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Propheten gegen den Opferkult. Ein Königreich von Priestern. Teil 13

Glaubensimpuls 543 von Gregor Dalliard

Folgendes haben wir im Gim 541 als Frucht unserer Forschungen im TaNaCH (“AT”) feststellen dürfen, ich wiederhole: Israel hat von JaHuWaH nie den Auftrag bekommen, den blutrünstigen Menschen- oder Tieropferkult als Sühne- oder Erlösungskult hinaus zu allen Völkern zu bringen. Niemals, denn in diesen Kulten lebten und leben die Völker immer schon. Das Christentum ist darin verbissen. Der klare Auftrag, den das auserwählte Volk von JaHuWaH empfangen hat, wird immer darin bestehen, die Völker der Welt zu JaHuWaH zu führen, zu SEINEM Recht und zu SEINER Gerechtigkeit: “Siehe, das ist mein Knecht (Israel und seine Propheten und das JaHuWaH-treue Volk), den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf seine Weisung warten die Inseln” (Jes 42,1-4). Das freut uns natürlich über alle Massen. Das macht auch Sinn. Das ist wahrlich wunderbar!

Ich habe geschrieben: “Das Christentum ist darin verbissen”. Manche Christen wehren sich vehement gegen diese Aussage. Mir ist eine solche Reaktion absolut verständlich. Das ändert nichts an dieser knallharten Realität. Dass Christen heute keine Tiere oder Menschen schlachten, das ist wohl allen klar. Vergebung ihrer Sünden, Gemeinschaft mit ihrem Gott und ein ewiges Leben, das in ihren Himmel führt, geht einzig und allein über das Menschenopfer, das der römische Prokurator Pilatus vollzogen hat.
Der römische Prokurator Pilatus ist und bleibt damit der Hohepriester der Christen. Der Papst übernahm später die Position des Kaisers als Pontifex Maximus, als oberster Brückenbauer und gleichzeitig als Gott in Person. Pilatus war zudem der Statthalter des Pontifex Maximus. Seine Stellung entsprach der Stellung und Funktion eines heutigen Bischofs.

Als Dank und Anerkennung sprach die koptische Christenheit Pilatus später heilig (Quelle). Damit machte sie ihn selbst zu einem Gott/Apotheose. (Apotheose: Gott-Menschen werden zuerst zu Halbgöttern und dann zu eigenständigen Gottheiten gemacht. Ein Vorbild ist Herakles/Herkules. Nachdem er sein Leben höchst qualvoll ausgehaucht hatte, wurde er zunächst zu einem Halbgott, später zu einem Gott befördert).
Paulus machte aus dem menschlichen Blutopfer des Juden Jahushua von Nazareth, das Pilatus vollzogen hatte, eine griechisch-römische Gottheit, namens Jesus Christus, indem er erklärte, ab jetzt ist Jahushua von Nazareth kein Jude mehr. Wir erklären ihn für auferstanden. Die Kirche schrieb ihm laufend weitere Attribute heidnischer Gottheiten zu, wie die des Sonnengottes mit Geburtstag zur Wintersonnenwende u. ä.

Viele grosse Menschen der Antike wurden zu Göttern gemacht, indem sie von der betreffenden Priesterschaft als Auferstandene gepredigt wurden, so auch viele Könige. In dieser Tradition wurde der Jude Jahushua von Nazareth später zu einer griechisch-römischen Gottheit umgewandelt. Paulus und seine Mitbegründer des Christentums sagten den Juden: “wenn wir Christus auch nach dem Fleisch (als Jude) gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so” (2Kor 5,16), sondern als Auferstandenen und damit als Gottheit, die nichts mehr Jüdisches an sich hat. Dem Fleische nach war er Jude (vgl. Röm 1,3; 9,5), durch die Auferstehung war er das nun nicht mehr (vgl. Röm 1,4). Er war nun zu einem Gott umgewandelt.

Dieser heidnischen Praxis sind die Christen auf den Leim gegangen. Wer einmal darin klebt, wird schwer aus dieser klebrigen Masse herauskommen. Das mag sich sehr hart anhören! Daran gibt es aber nichts zu rütteln, zu vertuschen oder umzudeuten. Ehrlichkeit und Redlichkeit ist nun an der Zeit! JaHuWaH hat uns allerdings ein perfektes Mittel und einen aussergewöhnlichen Weg aus der klebrigen Masse erschlossen. Das ist der TaNaCH (“AT”), der uns den Weg in SEINEN prophetischen Gesamtzusammenhang und damit heraus zu SEINEM Herzen und zu SEINEM Willen führt. Vergessen wir bitte nie: der TaNaCH allein war die Bibel des Jahushua von Nazareth. Davon ist er nie abgewichen. Eine andere Bibel hat er nie gekannt und auch nie in Auftrag gegeben.

JaHuWaH sagt von SEINEM Volk: “Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein” (2Mo 19,5-6).

