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Israel im Krieg. "Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn!" (Jer 8,16) Teil 7

Glaubensimpuls 636 von Gregor Dalliard

Wer älter geworden ist hat schon manches gesehen, beobachtet und erlebt. Vergleicht er das Erlebte mit den grösseren Zusammenhängen der geschichtlichen Vergangenheit und mit dem was sich gerade in Israel tut, dann wird er die Weisungen der israelitisch-jüdischen Propheten als die einzige Lösung aus diesem schrecklichen Krieg verstehen. Zu seinem Nutzen und zum Segen seiner Mitmenschen setzt er diese Lösung um. Die Propheten kannten und kennen inmitten des Geschehens in Israel nur diese eine Botschaft: “Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn!” (Jer 8,16) und: “JaHuWaH sieht auf das Herz” (1Sam 16,7).
Seitdem die Propheten JaHuWaH erkannt haben, bleibt diese Botschaft bestimmend, und sie wird im Leben eines JaHuWaH-treuen Menschen immer bestimmend bleiben, damit er den Frieden finden und bewahren kann. Diese Botschaft als denn zentralen Willen JaHuWaHs zu akzeptieren und umzusetzen fällt anfänglich jedem Menschen schwer. Sie wird im Leben eines jeden Menschen eine Herausforderung bleiben. Darin und darauf aber ruht Segen und Frieden für den Einzelnen persönlich, aber auch für jede Gemeinschaft.

Das war der Gedanke des letzten Glaubensimpulses. Diesem Zeugnis möchte ich mich auch in diesem Glaubensimpuls widmen. Damit ich das aber kann, muss ich wieder einmal mehr auf die Wurzeln der religiösen Verbrechen im Christentum und im Islam hinweisen, etwas, das nicht angenehm ist, aber zum besseren Verständnis der gegenwärtigen Weltlage beitragen soll.
Damit der Vatikan seine Macht erlangen konnte, entwickelte er sich seit seinen Anfängen zu einer religiösen Terrororganisation. Paulus hat den Grundstein dazu gelegt. Er gab die Richtlinien des Christentums vor (vgl. Gal 1,8-9; 1Kor 16,22; lies dazu 2Thess 1,6-10; 2Kor 3,14; Röm 10,1-3; Mk 16,16; Joh 3,36: Die Formulierungen “verdammt werden”, “verflucht werden”, “der Zorn Gottes bleibt auf ihm” heissen: er, der Jude, dann alle anderen, werden von den Getauften verfolgt und vernichtet werden).
Mit diesen Grundlagen im “Neuen Testament” rechtfertigt das Christentum die schrittweise Anwendung von Gewalt zur Erreichung seiner Ziele. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Gewalt mit immer fieseren religiösen Argumenten und schrecklicheren Mitteln ausgeweitet und durchgesetzt. Heute sind die überlieferten Dokumente zur Entstehung und Entfaltung des Christentums jedermann zugänglich.
Vom Islam her, der rund 600 Jahre nach dem Christentum entstanden ist, kennen wir dieselbe Entwicklung. Er hat sie dem Christentum abgeguckt, darum haben beide auch so vieles gemeinsam, vor allem die Ablehnung JaHuWaHs, SEINER Weisungen und der Juden, aus deren Volk die israelitisch-jüdischen Propheten sprechen: “Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn!” (Jer 8,16) und: “JaHuWaH sieht auf das Herz” (1Sam 16,7). Das passt ihnen gar nicht.
Was islamische Gemeinschaften zu Terrororganisationen machte und macht, ist eine religiös-ideologische Überzeugung. Das war auch bei den Gründern des Christentums der Fall. Damit sie ihre religiös-ideologischen Ziele erreichen können wandten und wenden sie alle Mittel von Gewalt an. Diese religiös-ideologische Gewalt fand in den späteren Schriften, im Koran, eine dogmatische Verankerung, indem sie zu dem heiligen Willen des Gottes Allah erklärt worden ist. Damit erlangte sie Unantastbarkeit und Rechtfertigung (Dschihad, der militärische Kampf zur Erreichung seiner ideologischen Ziele). Die religiöse Ideologie wurde also von den Priestern zur heiligen Sache für einen “heiligen” Gott gemacht, zu einem heiligen Krieg.
Das offizielle Christentum, im Papsttum verankert, praktizierte den Dschihad, den Heiligen Krieg ebenso für seinen Gott. (Quelle)

