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Lena und Ruth; die Beständigkeit in der Neuschöpfung

Glaubensimpuls 548 von Gregor Dalliard

Auf meinen letzten Gim 547 “Clevere Christen”, bekam ich einige Reaktionen, gute und weniger gute, wie das so ist und sein muss. Durch solche Reaktionen wird das Herz des Menschen vor Verkalkung (vor frommen Ritualen, Gewohnheiten, stinkig-religiöser Luft) bewahrt. Wir bleiben auf unserem Glaubensweg immer fit und das zur Ehre JaHuWaHs, zu unserem Segen und dem unserer Mitmenschen. Das ist das Beste, das macht Lebenssinn. Wir nehmen uns einfach nicht zu wichtig, gerade weil wir uns in JaHuWaH voll beheimatet wissen, so wie das im kurzen Leben des Jahushua von Nazareth war.

Manchmal muss uns JaHuWaH durch enttäuschende Erfahrungen wie an die frische Luft setzen, besser gesagt, ins kalte Wasser schmeissen. Wir setzen uns mit unserer Glaubenssituation wieder zielbewusster auseinander. Von Herzen freuen wir uns wieder an dem, was wir bekommen haben, worin wir leben dürfen.
Eine erbauende Reaktion kam von einer Frau, die wir ganz einfach Lena nennen wollen. Lena war bis vor wenigen Jahren überzeugte Christin, zuerst katholisch, dann evangelikal. Alle ihre Aufmerksamkeit schenkte sie unvoreingenommen zuerst einmal dem, was ihr die Glaubenslehrer als Wahrheit der Bibel, als Jesus Christus, als Erlösung usw. vorgaben. Diese “Wahrheit” aber zeigte sich innerhalb ihrer angestammten Kirche und christlicher Gemeinschaften oft sehr widersprüchlich dem gegenüber, was sie sonst noch in der Bibel las (gemeint ist der TaNaCH).
Die Aussagen von Paulus im 2. Brief an die Korinther 5,18 und 19 passten überhaupt nicht zum geoffenbarten Glaubensgut von JaHuWaH und damit auch nicht zum Glauben des Juden Jahushua von Nazareth: “…aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus… und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete”. Jahushua war doch Jude, konnte er so Widersprüchliches geglaubt und gelehrt haben, wie so vieles im Johannesevangelium, das auf den Briefen des Paulus aufgebaut ist?
Diese Widersprüche nahm sie zuerst einmal so hin, weil sie glaubte, dass ihr das richtige Bibelverständnis fehle. Ihre “Lehrer” waren ja in der rechten Auslegung der Bibel geschult worden. Irgendwann aber konnte sie sich damit nicht mehr einfach so abfinden. Ihr schien es, als sprächen sie alle von einem unterschiedlichen Gott und Jesus. Also wurde sie ungehorsam. Was sie sich zumutete, war ihr von ihrer Gemeinde her nicht gestattet. Sie hatte sich der Auslegung der Gemeinde unterzuordnen, denn diese Auslegung war (angeblich) auf die himmlischen Offenbarungen Jesu an Paulus und auf die Auslegung der Kirchenväter gegründet, nicht auf dem Zeugnis der Propheten. Ihr fiel immer öfters auf, dass die im “NT” angegebenen Zitate aus der Bibel des Jahushua (“AT”) gar nicht dazu passten, sobald sie die grösseren Zusammenhänge betrachtete. Nach dem Verständnis der Prediger gilt die Offenbarung an Paulus diskussionslos als das inspirierte (unantastbare) Wort.
Sie riskierte alles, obwohl sie damit ihr Beziehungsnetz aufs Spiel setzte. Das aber war ihr enorm wichtig. Ohne das konnte sie sich kein erbaulicheres Leben vorstellen.
Ihre Familie und die Pflege eines behinderten Mitmenschen beanspruchten sie zwar mehr als genug, trotzdem wurde ihr die Suche nach JaHuWaH, dem Elohim des Jahushuas von Nazareth, sehr wichtig. Sie wollte wissen, von wem die Propheten in der Bibel wirklich reden (gemeint ist der TaNaCH), von welchem Gott und von welchem Gott Jesus Christus im “NT” spricht.

