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Die universelle Ethik JaHuWaHs. Auf dem Weg zum Friedensreich bringt JaHuWaH das Friedensreich schrittweise zur Fülle. Teil 4

Glaubensimpuls 570 von Gregor Dalliard

Melchisedek begegnete Abraham und segnete ihn. Wir haben uns gefragt: Was ist die Folge dieser Begegnung und dieses Segens? Vorweg sei gesagt: unermesslich. Melchisedek muss gewusst haben, dass JaHuWaH Abraham aus der Finsternis eines hochkultivierten Götzendienstes herausgerufen hatte. Die Geschichte zeigt uns, wie viele Menschen, die mit Elohim JaHuWaH gehen wollten, sich auf die Dauer nicht ganz gegen Einflüsse der Götzendiener und ihrer Ideologien erwehren konnten. Die geschichtliche Entwicklung der von JaHuWaH Herausgerufenen zeigt uns ein ständiges Hin und Her zwischen JaHuWaH und Götzendienst oder gewisse Vermischungen, die oft folgenschweren Einfluss auf das Leben der Menschen nahmen.
So ist etwa von Noah bezeugt: “Noah war ein gerechter Mann, untadelig war er unter seinen Zeitgenossen; Noah lebte mit Elohim” (1Mo 6,9). Selbst dieser aussergewöhnliche Mann verfiel später Einflüssen des Götzendienstes. Wie uns bezeugt wird, war die Not zur Zeit Noahs unter den Menschen gross: “Und Noah baute JaHuWaH einen Altar; und er nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar” (1Mo 8,20-21).
Dann wird gleich bezeugt: “Und der HERR roch den wohlgefälligen Geruch” (1Mo 8,21). Dass dieser HERR nicht JaHuWaH, der El Eljon war, dem Melchisedek angehörte und folgte, ist offenbar, denn Melchisedek, Priester des Höchsten, opferte nicht. Dieser HERR hingegen, der in 1Mo 8,21 erwähnt wird, genoss den Geruch dieses “Bratens” sichtlich, wie uns die Schreiber später berichten (die Priester des aaronitischen Priestertums). Dieses Faktum bezeugt uns etwa auch der Schreiber von Psalm 50: “Höre, mein Volk, und ich will reden, Israel, und ich will dich verwarnen! Ich bin Elohim, dein Elohim…. Sollte ich das Fleisch von Stieren essen und das Blut von Böcken trinken? Opfere Elohim Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde; und rufe mich an am Tag der Not; ich will dich retten, und du wirst mich verherrlichen!” (Ps 50, 7.13-14).
Inzwischen wissen wir aus den vielen Zeugnissen des TaNaCHs, dass JaHuWaH, der El Eljon, keine Freude an Opfern und Ritualen hat. Offenbar sollen sie Gemeinschaft und Frieden mit JaHuWaH erreichen oder erzwingen, was eine Täuschung ist. Damit ist die Frage berechtigt, von welchem HERRN in 1Mose 8,21 die Rede ist? Keinesfalls von JaHuWaH, dem El Eljon Melchisedeks, also von jemand anderem, dem Engel JaHuWaH.

Was JaHuWaH fordert, ist ein bedingungsloses gepflegtes Vertrauen in IHN, das von Dank getragen ist, ein Vertrauen, das durch nichts und niemand getrübt werden soll, mag das alles noch so gut gemeint sein.

Abraham wird darum mit den entsprechend harten Forderungen aus dem Götzendienst heraus gerufen. Sie scheinen uns aussergewöhnlich hart zu sein, ja unmenschlich: “Und JaHuWaH sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde” (1Mo 12,1)! Das sind harte Forderungen. Davon wusste Melchisedek, der Priester des Höchsten El Eljon. Wäre aber Abraham nicht gewillt gewesen, alles bisher Eingespielte, das Gewohnte, das bisher Vertraute im Glaubensleben seiner Familie aufzugeben, wäre er dieser Aufforderung sicher nicht gefolgt. Er wäre nie zum Segen, zum Licht der Völker geworden. Er aber hatte das feste verheissene Ziel vor Augen.
Wie schon manche Väter vor ihm, hatte auch er erkannt, dass ein Leben innerhalb der traditionellen Götzendienstformen keinen Tiefgang hat, keinen Sinn macht und laufend nur neue Formen der Sinnlosigkeit und Abhängigkeiten von Menschen hervorruft.

Abraham setzte also sein ganzes Vertrauen auf JaHuWaH, im Bewusstsein, dass Mensch zwar Mensch ist und bleibt, aber in JaHuWaH den Lebenssinn und die Lebensqualität findet. Das ist die Revolution: Abraham ist vor JaHuWaH gerechtfertigt allein aus diesem Glauben (Vertrauen) heraus. Damit hat er den Frieden mit JaHuWaH gefunden und sich zu einer grandiosen verantwortungsbewussten Persönlichkeit entfaltet, dessen Beziehung, dessen Vertrauen auf JaHuWaH zum Licht der Völker wird.
Schritt für Schritt setzt er sein Vertrauen auf JaHuWaH um. Das, was ihm gezeigt wird, setzt er um, obwohl er immer wieder Fehler macht, z. T. schwerwiegende, wie etwa im Umgang mit Sarah und Abimelech (vgl. 1Mo 20). Als die Angelegenheit ans Licht gekommen war, hatte Abraham nicht in verletzter Weise reagiert. Dank seiner tiefen Beziehung zu JaHuWaH konnte er einsichtig reagieren und sich neu ausrichten. Für JaHuWaH ist Abraham damit auf dem rechten Weg, Licht für die Völker zu werden: “Ich, JaHuWaH, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Und ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen, blinde Augen aufzutun….” (Jes 42,6). Das gilt sowohl für Abraham als auch für die Propheten und Israel.

