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Unsere messianische Zeit. Wir bauen, aber wir bauen auf Fels. Teil 2

Glaubensimpuls 661 von Gregor Dalliard

Was ein Fels ist, das wissen wir. Das ist kein Gebilde, das durch Erdbeben, schmelzenden Permafrost, Regenschauer, Überschwemmungen oder was auch immer, verschoben werden oder in sich zusammen brechen kann. Im 5. Buch Mose 32 wird der Elohim JaHuWaH, der “Gott” Israels, der El Eljon, der Höchste, in besonderer Weise als der Fels bezeichnet, als der Fels Israels. ER ist anders als die Götter, denn er ist keiner von ihnen. ER ist der sicherste Grund, der dann noch trägt und hält, wenn nirgendwo noch etwas zu erhoffen ist.
In schwersten Tagen, als das Leid in all seinen Fassetten unter den Juden wirksam war, erhebt der Prophet Jeshajahu (Jesaja) seine Stimme und ruft im Ruach, in der Kraft (Energie) des Elohim JaHuWaH:
“So spricht JaHuWaH, der König Israels und sein Erlöser, JaHuWaH Zebaoth: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und ausser mir gibt es keinen Elohim (‘Gott’). Und wer ist wie ich? Er rufe und verkünde es und lege es mir dar! – Wer hat von Urzeiten her das Kommende hören lassen? Und was eintreten wird, sollen sie uns verkünden! Erschreckt nicht und zittert nicht! Habe ich es dich nicht schon längst hören lassen und es dir verkündet? Und ihr seid meine Zeugen: Gibt es einen Elohim (‘Gott’) ausser mir? (Zeus, Gott, Deus, Theos, ist kein “Gott”). Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen. Die Bildner von Götterbildern sind allesamt nichtig, und ihre Lieblinge nützen nichts” (Jesus inklusive, auch der reformierte korpuslose) (Jes 44,8).(Jes 44,6-8).

Im letzten Gim 660 habe ich das zentrale Zeugnis des Mose hervorgehoben: “Gebt Ehre unserm “Gott” (Elohim, aber keinem Zeus, Gott, Deus, Theos)! Der Fels; vollkommen ist sein Tun, denn alle seine Wege sind recht. Ein “Gott” (Elohim) der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er (nicht aber Zeus, Gott, Deus, Theos)!” (5.Mose 32,1-4). Das ist ein einzigartiges und kraftvolles Zeugnis, das sich bis heute bewährt und bestätigt hat.

Das Zeugnis in 5Mo 31,24 - 5Mo 32,1-47 ist uns als das Lied des Mose überliefert worden. Lied ist hier auch im Sinne einer Nationalhymne zu verstehen, ein Inhalt, der immer und immer wieder gesungen wird, bei jedem besonderen Anlass, wird das zitiert, was die zentralen und lebenswichtigen Elemente und Werte einer Nation sind. Wir lesen über den Abschluss der Weisungen, die Mose niedergeschrieben hatte: “Und es geschah, als Mose damit fertig war, die Worte dieses Gesetzes (die Worte der Weisungen, die dem Leben Sinn geben, es lebenswert und dich zufrieden machen) vollständig in ein Buch zu schreiben, da befahl Mose den Leviten, die die Lade des Bundes JaHuWaHs trugen: Nehmt dieses Buch des Gesetzes (der Thora, der Lebensweisungen) und legt es neben die Lade des Bundes des JaHuWaH, eures ‘Gottes’, dass es dort zum Zeugen gegen dich wird!” (5Mo 31,24-26)
Damit ist keineswegs gemeint, dass sich JaHuWaH gegen das Volk stellt. Das macht ja keinen Sinn und ergibt auch keinen Sinn aus den tiefen Zusammenhängen des prophetischen Wortes. Das zu erkennen, macht unendlich froh und dankbar. Vielmehr soll sich das zu einem besonderen Dienst berufene Volk allezeit daran erinnern, wer JaHuWaH ist und auf was es JaHuWaH im Leben wirklich ankommt. Halleluja-hu! Keiner soll sich durch den Einfluss schlechter (übereifriger) oder krankhaft veranlagter religiöser Menschen verführen und vom Leben abbringen lassen, oder meinen, sie in ihrem religiösen Übereifer verstärken oder ersetzen zu müssen. Auch soll keiner sich von dem Leben schaffenden JaHuWaH und SEINEN ursprünglichen Werten des Lebens jemals entfremden, oder sie in Vergessenheit geraten lassen, oder was auch immer.
Eifrige, religiöse Menschen (s. ultraothodoxe Juden) neigen sehr oft dazu, JaHuWaH und SEINE Weisungen oder die Lehren ihres Gottes (s. Paulus und die christlichen Kirchen, Islam u. a. m.) durch masslose Übertreibungen und Forderungen verherrlichen zu müssen, was in den Augen JaHuWaHs, des El Eljon äusserst verwerflich ist. Gelangen solche Menschen in führende Positionen im religiösen Leben, dann bewirken sie genau das Gegenteil dessen, was JaHuWaH will. Sie bewirken in einem Menschen, die Zerstörung des “göttlichen” Lebens und meinen dabei, JaHuWaH oder ihrem Gott einen Dienst getan zu haben. Religiöser Übereifer führt zur Entmündigung und Beherrschung von Menschen, raubt die Entwicklung zu einem gesunden Innenleben auf JaHuWaH hin.

