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Propheten gegen den Opferkult! Wozu? Teil 5

Glaubensimpuls 535 von Gregor Dalliard

“Und du sollst zum König von Ägypten hineingehen, du und die Ältesten Israels, und ihr sollt zu ihm sagen: Jahwe, der Elohim der Hebräer, ist uns begegnet. So lass uns nun drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen, damit wir JaHuWaH, unserm Elohim, opfern”! (2Mo 3,18; 5,3). Mit dieser Aufforderung ist nicht das Opferdarbringen gemeint, wie es bei allen Heidenvölkern üblich war. Der Pharao hätte die Aufforderung des Moshe und der Ältesten nicht verstanden, wenn sie gesagt hätten: “So lass uns nun drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen, damit wir JaHuWaH, unserm Elohim Anbetung, Ehre, Danksagung und Lobpreis darbringen… ein Fest feiern” (vgl. 2Mo 5,1). Für den Pharao und seine Priester hätte sich eine solche Aussage als absurd angehört. Sie hätten nicht verstanden, was die Hebräer damit meinen. Im Heidentum vollzog sich die Anbetung in der Schlachtung von Menschen und Tieren vor den Göttern.
Darum deuteten die Christen später den Tod Jahushuas von Nazareth, der wie so viele andere Juden durch das Gesetz der Römer den Tod am Kreuz (Pfahl) fand, ganz einfach um. Er wurde zum geschlachteten Lamm uminterpretiert, zum “Lamm, das geschlachtet worden ist” (Offb 5,9.12.6; 13,8) Unter JaHuWaH Elohim, als der El Eljon, der Höchste, der über alle Götter steht, konnten sich die heidnischen Völker rein gar nichts vorstellen.
Eine Anbetung und Ehrerweisung mit Lob- und Dankesliedern mit Gebeten und Freudenrufen, ohne Mensch- und Tieropfer, war in jenen Tagen im Heidentum absolut unbekannt. Eine solche Anbetung galt unter den heidnischen Völkern soviel wie nichts; sie war wertlos, bedeutungslos. Eine solche Anbetung wäre nie als Anbetung verstanden worden. Nach ihrem Verständnis wären die Götter nicht besänftigt worden. Fluch und Unheil wären ohne Blutvergiessen nicht abgewendet worden. Die Gewissen der Menschen wären nicht “beruhigt” gewesen. Eine Anbetung und Ehrerweisung mit Lob- und Dankesliedern mit Gebeten und Freudenrufen hätte die Forderungen der Götter nicht im Geringsten erfüllt, nicht “berührt”. Nun, für den Pharao war dieser JaHuWaH Elohim sehr suspekt. Die grossen Sonnen- und Mondgötter, die grossen Götter der Gestirne und der Natur waren unter allen Völkern bekannt und sehr gefürchtet, aber wer ist der Elohim JaHuWaH? “Der Pharao erwiderte: Wer ist Elohim JaHuWaH, dass ich auf ihn hören und Israel ziehen lassen sollte?” (2Mo 5,2).
Einzig JaHuWaH, der Elohim, der El Eljon, forderte keine Blutopfer, kein Blutvergiessen. ER forderte weder menschliches noch tierisches Blut. Das fordern die Götter. JaHuWaH fordert Vertrauen. ER fordert eine Beziehung, die allein auf Vertrauen basiert und aufbaut. Melchisedek war ein solcher Priester. So etwas war den heidnischen Völkern absolut fremd. Was die Israeliten vor dem Auszug aus Ägypten schlachten sollten, war der Schöpfergott der Ägypter, das Lamm Chnum. Chnum wurde als männliches Lamm oder Widder angebetet, als Schöpfer und Erhalter des Lebens.
Von diesem Schöpfergott sollten sie sich ein für allemal lossagen. Sie sollten ihn symbolisch schlachten, ihn verspeisen und die Reste noch in der Nacht, vor dem Auszug, verbrennen. Um die endgültige Lossage von der Lamm-Gottheit Chnum zu bezeugen, sollten sie zudem dessen Blut sichtbar an ihre Türpfosten streichen. JaHuWaH konnte so ihre Entschiedenheit “sehen” und sie beschützen. Dieses Bekenntnis war Ausdruck der Bereitschaft, sich ganz unter den Schutz JaHuWaHs zu begeben. Damit wurde JaHuWaH die definitive Loslösung von allen Göttern Ägyptens zum Ausdruck gebracht, gleichzeitig aber wurde das bedingungslose Vertrauen auf IHN, der allein Schöpfer und Erhalter des Lebens ist, bezeugt.
An Pessach wird in der Form eines Lammknochens an die Schlachtung dieses Lamm-Gottes gedacht, des falschen Schöpfers und Erhalters des Lebens. Gleichzeitig gehört das Shma Jisrael (Höre Israel) zum zentralen Bekenntnis: “Höre, Israel: JaHuWaH ist unser Elohim, ER ist EINER” (5Mo 6,4–9). Er allein ist der Schöpfer des Lebens, der Elohim Zebaoth, der Schöpfer Himmels und der Erde und der Gestirne. Daneben gibt es keinen anderen Schöpfer und Erhalter des Lebens.

