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Israel im Krieg. "JaHuWaH sieht auf das Herz" (1Sam 16,7). Teil 6

Glaubensimpuls 635 von Gregor Dalliard

Ja, viele Menschen meinen, der Friede mit JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten, bedeute: Ich mache, was ich will, das ist wahre Demokratie, sagen sie. “Ich bin niemandem irgendeine Rechenschaft schuldig. Und übrigens, was soll ich mit einem Gott zu tun haben, der sowieso ein männliches Wesen ist, weil er von Männern erfunden, erschaffen und definiert worden ist. Wie könnte ich das nur länger ertragen?”
Es gab eine Zeit, da hatten wir uns vielleicht alle mit solchen Gedanken auseinandergesetzt, vielleicht unfreiwillig. Vielleicht haben uns junge Menschen, etwas unbeholfen, auf die Sprünge geholfen. Sie haben gelernt den Dingen auf den Grund zu gehen, was uns früher von den Glaubensführern strengstens verwehrt wurde. Bei einem solchen Verhalten wären wir von der Kirche, von der Gesellschaft und damit vom sozialen Lebensgefüge ausgestossen und diskriminiert gewesen. Seit 2000 Jahren ist das der spezielle Weg der Juden unter den Christen und den Moslems. Sie kennen Ausgestossensein und Diskriminierung.

Wie immer dem auch sei, inzwischen wissen wir, dass Elohim JaHuWaH Ruach ist, kein Geist im christlichen Sinn, kein Gespenst und kein männliches Wesen aus Fleisch und Blut, so wie wir uns Männer vorstellen. Wir haben aber keine anderen Ausdrucks- und Redeweisen, als jene, die uns immer schon, seit Jahrtausenden mehr oder weniger geläufig sind und das sind meistens maskuline Verständigungsformen, die im Prinzip niemandem schaden. Wenn wir nämlich wissen, worum es sich bei einem Gespräch oder einer Sache handelt, dann brauchen wir auch keine neuen Rede- und Ausdrucksweisen (s. z. B. die angebliche geschlechtergerechte Sprache, kurz auch Gendersprache).
Das Ziel soll die Gleichbehandlung von Frauen und Männern und darüber hinaus aller Geschlechter zum Ziel haben und die Gleichstellung der Geschlechter in gesprochener und geschriebener Sprache zum Ausdruck bringen. Diese eingeschlagenen Wege schaffen aber nur Chaos. Menschen, die solches fordern bedürften eigentlich einer anderen Hilfe.
Keine äussere formale Veränderung kann in den Menschen etwas zum Guten verändern, sondern das Herz muss verändert werden. Das sagt uns das Zeugnis der Propheten im TaNaCH durchgehend. Wir kennen die allbekannte Weisung aus dem Munde des Propheten Shmuel: “Denn JaHuWaH sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber JaHuWaH sieht auf das Herz” (1Sam 16,7). Ob das ein Mann oder eine Frau oder ein männlicher Gott gesagt hat oder nicht, das spielt hier keine Rolle, wichtig ist die Botschaft, dass sie gehört und umgesetzt wird, wenn sie Leben zum Besten verändern soll. Diese Botschaften kommen für uns aus dem Munde/Ruach JaHuWaHs, denn sie schaffen Leben, verändern die Herzen der Menschen, nehmen den Menschen mit in die täglichen Herausforderungen und Entscheidungen des Lebens hinein.

Schon sehr früh haben weise Menschen die Tatsache erforscht und erkannt, wer denn JaHuWaH wirklich sei. Unter anderen wesentlichen Erkenntnissen (vgl. Gim 626) eröffnete JHWH, der El Eljon den Forschenden folgende Tatsache: ER öffnete ihnen den Blick für die wesentlichen und gesunden Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens, die ein freies aber auch ein verantwortungsvolles Leben in dieser Welt ermöglichen.
In den ersten drei Weisungen der Zehn Gebote hat sich dieses Verantwortungsbewusstsein für immer niedergeschlagen. Wunderbar!
“Und Elohim redete alle diese Worte und sprach: Ich bin JaHuWaH, dein Elohim, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe. Du sollst keine andern Götter haben neben mir. – Du sollst dir kein Götterbild (keine Vorstellung von JaHuWaH oder irgendeinem Gott) machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist (aus der Schöpfung sollst du nichts mit JaHuWaH vergleichen und auch nichts zu einem Gott machen und in Form eines Kunstwerkes, einer Statue oder eines Bildes darstellen und anbeten). Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen (Kein Kult schaffen)”.