“meine Stimme hören”
Damit ist nicht etwa gemeint SEINE Stimme phonetisch zu hören, so wie jemand die Stimme von Menschen hört, die miteinander reden. “Meine Stimme hören”, heisst hier, bewusst auf das einzugehen, was JaHuWaH über SEINE Propheten geredet hat, sich damit auseinanderzusetzen, Entscheidungen zu treffen, das Gehörte zu verinnerlichen. Wie die Propheten, so lehrt auch Jahushua: “Es steht geschrieben: ‘Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht’” (Mt 4,4).

“Meinen Bund halten”
Ein Bund entsteht auf der Basis des Vertrauens, nicht aufgrund eines Vertrages. Der Bund gilt lebenslänglich, während ein Vertrag immer eine Auflösungs- oder Kündigungsklausel beinhaltet. Manchmal nennen wir Vertrauen “Glaube”. Aber was ist schon “Glaube”, was sagt das Wort Glaube aus? Es ist eine rhetorische oder rituelle Floskel, die so schnell und leichtsinnig dahergeredet ist. Der eine glaubt dies der andere das, keiner weiss, woran er eigentlich ist. Vertrauen ist Beziehung und Beziehung ist Vertrauen. Beziehung hat immer mit jemand ganz Bestimmtem zu tun. Bund ist das Vertrauen auf JaHuWaH und Vertrauen ist der Bund mit JaHuWaH.

“aus allen Völkern mein Eigentum sein”
Jedes Volk hat seinen Gott oder seine Götter. Jedes Volk ist Eigentum eines Gottes. Der betreffende Gott beharrt darauf. JaHuWaH aber ist kein Gott. ER ist nicht ein Gott unter vielen Gottheiten. Alle, die einen Gott haben sagen immer wieder: “Wir haben alle denselben Gott”. Das stimmt, denn ein Gott ist wie der andere Gott. Sie hintergehen die Menschen, missbrauchen sie und führen sie in die irre. Das machen sie alle, darum stimmt die Aussage: “Wir haben alle denselben Gott”. Darin unterscheidet sich kein Gott vom anderen Gott.
Hingegen unterscheidet sich JaHuWaH von jedem Gott. Ihm liegt das Wohl der Menschheit am Herzen: “Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! JaHuWaH, im Licht deines Angesichts wandeln sie” (Ps 89,15-16; 79,2). “Gerechtigkeit und Recht üben ist JaHuWaH lieber als Schlachtopfer” (Spr 21,3). Dieses Faktum haben wir inzwischen aus dem TaNaCH erkennen und verstehen dürfen. Das Licht JaHuWaHs ist uns im TaNaCH aufgeleuchtet. Wir fanden die Beziehung zu JaHuWaH. Damit ist uns der Sinn des Lebens und das Leben erschlossen worden: “Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,10).
Mit der Aussage “dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein”, ist untrennbar das Wort Auftrag verknüpft. Nämlich:

“Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein”
Erstens einmal schliesst diese Aussage die christliche Religion kategorisch aus. Dann sollten wir das aaronitische Priestertum nicht mit dem verwechseln, was das priesterliche Wesen des auserwählten Volkes als gesamtes ausmachen soll. Erstens soll oder sollte das bedingungslose Vertrauen auf JaHuWaH das Wesen des auserwählten Volkes ausmachen. Zweitens sagt uns z. B. Maleachi, was sein Kennzeichen ist: “Denn die Lippen des Priesters sollen Erkenntnis bewahren, und Weisung sucht man aus seinem Mund; denn er ist ein Bote des JaHuWaH Zebaoth (der Heerscharen) (Mal 7,7). Das soll das auserwählte Volk sein. Das erst macht dieses Volk zum Königreich von Priestern und zu einer heiligen Nation. Alle Menschen sollen in die Beziehung zu JaHuWaH geführt werden. Das ganze auserwählte Volk ist dazu erwählt, berufen und gesandt. Das ist das Königreich von Priestern. In der Erfüllung dieses Auftrags sind sie eben eine ausgesonderte (heilige) Nation. Sie sollen die Befreiung aller Völker von ihren Göttern vorantreiben, jedes Volk von seinem Gott, bzw. von seinen Göttern, in die Freiheit entlassen. Genau so wie Abraham JaHuWaH begegnete und sich darauf von seinem Gott, bzw. von den antiken Gottheiten lossagte, so sollen alle Menschen das Licht des Lebens erhalten: “Und JaHuWaH wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird JaHuWaH einzig sein und sein Name einzig” (Sach 14,19). Das ist und bleibt der verheissene Segen an Abraham. Einfach wunderbar!

Allen wünsche ich einen gesegneten Shabbat. Mögen wir den Segen um uns herum erkennen und bewusst wahrnehmen und JaHuWaH dafür von Herzen danken. Shalom!

Herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. Juni 2022 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.