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"Aber euch, die ihr auf mich hört, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung ist unter ihren Flügeln. Und ihr werdet hinausgehen und umherspringen wie gesättigte Kälber" (Mal 3,20)

Glaubensimpuls 668 von Gregor Dalliard

Die prophetisch-messianischen Schriften im TaNaCH sind aus mindestens zwei wichtigen Zusammenhängen heraus entstanden:
Erstens muss sich jeder, der sich mit den prophetischen Schriften auseinandersetzt, ernsthaft fragen: Warum oder wozu hat JaHuWaH Abraham und das Volk Israel erwählt? Worin lag der Sinn der Erwählung, der Berufung und Sendung Israels? Die Antwort von JaHuWaH, dem El Eljon lautet: “Merkt auf mich, mein Volk, und meine Nation, hört auf mich! Denn Weisung geht von mir aus, und mein Recht werde zum Licht der Völker” (Jes 51,4; Jes 1,17; 30,18; 61,8; Ps 82,3; 89,15; 106,3). Das ist der Grund ihrer Erwählung, Berufung und Sendung. “Siehe, mein Knecht (das Volk Israel, die Juden), den ich halte (erwählt habe), mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Ruach auf ihn gelegt, er wird das Recht zu den Nationen hinausbringen” (Jes 42,1).
Bis heute hielt JaHuWaH unbeirrt an dieser Verheissung fest. Dieses Wissen und diese Erfahrung berührt uns bis in die innersten Bereiche unseres Lebens. Wir durften und dürfen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, und das sind immerhin bald acht Jahrzehnte, davon schrittweise profitieren. Wollten wir alle Bereiche unseres Lebens, die von dieser Verheissung betroffen sind aufzählen, wir kämen an kein Ende. Dafür sind wir dankbar (Siehe dazu Gim 580; Gim 540).
Die Völker, denen das Recht JaHuWaHs bisher unterschiedlich stark zum Licht geworden ist, liessen und lassen bewusst oder unbewusst die Weisungen (das Recht) JaHuWaHs in ihre Herzen und in ihre Verfassungen (Grundrechte des menschlichen Lebens) einfliessen, und das geschieht fortwährend.
Bildlich wird diese Tatsache mit der Zahl der Sterne am Himmel (1Mo 15,5-6; 22,17;26,4) und dem Sand am Meer (1Mo 22,17; 32,13) dargestellt. Das heisst nicht, dass sie alle Werte des Rechts schon erkannt hätten und ausleben würden. Es handelt sich dabei um eine Bildrede, die von vielen Menschen spricht, die aus dem Segen Abrahams Recht und Gerechtigkeit in ihre Verfassungen und auch im Umgang miteinander als Folge des Vertrauens Abrahams einfliessen lassen. Es geht nicht um eine unüberschaubare Zahl an Juden, die niemand zählen kann, wie das fälschlicherweise viele Ausleger immer noch lehren. Das ergibt im prophetischen Kontext absolut keinen Sinn.
Das sind ergreifende Bilder, mit denen JaHuWaH dem Abraham aufzeigt, was sein Vertrauen auf IHN in dieser Welt bewirken wird. Darum bekam er die Verheissung: “Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht; den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! (1Mo 12,3). (“den werde ich verfluchen”, d. h. ein solcher Mensch verflucht sich selbst. Ein solcher Mensch, oder ein solches Volk schliesst sich selbst vom verheissenen Segen aus, hat keine Freiheit, es lebt unter einer Diktatur oder irgendeinem anderen Mangel).

Rein gar nichts konnte diesen Prozess JaHuWaHs jemals aufhalten, nicht einmal die schlimmsten und grausamsten Vernichtungsversuche an den Juden durch die Getauften in den letzten 2000 Jahren. Nicht einmal ihr durchtriebenes, ausgeklügeltes System der Ersatztheologie vermochte daran etwas zu ändern, obwohl es mit allen Mitteln der Philosophie und Theologie konstruiert worden ist. Diese Tatsache bewegt mich jeden Tag neu. Und ich muss sagen: Schon das allein müsste einen Getauften bewegen, sich von seinem schweren Unrecht (Ersatztheologie) für immer zu verabschieden.

