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Sukkot: "Israel ist mein erstgeborener Sohn" (2Mo 4,22) Teil 8

Glaubensimpuls 530 von Gregor Dalliard

Wichtige Fragen! Wer ist Israel? Israel ist der Sohn. Israel ist der Sohn von wem? Von JaHuWaH, dem El Eljon (dem Höchsten). Der wievielte Sohn JaHuWaHs ist Israel? JaHuWaH selbst gibt die Antwort: “Israel ist mein erstgeborener Sohn” (2Mo 4,22). Der wievielte Sohn sind wir (gemeint sind auch die Töchter!), du und ich? Das zu wissen erübrigt sich. Was wir aber wissen: wir sind inzwischen auch von JaHuWaH gezeugt und geboren worden. Wir sind da - unumkehrbar da. Das ist das Wunderbarste, das es in unserem Menschsein je geben konnte.
JaHuWaH ist Geist, und lebt doch in einer ausserordentlich persönlicheren Weise und Beziehung mit Israel, und schliesslich auch mit uns, die wir, wie Abraham, aus SEINER Gnade, d. h. aus SEINER Beziehung mit IHM heraus, gezeugt und geboren worden sind. In dieser Gnade dürfen wir nun als Menschen, die eben Menschen sind, leben. Das ist eine Beziehung, die tiefer geht als jede menschliche Beziehung jemals gehen kann.
Weil JaHuWaH Geist ist, kann ER Vater und Mutter zugleich sein. Das hört sich ja komisch an. Das ist ein Vergleich, der dem israelitisch-jüdischen Denken der Propheten entspricht. Das müssen wir nicht begreifen können, das ist gar nicht nötig, um vollkommen in JaHuWaH und aus JaHuWaH glücklich und getröstet leben zu können.
“Ist ER, der El Eljon, nicht dein Vater, der dich geschaffen hat? ER hat dich gemacht und dich bereitet” (2Mo 32,6; 1Mo 1,26-27).
Als der erstgeborene Sohn aus Ägypten kam, hatte er anfänglich mit keinem Gott mehr etwas zu tun und damit auch mit keinem Opferkult. Wie ist das geschehen? Vor dem Auszug aus Ägypten hatten sich die Israeliten vollkommen von jedem Gott und damit von jedem Tieropferkult gelöst, getrennt.
Das Schaf, vor allem aber das männliche Schaf, der Widder, galt in Ägypten als der Schöpfergott und Erhalter des Lebens. Wir haben vor Jahren darüber geschrieben. Er wurde Chenemu oder Chnum genannt. Ihm wurden imposante Tempel gebaut. In zahllosen Opferzeremonien wurde er angebetet, ihm gehuldigt. Schliesslich war er ja, wie gesagt, für die Ägypter der Schöpfer und Erhalter des Lebens. Die Widdersphingen in der Sphinxallee des Karnak-Tempels versetzen heute noch viele Touristen in Staunen.

In jener Nacht, vor dem Auszug aus Ägypten, hatte JaHuWaH den Israeliten den Auftrag gegeben sich ganz IHM, JaHuWaH, dem El Eljon, anzuvertrauen, wie das damals Abraham getan hatte. Abraham war bereit, aus der Gnade allein mit JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten, seinen weiteren Lebensweg zu gehen. Darum begegnete er Melchisedek, der in und aus der Gnade des El Eljon, des Höchsten, lebte.
Die Israeliten sollten sich von jedem Gott und jedem Opferkult lossagen. Wie sollte das geschehen? Als äusseres Zeichen dieser endgültigen Entscheidung und Loslösung von jedem Gott und von jedem Opferkult und von der vollkommenen Hinwendung zu JaHuWaH, dem El Eljon, sollten sie Folgendes tun: Sie sollten den ägyptischen Gott Chnum, den Widdergott, als männliches Lamm schlachten, verspeisen und die Überreste verbrennen. Als Zeichen dieser konsequenten Absage an die Götter, sollten sie das Blut dieses geschlachteten Schöpfer-Gottes an die Türpfosten ihrer Häuser streichen. Damit haben sie die religiösen Gefühle der Ägypter zutiefst verletzt! Das war ein starkes konsequentes Bekenntnis zu JaHuWaH und eine spektakuläre Absage an jeden Gott, denn jeder Gott gibt vor, das Leben zu sein, Leben geben zu können. Das ist eine Lüge, eine Irreführung. Was die Israeliten taten, war ein eindrückliches und bewegendes Zeichen, inmitten dessen, was drum herum mit den Ägyptern geschah! Darum bezeugt der TaNaCH: “JaHuWaH, der El Eljon allein leitete ihn, und kein fremder Gott war mit ihm” (5Mo 32,12). Korrekt übersetzt heisst das: Kein Gott war in seiner Mitte, in der Mitte des Volkes Israel und darum auch kein Opferkult. Es ist das, an was die Propheten später das auserwählte Volk allezeit erinnerten: “Denn ich habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus dem Land Ägypten führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern” (Jer 7,22; Hos 8,13 u. a. m.).

