische Quellen vermischt werden, wird das Ganze zu einem unrühmlichen und folgenschweren Gebräu. Logisch: Wer nicht bei JaHuWaH ankommt, wer nicht bei JaHuWaH schöpft, schöpft nicht aus der Quelle des Lebens. Mag es noch so gut gemeint sein.

Immer dann, wenn uns wieder neue biblische Zusammenhänge aufgegangen sind, meinen wir, das Ziel erreicht zu haben. “Das ist es nun wohl”, so denken wir bei uns selbst, “jetzt kann ich mich niederlassen und es mir glaubensmässig bequem einrichten”. Was aber geschieht dann? Die Erschliessung neuer biblischer Zusammenhänge ist gleichsam die Aufforderung JaHuWaHs, erneut den Weg auf der Suche nach IHM auf uns zu nehmen, bis wir bei IHM angelangt sind. “Elohim, mein Erlöser bist du; nach dir suche ich” (Ps 63,2). “Glücklich sind…. die ihn von ganzem Herzen suchen” (Ps 119,29); "….die ihr JaHuWaH sucht, euer Herz soll leben!" (Ps69,33).
Ich bezeichne solche Zeiten, in der sich der Austritt aus einer christlichen Gemeinschaft und der Eintritt in eine andere vollzieht, als Zeiten des Überganges, als Prozess im Glaubenswachstums. Während solcher Prozesse der Aus- und Eintritte wird viel intensiver nach den biblischen Zusammenhängen geforscht. Doch wie im Gim 518 gesagt, wechseln Menschen lediglich nur die fromme Gussform, bzw. die fromme Form, denn hier finden sie schliesslich dasselbe vor wie in der vorherigen Kirche oder christlichen Gemeinschaft. Alles bleibt beim Alten, nur unter anderen Vorzeichen. Das Ziel der Pastoren ist es nämlich, darauf zu achten, dass keines ihrer Mitglieder den geistigen Zustand der Gemeinde antastet und damit “Verunsicherung” auslöst.
Der wachsende digitale Einfluss auf religiöse Fragen wirkt sich für die Kirchen und Religionen negativ aus. In Wirklichkeit aber ist diese Entwicklung positiv zu bewerten. Wie nie zuvor bewahrheitet sich das biblisch-prophetische Wort: “Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,10). Wer im Lichte des Glaubens leben will, kommt nicht an JaHuWaH vorbei. Alles, was an Glauben nicht in diesem Licht aufgebaut worden ist, wird heute blossgestellt und versinkt früher oder später in Dunkelheit und gerät in Vergessenheit.

Im Vordergrund eines jeden Glaubenden steht darum die Frage: Was hat in meinem Glaubensleben Bestand? Ist das, was ich glaube, auf dem felsenfesten Fundament, auf dem zusammenhängenden Zeugnis der Propheten und Gerechten aufgebaut? Wir betonen: felsenfest. Was JaHuWaH einem gesegneten und freien verantwortungsvollen Leben allen Menschen zugedacht hat, wurde Jahrtausende lang von Christen fromm missbraucht, verwischt, verdeckt und ersetzt (Ersatztheologie). Wie eine Quelle in der ausgedörrten Wüste muss das zusammenhängende prophetische Wort Quelle des Lebens für alle Menschen sein, aufgedeckt und allen zugänglich.
Im Laufe der bald 2000-jährigen Geschichte haben die Christen viel Gutes und viele Segnungen vom Judentum abgeguckt und übernommen. Vieles davon ist heute in unseren Verfassungen verankert. Sich diese geschichtliche Tatsache einzugestehen, fällt aber den meisten Christen immer noch sehr schwer. So etwas wollen sie sich gar nicht vorstellen. Denn seit bald 2000 Jahren predigen sie diese biblischen Lebenswerte, die JaHuWaH seinem Volk gegeben hat (dein Reich komme wie im Himmel so auch auf Erden), die das Christentum allmählich als sein Eigenes, als sein Erarbeitetes übernommen hat . Seit einigen Jahrzehnten bekennen sich einzelne führende Christen zaghaft zu dieser Wahrheit, immer aber verbunden mit wesentlichen Abstrichen. Dazu motiviert werden die christlichen Führer nicht selten von Politikern. Das hinterlässt manchmal einen bitteren Beigeschmack.

Christen stehen und glauben darum seit bald 2000 Jahren unter einer Decke, die von ihren Gründern/Theologen engmaschig geflochten und ihnen übergeworfen wurde (Ersatztheologie). Das ist nun vorbei. In unseren Tagen wird diese fromme Decke von den modernen Medien brutal weggerissen. Die meisten Christen, und von der christlichen Kultur geprägten Menschen, ertragen das aufgedeckte Licht dieser Freiheit in Eigenverantwortung nicht. Damit können sie nicht umgehen. Sie fühlen sich ohne die übergeworfene Decke der religiösen Blindheit entblösst, unsicher, heimatlos. Dafür haben wir volles Verständnis. Wie sollten sie denn damit umgehen können? Vor diesen notwendigen und gesunden Auseinandersetzungen haben die Träger ihres Glaubens sie allezeit abgeschirmt, zugedeckt. Andere wollen nicht länger unter dieser Decke bleiben. Sie rennen frustriert weg, irgendwohin. Sie werden nicht mehr gesehen. Sie sind ihres Glaubens überdrüssig geworden, sie machen völlig zu. Andere schnappen nach der biblischen Luft. Sie wachsen schrittweise in das biblisch Bestehende und Beständige hinein, das uns nichts und niemand entreissen kann. Das ist eine wahre Freude!

Im nächsten Gim folgt die Fortsetzung. Bis dahin lassen wir uns allezeit von dem bestehenden und bleibenden Zuspruch JaHuWaHs Freude und Segen zufliessen: “Denn wie der Regen fällt und vom Himmel der Schnee und nicht dahin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt, sie befruchtet und sie spriessen lässt, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot dem Essenden, so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es bewirkt, was mir gefällt, und führt aus, wozu ich es gesandt habe” (Jes 55,10-11).
Für uns ungewohnt feiern die Juden am 7. September das Neujahrsfest Rosh Hashana. In diesem Jahr wird das Fest in besondere Weise gefeiert, denn es wird gleichzeitig an 1'700 Jahre Judentum in Deutschland erinnert. Die Gegend am Rhein, in der sich auf deutschem Gebiet die erste römische Kolonie niedergelassen hatte, wurde später Köln genannt. Zentrum war damals die Opferstätte, bzw. der Altar für den Kaiserkult. Juden konnten sich vom Kaiserkult freihalten und damit auch vom Christentum, von seinen für sie verhängnisvollen grausamen 1'700-jährigen Auswirkungen der christlichen Ersatztheologie. Dank dieser beharrlichen Treue der Juden zu JaHuWaH ist uns das allezeit Bestehende und Bleibende, das zum Leben Notwendige, erhalten geblieben: JaHuWaH und sein Wort. Darum dürfen wir heute weitgehend als freie Völker leben. Unser Dank, der uns allezeit erfüllt, möge uns in diesen Tagen in besonderer Weise begleiten und tragen.

Allen wünschen wir ein ‘schana tova’, ‘ein gutes Jahr’. Shalom!
Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. September 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).