Mit Recht ist selbstverständlich zuallererst der Umgang mit JaHuWaH und den Mitmenschen gemeint. Davon sind aber viele unterschiedlich stark entfernt, obwohl sie ihr Leben für Recht und Gerechtigkeit einsetzen. Das Recht ist in der Menschenwürde begründet, weil der Mensch im Bilde JaHuWaHs geschaffen ist. So leben viele unbewusst im Willen JaHuWaHs. Die meisten von uns leben heute innerhalb einer staatlich verfassten Ordnung, die uns bisher ein bewahrtes und freiheitliches Leben ermöglicht hat, mit wenigen Ausnahmen, wie etwa während der Corona-Regierung. Wer will das leugnen?

Zweitens sind die prophetischen Texte und Bücher im TaNaCH (“AT”) aus der ständigen Unterdrückung, Versklavung und den Deportationen des israelitisch-jüdischen Volkes durch Nachbarvölker heraus entstanden. Seit der Zeit in Ägypten bis hin zur schrecklichen babylonischen Katastrophe und darüber hinaus ist dieses Volk immer wieder neu an die Grenzen seiner Kräfte gestossen.
Während dieser schrecklichen Jahrzehnte rund um die babylonischen Ereignisse und deren Folgen sind die meisten prophetisch-messianischen Botschaften entstanden. Alles war zerstört. Das, was vom Volk noch übrig war, lag am Boden zerstört, hoffnungslos, verzweifelt. Viele wandten sich von JaHuWaH, dem El Eljon ab. Sie glaubten nicht mehr an ihre Erwählung, Berufung und Sendung. Sie glaubten nicht mehr, dass durch sie das Recht JaHuWaHs einmal zum Licht aller Völker werden würde. Sie wollten nicht mehr länger Recht und Gerechtigkeit üben (vgl. Jer 22,3). Einfach Schluss!
Die Propheten wiesen auf die vergangenen schweren Zeiten hin, die das auserwählte Volk im Vertrauen auf JaHuWaH immer wieder neu überstanden hatte, selbst dann, wenn ihr Alltagsleben brutal zerstört worden war, wenn sie von grossem Leid, wie dem plötzlichen Verlust liebster Angehöriger heimgesucht worden waren usw.
Der Prophet Micha redet den Überlebenden der babylonischen Katastrophe ins Gewissen. Gleichzeitig aber richtet er sie mit dem Hinweis auf den mächtigen Propheten Elijahu (übersetzt: „Mein Elohim ist JaHuWaH (JHWH))” auf, der entrückt worden war und jeden Augenblick wiederkommen und das Friedensreich einläuten könnte, dem ein schweres Gericht vorausgehen würde.
Nach seinem erfolgreichen Kampf gegen die Priester des Baals und der Aschera, verfolgte ihn die Königin Isebel mit der Absicht, ihn zu ermorden. Elijahu floh in die Berge, er durchlitt eine tiefe Niedergeschlagenheit, wurde innerlich aber wieder aufgerichtet. Er starb nicht. Sein unerschütterliches und ungeteiltes Vertrauen auf JaHuWaH, seine Hingabe und Treue an JaHuWaH, seine untrennbare Liebe zu JaHuWaH, die er mit seinem Leben unter Beweis gestellt hatte, machte ihn zu einem Zeugen besonderer Art. Die Menschen verehrten ihn als einen Propheten, den JaHuWaH zu sich entrückt hatte. Darum könnte er jederzeit wiederkommen und das Friedensreich einläuten. Eine solche Botschaft hat den Juden in ihrem abgrundtiefen Zustand der Verzweiflung schrittweise wieder Hoffnung vermittelt und sie wieder aufgerichtet, nach dem Motto: “Jetzt erst recht”!