Wir lesen weiter in 5Mo 31,27: “Denn ich kenne deine Widerspenstigkeit und deine Halsstarrigkeit wohl. Siehe, heute schon, während ich noch bei euch lebe, seid ihr widerspenstig gegen JaHuWaH gewesen; wie viel mehr nach meinem Tod”!
Dieser Vers ist wohl ein späterer Zusatz, rückblickend auf so manche Enttäuschungen und die vielen negativen Erfahrungen, die sich innerhalb des auserwählten Volkes im Laufe des Lebens zugetragen haben, aber er spiegelt auch bereits die wachsende Entfremdung von JaHuWaH und den Werten des Lebens wieder. Darum eine solche Aussage. Damit war innerhalb Israels der Beginn einer Zeit angebrochen, in der die Verantwortlichen zur Überzeugung gelangt waren, dass man aus einem versagenden, sündigen Volk mittels Drohungen, frommer Erpressungen und Angstmacherei bessere Menschen vor JaHuWaH machen kann und ihnen so die Rache eines zornigen Gottes ersparen zu können. Diese verkehrte Einstellung breitete sich im Denken der israelitisch-jüdischen Priester immer mehr aus. Das taten die Priester der heidnischen Gottheiten, weil ihre Götter, die sie sich selbst geschaffen hatten, das so forderten, nicht aber JaHuWaH, der El Eljon. Wir nehmen die Tatsache vorweg: Widerspenstigkeit und Halsstarrigkeit gehören zum Wesen des Menschen.
In dieser Aussage von 5Mo 31,27 werden uns aber auch zwei wichtige Dinge mitgeteilt. Erstens einmal wird uns das Wesen des Menschen in aller Deutlichkeit vor Augen geführt. Es ist wankelmütig, negativ beeinflussbar und instabil. Um diesen Wesenszug in uns zu verändern und zu eliminieren, erhalten wir zweitens die klare Aufforderung, den Kompass des Lebens, der uns von unserem Schöpfer ins Herz gelegt ist, nie aus dem Auge (Herzen) des Lebens zu verlieren. (s. Gims 557, 648, 559). Dann werden wir den inneren Frieden haben und ein gutes Leben führen können, und das trotz aller “Seitenhiebe” des Lebens. JaHuWaH, der Fels, garantiert uns, dass der Mensch trotz aller “Seitenhiebe” des Lebens, den inneren Frieden haben und ein gutes Leben führen kann. Das ist nicht immer gleich auf Anhieb zu erreichen, aber es ist immer wieder möglich.
Damit mir das immer wieder neu gelingen kann, brauche ich entsprechend der “Seitenhiebe” des Lebens, die gepflegte Beziehung zu JaHuWaH, dazu gehört ganz selbstverständlich die entsprechende tägliche (nächtliche) stille Zeit der inneren Wiederherstellung, der Gemeinschaft und der Besinnung auf die wesentlichen Werte des Lebens (das Aufladen der Batterie). Die entsprechende (stille) Zeit der inneren Wiederherstellung, der Gemeinschaft und der Besinnung auf die wesentlichen Werte des Lebens mit JaHuWaH, will ich aber auch in guten Tagen bewusst pflegen, denn dann werde ich Reserven in den bösen Tagen haben.

