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Sukkot: "Israel ist mein erstgeborener Sohn" (2Mo 4,22) Teil 3

Glaubensimpuls 525 von Gregor Dalliard

Die innere Freude und Zufriedenheit strahlt auf unsere Umwelt ab. Der TaNaCH, und damit auch Jahushua von Nazareth, weisen uns den Weg zu dieser inneren Freude und Zufriedenheit. Das ist die Gemeinschaft mit JaHuWaH. Das ist das Ziel unseres Lebens, die Wahrheit. Durch Wissen kommen wir der Wahrheit näher, d. h. JaHuWaH. Das ist die Lehre aller Propheten. Jahushua von Nazareth weist uns zusätzlich auf die Wichtigkeit des Wissens hin, wenn es um JaHuWaH geht, die Wahrheit um JaHuWaH.
Wir erinnern uns: In einem Gespräch mit einem anderen Pharisäer, einem Schriftgelehrten, ging es um die Frage, was das Wichtigste im Glauben eines Menschen sei. Die Bedeutung des Wissens wird von beiden Schriftgelehrten auf den Leuchter gestellt, wenn es um die Frage nach dem EL Eljon, dem Höchsten handelt. “Jahushua antwortete ihm: Das erste ist: ‘Höre, Jisrael: JaHuWaH, unser Erlöser, ist der EINZIG EINE; und du sollst JaHuWaH deinen Erlöser, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand (Wissen) und aus deiner ganzen Kraft!….’ Und der (andere) Schriftgelehrte sprach zu ihm: ‘Recht, Lehrer, du hast nach der Wahrheit geredet; denn er ist EIN EINZIGER, und es ist kein anderer ausser IHM; und IHN zu lieben aus ganzem Herzen und aus ganzem Verständnis (Wissen) und aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist viel mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer’” (Mk 12,28-33).
Wir können JaHuWaH nur vollkommen lieben, wenn wir schrittweise mit dem Einsatz unseres Verstandes (Wissens) die Kenntnis (das Wissen) über IHN und SEIN Wesen erlangen. Damit wachsen wir - Hand in Hand - in den inneren Frieden und in die Freude des Lebens hinein. Wir verstehen dann auch den Inhalt der Aussage: “Israel ist mein erstgeborener Sohn” (2Mo 4,22). Diese Weisung im Shma Jisrael, war für Jahushua von Nazareth die wichtigste. Dieser Weisung wegen ist er von den Römern zum Tode verurteilt und ermordet worden, wie viele tausend anderer Juden auch.

Was aber machen die Christen? Fast ausnahmslos alle ignorieren dieses Wichtigste, dieses Erste im Leben. Würden sie diese erste Weisung aus dem “Munde” JaHuWaHs beherzigen, die für alle Propheten, Gerechte und Schriftgelehrten (Pharisäer), ebenso auch für Jahushua, als das tragende Fundament des Glaubens und des Lebens galt, wäre auf einen Schlag der gesamte Inhalt ihrer fromm getarnten teuflischen Ersatztheologie zunichte gemacht. Der Weg hin zur Wahrheit, die JaHuWaH ist, ist voller Herausforderungen, aber es lohnt sich, ihn zu gehen.

Die Beziehung zwischen JaHuWaH und einem Menschen, der IHM vertraut, ist immer dieselbe, immer einzigartig, nie eingeschränkt, egal was vorgefallen ist oder gerade geschieht. Von JaHuWaH aus wird das immer so sein. Was ist das Problem der meisten Menschen, die JaHuWaH vertrauen wollen? Sie misstrauen diesem Verhältnis. Sie tun das aus Unkenntnis, aus Unwissenheit über das alles übersteigende Wesen des JaHuWaH. Ihnen steht immer wieder das eigene Versagen im Weg, durch das sie laufend ein schlechtes Gewissen vor JaHuWaH haben. Sie können nicht akzeptieren, dass der Mensch immer Mensch bleibt, dass keiner ohne Sünde lebt. Wie wir immer wieder aus dem Zeugnis des TaNaCHs hören, ist JaHuWaH nicht ein Gott, ER ist JaHuWaH, der El Eljon. Damit hebt ER sich Lichtjahre von allen Göttern, Gottheiten und ihren Forderungen ab. (Vergleiche dazu den überarbeiteten Gim 119).