Noch einmal: Abraham ist vor JaHuWaH allein aus dem Vertrauen heraus gerechtfertigt (aus der Beziehung, dem Glauben, heraus). Damit hat er den inneren Frieden mit JaHuWaH und wird zum Licht der Völker. Nichts liegt zwischen JaHuWaH und Abraham, rein gar nichts, weder ein opfernder Priester, noch ein Opfer, noch Blut von Tier oder Mensch, noch ein Mensch, noch eine Gottheit, noch ein Ritual, noch das Versagen, noch ein gutes Werk, absolut nichts. In diesem Vertrauen wird er nun zum Licht der Völker. Dieses Vertrauen zu JaHuWaH ist das Licht der Völker. HalleluJaHu.

Paulus wird später versuchen, diese gewaltige Wende hin zum inneren Frieden der einzelnen Menschen und zum Friedensreich zunichte zu machen, indem er lehrt: “Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott (Theos) durch unseren Herrn Jesus Christus” (Röm 5,1). Er schiebt die Gottheit Jesus Christus zwischen JaHuWaH und den einzelnen Menschen. Das ist absolut verwerflich, denn damit macht er die Gnade allein (das Vertrauen, die Beziehung allein) zunichte und verflucht alle, die seinem “Evangelium” nicht glauben (vgl. Gal 1,8-9; 1Kor 16,22). Die Folgen dieser Irrlehre haben fassungsloses Leid über diese Welt gebracht.

Melchisedek wusste von diesen Gefahren für die Zukunft der Menschheit. JaHuWaH hatte Abraham verheissen: “….und du sollst ein Segen sein! ….und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! (1Mo 12,2.3). Genau darin, allein in dieser Gnade (Vertrauen, Beziehung) ist das Leben. Sie duldet nichts zwischen JaHuWaH und einem Menschen! Ein solcher Bund kann durch nichts verdrängt, ersetzt oder aufgehoben werden. Wer das zu tun versucht, handelt in höchster Weise verantwortungslos und begeht im Grunde genommen ein schweres Verbrechen an den Menschen, wie uns das die Geschichte bis heute bestätigt.
Nichts geht also über die Thora JaHuWaHs hinaus. Das ist die Thora JaHuWaHs. Das nennt JaHuWaH: meine Thora (Gnade) in den Herzen der Menschen. Wunderbar!
Das ist die Beziehung zu JaHuWaH, dem El Eljon, wie Melchisedek sie lebte. Das ist Priester des Höchsten sein, das heisst, die Thora JaHuWaH in sich tragen, das ist das Licht, das zu den Völkern kommt, das ist der innere Frieden, der durch nichts und niemand ersetzt werden kann.
“Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Elohims, des Höchsten (des El Eljon). Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Elohim, dem Höchsten (dem El Eljon), der Himmel und Erde geschaffen hat! Und gesegnet sei Elohim, der Höchste (der El Eljon), der deine Bedränger in deine Hand ausgeliefert hat! – Und Abram gab ihm den Zehnten von allem” (1Mo 14,18-20). Welch ein Priester, Priester des El Eljon! Dieser Segen ist identisch mit dem Segen JaHuWaHs an Abraham in 1Mo 12,2-3. Das ist das kaum zu fassende Wunder, das allezeit wirksam ist, auch in deinem und in meinem Leben, denn kein Bedränger wird uns von JaHuWaH trennen können. Das weiss Melchisedek. Das weiss nun auch Abraham.

Eine grosse spätere Einfügung im ersten Buch Mose ist etwa das Kapitel 15, ab Vers 7. Hier haben die opfernden Priester später ihren Opferkult hineingezwängt, als ob der Tieropferkult eine Voraussetzung oder eine Notwendigkeit für eine Bundesbeziehung mit JaHuWaH voraussetzen würde. Hier ist der Engel JaHuWaH am Werk. Abraham ist noch am lernen. Ist das nun JaHuWaH oder ein frommer Funktionär, der ihn verwirren will (Engel JaHuWaH)? Er ist der Herr einer jeden Sache, die sich zwischen JaHuWaH und einem Menschen setzten will, weil angeblich nur so eine Beziehung zu JaHuWaH erfolgen kann und wirksam werden wird (sei das ein Opfer, Blut, ein Mensch, eine Gottheit, ein Ritual, ein Versagen, ein gutes Werk etc.).

Melchisedek wusste, dass die Beziehung Abrahams zahllosen Gefahren ausgesetzt bleibt, das trotz seiner klaren Entscheidung und Konsequenz. Schliesslich hat JaHuWaH ihn (bzw. seine Beziehung zu IHM, zu JaHuWaH), zum Träger der umfassenden Verheissungen für die ganze Menschheit bestimmt. Das, sowohl zur Erlangung des inneren persönlichen Friedens, als auch als Weg hin zum Friedensreich: “….und du sollst ein Segen sein! ….und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! (1Mo 12,2.3). Das ist einfach wunderbar. Bleiben wir uns dessen bewusst: Täglich werden so neue Kräfte des Segens in uns entfacht, die nicht nur uns, sondern auch unseren Mitmenschen und unserer Umwelt zugutekommen.

In dieser Freude und Dankbarkeit wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat Shalom!

Herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein am 16. Oktober 2022 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.