Das Christentum hat sich in seiner Entstehungsphase immer deutlicher dem ägyptisch-griechischen Schöpfergott Logos (griechisch) oder Chnum (ägyptisch) verschrieben. Das Lamm nimmt im “Neuen Testament” als Schöpfer- und Erlösergott, als Gott, der das Leben erhält, die zentrale Stelle ein. Damit wollten die Gründer des Christentums JaHuWaH aus SEINER unantastbaren Mitte, als der EINZIG EINE Schöpfer und Erhalter des Lebens, verdrängen und ersetzen. So lesen wir etwa im Brief an die Hebräer: “…am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben von allem eingesetzt, durch den er auch die Welt erschaffen hat” (Hebr 1,2). Da haben wir es! Dieser Sohn, dieser Erbe, dieser Schöpfer und Erhalter der Welten ist unter anderen der Logos oder Chnum, das männliche Lamm, die altägyptische Widdergottheit, unter dem Decknamen der Gottheit Jesus Christus. So schreibt der Autor der Offenbarung des Johannes:
“Ich sah und ich hörte die Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und um die Lebewesen und die Ältesten; die Zahl der Engel war zehntausend mal zehntausend und tausend mal tausend. Sie riefen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm (Logos, Chnum, als Schöpfer des Lebens, des Alls, Himmels und der Erde), das geschlachtet ist, Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Lob und Herrlichkeit. Und alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde, unter der Erde und auf dem Meer, alles, was darin ist, hörte ich sprechen: Ihm, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm (dem Schöpfer-Gott) gebühren Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit. Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten an” (Offb 5,12-14).
Die Vermischung des Lammes mit demjenigen, der auf dem Thron sitzt (JaHuWaH) ist perfekt vollzogen. Die Irreführung ist perfekt. Niemals aber würde sich JaHuWaH gemeinsam mit einem Lamm (Logos, Chnum oder wie immer der heissen mag, anbeten lassen. Das ist undenkbar, ausgeschlossen. Die vier Lebewesen beten aber zwei an. Was heisst das? Derjenige, den Johannes auf dem Thron sieht, ist nicht JaHuWaH. Es ist der Gott der Christen, der auf dem Thron sitzt und sich zusammen mit dem Lamm anbeten lässt. Weder JaHuWaH noch ein Prophet, noch ein Weiser oder Schriftgelehrter spricht jemals von einer solchen Anbetung. Davon lehrte auch Jahushua von Nazareth nie etwas.