Wer oder was war die treibende Kraft ihres nach religiöser Gewalt lüsternen Glaubens? Sowohl beim Gründer des Christentums, bei Paulus, als auch bei Mohammed, dem Gründer des Islams, die beide die Quellen der israelitisch-jüdischen Propheten für sich beanspruchten, aber für ihre Zwecke umdeuteten und missbrauchen, (wie das übrigens auch manche israelitisch-jüdische Priester taten), war es religiöse Verirrung. Sie führten zur Verdammung und brutalen Verfolgung jener, die sich ihrer Glaubensvorstellung nicht beugen wollten, die sie angeblich von einer höheren Macht (einem Jesus-Gott oder Engel Gabriel usw.) als Korrektur empfangen hatten. In ihrem religiös-missionarischen Irrwahn waren und sind sie davon überzeugt, dass sie extra von einem höheren Wesen (einem Jesus-Gott, Apg 26,19 oder einem Engel Gabriel) dazu erwählt und bestimmt worden sind, die Menschheit vor der Hölle zu bewahren, die sie sich allerdings selbst ausgedacht haben und sie in ihren Himmel bekehren zu müssen. Sie sollen die Menschheit zu besseren Menschen machen und sie auf diesem Weg in den Himmel der Religionsgründer zwingen! Diese Tatsache rechtfertigt für sie jede religiöse Gewaltanwendung.

Wir fragen uns berechtigterweise, wie der Staat Israel nach diesem furchtbaren Kriegsgeschehen denn überhaupt weiter existieren kann. Die innerjüdischen Überzeugungen, bzw. religiösen und säkularen Konflikte sind dermassen verworren und verfahren, dass ein tiefgründiges Forschen nach den Anfängen des israelitisch-jüdischen Glaubens und dessen Sinn nicht mehr länger zu umgehen ist. Er ist in der Botschaft gegeben: “Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn!” (Jer 8,16) und: “JaHuWaH sieht auf das Herz” (1Sam 16,7). Jetzt ist auch für die Juden wieder die Zeit gekommen ernsthaft zu fragen, was denn das heisst. Diese Worte der Propheten sind jetzt nicht mehr zu umgehen oder umzudeuten. Wenn das in dieser Zeit nicht geschieht, dann Wehe den Juden!
Das war immer schon der eindringliche mahnende Ruf (Schrei) jener Propheten, die mit JaHuWaH gegangen sind? Er durchzieht den ganzen TaNaCH. Wer den TaNaCH, die Bibel der Juden und des Jahushua von Nazareth seine Bibel nennt, wer darin nach der Wahrheit des Lebens sucht, kann sie in den Worten der Propheten finden. Ein solcher Mensch kann den Ruf der Propheten unmöglich überhören. Dieser Ruf der Propheten war immer sehr eindringlich, klar und nicht überhörbar.
Wir haben diesen Ruf im Laufe unseres Lebens erkennen und aufnehmen dürfen. Das sage ich nicht in einem Anflug von Hochmut. Das, was ich sagen möchte ist das, womit wir uns seit einigen Jahrzehnten unaufhaltsam beschäftigen. Schrittweise, nach Jahrzehnten des Suchens, nach vielen Irrungen und Wirrungen, haben wir dieses Ziel in den letzten Jahren erreichen dürfen.
Waren etwa die Tage des Propheten Jirmejahu (Jeremia) nicht unseren Tagen ähnlich? Es gab nur einen Aufruf und einen Ausweg aus der damaligen Katastrophe: “So spricht JaHuWaH: Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn! So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Aber sie sagen: Wir wollen ihn nicht gehen” (Jer 8,16). Was war das in Anbetracht der Katastrophe für eine Reaktion auf die Worte des Propheten? Wie schlimm ist das, wie folgenschwer?! Sie wollen diesen Weg JaHuWaHs nicht gehen, sie wollen die Wege der Anfangszeit, der Vorzeit nicht suchen und gehen. Es war die Vorzeit als sie aus Ägypten auszogen, aber auch die Vorzeit als Abraham aus dem Heidentum herausgeführt worden war. Was war da? Es gab keine fest gebauten Heiligtümer, keine herrschende Priesterschaft, keine Opferrituale und -traditionen, kein Königtum u. v. a. m. Später fiel die israelitisch-jüdische Führung in die Gewohnheiten des Heidentums und seiner Herrscher zurück. Dagegen sind die Propheten immer wieder Sturm gelaufen. Sie bezahlten oft mit ihrem Leben.