Die Herausforderungen in der Wüste waren kaum zu ertragen. Wir wissen was dann geschah. Das Volk sagte zu Aaron: “Auf! Mache uns Götter, die vor uns herziehen” (2Mo 32,1), d. h. die wir sehen und denen wir opfern können!
“Der (Aaron) nahm alles aus ihrer Hand, formte es mit einem Meissel und machte ein gegossenes Kalb daraus. (das Kalb oder der Stier ist unter den Götzen die Vollkraft, die sich unbesonnen durchsetzt). Und sie sagten: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben” (2Mo 32,4). Die Enttäuschung JaHuWaHs, bzw. des Moshe ist gross! “Sie sind schnell von dem Weg abgewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb (Stier) gemacht, sind vor ihm niedergefallen, haben ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben!” (2Mo 32,8). Nicht alle waren an diesem lästerlichen Abfall beteiligt, bei weitem nicht alle!
Die Zeit zwischen der Opferung des Widdergottes Chnum bis zum grossen Abfall, bzw. Rückfall in der Wüste (goldene Kalb), war die Glanzzeit Israels in der Beziehung und Gemeinschaft mit JaHuWaH, dem El Eljon (dem Höchsten).

Später, im verheissenen Land, als es dem Volk gut ging, geschah das, was jedem von uns ab einem gewissen Wohlstandslevel passieren könnte: “Da wurde Jeschurun fett und schlug aus. Du wurdest fett, dick, feist! Und er verwarf JaHuWaH, den El Eljon, der ihn gemacht, und verachtete den Fels seiner Rettung” (5Mo 32,15). Was war geschehen? Sie wandten sich diesem und jenem Gott in Kanaan zu, d. h. sie fingen an ihnen zu opfern. “Sie reizten ihn (JaHuWaH) zur Eifersucht durch fremde Götter, durch Gräuel kränkten sie ihn” (5Mo 32,16).
“Sie opferten den Dämonen, die nicht Gott sind, Göttern, die sie nicht kannten, neuen, die erst vor kurzem aufgekommen waren, die eure Väter (in Ägypten) nicht verehrten” (5Mo 32,17). Gemeint ist damit klipp und klar: sie drifteten immer tiefer in den Götzenkult der Kanaaniter ab, in die niedrigste Verkommenheit, die im menschlichen Leben überhaupt möglich ist.
Damit kamen neue Götter hinzu, die sie in Ägypten nicht gekannt und verehrt hatten. Der Opferkult wurde in Kanaan zusehends dämonischer (boshafter). Er stürzte sie immer tiefer ins Unglück. Opferkult bringt immer wieder die schlimmsten Methoden und Formen an menschlicher Entwürdigung und Versklavung hervor. Der Mensch wird darin zusehends verwegener. Opferkult ist immer Ausdruck der Verachtung JaHuWaHs, des El Eljon. Die Verachtung JaHuWaHs geht einher mit der Verachtung des Mitmenschen, des Lebens überhaupt. Ein menschenwürdiges Dasein ist in einem solchen Umfeld schier unmöglich. Der Schreiber berichtet: “Den Felsen, der dich gezeugt, täuschtest du und vergassest JaHuWaH, den El Eljon, der dich geboren” (5 Mo 32,17).
Hier wird die Aussage von oben bestätigt: Weil JaHuWaH Geist ist, kann ER Vater und Mutter zugleich sein. Aus seinem Geist wird jemand gezeugt, aber auch geboren. In diesem Bild wird uns das umwerfende Geschehen der Beziehung mit JaHuWaH zu Herzen geführt, in einer Weise, wie das anders nicht möglich ist.
Spontan denken wir an das wirkliche Geschehen bei einer Zeugung und einer Geburt. Danach ist ein neues Leben da, schier unfassbar, aber es ist da. Aus einer Beziehung heraus ist es geworden. Das grosse Wunder dabei ist: niemand vermag dieses Leben ungültig zu machen. Es ist da.

Jahushua bestätigt und bezeugt das, was die Propheten allezeit vertraten und lehrten: “Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. JaHuWaH, der El Eljon ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten (ohne irgendein Dazutun aus heidnischen Traditionen, ohne jede Form und Weise aus dem Heidentum)” (Joh 4,23-24). Wir denken sofort an die Zeugnisse der Propheten (vgl. Jes 2,2-5; 45,20-25; Jer 31,7-10; Sach 8,20-23; 14,16 u. a. m.). Wenn Jahushua sagt: “Es kommt aber die Stunde und ist jetzt (da)”, dann bestätigt er, dass JaHuWaH, der El Eljon immer schon solche Anbeter hatte, die ihn ungeteilt, ohne Götter und Tieropfer, ohne jede heidnische Denkweise in Geist und Wahrheit angebetet haben. Solche gab es seit dem Auszug aus Ägypten ununterbrochen. Diese Anbetung ist nie verloren gegangen, sie ist seither unter Juden immer lebendig geblieben, sie ist da. Solche sind die Träger des Lebens. Der Vater hält aber ununterbrochen weiter Ausschau nach solchen Anbetern. Darum sagt Jahushua klar und bestimmt: “Ihr (Shomroner, Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten usw.) betet an, was ihr nicht kennt; wir (Juden) beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus (bei) den Juden” (Joh 4,22). Sie sind die Träger des Lebens, eines Lebens, das nur in der Beziehung zu, mit und aus JaHuWaH, dem El Eljon, Sinn macht und Erfüllung bringt.

Das ist wunderbar. In dieser grossen Freude wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat, voller Dankbarkeit. Shalom und herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Herzliche Einladung zu Vorträgen und Austausch in D-83317 Teisendorf / Achtal. Samstag, 20. und Sonntag, 21. November 2021. Die Veranstaltung findet in einer Pension statt. Günstige Bedingungen. Informationen und Anmeldung bitte telefonisch bei Marion Fischer unter 08666 2174973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen.


Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. Dezember 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!


In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).