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Clevere Christen

Glaubensimpuls 547 von Gregor Dalliard

Cleveren Christen, vor allem Katholiken aus der charismatischen Prägung, die sich mit viel Elan und Freude mit den Inhalten des “NTs” auseinandersetzen, stossen im Laufe der Jahre auf grosse Widersprüche innerhalb des “NTs”, ebenso aber zwischen dem, was das “NT” lehrt und dem was das christliche Lehramt fordert. Der christliche Gott-Vater forderte das Blutopfer seines von ihm in Maria gezeugten Sohnes. Das ist die Grundlehre der Christen. Der Jesus der Christen entsprach damit dem Willen seines Vatergottes und gab sein Leben unter qualvollen Leiden für die Versöhnung der Menschheit mit dem christlichen Vater-Gott dahin. Wir haben schon öfters darüber geschrieben und gesprochen.
Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt” (1Jo 2,2). “Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken” (1Petr 1,19). Das ist Fakt! Dann aber folgt der besondere Widerspruch des Paulus: “So sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott” (2Kor 5,19-20)! Eine Frau, Mitglied der charismatischen Bewegung im Wallis, hat letzthin lange mit mir über dieses Thema gesprochen.
Der Anlass zu diesem Gespräch gab ihr der brutale Überfall Putins auf die Ukraine. Was sie sagte, hat sich in der Geschichte immer wieder bestätigt. Werden die Menschen von schrecklichen Katastrophen wie Kriege, Erdbeben, Epidemien oder Hungersnöte heimgesucht, steht ihre sichere Existenz in Gefahr, dann wenden sie sich wieder vermehrt ihrer Religion zu, suchen darin Halt und Lebenskraft. Das war in den Tagen Israels so, das ist auch heute so.
Diese Frau hat angeblich Informationen darüber, wonach Putin nicht nur Kiew und die bedeutenden Städte der Ukraine platt bomben will, als nächstes kämen Warschau (Polen), Bratislava (Slowakei), Prag (Tschechien) und Budapest (Ungarn) dran. Etwas später Berlin und Paris.
Putin hatte bereits Grosny platt gebombt. Er hinterliess ein unendliches Leid und Ruinen des Grauens, eine Geisterstadt. Als die bekannte Journalistin Anna Politkowskaja Putin wegen seines grausamen Vorgehens in Tschetschenien kritisierte, wurde sie am 7. Oktober 2006 in Moskau ermordet (Quelle). Einige Jahre später hat er die Millionenstadt Aleppo in Syrien platt gebombt, nur weil gebildete Menschen sich von ihrem Diktator Baschar al-Assad befreien wollten.
Als die bekannte russisch-tschetschenische Journalistin Estemirowa das brutale Gewaltregime Putins anprangerte wurde sie kurzerhand ermordet (Quelle).

