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Den TaNaCH studieren: "So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen" (Jer 6,16). So etwas hat es unter den Menschen vorher nicht gegeben.

Glaubensimpuls 607 von Gregor Dalliard

Unter dem zerstreuten israelitisch-jüdischen Volk durch die Assyrer und Babylonier gab es im Laufe der Zeit einen unterschiedliche Umgang mit dem Wort der Propheten. Das ist etwas, das klar ersichtlich ist. Auf diese Entwicklung bin ich eingegangen. Die Textsammler versuchten später diese verschiedenen Quellen miteinander zu verbinden und Unterschiede im Umgang mit dem Prophetenwort auszugleichen, in Einklang zu bringen. Wo sie das nicht für nötig hielten,liessen sie diese unterschiedlichen Überlieferungen so stehen. Das sehen wir z. B. in den beiden unterschiedlichen Schöpfungsberichten, die uns in der Thora überliefert sind. Den ersten finden wir in 1Mo 1,1–2,4, den zweiten in 2Mo 2,4b–25.
In beiden Schöpfungsberichten lag es den Schreibern am Herzen JaHuWaH, den El Shaddai als den Schöpfer des Lebens zu bezeugen. Das war auch das Anliegen der späteren Schriftsammler gewesen. Damit wollten sie den Unterschied zu den Göttern und ihren Machenschaften im Heidentum hervorheben. Das ist eine aufrichtige Einstellung. Diese Einstellung ist aus den Texten klar ersichtlich. Im Laufe unserer Auseinandersetzungen mit den Inhalten des TaNaCHs (des “AT”) haben wir diese Einstellung der Schreiber und der Schriftensammler des TaNaCHs zur Kenntnis genommen.
Die Autoren des TaNaCHs erwarten von jeder Generation einen seriösen Umgang nit den Inhalten des TaNaCHs. Die Menschen stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen. Jede Entscheidung muss im Lichte der prophetischen Schriften getroffen werden. So gab es zur Zeit des Moshe noch keine Autos, keine Panzer, keine Spitäler etc. Unsere Beziehung zu JaHuWaH wird weder durch eine gesunde Beschäftigung mit den Inhalten des TaNaCHs noch mit den jeweils aktuellen Themen des Lebens im Lichte JaHuWaHs beeinträchtigt.

Was aber war und ist das einigende Band unter dem zerstreuten israelitisch-jüdischen Volk? Wo immer sie aus geopolitischen Interessen oder aus religiösen Gründen zerstreut worden sind, ein einigendes Band hat sie weltweit zusammengehalten. Es war und ist das Shma Jisrael (Höre, Israel) (5Mo 6,4+ff). Dieses Grundbekenntnis ist das einigende Band des auserwählten Volkes, wo immer sie auf dieser Erde leben.
Aus diesem Bekenntnis fliesst alles Leben. Im Feiern des Shabbats und der Feste JaHuWaHs wird das einigende Band mit JaHuWaH und untereinader immer wieder erneuert und vertieft. Selbst wenn wir den Shabbat oder die Feste JaHuWaHs aus kulturell-wirtschaftlichen Gründen nicht feiern können, so sollten wir uns zumindest dazu bekennen.
Wir könnten sagen, aus diesem Bekenntnis folgt alles Leben, alles, was wir zum Leben brauchen um gemeinsam glücklich zu werden und zu sein. Daraus und darauf wurzelt aller Segen, der persönliche Frieden und die innere Ruhe auf dem Weg durch die Zeit.
JaHuWaH ist der EINZIG EINE und ausserhalb von IHM ist keiner, der Recht und Gerechtigkeit übt, der Gnade und Barmherzigkeit walten lässt (Ps 89,15), der Sünden vergibt und Gebrechen heilt (Ps 103,3) und der unter den Menschen keine Klassensysteme akzeptiert. Siehe dazu die vielen Weisungen im Umgang mit Waisen und Witwen, mit Hungernden, Notleidenden, Einsamen, Verachteten und Fremden, mit solchen, die zu Unrecht gefangen gehalten werden. Das ist ein Fasten, wie JaHuWaH es liebt (vgl. Jes 58). Diese lebenswichtigen Weisungen im TaNaCH sind aus dem Munde JaHuWaHs, bzw. der israelitisch-jüdischen Propheten und Gerechten hervorgegangen. So etwas hat es unter den Menschen vorher nicht gegeben.

JaHuWaH ist keine Religion. ER hat nie eine Religion gegründet. ER ist kein Gott. ER hat rein gar nichts mit Göttern und Gottheiten der Assyrer, der Perser, Griechen, Römer, Christen oder anderer Völker zu tun (vgl. Jes 44,6: 45,5.14.18.21;46,9 u. v. m.). Die Heiden sehen z. B. in einem Vulkan das Handeln einer selbständig wirkenden Gottheit, die durch Menschen- und Tieropfer, durch Zeremonien und Gebete, beruhigt werden muss. Der Gott der Christen musste mit einem Menschenopfer versöhnt und beruhigt werden. Selbst das israelitisch-jüdische Volk machte zeitweise JaHuWaH zu einem Gott, als viele von ihnen JaHuWaH verliessen. Sie glaubten und lehrten JaHuWaH müsste mit Tieropfern versöhnt werden (vgl. Jer 7,21-22). Dagegen redeten die Propheten Klartext (vgl. z. B. Ps 50,13-14).