Diese Philosophie, dieses Blendwerk, ist damit keinesfalls zu Ende. Die Sache mit dem Lamm hat eine Fortsetzung: “Sie sind es, die sich nicht mit Frauen befleckt haben; denn sie sind jungfräulich. Sie folgen dem Lamm, wohin es geht” (Offb 14,4). Und wohin hat das Lamm sie geführt? Wohin sind sie ihm gefolgt? In eine klerikale zölibatäre Katastrophe! Der unantastbare klerikale Machtbereich, der sich dem weltumspannenden sexuellen Missbrauch von Frauen, und vor allem von wehr- und schutzlosen Kindern hingab und hingibt, bleibt bis heute weitgehend tabu. Vor dieser klerikalen Mystik beugen sich selbst härtest gesottene Politiker und Verantwortliche im öffentlichen Leben dieser Welt. Wann immer dieses Thema zur Sprache kommt, befällt eine unheimlich lähmende Angst die Führenden dieser Welt. Die Präsenz des Klerus treibt sie in eine lähmende Ekstase, dank des Lammes, das sie führt. Keiner will seine Ewigkeit in einem ewig brennenden Höllenreich verbringen, denn man weiss ja nie, selbst als gewiefter Atheist, ob die Kleriker nicht doch letztlich über geheime Machtmittel verfügen, über die sie sich rächen könnten, zumindest erwecken sie in ihren Machtpositionen und in ihrem Gehabe diesen Eindruck.
Und übrigens ist die eigene Weste auch nicht so weiss, wie sie gesehen wird. So denken im Geheimen selbst schlimmste politische Verbrecher und andere, wenn sie mit dem Papst oder einem Priester in Berührung kommen. Also knicken sie lieber ein. Paulus hat diesen entarteten Kult den Christen als Basis des Lebens eingeimpft (vgl. 1Kor 7).

Wir erinnern uns an die Worte JaHuWaHs, auf die wir bereits im Gim 528 hingewiesen haben: “Ich bin JaHuWaH, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm einem Gott (Göttervorstellungen, Götterbildern)” (Jes 42,8). “Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es tun – denn wie würde mein Name entweiht werden! –, und meine Ehre gebe ich keinem andern” (Jes 48,11), auch keinem Lamm!
Wer beim Jesus-Gott der Christen angekommen ist, will tatsächlich nicht mehr zum VATER JaHuWaH. Ein solcher Mensch kann mit JaHuWaH nichts mehr anfangen. Er weiss auch nicht, wozu er JaHuWaH und SEINEN Namen denn überhaupt noch brauchen, ehren und anrufen sollte. Er hat kein Bedürfnis danach, denn er hat ja in der Gottheit Jesus Christus, in dem Lamm, alles.
Darum baut ein auf Jesus Christus (oder Trinität) getaufter Mensch auch nie eine Beziehung zu JaHuWaH auf, so wie das Jahushua von Nazareth, die Gerechten, Propheten und Weisen gemäss TaNaCH (“AT”) gemacht und gefordert haben. Damit kann er auch keine Beziehung zu den Wurzeln des Lebens, überhaupt zum Leben haben. Er hat ja keinen Zugang zu JaHuWaH, zur Quelle des Lebens. Er folgt blind einem “Lamm”, einer Ersatztheologie, die ihn in den Abgrund führt. Das Zeugnis des Jahushua von Nazareth war dasjenige aller Gerechten, Schriftgelehrten, Propheten und Weisen: “Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,10).

Ein Getaufter kennt dieses Zeugnis nicht. Ein Christ folgt nicht dem Zeugnis und der eindringlichen Forderung des Jahushua von Nazareth. Er folgt nicht dem Ruf der Umkehr zu JaHuWaH. Jahushua von Nazareth forderte seine jüdischen Zuhörer, die durch die Römer verzweifelt waren und von JaHuWaH abzudriften drohten auf, zu JaHuWaH umzukehren, d. h. wieder eine tiefe Beziehung zu JaHuWaH aufzubauen. Wozu das? Das Ziel ist uns inzwischen einleuchtend oft und klar erschlossen worden. Es ist das Leben in seiner Fülle für jeden von uns. Wir wiederholen es einmal mehr: “Ich (JaHuWaH) habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir (JaHuWaH) beugen, jede Zunge mir (JaHuWaH) schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm (JaHuWaH) wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen ihn (JaHuWaH) entbrannt waren” (Jes 45,23-24).
“Gütig und gerade ist JaHuWaH; darum unterweist ER die Sünder (die JaHuWaH-losen) in dem Weg. ER leitet die Sanftmütigen im Recht und lehrt die Sanftmütigen seinen Weg” (Ps 25,8-9).

