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Paulus und Mohammed. Zum Thema: Den TaNaCH studieren: "So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen" (Jer 6,16). Teil 11

Glaubensimpuls 600 von Gregor Dalliard

Paulus und Mohammed sind Gründer von Religionen. Paulus, der Gründer des Christentums, beruft sich auf eine auferstandene Gottheit namens Jesus, die sich ihm aus dem Himmel geoffenbart haben soll, so glaubte er. Mohammed, der Begründer des Islams, beruft sich auf den Engel Gabriel, der sich ihm aus dem Himmel offenbarte, so glaubte auch er. Beide berufen sich auf Offenbarungen, die sie im Traum oder als Visionen und Stimmen wahrgenommen haben. Beide berufen sich angeblich auf den EINEN EINZIGEN Elohim JaHuWaH, so glauben sie. In Wirklichkeit berufen sie sich auf Gottheiten, darum stehen beide Offenbarungen nicht nur im Widerspruch zum prophetischen Wort, zu JaHuWaH, sondern auch im Widerspruch zueinander.

Während Mohammed vieles vom Judentum übernommen hat, baute Paulus seine Religion auf der Basis des Hellenismus auf, vor allem auf der platonisch-stoischen Philosophie. Entsprechend braucht er eine Erlösergottheit, die mit ihrem Blut die Sünden der Menschen sühnt, wie das in älteren heidnischen Religionen üblich war. Jeder von ihnen behauptet: “Nur ich habe die Wahrheit!” Das sagt eigentlich schon alles über diese beiden Religionen aus, die jede den Anspruch der Wahrheit für sich erhebt.
D. h. nicht, dass in diesen Religionen nichts Gutes zu finden ist. Beide aber haben ihre Visionen und Offenbarungen mit den Erfahrungen der israelitisch-jüdischen Propheten und anderen Elementen aus dem TaNaCH (“AT”) vermischt. Was dabei herausgekommen ist, liegt vor unseren Augen, aber Moslems und Christen dürfen das nicht sehen. Sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart sprechen die Wahrheit. Als die beiden ihre Religionen gründeten, existierte die Erkenntnis der Propheten schon Jahrhunderte lang. Sie vermitteln uns die Basis des menschlichen Zusammenlebens.

Wir stellen fest, dass sich Paulus und Mohammed im Unterschied zu den israelitisch-jüdischen Propheten nicht auf die Erfahrungen des Lebens, auf die Erfahrungen des menschlichen Zusammenlebens berufen, die für JaHuWaH unantastbar und massgebend sind. Diese Erfahrungen sind zusammengefasst im Grundbekenntnis, das wir immer wieder gerne wiederholen möchten: “Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt!” (Ps 89,15). Dieses Bekenntnis durchzieht den ganzen TaNaCH. Es findet Ausdruck in unzähligen weiteren Bekenntnissen, wie etwa in Psalm 82,3: “Schafft Recht dem Geringen und der Waise, dem Elenden und dem Bedürftigen lasst Gerechtigkeit widerfahren! Rettet den Geringen und den Armen, entreisst ihn der Hand der JaHuWaH-losen (Gottlosen)!”

Menschen, die psychisch erkrankt sind, hören sehr oft Stimmen oder haben Visionen, oft beides miteinander. Solche Menschen sind oft einem hohen Leidens- und Sendungsdruck ausgesetzt. Das war bei beiden Gründern ihrer Religion der Fall, sowohl bei Paulus als auch bei Mohammed. Hören Menschen auf solche psychisch erkrankten Menschen, gehen sie auf solche Menschen ein, weil sie offenbar von einer Gottheit gesandt sind und bisher Unbekanntes, Ergreifendes, Neues zu sagen haben, dann kann das böse Auswirkungen haben. Diese Phänomene waren im Hintergrund auch bei Stalin, Hitler u. a. feststellbar.
In einem etwas anderem Zusammenhang tritt dieses Verhalten auch bei Putin zutage. Die Sendung Putins wird offenkundig vom Patriarchen Kyrill, Patriarch von Moskau und der ganzen Rus, gefördert. Sie geht Hand in Hand mit der Opfertradition, die in der Antike und im Altertum zum Glaubensgut gehörte. Sein Leben opfern für eine höhere Sache (eine Gottheit, ein Volk) eine religiöse Überzeugung, kennen wir beinahe in allen Religionen.
Hier vermischen sich der angebliche göttliche Sendungsauftrag nach dem Bedürfnis der Wiederherstellung göttlich-menschlicher Ordnungen und der Drang nach politischer (geopolitischer) Macht und Vorherrschaft miteinander. Die Frucht aus dieser Kombination ist immer Gewalt mit fürchterlichem Elend.

Dieser religiös begründeten Aufopferungstradition werden Millionen und Abermillionen Menschen geopfert. Sie gehen durch endloses Leid, weil eine angebliche Gottheit durch Offenbarung eine bestimmte Forderung stellt. Das verdeutlichen die vielen Kriege, Inquisitionen und Strafexpeditionen des westlichen Christentums (z. B. gegen das Ostchristentum), die in der gewaltvollen Unterwerfung vieler Völker im Christentum zum Ausdruck kommt: “Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie” (Mt 28,19). Diese Lehre gründet auf die Offenbarungen des Paulus. Darauf ist das ganze christliche System der Unterwerfung aufgebaut.
Unendlich viel Leid und Blut ist dabei geflossen. Das ist die schreckliche Bilanz einer religiösen Verirrung, die den Lehren des Paulus gefolgt ist (vgl. Gal 1,8-9; Röm 11,7; 1Kor, 16,22; 2Kor 3,14; Joh 8,44; 2Thess 1,3-12; Mk 16,15-16; Mt 28,19-20).
Das verdeutlicht auch der Dschihad, der Heilige Krieg des Islam gegen Andersdenkende (sog. Ungläubige). Auch hier hatte und hat der Prozess der Unterwerfung ganzer Völker unter die Lehren Mohammeds grauenvolles Leid, Entwürdigung und Blut zur Folge. Das ist die unleugbare Bilanz einer grauenvollen religiösen Verirrung. Christen haben das Blutvergiessen folglich den Moslems vorgemacht.

Jeder einzelne von uns ist heute gefordert. Mag unser Einflussbereich noch so klein sein, das spielt überhaupt keine Rolle. Entscheidend ist, dass jeder von uns einzigartig ist und als solcher von JaHuWaH geliebt ist, was auch immer mit uns und um uns herum gerade geschieht. Das ist eine Grundregel, die uns die israelitisch-jüdischen Propheten mit auf unseren Lebensweg geben. Damit leben wir und das tut gut!

Allen wünsche ich einen gesegneten Shabbat Shalom.
Mit herzlichen Grüssen

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 21. Juli 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.