Der neue Glaube Abrahams sieht in den Kräften der Natur keine Gottheiten am Werk. Der Glaube Abrahams lehrt die Menschen, die Naturkräfte als etwas zu sehen, das von JaHuWaH, dem El Shaddai gegeben ist. Elohim JaHuWaH ist der Höchste, als der El Eljon hat ER Himmel und Erde geschaffen (vgl. 1Mo 1,1; Jes 45,18). Keine Religion mit ihrem Gott ist IHM gleich. Er hat auch keinen Namen, wie die Götter sie haben. Er zeugt keine Söhne, wie Götter der Babylonier, der Griechen, der Römer und der Gott der Christen.
ER fordert kein menschliches Blut, das IHN durch einen von Ihm gezeugten Sohn mit der Menschheit versöhnen müsste, wie das von den Heiden gelehrt und von den Christen übernommen worden ist. Darum wird er nicht Gott, Theos, Deus, Zeus, Jesus, Christus oder sonst wie genannt, wie die Götter der Heiden und der Gott der Christen, sondern ELOHIM JaHuWaH. Der Gott der Christen zeugte einen Sohn, weil er die griechisch-römische Gottheit Zeus, Theos/Deus ist.
Dieser Gott (bzw. Götter) ist nicht der Elohim JaHuWaH, hat nichts mit IHM zu tun. Dürfen wir so etwas erkennen, dann folgt nach einigen inneren Kämpfen eine unendliche Freude. Wir werden für den Rest des Lebens froh und dankbar sein.
Für einen TaNaCH-orientierten Juden, oder sagen wir es so, einen bibeltreuen Juden war, ist und wird es immer klar sein: JaHuWaH ist der Name des El Eljon, d. h. des Höchsten, der Elohim, der Himmel und Erde geschaffen hat (1Mo 1,1; Jes 45,18). Er ist der EINZIG EINE. Dieses Bekenntnis ist im Shma Jisrael (“Höre, Israel”, vgl. 5.Mo 6,4-9) und in den zehn Weisungen (zehn Gebote, vgl. 2Mo 20,1-17; 5Mo 4,1-20) festgehalten. Dieses Bekenntnis hat JaHuWaH als Ziel für alle Menschen vorgesehen. Es ist und bleibt das Weltethos JaHuWaHs, das am Aufbau des Friedensreiches engagiert ist und mit JaHuWaH ins Friedensreich führt.

Der berühmte Pharisäer und Schriftgelehrte Rabbi Hillel war in seiner Jugendzeit aus Babylonien nach Jerushalajim heimgekehrt. Dies geschah noch vor der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahre 70 u. Z. durch die Römer. Er wurde Oberhaupt der nach ihm benannten Schule. Ausgehend von dem Shma Jisrael (“Höre, Israel”, vgl. 5.Mo 6,4-9) und den zehn Weisungen (zehn Gebote, vgl. 2Mo 20,1-17) lehrte Hillel die Grundprinzipien des Lebens, wie sie überall in der israelitisch-jüdischen Gemeinschaft seit der Offenbarung am Sinai (5Mo 4,1-20) von JaHuWaH, bzw. von Moshe, grundgelegt worden sind. (Die Perlen des Lebens suchen und finden, auch unter den Begebenheiten am Sinai!)
Grundlage des Glaubens und des Lebens überhaupt, so Hillel, ist die ungeteilte Liebe und Treue zu JaHuWaH, dem EINZIG EINEN und zum Nächsten. Daraus erwächst die soziale Gerechtigkeit als Basis eines friedvollen Zusammenlebens der Menschen untereinander. Konkret heisst das: Dem Nächsten, darf nichts angetan werden, was man selber nicht erleben möchte.
Hillel fasste die gesamte Thora in einem einzigen Satz zusammen, die er als die “Goldene Regel“ bezeichnet: „Was dir nicht lieb ist, das tue auch deinem Nächsten nicht an.“ Das ist im Prinzip die Zusammenfassung der Thora. Paulus und mit ihm alle Getauften haben dieses Prinzip der persönlichen Beziehung mit JaHuWaH verworfen. Weil der Gott (Zeus) der Getauften keine persönlich Beziehung zu den Menschen haben will, setzten die Getauften an dessen Stelle die Unter-Gottheit Jesus Christus ein, die als Ersatz und Mittler alles für die Getauften erledigt hat und erledigt (vgl. die Paulusbriefe und die daraus entstandenen Evangelien). Die schrecklichen Folgen der Verwerfung JaHuWaHs und seiner Weisungen des Lebens durch die getauften Führer wird uns in der 2000-jährigen kriegerischen Geschichte der Christen untereinander knallhart vor Augen geführt. Unfassbar!

Jahushua von Nazareth war ein Schüler der Schule des weisen Pharisäers Hillel. Wie Tausende seiner Thora-treuen Mitschüler ist auch Jahushua von Nazareth als junger Jude unter der grausamen Herrschaft des römischen Statthalters Pilatus von den Römern gefoltert und hingerichtet worden. Während seiner brutalen zehnjährigen Herrschaft in Judäa liess Pilatus rund 6'000 jüdische Männer durch Kreuzigung grausam foltern und töten, weil sie JaHuWaH und SEINEM Willen (Weltethos) die Treue hielten.
Sie verteidigten Recht und Gerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit, Gnade und Barmherzigkeit für jeden Menschen, der einsichtig wird. Sie lehnten jede Form von Bestechung ab und verweigerten der brutalen, ungerechten römischen Kaiserkultur ihren göttlichen Zuspruch und damit ihre Gefolgschaft. JaHuWaH hatte ihnen Recht und Gerechtigkeit als die Grundprinzipien des menschlichen Zusammenlebens erschlossen. Diese Werte verteidigten sie auf Leben und Tod.

Ja, und wie sollen wir Jer 8,4-9 verstehen? Darüber das nächste Mal.

Shabbat Shalom und herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 21. April 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.