Jahushua von Nazareth sagt jenen, die keine Beziehung zu JaHuWaH haben und sich doch als gläubige Menschen ausgeben: “Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir (die Juden) beten an, was wir kennen, denn das Heil ist bei den Juden” (im Glauben der Juden) (Joh 4,22). Diese Worte decken sich mit den oben zitierten Worten des Propheten Jeshajahu und der anderen Propheten, überhaupt mit jedem Zeugnis der Propheten, Gerechten, Schriftgelehrten und Weisen Israels. Die christlichen Theologen und Prediger versuchen natürlich mit allen möglichen philosophisch-theologischen Tricks und Umdeutungen die Inhalte des TaNaCHs (“ATs”) zu verwischen, umzudeuten, wie eh und je. Mit allen Mitteln kämpfen sie gegen das Leben, gegen den Glauben des Jahushua von Nazareth an. Die todbringenden Lehren und Phantasien ihrer Gründer aufdecken und aufgeben, das wäre jetzt dran. Dazu sind sie aber leider nicht bereit.
Wie viele Jahre schon studieren christliche Führer den TaNaCH (“AT”), die Bibel des Jahushua von Nazareth? Wie kann es nur möglich sein, dass sie sich immer noch mit Herz, Leib und Leben gegen Jahushua von Nazareth und die Inhalte seiner Bibel, gegen den TaNaCH (“AT”) stellen und sich mit eben demselben Eifer für die Ersatztheologie des Paulus, der Offenbarung des Johannes und den Mitbegründern des Christentums so stark machen?

Ganz einfach: Ein Christ kennt die Lehre des Jahushua von Nazareth nicht. Er verwechselt die Lehre des Juden Jahushua von Nazareth mit der Lehre des Paulus und der Mitbegründer des Christentums. Einerseits sagen wir: “Wer könnte einem Getauften seine Verstocktheit übel nehmen?” Anderseits bleibt die Frage offen, wie oben erwähnt: Wie viele Jahre schon studieren christliche Führer den TaNaCH (“AT”), die Bibel des Jahushua von Nazareth? Ein Christ wird von Kindesbeinen an in seinem Denken umgepolt, zweckentfremdet. Das Zeugnis der Gerechten, der Propheten, der Schriftgelehrten und Weisen Israels über das Wesen des Menschen ist: “Und Elohim JaHuWaH sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, in unserem Wesen (uns ähnlich)” 1Mo 1,26)! Was macht die Ersatztheologie in brutaler Weise? Mit todbringenden Folgen zerstört sie das Wesen JaHuWaHs, die Ebenbildlichkeit des Menschen mit JaHuWaH, in den Herzen der Kinder.
Wie eine Seidenraupe in ihrem Kokon, zweckentfremdet genutzt wird, missbraucht wird, bevor sie ihren Kokon zu durchbrechen vermag, so wird ein wehrloses Kind frühzeitig zweckentfremdet, gegen seinen Schöpfer JaHuWaH, dessen Wesen es in sich trägt. Denn bevor die Seidenraupe aus dem Kokon schlüpfen kann, wird sie in kochendem Wasser verbrüht. Damit kann sie zweckentfremdet genutzt werden.
So ähnlich handeln die Vertreter der Ersatztheologie mit den ihnen anvertrauten Kindern. Das Kind sollte so frühzeitig wie nur möglich eine Beziehung zu seinem Schöpfer aufbauen lernen, da es dessen Wesen in sich trägt, und seine Erfüllung nur in SEINEM Wesen finden wird. Stattdessen wird es so frühzeitig wie möglich gegen seinen Schöpfer programmiert, bis in dem kindlichen Herzen keine Spur mehr von Lebensbeziehung mit JaHuWaH vorzufinden ist. Irgendwann ist dann einfach Schluss. Wir glauben aber trotz alledem, dass JaHuWaH sich durch die Ersatztheologie niemals von SEINEN Zielen abbringen lässt. Das ist unser Sieg:

“Ich (JaHuWaH) habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir (JaHuWaH) beugen, jede Zunge mir (JaHuWaH) schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm (JaHuWaH) wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen ihn (JaHuWaH) entbrannt waren” (Jes 45,23-24). Ja, in SEINEM Bild!