Eine uralte Tradition unter den Heiden besagte: “Wer entrückt worden ist, wird als Heilsbringer wiederkommen, Gericht halten und alles neu machen”. Irgendwann hielt diese Tradition auch beim israelitisch-jüdischen Volk schleichend Einzug. Daraus wurde der messianische Gedanke innerhalb des Judentums geboren. Von Jahrhundert zu Jahrhundert drang dieser Gedanke immer tiefer ins Bewusstsein des Volkes ein und nahm schliesslich einen zentralen Platz im Glaubensleben der Juden ein. Diese fromme Tradition, dass ein Entrückter oder Auferstandener wieder kommen wird und Rache (Gericht) an den Feinden des jeweiligen Volkes nimmt und Frieden bringt (ein Friedensreich errichten wird), wurde später auch von den Christen übernommen und auf den von Paulus entjudaisierten Jahushua von Nazareth übertragen, der nicht mehr als Jude verehrt werden durfte, sondern als ein griechischer Gottes-Sohn unter dem Namen Jesus Christus (2Kor 5,16; Röm 1,1-6) der als der verheissene Messias angebetet werden musste.
Dabei ist in den vergangenen 2000 Jahren nichts von den ihm zugesprochenen Zeichen eines Friedensreiches sichtbar geworden - im Gegenteil! Der Glaube an ihn wurde mit der Schärfe des Schwertes durchgesetzt. Das Ergebnis ist, dass wir heute Christen sind.
Paulus hatte den Juden Jahushua von Nazareth in schändlicher Weise entjudaisiert, ihn missbräuchlich zu dem auferstandenen und entrückten griechischen Logos-Gott Jesus Christus pervertiert. (Im Anfang war das Wort=der Logos), der gleich wiederkommen würde. Er würde zuerst Gericht an allen nicht Getauften üben (gemeint waren in jenen Tagen die Juden, die JaHuWaH und seinen Weisungen treu geblieben waren), dann würde er einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. Daraus aber wurde nichts. Das löste unter den Anhängern des Paulus grosse Verwirrung aus.
Obwohl er in der von Paulus und seinen Leuten in der angesagten Zeit nicht wiedergekommen ist, warten die Getauften immer noch an seine Wiederkunft, die es aber nie wird geben können.
Auch der Islam übernahm aus den jüdischen Schriften den messianischen Gedanken. Mohammed wurde angeblich auch entrückt. Darum wird der 12. Mahdi, ein Nachkomme des Propheten Mohammed wiederkommen und erscheinen. Er wird Gericht an allen nicht Muslimen üben und das Friedensreich aufbauen. Die ganze Welt wird muslimisch (islamisch) werden. Alle Muslime sind verpflichtet, die Welt zu islamisieren. Hier finden wir dasselbe Muster vor wie bei den Christen: Später glaubten die kaisanitischen Schiiten, dass Muhammad ibn al-Hanafīya entrückt worden sei und bald wiederkehren werde, aber auch er ist nicht wieder gekommen!

Bei vielen Juden (vor allem bei ultraorthodoxen Richtungen) ist es der Prophet Elijahu, der zuerst wiederkommen wird, um das messianische Friedensreich einzuläuten. Darum bleibt bei der Feier von Pessach immer ein Stuhl frei, denn es könnte sein, dass Elijahu diese Nacht wiederkommt und die messianische Zeit einläutet.