Ausschlaggebend war bei ihr letztlich das Wort in Jeremia 29,13-14a. (Ich habe dieses Wort im letzten Gim 547 zitiert, möchte es aber noch einmal zitieren): “Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht JaHuWaH”. (Wo in den “AT”-Übersetzungen HERR steht müsste JHWH stehen, sprich JaHuWaH, und wo Gott steht müsste Elohim stehen. Dort wo im „NT“ Jesus Christus steht müsste Theos stehen, deshalb schreibe ich nur noch von Jahushua und nicht mehr von „Jesus“). Als Christin wusste sie ja nichts von JaHuWaH, dem Elohim des Jahushua von Nazareth. Ihr war ja, so wie allen anderen Christen auch, eine zu den Grundquellen des Glaubens völlig widersprüchliche Theologie (Ersatztheologie) zum TaNACH (“AT”) vermittelt worden. Damit war sie von JaHuWaH, aber auch vom Glauben des Jahushua von Nazareth von vornherein abgeschnitten.

Eigentlich wollte sie alles über Bord werfen, als ihr zu alledem noch ihr Mann in die Quere kam. “Aber nein, sagte sie sich”, und da kam ihr der anerzogene “sture” Kopf zu Hilfe: “Ich will die Zusammenhänge besser kennen und verstehen lernen. Ich will meine Glaubenskräfte nicht vergeuden”. Sie liess nicht locker. Die entscheidende Wende brachte genau diese Erkenntnis, die von unserer Suchenden im letzten Gim, nennen wir sie Ruth, voller Emotionen vorgebracht worden ist. Lena bestätigt den Frust von Ruth. Sie sagt: “Wie verantwortungslos und gewissenlos Paulus, Petrus und Johannes und ihre ‘Mitarbeiter’ mit der Wirkung des angeblich einmal vollzogenen Opfers von Golgatha umgehen, das konnte ich überhaupt nicht verstehen und auch nicht länger akzeptieren.
Es kann doch nicht sein, dass sie predigen, Jesus Christus hätte mit seinem Blut am Kreuz von Golgatha angeblich für die Sünden der ganzen Welt bezahlt, der Vater im Himmel sei damit vollkommen zufrieden und versöhnt, dann aber kommen sie und fordern die Menschen auf, lasst euch mit Gott versöhnen und taufen, damit euch die Sünden vergeben werden und ihr nicht in die Hölle kommt. Das kann doch keine Lehre von Gott sein. (Mit Gott meint sie hier JaHuWaH). Das ist der grösste Widerspruch, der mir in meiner Bibel (sie meint das “NT”) jemals begegnet ist”.
Die Thora spricht nicht von einem Opfer der Versöhnung durch Jesus Christus, das die Vergebung der Sünden der ganzen Welt bewirkt, auch kein Prophet spricht von solchen irreführenden Lügen. Niemand spricht von solchen Irrlehren wie Paulus sie einführt: “Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden” (2Kor 5,17). Auch nicht: “Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus” (Apg 16,31). Das sind schlimme Lügen.

Die Thora und die Propheten sprechen im Auftrag JaHuWaHs ganz klar, wie ein Mensch zu einer neuen Schöpfung wird, wie ein Mensch von JaHuWaH gezeugt und geboren wird. Sie spricht vom ersten Buch bis zum letzten vom persönlichen Vertrauen auf JaHuWaH und von der persönlichen Umkehr zu JaHuWaH. Darin wird ein Mensch eine Neuschöpfung, an der sich JaHuWaH freut. Das war der Glaube des Jahushua von Nazareth. Die Thora lehrt auch keine Hölle. Das sind die zentralsten Botschaften in denen und aus denen Jahushua von Nazareth lebte. Die Lehre der Thora setzt sich entschieden ab von allen heidnischen Vorstellungen über das, was Himmel und Hölle ist, was JaHuWaH und Göttervorstellungen sind, über das, was uns als angebliche Neuschöpfung eingeredet und aufgezwungen worden ist.
Unter dem Vorsitz der römischen Kaiser wurde die christliche Erlösungslehre zu einem Glaubensgesetz entwickelt und verankert. Seit dem 3. Jh. sind alle traditionellen Glaubenselemente und philosophisch-heidnischen Glaubensvorstellungen der damaligen Welt miteinander vermischt und verschmolzen worden. Wichtige Elemente aus dem Glaubensschatz der Juden wurden entwendet, umgedeutet und ebenso mit der neuen Reichsreligion vermischt. Das Christentum ist nie müde geworden, den Jahushua von Nazareth als Jesus Christus für seine absurdesten Lehren über das Reich Gottes, Himmel und Hölle, Erlösung etc. zu missbrauchen.
Jahushua lehrte entschieden nur die Umkehr zu JaHuWaH, die Anbetung JaHuWaHs allein, mit allem, was wir sind und haben. Alles andere ist Missbrauch und Verzerrung der Fakten. Dass Jahushua von Nazareth vollkommen JaHuWaH vertraute und eins war mit IHM, verbietet Paulus und seinen übrigen Kumpanen solche Irrlehren zu schaffen wie: “wie denn Gott in Christus war, und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete” (2Kor 5,19). “Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt” (1Jo 2,2). “Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken” (1Petr 1,19).