Nun steckt unsere Katholikin in einem sehr grossen Dilemma. Sie ist sehr besorgt um ihre Familienangehörigen. Ihr katholischer Glaube hat sie bitter enttäuscht. Sie kann sich in diesem Glauben nicht mehr beheimatet fühlen. Ihre Familie hat sich schon seit länger Zeit vom Christentum verabschiedet. Sie bezeichnen das “NT” als ein Märchenbuch, das für dumme Leute, die keinen Verstand haben, Sinn macht. Putin bedroht den Westen mit seinem Bombenarsenal, etwas, das er in verschiedenen Teilen des Ostens konkret umgesetzt hat. Sollte er den Westen in ein solch schreckliches Elend versetzen, dann würde ihr ihr bisheriger Glaube keine Kraft mehr geben und keinen Schutz bieten. Sie würde zusammenklappen. Sie möchte ihrer Familie aber tragende Glaubenswerte vermitteln, solange dies noch möglich ist.
Nun zum schrecklichen Widerspruch im “NT”, der ihren Glauben langsam aber sicher aus den Fugen geraten liess. Sie sagt: Wenn das stimmt, was in 1Jo 2,2, in 1Petr 1,19 und in 2Kor 5,19-20 geschrieben steht, dann erübrigt sich doch jede weitere Diskussion über Sündenvergebung. Mit dem Opfer von Golgatha wäre doch alles was je ein Mensch falsch macht oder sündigt bereits im voraus gesühnt und vergeben. “Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt” (1Jo 2,2). Er ist die Sühnung, er hat dafür bereits gesühnt, bereits bezahlt. Es müsste doch keine getane Sünde irgendwo und irgendjemandem noch bekannt werden, also gesühnt werden.
Höchstens Wiedergutmachung müsste folgen (teshuwa). Jede Sünde ist doch im voraus bereits gesühnt. Es bräuchte in dieser Lehre doch kein Sündenbekenntnis mehr, keine Busse mehr. Nach jeder Sünde bräuchte ein Christ nur dankbar dafür zu sein, weil der Jesus am Kreuz bereits im voraus alle seine Sünden gesühnt und weggewischt hat. Er könnte munter weiter sündigen, denn es ist ja alles eh schon mit dem Blute Jesu gesühnt. Weiter sagte sie: Das ist doch ein eklatanter Widerspruch im “NT”, ja gerade eine Verhöhnung dessen, was Jesus am Kreuz von Golgatha bereits vollbracht hat, wenn Johannes schreibt:
“Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns” (1Jo 1,6-10). Haben wir denn nicht zuerst Gemeinschaft mit ihm durch das Sühneopfer? Ob wir in der Finsternis wandeln oder nicht, bleibt doch zweitrangig.

Sie fuhr fort: Die katholische Kirche hat das, was in 1Jo 2,2, in 1Petr 1,19 und in 2Kor 5,19-20 geschrieben steht durch das Beichtsakrament mit der Absolution des Priesters ersetzt. (Darüber haben wir im Gim 546 geschrieben).
Sie fragt, wie nur kann Johannes sagen: “und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde…. Wenn wir unsere Sünden bekennen”? Ist diese Aussage nicht eine unverschämte Frechheit gegenüber dem bereits vollbrachte Werk auf Golgatha, das doch umfassend war und für allezeit Gültigkeit hat? Dieses Blut hat uns doch am Kreuz von Golgatha schon im voraus von jeder Sünde gereinigt, ohne dass wir unsere Sünden hätten bekennen können oder müssen, ohn Voraussetzungen? “Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt” (1Jo 2,2). Ich habe die Schnauze voll von diesen Widersprüchen; sie sind länger als jeder Rattenschwanz. Johannes macht das “Evangelium” des Paulus, das auch sein “Evangelium” ist, zunichte. Das ist ein eklatanter Widerspruch. Ich habe es satt diesen Herren weiterhin meine Aufmerksamkeit zu widmen…. Soweit der Frust unserer Suchenden.

Nun, das ist kein einfacher Weg, den diese Frau gerade beschreitet. Sie sitzt zwischen Stuhl und Bank. Unser Gebet begleitet sie: “Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht JaHuWaH. Und ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Nationen und aus allen Orten, wohin ich euch vertrieben habe, spricht JaHuWaH. Und ich werde euch an den Ort zurückbringen, von dem ich euch gefangen weggeführt habe” (Jer 29,13-14).
Dieses Wort hat der Prophet in eine ganz bestimmte Zeit hineingesprochen. Aber ist unsere Suchende nicht auch eine von jenen, die zu SEINEM Volk gehört. Wie anders wäre ihr Suchen und ringen nach der biblischen Wahrheit zu verstehen? Wir hoffen ganz fest für sie, dass sie heim findet zu JaHuWaH, denn unsere Heimat ist im Vertrauen auf JaHuWaH zu finden, in einem Leben mit IHM.
Zum Purimfest am 17. März wünsche ich allen viel Freude und Dankbarkeit. Wir haben ja allen Grund dazu!

Herzliche Grüsse und Shalom

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein am 16. Oktober 2022 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.