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Den TaNaCH studieren: "So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen" (Jer 6,16). Teil 9

Glaubensimpuls 598 von Gregor Dalliard

Für die Propheten war die Berufung, der Auftrag und die Sendung des israelitisch-jüdischen Volkes der Inhalt ihres Lebens. Sie wussten sich berechtigterweise für das auserwählte Volk und dessen Zukunft verantwortlich. Sie wussten sich in aussergewöhnlicher Weise für die ganze Menschheit verantwortlich. Darum wiederholen wir: “und in dir sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden” (1Mo 12,3). “Merkt auf mich, mein Volk, und meine Nation, hört auf mich! Denn Weisung geht von mir aus, und mein Recht werde zum Licht der Völker” (Jes 51,4). “Siehe, mein Knecht (das Volk JaHuWaHs), den ich halte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er wird das Recht zu den Nationen hinausbringen” (Jes 42,1).
In einer menschlichen Gemeinschaft in der sich viele für Gerechtigkeit und Recht einsetzen, können die Menschen glücklich und zufrieden leben, nicht aber dort wo Recht und Gerechtigkeit mit Füssen getreten werden. “Glücklich, die das Recht bewahren, die Gerechtigkeit üben zu aller Zeit!” (Ps 106,3).
Recht und Gerechtigkeit gehören zum Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Warum ist das so? Jeder Mensch ist im (nach dem) Bilde JaHuWaHs geschaffen und wird danach geschaffen, d. h. aus dem Wesen und im Wesen JaHuWaHs (1Mo 1,26-28). Zum zentralen Wesen JaHuWaHs gehören Recht und Gerechtigkeit: “Denn ein Elohim des Rechts ist JaHuWaH” (Jes 30,18). Also, möchte jeder Mensch, dass ihm Recht und Gerechtigkeit widerfährt.
Dazu gehört selbstverständlich das wunderbare Zeugnis, das allezeit in unseren Herzen ist und uns entsprechend freut: “Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! JaHuWaH, im Licht deines Angesichts wandeln sie” (Ps 89,15). Recht und Gerechtigkeit üben sie, in der Gnade und in der Treue zu JaHuWaH leben sie. Praktisch heisst das für uns auch: “Du sollst gegen deinen Nächsten nicht als Lügenzeuge aussagen” (2Mo 20,16). “Denn ich, JaHuWaH, liebe das Recht” (Jes 61,8). “Ein König (Politiker, eine Regierung, religiöse Herrscher, jede Organisation, ob religiös oder weltlich) verleiht durch Gerechtigkeit dem Lande Bestand” (Spr 29,4). Wo Streben nach Recht und Gerechtigkeit vorhanden ist, da ist JaHuWaH, da ist auch der Geist des Jahushua (Jeshua) von Nazareth.

Wir erinnern uns: “Womit soll ich vor JaHuWaH treten, mich beugen vor dem Elohim in der Höhe (El Eljon)? Soll ich vor ihn treten mit Brandopfern, mit einjährigen Kälbern? Wird JaHuWaH Gefallen haben an Tausenden von Widdern, an Zehntausenden von Bächen Öls? Soll ich meinen Erstgeborenen geben für mein Vergehen, die Frucht meines Leibes für die Sünde meiner Seele? Er hat dir mitgeteilt, Mensch, was gut ist. Und was fordert JaHuWaH von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und einsichtig zu gehen mit deinem Elohim” (Mi 6,8; 5Mo 10,12; Spr 21,3; Ps 51,18).

Alle Propheten JaHuWaHs legten den Finger auf Recht und Gerechtigkeit. JaHuWaH offenbarte sich ihnen als der El Eljon, der Höchste, in dem kein Unrecht ist, der weder Unrecht tut noch duldet: “Denn ein Gräuel für JaHuWaH, deinen Elohim, ist jeder, der Unrecht tut” (5Mo 25,16). “Denn bei JaHuWaH, unserm Elohim, ist kein Unrecht, kein Ansehen der Person und kein Annehmen von Geschenken (Bestechung)” (2.Chr 19,7). Was sie verstanden hatten war das, was sie aus dem praktischen Leben der Menschen untereinander und miteinander erkannt hatten. Daraus zogen sie die Konsequenzen. Entsprechend redeten sie.
Keiner kannte die tiefen Zusammenhänge des Lebens besser als sie. Sie kannten die Quellen des Lebens in ihrer überfliessenden Fülle: Sie fliessen aus dem gelebten Recht und der Gerechtigkeit. Sie kannten aber auch die Verderben bringenden Quellen, die den Geist des menschlichen Zusammenlebens allezeit bedrohen. Deren “Wasser” alles friedliche Zusammenleben vergiften, zerstören und Kriege heraufbeschwören können: Sie fliessen aus den Quellen des Unrechts und der Ungerechtigkeit.
Das alles erkannten sie aus der lebendig gepflegten Beziehung zu dem EINZIG EINEN, dem ELOHIM JaHuWaH, dem El Eljon, JaHuWaH, dem der Mensch in jeder Situation des Lebens vertrauen muss und soll. Ausnahmslos in jeder Situation. Nur diese Beziehung, dieses Vertrauen lässt uns Enttäuschungen überwinden, hilft uns, Enttäuschungen gut zu verdauen und mit neuer Lebenskraft aufzustehen. Selbst dann, wenn Menschen über uns die schlimmsten Lügentiraden verbreiten, wenn sie uns durch Rufmord zu ermorden trachten. JaHuWaH schläft nicht. Darum wiederholen wir auch diesen Zuspruch: “mit meinem Elohim überspringe ich Mauern” (Ps 18,30). (vgl. Gim 272)

Allen wünsche ich einen gesegneten Shabbat Shalom!

Herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 17. März 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.