Nein, so funktioniert das gemäss dem Glauben Jahushuas nicht. Das Christentum ist hier einem schrecklichen frommen Irrwahn erlegen und gefolgt. Dieser Glaube steht dem Zeugnis der Propheten und Jahushuas von Nazareth entgegen. Die Geschichte der Christenheit zeigt uns, dass dieser Irrglaube die Herzen der Menschen nicht verändern konnte. Es gab keine Neuschöpfung. Es gab keine nachhaltige Lebenssubstanz aus dem Glauben an Jesus und der Taufe. Es gab wohl in jeder Generation Getaufte, die aus Unwissenheit der Erlösungslehre ihrer Kleriker und Prediger folgten und dennoch viel Gutes taten.
Die getauften Völker aber haben bis heute nur Verwüstung über diese Erde gebracht. Wären sie alle von ihren Geistlichen, gemäss dem Willen JaHuWaHs, in Recht und Gerechtigkeit unterwiesen worden, aus ihren Herzen hätten unmöglich jemals solche Gräueltaten hervorkommen können, vor allem gegen die Juden.
Wie nur könnte Russland, ein getauftes Volk, gegenwärtig eine solche Verwüstung und ein solch grenzenloses Leid über die Ukraine bringen? Wir begegnen hier wieder einmal mehr einer absolut konträren Schöpfung zu dem, was Umkehr zu JaHuWaH als Neuschöpfung bewirkt.

Seit der Existenz der Christen leben JaHuWaH-treue Juden weltweit zerstreut unter Christen. Wie Salz haben sie im Leben der Christen gewirkt und sie unterschiedlich stark für das Leben aus JaHuWaH verändert. (Hilfreiche Lektüre dazu: “Dies ist mein Volk” von Abba Eban Quelle). Wie könnte es auch anders sein. JaHuWaH hatte unzweideutig gesagt: “Und nun spricht JaHuWaH, der mich (den Propheten Jeshajahu und das Volk Israel) von Mutterleib an für sich zum Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen und damit Israel zu ihm gesammelt werde – und ich bin geehrt in den Augen JaHuWaHs, und mein Elohim ist meine Stärke geworden –, ja, er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, dass meine Rettung reicht bis an die Enden der Erde”(Jes 49,3.5-6).
Eine Neuschöpfung hat immer mit dem persönlichen Wollen und Einsatz des je einzelnen Menschen zu tun, alles andere ist Magie, Selbstbetrug: “Darum werde ich euch richten, Haus Israel, jeden nach seinen Wegen, spricht der JaHuWaH. Kehrt um und wendet euch ab von allen euren Vergehen, dass es euch nicht ein Anstoss zur Schuld wird! Werft von euch alle eure Vergehen (Ungerechtigkeiten), mit denen ihr euch vergangen habt, und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!” (Hes 18,30-31). Ja, und wie wird das neue Herz und der neue Geist, also eine Neuschöpfung geschaffen? In der Umkehr zu JaHuWaH. ER gibt dieser Umkehr, dieser Neuschöpfung in uns, Beständigkeit. Beispiele gibt es sehr viele im TaNaCH, so z. B. bei David.

“Ich habe deine Verbrechen ausgelöscht wie einen Nebel und wie eine Wolke deine Sünden. Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlöst! Juble, du Himmel, denn JaHuWaH hat es getan! Jauchzt, ihr Tiefen der Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge, du Wald und all ihr Bäume darin! Denn JaHuWaH hat Jakob erlöst, und an Israel verherrlicht er sich” (Jes 44,22).

Allen wünsche ich einen gesegneten Shabbat und eine Geborgenheit in JaHuWaH, die keinen Zweifel zulässt. Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein am 16. Oktober 2022 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.