Woher kommt dieses abgrundtiefe Misstrauen gegenüber JaHuWaH? Die Kirche vermittelte uns in unserer Kinder- und Jugendzeit einen Gott (nicht JaHuWaH), der ständig mit erhobenem Zeigefinger und finsterem Blick um uns herum geistert, Tag und Nacht. Dieser Gott (Deus, Theos) sucht unablässig nach unserem Versagen. Für uns war Gott identisch mit der Kirche, mit den Priestern, was ja im Prinzip auch so ist.
Mit diesen Erfahrungen und diesem Gottesbild, das uns die Kirche vermittelte, war es gar nicht möglich dem christlichen Gott (Deus, Theos) etwas Positives abzugewinnen, was ja im Prinzip auch gar nicht möglich ist. Im Gegenteil: Das tiefste Misstrauen gegenüber diesem Gott (Deus, Theos) ist in unsere Herzen gesät, gehegt und gepflegt worden. Die ewigen Höllenstrafen waren uns näher als der Himmel. Der zornige, grimmige, wütende und allezeit nach Rache dürstende Gott, der alles sah und hinter jeder Hausecke auf uns lauerte, konnte nie etwas Gutes in uns wecken. Leider halten die meisten Christen den christlichen Gott (Deus, Theos) für JaHuWaH, den Erlöser Israels.
Hinzu kam bei vielen katholischen Kindern und Jugendlichen der wöchentliche Gang in den Beichtstuhl. Im dunklen Kasten sass der dunkel gekleidete Priester, was uns schon mal verängstigte. Ihm mussten wir alle unsere Versagen im Detail bekennen. Würden wir das nicht gewissenhaft tun, würde uns Gott bestrafen, so wurden wir gelehrt. Also waren wir ängstlich bemüht, dem Priester alles zu sagen.
Mancher Priester aber nutzte diese Gelegenheit, uns in gewissen Sachen, im Schein der Frömmigkeit, vollkommen zu entblössen. Das war vor allem in der Pubertätszeit äusserst peinlich und demütigend. Bei jeder Beichte fragte der Priester nach dem Vorsatz, den wir uns vorgenommen hatten, d. h. welche Sünde wir nicht mehr begehen wollten. Woche für Woche aber mussten wir im Beichtstuhl eingestehen, dass wir den Vorsatz der letzten Beichte nicht einzuhalten vermochten, also Versager waren.
Was ist die Frucht einer solchen Methode? Die meisten haben vor lauter Frust und Minderwertigkeit im Laufe des Lebens von der Kirche und ihrem Gott (Deus, Theos) Abschied genommen. Sie haben sich nie ernsthaft mit dieser Problematik auseinandergesetzt, dazu fehlt ihnen das zusammenhängende Wissen und die Möglichkeit. Die indoktrinierte Angst hält die meisten von ihnen ein Leben lang im Griff. Die Bindung an dieses System können sie nie, oder nie ganz, loslassen, es sei denn, sie begegnen JaHuWaH und bauen eine tiefe Beziehung mit IHM auf.

Andere, wie ich, haben den stoischen Weg der brutalen Kasteiungen beschritten, aber auch dieser Weg hat nichts gefruchtet.
Nun, all das war keine Basis, kein Weg, zum Aufbau und zur Förderung von Vertrauen. Kirchen und christliche Gemeinschaften sind von der Theologie des Paulus geprägt worden. Sie ist schwerst irreführend, mit den schlimmsten Folgen für die Menschen. Er lehrte: “Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden” (2Kor 5,17). Damit hat er im Laufe der letzten 2000 Jahre Milliarden Menschen in ein qualvolles seelisches Elend gestürzt. Das möge uns doch bewusst werden. “Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?” (Röm 6,2). “Denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen” (Gal 3,26-27).
Das “Neue Testament” lehrt, dass Christus ohne Sünde war (vgl. Hebr 4,15; 7,26; Joh 8,45 u. a. m.). Stellen wir uns vor, was mit einem Menschen passiert, der sich taufen lässt und diese Lehrforderungen des Paulus ernst nimmt, wirklich ernst nimmt. Er setzt alles daran diese gebotene Nachfolge Jesu zu leben, so wie das im “NT”, im Christentum, gefordert wird. Im Vorhinein ist ein Christ zum Scheitern verurteilt.Wie will ein Mensch Christus anziehen und damit der Forderung entsprechen, wie Christus ohne Sünde zu leben? Das ist eine Forderung, die unmöglich umgesetzt werden kann, die jeden Menschen völlig überfordert, in allen seinen besten Absichten.
Wie ich im letzten Gim geschrieben habe, widerspricht Jahushua von Nazareth dieser Irrlehre im “NT”. Klipp und klar sagt er dem Oberen, der ihn als gut bezeichnet: “Was nennst du mich gut? Niemand ist gut (ohne Sünde) als nur einer, JaHuWaH” (Lk 18,19; Mk 10,18). Paulus vertrat und verbreitete eine Form der Philosophie, deren Wurzeln im griechischen Stoizismus zu finden sind. Das ist eine Philosophie, die realitäts- und lebensfremd daherkommt.
Die Forderungen des Paulus stehen im krassen Widerspruch zur Wirklichkeit des Lebens, zu den Erfahrungen, die jeder Mensch in seinem Leben macht. Trotz all des guten Willens und bei den allerbesten Vorsätzen vieler Christen, kann kein Christ diesen schweren Forderungen entsprechen. Da kann keine wirkliche Freude aufkommen. Ich persönlich habe vor und während des Theologiestudiums mit allen Kräften danach gestrebt, der Sünde zu sterben und in Christus zu sein. Ich wollte zu den (stoischen) Heiligen der Kirche gehören, die der Sünde gestorben sind (vgl. Röm 6,2). Ich nahm diese Sache total ernst.
Nachdem Jesus, als wahrer Gott und wahrer Mensch während der ursprünglich angesagten Zeit nicht wiedergekommen war, erkannten die Gründer des Christentums sehr früh, dass die Gesetze und Lehren des Paulus in dieser Welt gar nicht umsetzbar sind. Sie sind den Wirklichkeiten des Lebens völlig entgegengesetzt (s. z. B. auch 1Kor 7).