Mit Unterstützung der UNO, den führenden islamischen Ländern und den meisten christlichen Ländern ist es der Hamas gelungen, die Juden einmal mehr vor der ganzen Welt als diejenigen hinzustellen, als die sie bereits der Jesus Christus des Paulus, d. h. der Getauften, vor der griechischen und römischen Welt hingestellt hatte: “Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun” (Joh 8,44). “Ihr tut die Werke eures Vaters” (Joh 8,41). “ihr nun tut, was ihr von eurem Vater gehört habt” (Joh 8,38a).
Wenn einem getauften Menschen von Kindesbeinen an, also in seiner Kinder- und Jugendzeit, in seiner Schulzeit und Freizeit solche Irrtümer in einem religiös-autoritären Umfeld offiziell indoktriniert werden, können wir dann irgendwann erwarten, dass eine solche religiöse Impfung im Laufe des Lebens ihre Wirkung verlieren wird?

Seit dem 7. Oktober wurde diese Tatsache ununterbrochen bestätigt, ebenso an der letzten UNO-Sicherheitsratssitzung vom 15. November 2023. Der UNO-Sicherheitsrat hatte sich auf eine völkerrechtlich bindende Resolution mit der Forderung nach einer mehrtägigen humanitären Feuerpause in Gaza geeinigt. Israel reagierte empört auf diese einseitige Forderung: Das Aussenministerium teilte mit: Israel ruft den Weltsicherheitsrat und die internationale Gemeinschaft dazu auf, entschlossen die Freilassung aller israelischen Geiseln zu fordern, wie es die [aktuelle] Resolution [nun endlich]festlegt.
Solange die Hamas nicht alle Geiseln freilasse, würde es keine längeren Feuerpausen geben wie sie der Weltsicherheitsrat fordert. Berechtigterweise kritisiert Israel diese Forderung als realitätsfremd. Der Israelische UNO-Botschafter reagierte bestürzt darauf, denn fast 6 Wochen sind es her, seit die Hamas auf bestialische Weise ein fürchterliches Massaker unter den Juden angerichtet hatte. Wehrlose Menschen Säuglinge, Kinder, Frauen und alte Menschen sind auf äusserst barbarische Weise verbrannt oder abgeschlachtet worden. Dieser UN-Rat hat während dieser Zeit rund zehn Mal zu diesem Geschehen getagt und Resolutionen verabschiedet, aber kein einziges Mal hat er die Massaker der Hamas in einer Resolution verurteilt und die sofortige Freilassung der Geiseln gefordert. Wessen Geistes Kinder die meisten Beteiligten in einem solchen Weltrat sind, der sich für den Frieden der Welt als verantwortlich zeichnet, braucht wohl nicht mehr extra gesagt zu werden.

Wir verstehen heute sehr gut, warum JaHuWaH mit den Propheten und Weisen Israels den Lebensakzent auf Recht und Gerechtigkeit setzt. Nichts darf gegen Recht und Gerechtigkeit die Hand erheben. Wir wiederholen: “Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Gnade (Liebe) und Treue gehen vor deinem Angesicht her. Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! JaHuWaH, im Licht deines Angesichts wandeln sie. In deinem Namen freuen sie sich täglich, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht. Denn die Zierde ihrer Stärke bist du” (Psalm 89,15-17). “Du hast die Rechtsordnung begründet und hast Recht und Gerechtigkeit in Jakob geschaffen” (Ps 99,4). “Glücklich, die das Recht bewahren, die Gerechtigkeit üben zu aller Zeit”! (Ps 106,3). Das haben die Siedler (religiösen Zionisten) bis heute nicht verstanden.
“Lernt Gutes tun, fragt nach dem Recht, weist den Unterdrücker zurecht”! (Jes 1,17). “Denn ich, JaHuWaH, liebe das Recht” (Jes 61,8). “Gerechtigkeit und Recht üben ist JaHuWaH lieber als Schlachtopfer” (als religiöse Rituale) (Spr 21,3).
Nichts tut mehr weh als Ungerechtigkeit zu erleben. Selbst der beste Mensch kann unbeabsichtigt ungerecht handeln, wenn er nicht wachsam bleibt und nicht dauernd persönlich oder mit anderen zusammen nach der Gerechtigkeit sucht und bemüht ist, sie umzusetzen.
Wir bleiben jedenfalls dran, trotz der Dinge, die möglicherweise auch uns im Leben ungewollt dazwischen geraten sind und bis heute ihre Auswirkungen haben. Allen wünsche ich die nötige Kraft mit den Dingen des Lebens weise umzugehen.
Herzliche Grüsse und Shabbat Shalom.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 17. März 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.