Abraham, der Hirte. Ein Prozess, der sich in unseren Herzen, in unserer Gesinnung vollziehen muss und wird. Teil 21
Glaubensimpuls 732 von Gregor Dalliard am Ja, wir wissen uns der biblisch-prophetischen Wahrheit verpflichtet, denn davon hängt der Segen in meinem Herzen ab, oder eben nicht, (der Segen im Umgang mit meinen Mitmenschen). Das zeigt uns die Geschichte. Sie zeigt sich so, als würden wir ein Geschichtsbuch lesen. Über was müssen wir uns immer bewusst bleiben, wenn wir im “Neuen Testament” lesen? Die Berichte über Jahushua (Jeschua), die im “Neuen Testament” verfasst wurden, sind lange nach der Zerstörung des Tempels in Jerushalajim (im Jahre 70 u. Z.) und lange nach der Vertreibung der Juden aus Jerushalajim und Israel geschrieben (kombiniert) worden. Es gab in jener Zeit schon länger keine Juden mehr in Jerushalajim, auch keine Sadduzäer und Pharisäer. Innerhalb des von den Römern zerstreuten Judentums im römischen Reich gab es aber Berichte über das segensreiche Leben und Wirken des Jahushua (Jeschua).
Um der Gerechtigkeit und der Wahrheit willen müssen wir folgendes ununterbrochen betonen. Diese Berichte waren anfänglich nur innerhalb des Judentums von Bedeutung. Das heisst: noch waren sie nicht vermischt mit der Denkweise der heidnischen Göttertheologie, mit der babylonisch-griechischen Götterphilosophie, noch war in ihnen Antijudaismus, bzw. Antisemitismus zu lesen, wie wir das einige Jahre später im “Neuen Testament” vorfinden.
Wie kam es zu dieser Wende? Philosophen im römischen Reich, die ja von der babylonisch-griechischen Philosophie geprägt waren (epikuräisch-stoische in Athen vgl. Apg 17,18), hörten Juden von Jahushua (Jeschua) reden, lasen auch Berichte über sein innerjüdisches Wirken. Da sie nach immer neuen Göttern suchten, sammelten sie das, was sie von Juden über Jahushua (Jeschua) hörten und machten aus Jahushua (Jeschua) kurzerhand eine griechische Gottheit. Sie vermischten diese Berichte mit ihrem traditionell geprägten Verständnis über die Götter (Götterwelten) und deren Wirken. Aus der Vermischung des rein Jüdischen mit der babylonisch-griechischen Philosophie entstanden viele “Evangelien” (vgl. Lk 1,1-4). Papst Damasus und der Kirchenvater Hieronymus grenzten im 4. Jh. diese alle ein. Sie liessen nur noch vier gelten, die sie zusätzlich antijüdisch überarbeiteten, indem sie die Anpassung an die griechisch-römische Reichsreligion vollzogen (Gim 685), so wie wir sie heute im Neuen Testament lesen (Gim 654; Gim 420).
Halten wir uns immer vor Augen: Diese Berichte wurden von Schreibern verfasst, die kein Hebräisch verstanden, auch hatte keiner von ihnen jemals Jahushua (Jeschua) persönlich gekannt. Zudem wurden alle Texte beim Abschreiben wiederholt “nachgebessert”, so dass es keine zwei Papyri gibt, die völlig identisch sind.
Wie gesagt: Treue Juden, die als Juden Jahushua (Jeschua) liebten und seine Worte zu Herzen nahmen, erzählten die eindrucksvollen Ereignisse, die sich im Zusammenhang mit Jahushua (Jeschua) unter den Römern zugetragen hatten weiter. Das konnte griechisch-römischen Philosophen nicht verborgen bleiben. Zu ihrer Kultur gehörte nämlich der unwiderstehliche Drang nach immer neuen Gottheiten Ausschau zu halten. So sahen sie in diesem jüdischen Menschen Jahushua, der in seinem so kurzen Leben aussergewöhnliche Taten vollbracht hatte eine Gottheit. Das war in jenen Tagen der widerspruchslose Beweis, dafür, dass er von einer ihrer traditionellen Gottheiten in eine Frau gezeugt und von ihr geboren sein musste, was uns im Brief an die Galater und verdeckt in den Evangelien bestätigt wird (Gal 4,4; Mt 1,18; Lk 1,30.35).
Nun: Jahushua (Jeschua) sprach Massen von Juden an. Er bewegte sie zur Umkehr, zu einem totalen Vertrauen auf den Elohim (“Gott”) JaHuWaH, den El Eljon, den Höchsten, dem allein sie als dem König des Lebens folgen sollten und das mit allen Konsequenzen. Das verärgerte die römische Machtelite zutiefst, deshalb trachteten sie ihm nach dem Leben und brachten ihn schliesslich um. Die Schuld für die Pfählung (Kreuzigung) wurde den verhassten Juden in die Schuhe geschoben.