In meinem vergangenen Glaubensleben war ich in der Ersatztheologie verwurzelt. Entsprechend habe ich eifrig gepredigt und gelehrt. Bis vor wenigen Jahren war mir absolut nicht bewusst, dass ich gegen den Glauben und die Lehre der biblischen Propheten, der Gerechten und des Jahushua von Nazareth glaubte und lehrte. Wie hätte ich die fromme Lüge von der Wahrheit unterscheiden können? Ich hatte kein Mittel in der Hand, das mir diese Unterscheidung ermöglicht hätte. Der von JaHuWaH, den Propheten, den Gerechten und Jahushua von Nazareth übergebene Schlüssel zur Unterscheidung von Wahrheit und Lüge, der in den gesunden Kriterien des TaNaCHs (“AT”) enthalten ist, wurde uns nie ausgehändigt. Wir wussten nichts von diesem Schlüssel. Die Türen zum Leben waren durch die Ersatztheologie verschlossen, versperrt. Dieser Schlüssel ist uns bereits in unserer frühsten Kindheit vorenthalten worden. Die jahrzehntelange Indoktrination der paulinisch-kirchlichen Ersatztheologie gegen die Juden, gegen JaHuWaH hatte uns systematisch geistig entmündigt, entwürdigt und glaubensmässig verstümmelt. Damit “endeten” wir als willfahrene fromme Idioten in den Gefängnissen der Ersatztheologie.
Wie soll ein Christ in der geistigen Blindheit der Ersatztheologie nur ansatzweise etwas vom prophetischen Wort verstehen können, geschweige denn von seinem Gesamtzusammenhang? Das ist schlicht unmöglich. JaHuWaH, und damit auch die Propheten, wussten von dieser christlichen, ersatztheologischen Strategie. Was sagten sie voraus? Was sagte JaHuWaH zu dem Propheten Jeshajahu und zu ganz Issrael? “Und ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen, blinde Augen aufzutun, um Gefangene aus dem Kerker heraus zu führen und aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen” (Jes 42,7). Das durften wir nun konkret erleben. Einfach wunderbar, ein nie wieder erlöschendes Licht ist unter uns.

Bis vor wenigen Jahren war ich felsenfest davon überzeugt, im Christentum und durch die Taufe in der biblisch-prophetischen Wahrheit des TaNaCHs (“ATs”) gegründet zu sein. Das lehrte uns die Ersatztheologie. Ich wusste natürlich nicht, dass JaHuWaH, der Elohim, kein Gott ist. Ich wusste auch nicht, dass Jahushua von Nazareth nichts mit der Gottheit Jesus Christus zu tun hat. Jahushua von Nazareth und Jesus Christus waren für mich ein und derselbe. Für mich war bis vor wenigen Jahren der Name JaHuWaH unbekannt. Gott war einfach Gott, so wie er mir von Kindesbeinen an von der Kirche vermittelt worden war. Diese Vorstellung sass unerschütterlich tief und fest in meinem Verständnis von Gott und Glauben. Sie gehörten passend zum trinitarischen Glaubensdschungel. Damit gehörten sie als Glaubenslehre notwendigerweise mit zur Eintrittskarte für den christlichen Himmel.

