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"Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war" (Lk 15,6).

Glaubensimpuls 65 von Gregor Dalliard

In den letzten Glaubensimpulsen (Gims) 62, 63 u. 64 habe ich etwas im Zusammenhang vom jüdischen Chanukkafest (Einweihungs- bzw. Lichterfest) geschrieben, ein Fest, das der Überrest des auserwählten Volkes jedes Jahr mit viel Dankbarkeit feiert. Vor allem den gläubigen Juden ist ihre heilsgeschichtliche Stellung, die in der Offenbarung JaHuWaHs an die Propheten begründet ist, tief bewusst. Mit einer entsprechenden Hingabe feiern sie darum Chanukka. Sie haben allen Grund dazu!

Dieser Überrest an Juden, der JaHuWaH, unserem himmlischen Vater, äusserst teuer und wichtig ist, ist die Frucht JaHuWaH-gehorsamer und JaHuWaH-treuer Menschen durch alle Generationen und Zeiten hindurch. Wir können im wahrsten Sinn des Wortes sagen, JaHuWaH und sein prophetisch-heilsgeschichtliches Wort wäre nicht mehr im Bewusstsein unseres Lebens, wenn es nicht immer ein Überrest gläubiger treuer israelitisch-jüdischer Menschen gegeben hätte und gäbe. D. h. es gäbe auf der ganzen Welt keinen einzigen Menschen mehr, der noch etwas von JaHuWaH und seinem Heil wüsste, das alle Bereiche des menschlichen Lebens abdeckt! JaHuWaH hat den Untergang seines auserwählten Volkes und damit den Untergang der Thora verhindert! Damit ist das heilsgeschichtlich zusammenhängende prophetischen Wort bis heute erhalten geblieben. Wir durften diesen reichen Schatz des Lebens empfangen.

Die Nachkommen der “verlorenen” Schafe Israels (“verlorene” zehn Stämme) und der abtrünnigen Juden machen heute Milliarden von Menschen aus, die auf dem ganzen Erdenrund zerstreut leben. Nur den Wenigsten von diesen Menschen ist ihre israelitisch-jüdische Herkunft bewusst. Dieser Masse gegenüber erscheinen die gläubigen Juden und die sich zum Judentum bekennenden Menschen als eine verschwindend kleine Zahl. Heilsgeschichtlich sind sie aber ein nicht zu übersehendes und nicht zu überbietendes Zeichen in der Welt. Trotz aller Widerstände gegen dieses Zeichen JaHuWaHs und sein prophetisches Wort, vor allem von Seiten der christlichen Kirchen und Gemeinschaften, von denen wir es eigentlich am wenigsten erwarten dürften (s. Ersatztheologie, die in der Lehre von den dreieinigen Gott-Personen verankert ist), bleibt es ein unüberwindbares Zeichen, das nichts und niemand zu Fall bringen kann!

Innerhalb dieser kleinen Zahl von Juden wird unterschiedlich geglaubt. Wenn ich von gläubigen Juden schreibe oder spreche, dann meine ich nicht jene Juden, die einem religiösen Gesetz aus dem Talmud folgen, d. h. religiösen Menschensatzungen und Überlieferungen und damit die Thora, Propheten und Schriften ausser Kraft setzen. Dann meine ich auch nicht Juden, denen jede weltliche Denkweise und Lebensform passt. Spreche oder schreibe ich von gläubigen Juden, dann meine ich jene Juden, deren Glaubensgrundlage die Thora (5 Bücher Mose), die Propheten und die Zeugnisse der Schriften sind, von den Juden TaNaCH genannt, von den Christen abschätzend und verächtlich Altes Testament genannt. Es sind Juden, die sich gewissenhaft und verantwortungsbewusst an diesen Schriften orientieren und halten. Auf die Fragen des Alltags suchen sie gewissenhaft aus dem Zusammenhang dieser Schriften Antworten zu suchen und zu finden. Alle Auslegungen basieren allein auf der Grundlage dieser Schriften.

Für Jahushua und seine Schüler galt diese Haltung und Beziehung zum TaNaCH als unabdingbare Voraussetzung, um ein JaHuWaH-gefälliges und ein von JaHuWaH gesegnetes, gesundes und befreites Leben führen zu können, frei von religiöser Sklaverei, unabhängig von einer Ideologie. In diesen Schriften war für Jahuschua die befreiende Wahrheit zu finden, die unser Leben trägt und hält. Diese Schriften nannte er Wahrheit und für diese Wahrheit, die durch den himmlischen Vater geoffenbart war, war er bereit zu sterben.
Er identifizierte sich mit dieser Wahrheit so sehr, dass er jenen Juden gegenüber, die die Thora und die Propheten aufhoben, um den Menschen ihre Menschengebote und -überlieferungen aufzubürden, sagen konnte: “Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich” (Joh 14,5). Damit sagte er: Kein Mensch der durch religiöse Menschengesetze irregeleitet ist kann sich JaHuWaHs Wohlgefallen und Schutzes sicher sein, es sei denn er glaube wie ich, er habe denn eine JaHuWaH-beziehung wie ich sie habe. Im aramäisch-hebräischen Zusammenhang und Verständnis war diese Aussage, dieser Vergleich, korrekt und verständlich. Er identifizierte sich wie alle JaHuWaH-treuen Propheten mit der Thora, den Propheten und den  Schriften, d. h. mit dem Willen des himmlischen Vaters!