Wir lesen: “Denn ich kenne deine Widerspenstigkeit und deine Halsstarrigkeit wohl”. Das war damals so, das ist auch heute so, und das wird auch immer so bleiben, solange es Menschen auf Erden gibt. Das wollen uns übrigens die Schreiber des TaNaCHs mit den grossen Bildreden der ersten Kapitel im ersten Buch Mose vermitteln (s. Bildrede vom Paradies mit Adam und Eva, Vertreibung etc.). Wir wollen uns keinen Illusionen hingeben. Wie wir eben sahen: Widerspenstigkeit und Halsstarrigkeit gegenüber JaHuWaH gehören zum Wesen des Menschen.
Muss das aber so bleiben? Eben nicht. Das soll und darf nicht so bleiben. Darum erwählte JaHuWaH ein Volk, rüstete es aus und sandte es in die Welt, indem ER es mit einer besonderen Botschaft unter alle Völker sandte (streute). Viele israelitisch-jüdische Menschen sind diesem Plan und Vorhaben JaHuWaHs gefolgt und bis heute treu geblieben, viele auch nicht. Dank dieser Treuen und ihrer Bereitschaft diesen Auftrag auszuleben und das unter grausamster Verfolgungen von Seiten der Getauften, dürfen auch wir heute in einer fruchtbringenden tiefen Beziehung mit dem “Gott” JaHuWaH leben und ein Segen sein. (vgl. 1Mo 12,3).