Mein Glaube und meine christliche Lehre waren gegen das gesamtprophetische Wort des TaNaCHs gerichtet, d. h. gegen das Leben, ohne dass ich davon bloss eine Ahnung gehabt hätte, so sicher stand und fühlte ich mich in der Ersatztheologie. Die ganze philosophisch-theolgische Ausbildung zum Priester, die ganze sechs Jahre dauerte, hatte mich darin noch bestärkt. Zweifel hatten hier keinen Zugang! Als ich aber dann als Priester tätig war, und mit vielen Problemen der Mitmenschen konfrontiert wurde, entwickelte sich in mir das Bedürfnis, ernsthaft und verantwortungsbewusst nach den Glaubenswurzeln des Jahushua von Nazareth zu forschen. Es sollten aber noch viele Jahrzehnte durchs Land gehen, bis der Glaube des Jahushua von Nazareth in mir Wurzeln schlug: “Denn bei dir (JaHuWaH) ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,10).
Sind wir nicht gelehrt worden, der Jesus Christus sei auferstanden und sitze nun zur Rechten des Vaters? Er würde von dort aus den Geist (dritte Gott-Person) auf seine Anhänger ausgiessen (vgl. Apg 2,32-33). Hatte der Gott der Christen, Jesus Christus, nicht gesagt, dass aus den Getauften Ströme lebendigen Wassers fliessen würden, wenn er den Geist über sie ausgiessen würde? (vgl. Joh 7,37-39). Das würde bei der Taufe geschehen. Lehrt Paulus seine Anhänger nicht, dass alle Getauften gewaschen und neu geboren seien, neue Menschen geworden seien? (vgl. Tit 3,6) und vieles mehr? Er, der Jesus Christus, würde sitzend zur Rechten des Vaters die Welt regieren, denn alles sei durch ihn geworden (typische ägyptische Chnumlehre, typische griechische Philosophie = Logoslehre: Joh 1,3; 1Kor 8,6; Kol 1,16; Hebr 1,2) und alle Macht sei ihm übergeben worden (Mt 28,19; Eph 1,21-22; Phil 2,9; 1Petr 3,22)!
Alles das sind Worte, die von den Kirchenvätern der neuen Gottheit Jesus Christus in den Mund gelegt worden sind. Wie hätten wir es nur wagen können, solche und andere Lehren auf ihren wahren Gehalt zu überprüfen, wie etwa: “Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will” (Mt 11,27).
Seltsam nur, dass davon nichts im prophetischen Wort zu finden ist. Kein Wort von einem Jesus Christus, von einem Menschen, der gleichzeitig wahrer Gott und wahrer Mensch ist; kein Wort von einer “Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade” (Eph 1,7). Dass JaHuWaH, der Elohim, dieser Gottheit Jesus Christus, einmal alles übergeben würde, auch davon sprechen die Propheten nicht. Dass diese Gottheit anschliessend die Welt von der Rechten des Vaters aus regieren würde, und der Vater JaHuWaH Elohim, sich ab jener Zeit zurückziehen und verstummen würde, zum Schweigen verurteilt sein würde und nur noch als Attrappe der Vergangenheit wahrgenommen würde, auch davon spricht kein Prophet. Damit stand ich, wie alle Christen, glaubens- und lehrmässig gegen das, was Jahushua von Nazareth lebte und lehrte.
Wie sollte ich mich länger mit dem, was ich glaubte und lehrte, zufrieden geben, wie die innere Ruhe und den Frieden haben? Einerseits sind da die vielen Lehren im “NT”, die hervorheben, wie Christen bei der Taufe den heiligen Geist empfangen und zu völlig neuen Menschen gemacht werden. Anderseits zeigen uns die letzten bald 2000 Jahre christlicher Geschichte auf, von welcher tief sitzenden kriegerischen und grausamen Mentalität die getauften Völker erfasst worden sind, wie grausam sie miteinander und untereinander umgegangen sind, wie sie die Juden beherrscht und gejagt haben. Das ist sehr auffallend und schockierend!
Die Frage war und ist in diesem Zusammenhang dringend berechtigt: Wer ist dieser Jesus und wer ist dieser heilige Geist, den dieser Jesus Christus vom Himmel her - vom Vater aus - in den letzten 2000 Jahren jeweils über die Getauften ausgegossen hat? (vgl. Joh 14,26-27; Joh 16,12-15). Wer ist dieser Vater, der einen solchen Geist über diese Menschen ausgegossen hat? Jedenfalls wissen wir heute sicher, dass jener Vater nicht der JaHuWaH war und ist, dass dieser Jesus und dieser Geist nichts mit JaHuWaH, nichts mit dessen Ruach und nichts mit dem Jahushua von Nazareth zu tun hat.
Statt einer Neuschöpfung begegnen wir hier einem besonders kriegerischen und boshaften Geist. Die Frucht dieses Geistes war eine ausgeklügelte fromme Boshaftigkeit. Die vergangenen bald 2000 Jahre sind gekennzeichnet von den schlimmsten Verbrechen gegen die Juden und die Menschlichkeit. Anhaltende Verfolgungen und Vernichtungsversuche sind die Frucht dieses heiligen Geistes. Das gesamte “Neue Testament” ist davon beherrscht: “An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?” (Mt 7,16).

Allen wünsche ich Segen und Freude in Fülle, einen Shabbat der inneren Ruhe. Shalom und herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 20. Februar 2022 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).