Was taten sie? Sie kehrten nicht zu JaHuWaH um. Stattdessen führten sie einen frommen Mechanismus mit verheerendsten Folgen für die Menschheit ein, d. h. sie schufen die Sakramente. Durch den Freispruch des Priesters, vor allem in den Sakramenten der Taufe (Freispruch vom Sündenfall und der Erbschuld) und der Beichte, wird der Getaufte wieder Christus gleich gemacht, zieht Christus wieder an (vgl. Gal 3,26-27). Mit dem Vollzug der Sakramente versetzt der Priester den Getauften wieder in den Zustand des Christus, in die Neuschöpfung, das Alte ist dann vergangen. In jeder Beichte wiederholt sich dieser Prozess, zurück in Christus, in die Neuschöpfung - gegen eine kleinere oder grössere Gebetsauflage, je nach schwere der Sünde. Nach jeder Sünde muss der Katholik wieder beichten. So stirbt er der Sünde immer wieder neu ab (vgl. Röm 6,2). Diesen “Dienst” vollzieht der Priester Im Auftrag des Papstes.
Vor allen anderen Sakramenten wird der Getaufte im Sakrament der Beichte wieder in die neue Schöpfung versetzt; damit das Alte vergangen ist (vgl. 2Kor 5,17). In irgendeiner Weise aber holt das Alte den Beichtenden wieder ein. Das ist eine unvermeidbare Angelegenheit, weil kein Mensch ohne Sünde leben kann. Das ganze fromme Brimborium beginnt dann wieder von vorne. Wie gesagt: Das In-Christus-Sein verliert die beichtende Person aber gleich wieder mit der ersten Sünde nach der Beichte. Der katholisch getaufte Christ muss sich das paulinische In-Christus-Sein immer wieder neu beim Priester im Sakrament der Beichte holen, ansonsten wird er den Himmel der Christen nie sehen.
Das katholische Kirchenrecht fordert darum alle Getauften auf, wenigstens einmal im Jahr diese paulinische Erneuerung in Christus zu holen, an sich vollziehen zu lassen: “Jeder Gläubige ist nach Erreichen des Unterscheidungsalters verpflichtet, seine schweren Sünden wenigstens einmal im Jahr aufrichtig zu bekennen” (Codex Iuris Canonici, Can 989, Butzon & Bercker, 1983 ).

