"Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist" (Mt 5,48). Die Wirkung der Taufe: Der Sünde gestorben (Röm 6,1-11).
Glaubensimpuls 581 von Gregor DalliardWir kennen diesen Vers aus der Zeit als wir eifrige Christen waren. Diesen Vers haben wir ernst genommen, sehr ernst. Wir verstanden diese Aussage immer in Verbindung mit der Lehre des Paulus im Brief an die Römer: “Was sollen wir nun sagen? Sollten wir in der Sünde verharren, damit die Gnade zunimmt? Auf keinen Fall! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben? Oder wisst ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln. Denn wenn wir verwachsen sind mit der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein; da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sein soll, dass wir der Sünde nicht mehr dienen. Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde.
Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden; da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn. Denn was er gestorben ist, ist er ein für alle Mal der Sünde gestorben; was er aber lebt, lebt er Gott (Theos, Deus, HERR)” (Röm 6,1-11).
Damals sagte ich mir, vollkommen sein wie der himmlische Vater, dass muss möglich sein, da wir in der Taufe der Sünde gestorben sind. Paulus lehrt: “Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt” (Phil 4,13).
Ganz tief in meinem Inneren fing ich im Laufe der Zeit an die Wirkung der Taufe und an die Lehre des Paulus zu zweifeln, denn die Sünde überraschte mich immer wieder. Über Jahre bin ich damals an Gott (Theos, Deus, HERR), das ist natürlich der christliche Gott, schier irre geworden. Ich kannte den Elohim JaHuWaH, den El Eljon, den Höchsten noch nicht, wie hätte ich IHN, SEIN Wesen und SEINE Weisungen kennen sollen? Ich kannte nur die drei Gott-Personen der Getauften, und den damit eingefleischten heidnischen Drei-Götterkult. Darin sind wir erzogen worden.
Nun, ich fragte mich, wie ist das möglich, dass alle von den Päpsten heilig gesprochenen Menschen, die Heiligen der katholischen Kirche also, durch die Taufe der Sünde gestorben sind? Sie alle erreichten ihr Ziel, und ich vermag es trotz aller meiner Gebete, meiner Fastenübungen, trotz aller Verzichte und Werke der Nächstenliebe nicht zu erreichen. Gemäss Paulus aber ist diese Forderung von allen Getauften erfüllbar (Phil 4,13). Sie ist von seinem Gott (Theos, Deus, HERR) gefordert: “so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln… damit der Leib der Sünde abgetan sein soll, dass wir der Sünde nicht mehr dienen”.
Das ist schrecklich frustrierend, wenn du diesem Gott (Theos) des Paulus von ganzem Herzen entsprechen willst, mit aller Ernsthaftigkeit dieses Ziel anstrebst und es nie erreichst. Nach der Lehre des Christentums wirst du dein ewiges Leben im Himmel oder im immerwährenden Feuer der Hölle verbringen. Über Kasteiungen, Geisselung und Fasten versuchte ich dieses Ziel zu erreichen. Die Kirche stellt uns ihre grossen Heiligen vor, die sich selbst unsägliche Leiden zufügten. Über diese Methoden erreichten sie das grosse Ziel. Das machte sie vollkommen, zu Heiligen. Ihrem Beispiel sollten wir nacheifern, so lehrt sie ihre Anhänger. Über diese fromme Praxis sind sie also, wie Paulus lehrt, der Sünde gestorben und vollkommen geworden, wie der himmlische Vater. So suchte auch ich laufend nach neuen frommen Quälereien in der Hoffnung mein Ziel zu erreichen.
Dann aber kam schrittweise die Erlösung. Ich lernte den TaNaCH (“AT”) kennen. Bisher war er mir nur nach der christlichen Deutung bekannt und damit verschlossen geblieben. Unvoreingenommen meinte ich in den Lehren des TaNaCHs tiefere Zusammenhänge der neutestamentlichen Lehren zu finden. Stattdessen entdeckte ich aber die Fülle der befreienden Schätze, die im TaNaCH verborgen liegen, die uns JaHuWaH darin reichlich anbietet: “Und singend und den Reigen tanzend werden sie sagen: Alle meine Quellen sind in dir”! (Ps 87,7).
Nach den Weisungen JaHuWaHs im TaNaCH und den prophetischen Zusammenhängen wissen wir heute, dass Röm 6,1-11 die reinste Irreführung ist. Diese Worte sind das reinste Chaos, an Widersprüchlichkeiten nicht zu überbieten. Diese Lehre geht an der Wirklichkeit des Lebens vorbei, führt von der Wirklichkeit des Lebens weg. Sie versklavt, beraubt den Menschen seiner Würde, die ihm von seinem Schöpfer in der Torah zugesprochen ist.
Diese Lehre hat schon unzählige Getaufte im aufrichtigen Streben nach Vollkommenheit zu unberechenbaren frommen Verhaltensweisen verleitet. Zahllose Getaufte sind durch diese Lehre in Depressionen gestürzt worden. Das geschieht immer noch. Unzählige Christen sind in Verzweiflung, Wahnsinn und Aggressionen getrieben worden, und immer wieder kommen neue dazu. Trotz bester Absichten und trotz aller ihrer aufrichtigen Bemühungen der Sünde zu sterben, vermögen sie den Forderungen des Paulus nicht zu entsprechen.
Diese lebensfremde, zerstörerische Lehre des Paulus wurde später, als die “Evangelien” entstanden, zusammengefasst und Jahushua (Jeshua) von Nazareth mit folgenden Worten in den Mund gelegt: “Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist” (Mt 5,48).
Wer nun in die Schätze des TaNaCHs (“ATS”) hineinwächst wird verstehen, was mit der Aussage in Mt 5,48 gemeint ist: Wir sind dann der Sünde gestorben und vollkommen wie der himmlische Vater, wenn wir mit Freude und Dankbarkeit JaHuWaH vertrauen und SEINE Gedanken über uns ganz persönlich in Anspruch nehmen und in unserem Leben wirksam werden lassen. Dabei wollen wir doch nie vergessen, was für uns Menschen allezeit zu wissen wichtig ist: “Denn siebenmal fällt der Gerechte (jener Mensch, der JaHuWaH bedingungslos vertraut) und steht doch wieder auf” (Spr 24,16). Diese froh machende Botschaft wird dabei von folgendem Zeugnis definitiv getragen: “Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht JaHuWaH, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren” (Jer 29,11).
Shabbat Shalom und herzliche Grüsse
Gregor Dalliard
Ankündigungen
Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 13. April 2025 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!
In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).
Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.