JaHuWaH fragt die Priester: “Wozu soll mir denn Weihrauch aus Saba kommen und das gute Würzrohr aus fernem Land? Eure Brandopfer sind mir nicht wohlgefällig, und eure Schlachtopfer sind mir nicht angenehm” (Jer 6,20). M. a. W.: Das Ganze kotzt MICH an, ich will nicht Würzrohr aus fernen Ländern, auch nicht Brandopfer und Schlachtopfer. ICH brauche keinen Tempel zu Jerushalajim, ICH brauche keine alten Erinnerungsstätten, die neu bewohnt und belebt werden müssen: “Besinnt euch auf den Sinn eurer Erwählung, eurer Berufung, eurer Sendung, was will ICH denn?”
Was war und ist denn das Ziel der Erwählung Abrahams, des Volkes Israels von Anfang an gewesen? Wann ist dieses Ziel erreicht? Das erste Ziel ist dann erreicht, wenn sich ein Mensch von JaHuWaH finden lässt. Das haben wir in unserem Leben, in unseren Kreisen, erreicht. Worin können wir für uns das Ziel als erreicht erkennen? Das prophetische Wort ist hier Garant. In unserem Leben zählt nur noch das Wort: “JaHuWaH sieht auf das Herz” (1Sam 16,7). Nur noch das zählt.
Dieses Zeugnis ist identisch mit dem Zeugnis in Jer 31,33: “Ich lege meine Weisung (Gesetz) in ihr Inneres und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Elohim sein”. Das ist bei uns heute der Fall.
Das zweite Ziel ist dann erreicht, wenn sich die Welt schrittweise den Zielen JaHuWaHs nähert. Was diese Ziele beinhalten, darüber haben wir schon viel im TaNaCH gelesen, geschrieben und gehört (vgl. Jes 2,2-4; Jer 31, 33-34 u. a. m.). Das alles scheint gegenwärtig in weiter Ferne zu liegen. Lassen wir uns aber nicht täuschen! Was wir gegenwärtig erleben sind schmerzvolle Prozesse, die viele Menschen (Juden) wieder nüchterner und in ihrem Denken gesund werden lassen.
Der Fokus der Juden darf heute nicht mehr auf das Land, seine Besitznahme, auf die Grenzen und was auch immer an Äusserlichkeiten damit zusammen hängt gelegt werden. Das ergibt keinen Sinn mehr. Das ist nicht der Sinn der Erwählung Abrahams. Das alles hatte z. T. seine Berechtigung zu seiner Zeit, um der Verwirklichung der Ziele JaHuWaHs näher zu kommen. Diese Zeiten sind aber längst erfüllt, schon zur Zeit des Propheten Jirmejahu. Was jetzt und in Zukunft zählt und bleibt ist Folgendes: “Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn!” (Jer 8,16) und: “JaHuWaH sieht auf das Herz” (1Sam 16,7), auf unsere Gesinnung und Bereitwilligkeit.
Wir wünschen vielen jüdischen Kreisen Einsicht in die Zusammenhänge der prophetischen Worte. Das würde eine Welle der Umkehr zu JaHuWaH auslösen und den Frieden im Nahen Osten beschleunigen - ohne immer neuen leidvollen Täuschungen verfallen zu müssen. Verschiedene charedische Gemeinschaften sind hier auf dem besten Weg.

Alle grüsse ich ganz herzlich und allen wünsche ich eine Fülle der Dankbarkeit darüber, dass uns die israelitisch-jüdischen Propheten den Weg zum Herzen JaHuWaHs und damit zum Sinn des Lebens erschlossen haben.
Shabbat Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 17. März 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.