Im Zuge des zunehmenden Antijudaismus im römischen Reich sind die Berichte, die von Juden weitererzählt wurden, von den Schreibern der “Evangelien” aus ihrem Zusammenhang gerissen, auf den Antijudaismus umgedeutet und schliesslich Jahushua (Jeschua) in den Mund gelegt. So wurde das “Evangelium” des Paulus Jahushua (Jeschua) in den Mund gelegt. Das “Neue Testament” wird uns so vermittelt, als ob die Verfasser der Texte mit Jahushua (Jeschua) zusammengelebt hätten. Dieses Vorgehen der Kirchengründer schockiert so manchen unwissenden und getauften Menschen, wenn ihm diese Tatsache bewusst wird. Das aber kommt wohl selten soweit, denn die Kirche hat mit ihrer radikalen Ersatztheologie und ihrer streng hierarchischen Struktur dafür vorgesorgt, dass ihre Anhänger sofort mit Ablehnung reagieren, wenn sie mit diesen Fakten konfrontiert werden.
Hasstiraden gegen die Juden finden wir in allen vier “Evangelien” und die engagierten Getauften lesen sie und verinnerlichen sie auch fortwährend. Die Kirchen, die Freikirchen und die anderen christlich-religiösen Gemeinschaften ermutigen ihre Mitglieder, andauernd darin zu lesen und das Gelesene oder Gepredigte zu verinnerlichen. Damit vertiefen und verfestigen sie die christliche Irrlehre der Ersatztheologie nur immer weiter. Ja, wie soll denn der Antijudaismus, bzw. der Antisemitismus in der christlichen Welt ein Ende finden? Da helfen auch alle interreligiösen, bzw. ökumenischen Treffen und alle judenfreundlichen Aktionen und Bekundungen nichts. Sie bleiben nichts anderes als Augenwischerei. Das Ziel dieser Aktionen bleibt die Taufe der Juden. Hier hilft nur eine konsequente Umkehr zu den Anfängen des hebräischen Glaubens, in denen solches unbekannt war. Nur eine radikale Abwendung von dieser folgenschweren zerstörerischen Irrlehre der Ersatztheologie kann hier neues leben bewirken. Doch das ist ein Prozess, der sich in unseren Herzen, in unserer Gesinnung vollzogen hat und Schule machen sollte.
Damit aber schaffen wir uns keine Freunde, im Gegenteil, viele wenden sich von uns ab. Die Menschen tendieren dazu, sich der Meinung der religiösen Mehrheit anzuschliessen. Die Angst vor dem sozialen Ausschluss ist enorm. Wie aber sollten wir ihnen das übel nehmen? Wir selbst waren ja hingebungsvolle Glieder der Ersatztheologie, ohne das uns dieser religiöse Irrweg als Irrweg bewusst war. Bei mir war das so. Schon als Kind entschied ich mich, Priester zu werden, weil ich gelehrt worden bin, darin dem Höchsten am nächsten zu sein. Der Höchste und der Wichtigste ist in der Ersatztheologie aber nicht der Elohim (“Gott”) JaHuWaH, der El Eljon, sondern der von Paulus geschaffene Menschen-Gott Jesus Christus, ohne den niemand gerettet werden kann. Über das Rituale der Transsubstantiation verwandelt der katholische Priester angeblich in jedem Messopfer Brot (Oblate, Hostie) und Wein in den eucharistischen Jesus Christus, d. h. in das wahre Fleisch und Blut des Jahushua (Jeschua). Mindestens ein Mal im Jahr müssen alle Katholiken dieses angebliche Fleisch essen (schlucken). Es darf nicht gekaut werden. Im Can. 920 — § 1 lehrt der Vatikan: Jeder Gläubige ist, nachdem er zur heiligsten Eucharistie geführt worden ist (Erstkommunion), verpflichtet, wenigstens einmal im Jahr die heilige Kommunion zu empfangen (zu schlucken). Quelle.
Heute kann ich nur täglich danken für das zusammenhängende prophetische Wort, das uns in seiner Lebensfülle im TaNaCH (“AT”) geschenkt ist und den Weg zum inneren Frieden erschliesst oder erschlossen hat. Das anhaltende Ringen um die biblische Wahrheit lohnt sich immer. Die negativen Reaktionen aus dem nächsten Umfeld folgen auf Schritt und Tritt. Wie könnte das nur anders sein? Hier kann ich nur das Zeugnis von Josef zitieren: “Ihr zwar, ihr hattet Böses gegen mich beabsichtigt; Elohim (“Gott”) aber hatte beabsichtigt, es zum Guten zu wenden” (1Mo 50,20). Modern ausgedrückt: Im absoluten Vertrauen auf den Eohim (“Gott”) JaHuWaH, den El Eljon, den Höchsten, wirken alle Lebensumstände zu unserem Besten mit, selbst wenn wir das nicht immer, oder in jeder Lebenssituation so empfinden sollten. Wir sind Menschen. Als solche bleiben wir Emotionen und menschlichen Schwächen unterworfen, aber wir erinnern uns: “Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht doch wieder auf” (Spr 24,16; Ps 37,24). Danke!
Allen wünsche ich einen sinnvollen und zufriedenen Shabbat, der von Danksagungen begleitet bleibt. Seid herzlich gegrüsst. Shabbat Shalom.
Gregor Dalliard
Ankündigungen
Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns am 21. Dezember 2025 um 14.00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger in 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2 (tel.: 032 396 34 03), k.hunzinger@sunrise.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!