Das ist das Eine. Das andere aber ist die Tatsache, dass unser Leben nicht von Widerspenstigkeit und Halsstarrigkeit bestimmt bleiben darf und soll. Im nächsten Gim 662 wollen wir diese Thematik unter die Lupe nehmen, denn hier scheiden sich die Wege des Lebens zwischen Juden und allen Religionen der Welt: den Christen, dem Islam dem Buddhismus, den Hindus und allen anderen.
Damit sich ein solcher Zustand in unserem Leben und in der Welt ändert und uns allen geholfen wird, brauchen wir die Anleitung JaHuWaHs durch SEINE Propheten. Diese Anleitung führt uns in die messianische Tatsache hinein, in die messianischen Zeit. Die messianische Zeit ist in ihrem Kern eine Zeit des Friedens in dieser Welt, in der es unter Völkern über längere Zeit hindurch keine Kriege gibt, Eine Zeit in der die Menschen in Freiheit leben können und gleichzeitig den inneren Frieden mit JaHuWaH gefunden haben. Eine solche messianische Zeit erlebte und erlebt unsere westliche Generation, seit dem Ende des letzten Weltkrieges. Das ist lange nicht überall so gewesen, so z. B. nicht in Irland und England und in vielen Ländern der übrigen Welt. Wir aber durften seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute eine wunderbare messianische Zeit erleben!
Ich bin 1947 geboren, also zwei Jahre nach dem Kriegsende von 1945. In all den Jahren habe ich nie einen Krieg mit seinen schrecklichen und grausamen Folgen erlebt, habe nie Hunger und Zerstörung erlitten oder etwas von dem, was sich Menschen in Kriegszeiten so alles an Grausamkeiten antun und was sie an Entbehrungen leiden müssen.
Und was ist das aussergewöhnliche Geschehen in dieser Zeit? Wir suchten und fanden den Elohim JaHuWaH, die Quelle des Lebens und den inneren Frieden mit IHM, ohne dass wir ins Gefängnis gesteckt oder geköpft worden sind. Das Shma Jisrael, 2Mo 20,1+ff u. v. m., von JaHuWaH, durch die Propheten gefordert, floss im Laufe der Jahrhunderte immer tiefer in unser Justizwesen ein. Die führenden Leute in unseren Ländern waren sich dessen wohl kaum bewusst, abgesehen von vermutlich wenigen Menschen. Wie geht es weiter?
Selbst in den messianischen Zeiten bleibt der Mensch immer Mensch, denn es bleiben persönliche Mühsale, es bleiben Erfolg und Misserfolg, es bleiben tägliche Auseinandersetzungen, es bleibt das Suchen und Ringen nach Verbesserungen des Lebens, nach Recht und Gerechtigkeit, etc. Der Mensch aber, der mit dem Elohim JaHuWaH, dem El Eljon in einer persönlichen Beziehung lebt, wird in den messianischen Zeiten ganz anders mit diesen Dingen des Alltags umgehen. In dieser Beziehung erfährt er, wie JaHuWaH seine Tränen abwischt und jeder Mensch heim zu JaHuWaH geht, der gerecht ist.
Wer lebt in der messianischen Zeit oder was ist die messianische Zeit? Im Kern ist die messianische Zeit für einen Menschen dann angebrochen, wenn er aufrichtig nach dem Elohim JaHuWaH, dem “Gott” des Lebens sucht, IHM begegnet, in Beziehung zu IHM tritt, IHM vertraut, sich in seinem Leben ernsthaft und ausdauernd mit SEINEN Weisungen befasst.
JaHuWaH lockt und ruft uns zu einem inneren Umdenken auf. ER nimmt uns in SEIN Vertrauen hinein und darin sollen wir keinen Millimeter breit nachlassen, selbst wenn uns manches sehr traurig macht, wenn wir in unserem Leben nicht alles verstehen können.

Wir müssen uns definitiv von der Vorstellung verabschieden, dass es hier auf Erden jemals ein messianisches Reich, einem Himmel gleich, geben wird. Vergessen wir nicht: die vielen messianischen Verheissungen im TaNaCH sind in schwersten Tagen, in Tagen des Grauens, in Tagen, der totalen Verzweiflung ausgesprochen worden. Mit bildreichen Worten werden die Menschen aufgefordert, auf ein messianisches Reich zu hoffen, auf Zeiten des absoluten Friedens. Die Verheissungen über ein zukünftiges messianisches Friedensreich, in dem Recht und Gerechtigkeit unter der Herrschaft Davids oder der griechisch-römischen Gottheit Jesus Christus als Könige gelebt werden wird, wird es hier auf Erden nie geben. Das zeigen uns die israelitisch-jüdischen Propheten in tiefen Zusammenhängen vielfach auf. In reichen Bildsprachen zeigen die Propheten auf, wie der Einfluss des auserwählten Volkes bei den Menschen grosse Veränderungen bewirken wird, wie etwa das Zeugnis von Jes 2,2-4 zeigt. Wir dürfen immer besser verstehen lernen, wie bild- und metapherreiche Texte über das messianische Reich zu verstehen und einzuordnen sind. Damit kommen wir dem konkreten Leben und seinen gesunden Anforderungen immer näher (vgl. noch einmal Mi 6,6-8 oder Mk 12,29-33 u. a. m.).

“Keiner ist heilig (gerecht) wie der Elohim JaHuWaH, denn ausser dir ist keiner. Und kein Fels ist wie unser Elohim” (1Sam 2,2).
In dieser Gewissheit lohnt es sich zu leben. Darin grüsse ich alle herzlich und wünsche allen in Dankbarkeit Shabbat Shalom.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 16. Juni 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.