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Den TaNaCH studieren: "So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen" (Jer 6,16). Gerechtigkeit und Recht.... Gnade und Treue. Teil 10

Glaubensimpuls 599 von Gregor Dalliard

“Was sie (Propheten) verstanden hatten, war das, was sie aus dem praktischen Leben der Menschen untereinander und miteinander erkannt hatten. Daraus zogen sie die Konsequenzen. Entsprechend redeten sie.”
Ja, anhand des Umgangs der Menschen untereinander und miteinander erkannten die Propheten, wie ein menschliches Zusammenleben funktioniert und wie ein solches nicht funktioniert. Darin und daraus erkannten sie das Wesen des JaHuWaH, des El Eljon, den sie als den Schöpfer des Lebens begriffen. In schier endlosen Beobachtungen und Erfahrungen erkannten sie, dass nur dort JaHuWaH zu Hause ist, wo Recht und Gerechtigkeit unter den Menschen gelebt wird, wo Menschen nach dem Recht und in der Gerechtigkeit erzogen werden, da ist JaHuWaH. Damit das aber geschehen kann, muss es eine Grundlage von Recht und Gerechtigkeit geben, an der sich der Mensch orientieren kann (und muss), will er als Geschöpf des Schöpfers JaHuWaH mit anderen Menschen auskommen und in Frieden und Ruhe leben.

Eine solche Grundlage geben uns die Propheten im Shma Jisrael (Höre Israel) und im Zehnwort (zehn Geboten). Sie bleiben beständig bestehen. Daraus und darauf sind alle damit zusammenhängenden Verhaltensregeln des menschlichen Zusammenlebens aufgebaut worden. Sie sind sehr oft vermischt mit einem übertriebenen frommen Regelwerk, das Menschen in ihrem religiösen Eifer (Fanatismus) JaHuWaH zugeschrieben haben, obwohl es in Wirklichkeit nicht so ist. Darum sind auch wir aufgefordert, die Werte JaHuWaHs innerhalb des TaNaCHs (“AT”) wie kostbare Perlen zu suchen und zu finden.
Im Laufe der Zeit werden die Menschen mit neuen Dingen des Lebens konfrontiert und herausgefordert, bedingt durch ihre Entwicklung (Globalisierung, Wissenschaft, Technik, Medizin, Biologie, etc.).
Die praktische Anwendung dieser zusammenhängenden Verhaltensregeln müssen aus dem Geiste des ständig bleibenden Grundrechtes JaHuWaHs von Recht und Gerechtigkeit erforscht, geprüft und erkannt werden. Hier finden wir die Grundrechte, die JaHuWaH für alle Menschen gegeben hat. Von hier aus muss jede Rechtsfrage geklärt werden.
Menschen beanspruchen von anderen Menschen, dass sie neben diesen Grundrechten JaHuWaHs auch solche Rechte in ihre Verfassungen aufnehmen, die den Grundrechten JaHuWaHs widersprechen. So etwa die Forderung, Kinder bis zum neunten Monat der Schwangerschaft diskussionslos abtreiben (m. a. W. ermorden) zu dürfen.
In der Rechtsweisung JaHuWaHs in 2Mo 20,13, im sogenannten 6. Gebot, gebietet JaHuWaH den Menschen: “Du sollst nicht morden”. Wer ein wehrloses Kindlein wegschafft, der mordet. Wenn JaHuWaH, der Schöpfer des Lebens jeglichen Mord verbietet, dann hat das seine ernst zu nehmenden Gründe (Übrigens: töten ist etwas anderes als morden). Wo eine Regierung sich über solche Grundrechte des Lebens hinwegsetzt, wo solche Grundrechte nicht mehr gelehrt werden, erodiert eine Gesellschaft sehr schnell. Dass Menschen, vor allem Frauen, zu solchen Handlungen greifen, hat viele Gründe. Sie liegen zwischen Situationen der Verzweiflung bis hin zu dreistem Egoismus.

Die Gründer der christlichen und islamischen Religionen waren und sind der Meinung, der Mensch könnte durch das Einhalten religiöser Vorschriften, durch sich ständig wiederholende Rituale und Gebete, die jahrein, jahraus vollzogen werden, zu besseren Menschen gemacht werden und dadurch in den Himmel kommen, nicht in die Hölle. Obwohl sie es gut meinen, bleibt das eine gewaltige Täuschung. Diese irrige Meinung widerspricht der Lehre der israelitisch-jüdischen Propheten.
Der zentrale Punkt ihrer Lehre ist, wie schon oft gesagt, der schrittweise Aufbau der Beziehung und des Vertrauens zu JaHuWaH. Darauf keimen, gedeihen und reifen Recht und Gerechtigkeit, Gnade und Treue. Kein Weg führt daran vorbei, wollen wir den inneren Frieden und die Ruhe finden. “Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt!” (Ps 89,15).

Allen wünsche ich gesegnete Zeiten. Lassen wir sie zu. Nutzen wir die dargebotenen Schätze des Lebens.

Herzliche Grüsse und Shabbat Shalom

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 21. April 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.