Ich kam zu den Freikirchen und christlichen Gemeinschaften. Sie kennen das Sakrament der Beichte in dieser Form nicht, aber sehr viele ähnliche Mechanismen, je nach Freikirche oder christlicher Gemeinschaft. Meistens sind es sehr rigorose Massnahmen, die von den Leitenden gegen Mitglieder vorgenommen werden, die den Vorstellungen und Lehren nicht entsprechen, die sie jeweils aus den paulinischen Aussagen heraus definiert und in ihren Bekenntnissen und Statuten verankert haben: “in Christus sein”; “eine Neuschöpfung”; “das Alte ist vergangen”; “Neues ist geworden” (vgl. 2Kor 5,17); “der Sünde gestorben”; “nicht mehr in der Sünde leben” (vgl. Röm 6,2); “auf Christus getauft sein, gleich Christus angezogen” (vgl. Gal3,26-27) u. a. m. Ich möchte keine Menschen verletzen, denn sie sind Opfer der Ersatztheologie, die alle Christen in den wesentlichen Lehren des Christentums umfasst und prägt. Sie sind buchstäblich Opfer dieser Theologie.
In den vergangenen 25 Jahren habe ich so ziemlich alle christlichen Bekenntnisse in Mitteleuropa kennen gelernt. Was entdeckte ich? Das Resultat kann auf die Dauer keinem Mitmenschen verborgen bleiben, es wird aber meistens mit vielen frommen Irrlehren und aufgesetzten Verhaltensregeln übertüncht.
In diesen Kreisen erleben wir eine grenzenlose Selbstüberschätzung und -überforderung, eine tiefsitzende kontinuierliche fromme Verdrängung der Wirklichkeit. Diese Einstellung geht mit einem allbekannten Argument einher: Der Glaube an die vorgegebenen Lehren der betreffenden christlichen Gemeinschaft, der auch als Irrlehre mit Versen aus dem TaNaCH (“AT”) und dem “NT” überzeugend vermittelt werden kann, gestattet es keinem Mitglied, diesbezüglich kritische Fragen zu stellen. Nach dem Selbstverständnis der einzelnen christlichen Gemeinschaften würde damit ihr Gott (Theos, Deus) in Frage gestellt und das darf nicht sein.
Die meisten Menschen, vor allem junge Menschen, die nach dem tieferen Sinn des Lebens suchen, erleben in solchen christlichen Gemeinschaften anfänglich herzliche Aufnahme, viel Aufmerksamkeit, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft. Als Suchende nehmen sie die Sache sehr ernst. Weil aber die Glaubensinhalte dieser Gemeinschaften nicht im Glauben des Jahushua von Nazareth gegründet sind, und damit auch nicht im TaNaCH (“AT”) gewurzelt sind, tritt nach Monaten oder Jahren eine Ernüchterung ein, ohne dass sich die Einzelnen der Gründe dieses Unbehagens bewusst werden. Was stellt sich nämlich heraus? Viele Aussagen des Paulus und der später entstandenen Evangelien der Kirchenväter (“NT”), erfüllen sich in ihrem persönlichen Leben so nicht, wie oben erwähnt (vgl. (2Kor 5,17; Röm 6,2; Gal 3,26-27). Entweder sie unterwerfen sich den Gegebenheiten, weil sie sich für das kleinere Übel entscheiden und ihnen die Gemeinschaft irgendwie wichtig bleibt, oder, was immer auch für Gründe vorliegen, sie Fliegen raus.

Solche Auseinandersetzungen werden sehr oft begleitet von Verdrehungen der Wirklichkeit, von Verdrängung und Frustration, von grossen seelischen Nöten, versteckter Einsamkeit, Verstellungen, Irreführungen, Heuchelei, von Vertuschung des menschlichen Versagens. Das Gesicht vor den Mitgliedern muss auf jeden Fall gewahrt bleiben, besonders aber vor den Familienangehörigen, die anders glauben. Auf dem Land, wo die Menschen stärker in Familien- und Verwandtschaftsbeziehungen eingebunden leben, ist dieses Verhalten ausgeprägter. Meistens sind Übertritte in eine andere christliche Gemeinschaft von heftigen familiären Auseinandersetzungen begleitet. Dem Ausschluss aus dem neuen sozialen Gefüge, aus der “neuen” Gemeinschaft, wird aus diesem Grunde vehement entgegengewirkt, denn die Konsequenzen zeigen sich meistens von einer erbarmungslosen Seite. Nicht jeder kann damit umgehen. Sollten wir das etwa nicht verstehen können? Ersatztheologie ist eben Ersatz und nicht das Glaubensleben in der Wirklichkeit des JaHuWaH und mit JaHuWaH. Darüber freue ich mich jeden Tag aufs Neue.
Da JaHuWaH JaHuWaH ist, ist ER ein völlig anderes Wesen als ein Gott (Deus, Theos). Darüber freuen wir uns und unsere Freude bleibt gross. Forts. folgt.

Allen wünsche ich einen gesegneten Shabbat. Shalom und herzliche Güsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 14. November 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).