Jahushua kam nur für die “verlorenen” Schafe des Hauses Israel und die Verirrten aus dem jüdischen Volk. Deshalb sammelte er Juden, um sie für diesen Dienst der Wiederherstellung vorzubereiten und auszusenden (vgl. Mt 10,7; 15,24). Diese Sendung unterstrich und betonte er selbst immer wieder. Sie passt in den prophetischen Kontext hinein. Im Gim 42, 44) u. 55 bin ich etwas darauf eingegangen. Immer schon war es das Anliegen JaHuWaHs das Verlorene zurückzuführen, das Verwundete zu heilen und das Kranke zu stärken. Die Bibel ist voll von dieser liebevollen Absicht des himmlischen Vaters JaHuWaH. Dabei offenbart sich JaHuWaH als der gute Hirte seiner Schafe. Spricht die Bibel von Schaf oder den Schafen, dann ist immer das Volk der zwölf Stämme mit seinen Nachkommen gemeint. “Das Verlorene will ich suchen und das Versprengte zurückbringen, und das Gebrochene will ich verbinden, und das Kranke will ich stärken…. mit meinem Recht werde ich sie weiden” (Hes 34,16).

Jahushua nahm diesen Auftrag JaHuWaHs wie alle JaHuWaH-liebenden und verantwortungsbewussten Propheten zu Herzen. “Er sprach aber zu ihnen dieses Gleichnis und sagte: Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe (gerechte Juden) hat und eins von ihnen verloren hat (ein abgeirrter israelitisch-jüdischer Mensch), lässt nicht die neunundneunzig (gerechte Juden) in der Wüste (während des Hütens) und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es mit Freuden auf seine Schultern; und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und die Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen (JaHuWaH-losen) Menschen (Sünder), der zu JaHuWaH umkehrt, mehr als über neunundneunzig Gerechte (Juden), die der Umkehr nicht bedürfen” (Lk 15, 3-7).

Der Begriff Sünde, bzw. Sünden, beinhaltet in der Bibel durchwegs die Abkehr von JaHuWaH und SEINEN Weisungen, d. h. JaHuWaH-los leben. Jemand kehrt JaHuWaH den Rücken zu und geht seine eigene Wege. In allen Kulturen, Ideologien und Religionen gibt es viele aufrichtig gute und vorbildliche Menschen, die für gute und bessere Sachen sogar ihr Leben lassen, das steht ausser Frage. Aber JaHuWaH-los leben heisst, im Götzendienst leben, leben ohne Kenntnis und Anerkennung des Schöpfers meines Lebens, im eigenen Ich verstrickt sein, leben in der Sklaverei religiöser Ideologien und Philosophien, leben ohne den heilsgeschichtlichen prophetischen Zusammenhang. Letztlich heisst das in der Sinn- und Zielrichtung vorbei leben.
Ein JaHuWaH-loser Mensch mag unter Umständen ein sehr braver und vorbildlicher Erdenbürger sein, der sich nichts Böses zu Schulden kommen lässt, aber die Gemeinschaft mit JaHuWaH will uns ein Segen der Beheimatung sein, den jedes Geschöpf zur Bewahrung seiner Menschenwürde und die der anderen braucht. Die Propheten und Jahushua von Nazareth waren davon überzeugt und durch nichts davon abzubringen. Die Geschichte gibt ihnen recht! Wegen des lockeren, oberflächlichen und sogar ablehnenden Umgangs so vieler aus dem auserwählten Volk JaHuWaH und SEINEN Quellen des Lebens gegenüber, haben die Propheten und Jahushua sehr gelitten - bis in den Tod. Für die Rückführung Verlorener gaben sie ihr Leben in den Tod.

Darüber dürfen wir uns herzhaft freuen und allezeit dankbar sein. Wir lernen verstehen, was uns nun zuteil geworden ist, was dazu gehört und was nicht. Wir wachsen in diesen Stand und in diese Verantwortung schrittweise hinein. Das geht nicht von heute auf morgen. Manche Bedenken, Ängste und Vorurteile können uns diesen Weg erschweren, manchmal erschweren wir uns den Weg selbst, durch unser unüberlegtes Vorpreschen. Viel gegenseitige Geduld ist von uns allen gefordert, aber auch unsere Bereitschaft freudig und bewusst aus den Quellen des Lebens zu trinken: “Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,10). Unsere Freude und Dankbarkeit ist gross!

Allen wünsche ich hocherfreut und von Herzen einen schönen Shabbat Chanukka. Die Psalmen 40 und 30 passen wunderbar zu diesem Fest!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein auf Samstag, den 17. Dezember 2022 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.