Die Sehnsucht, und damit der Glaube an eine neue Welt, gewirkt durch einen wiederkommenden Mann, ist verständlich und einleuchtend. (Alle Grossreligionen erklären Frauen zur Errichtung eines solchen Werkes für unfähig). Kein Mensch möchte Krankheit und Unglück erleben, überhaupt kein Lebewesen. JaHuWaH, der Schöpfer des Lebens, hat in jeden Menschen das Bedürfnis der Harmonie, der Geborgenheit und des Friedens hinein gelegt, denn das ist das Wesen JaHuWaHs, des El Eljon, des Höchsten, in dessen Bilde wir geschaffen sind, in dessen Bilde wir hinein wachsen sollen, wollen und in dem wir den inneren Frieden haben. Das heisst, dass wir als Menschen alle unsere Kräfte für das Anliegen JaHuWaHs einsetzen sollen. Streben wir die Erfüllung SEINES Willens an! Setzen wir unser Leben für die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen ein, dann haben wir den inneren Frieden, selbst dann, wenn unsere zwischenmenschlichen Beziehungen immer wieder durchgeschüttelt werden.
Solange es Menschen auf Erden geben wird, werden die zwischenmenschlichen Beziehungen durchgeschüttelt werden. Damit wir aber darin trotzdem den Frieden suchen und finden können, hat uns JaHuWaH SEINE Weisungen und SEIN Recht vermittelt, nach dem wir zuerst unsere Beziehung zu IHM aufbauen lernen, und aus dem heraus wir den Umgang mit den Mitmenschen lernen, immer wieder neu leben lernen dürfen und wollen.
Wie uns der TaNaCH in seinen prophetischen Tiefen zeigt, wird kein Messias vom Himmel fallen und uns diesen Weg jemals ersparen. Hier werden prophetische Bildreden zu Phantasien, zum Wunschdenken frommer unglücklicher Menschen umgedeutet, die sich nicht mit JaHuWaH und SEINEM Recht beschäftigen und nicht bereit sind, es auszuleben. Sie führen viele in die Irre, gegen den Willen unseres Schöpfers.
JaHuWaH ist mitten unter uns und geht mit uns den Weg von A bis Z. Daraus wächst die echte Lebenskraft und -freude für jeden Tag.

Achten wir auf folgendes, damit wir nicht Opfer einer Täuschung bleiben oder werden: Wann sprach Der Prophet Maleachi seine Verheissung aus? Das geschah rund 400 Jahre v. u. Z., und welches Jahr zählen wir heute? Elijahu ist nie wieder zurückgekehrt, trotzdem haben seither Millionen von Juden in ihrem Leben die Worte Maleachis erlebt: “Aber euch, die ihr auf mich hört, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung ist unter ihren Flügeln. Und ihr werdet hinausgehen und umherspringen wie gesättigte Kälber” (Mal 3,20).
Was ich damit sagen will: Hören wir, wozu JaHuWaH Abraham und seine Nachkommen berufen hat und was in diesem Zusammenhang der Wille JaHuWaHs, des El Eljon, des Höchsten für unser Leben ist! Setzen wir die Weisungen JaHuWaHs in unserem Leben um, so gut es eben geht; denn Mensch ist und bleibt immer Mensch, aber dann haben wir den inneren Frieden und das ewige Leben, ohne dass wir ein Friedensreich erwarten müssen, in dem uns ein Messias den Frieden und das ewige Leben bringen muss. Wir bleiben einfach mit grosser Dankbarkeit dran.
Wir aber wollen viel Verständnis aufbringen für jene Menschen, die dieses prophetische Zeugnis (noch) nicht erkannt haben und sich damit nicht auseinandersetzen wollen. Sie setzen ihre Hoffnung und ihre Erwartung nicht auf JaHuWaH und SEINE Gegenwart, sie brauchen einen Messias, der ihnen das Glück und das ewige Leben bringt. Sie sind davon überzeugt, dass das die Lehre der Propheten ist, dass diese Lehre angeblich so im TaNaCH (“AT”) steht und sie diese Lehre so in ihrer Bibel (“NT”) bestätigt finden. Sie sind fälschlicherweise so gelehrt worden. Davon waren auch wir früher einmal fest überzeugt.
Gehen wir diesen Weg des El Eljon, den die Propheten und auch Jahushua von Nazareth gegangen sind. Es wird sich in unserem Leben immer wieder neu erfüllen, was Maleachi sagt: “Aber euch, die ihr auf mich hört, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung ist unter ihren Flügeln. Und ihr werdet hinausgehen und umherspringen wie gesättigte Kälber” (Mal 3,20).

Von Herzen wünsche ich allen immer wieder neu das Hinausgehen und Umherspringen wie gesättigte Kälber, bei mir läuft das allerdings - altersbedingt - nicht mehr immer so glimpflich und ohne blaue Flecken ab. Das aber gehört zum Leben!

Herzliche Grüsse mit einem ebenso herzlichen Shabbat Shalom

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 21. Juli 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.