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"Muss das denn sein?" Teil 2: JaHuWaH suchen!

Glaubensimpuls 517 von Gregor Dalliard

Zum Gespräch mit der Frau aus Zermatt im letzten Gim 516 habe ich geschrieben: “So lange diese Wurzeln nicht samt und sonders ausgerottet werden, so lange wir unseren Beitrag dazu nicht leisten und alles fromm übertünchen, kann uns jederzeit wieder ein solches unberechenbares und grenzenloses Leid überrumpeln”. Das hört sich etwas radikal an. In Anbetracht dessen aber, was die Juden in den letztem 2000 Jahren diesbezüglich an Leid und Elend von Seiten der Christen erleiden und ertragen mussten und was sich gegenwärtig wieder anbahnt, ist es das aber keineswegs. Jedenfalls hat meine Gesprächspartnerin im Zug im Laufe der letzten Jahre begriffen, wo die Wurzeln des Holocausts zu suchen und zu finden sind, wer sie weiterkolportiert und wie sie weiterkolportiert werden. Was ihr aber echt zu schaffen macht ist die Frage, wie sie ihre Verantwortung wahrnehmen und wie sie persönlich mit diesen Wurzeln fertig werden kann. Ich habe in vergangenen Gims immer wieder auf die Möglichkeit hingewiesen, wie die eigene Verantwortung in diesem Zusammenhang wahrgenommen werden kann. Das ist gar nicht so einfach.

In unserem christlich-kulturellen Umfeld bleibt dies eine ständige Herausforderung und das ist wahrlich nicht jedermanns Sache. Wenn ich aber etwas im Vornherein für aussichtslos halte, dann ist wohl Hopfen und Malz verloren. Soll meine tragende Kraft JaHuWaH sein, mit allen seinen Verheissungen, die in dem zusammenhängenden prophetischen Wort zu suchen und zu finden sind, dann kann mich nichts zurückhalten. Das war im Leben der Propheten und der Gerechten Israels und Judas so, auch im Leben des Jahushua von Nazareth. Dann will ich nach JaHuWaH suchen und leben: “Die Sanftmütigen haben es gesehen, sie werden sich freuen; die ihr JaHuWaH sucht, euer Herz soll leben!" (Ps 69,33). Das war im Leben eines jeden Gläubigen des auserwählten Volkes so, auch im Leben des Juden Jahushua von Nazareth. Schrittweise bin ich von dem Vertrauen erfasst worden, das Jahushua von Nazareth zu JaHuWaH hatte und aus dem sein kurzes Leben absolut durchdrungen war.
Dieser JaHuWaH hat mich zuerst einmal mächtig irritiert. Jahushua war so erfüllt von SEINEM Wesen, dass er sagen und lehren konnte: “Es steht (im TaNaCH) geschrieben: ‘Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund JaHuWaHs ausgeht’”, und: “Denn es steht (im TaNaCH) geschrieben: ‘Du sollst JaHuWaH, deinen Erlöser ELOHIM, anbeten und ihm allein dienen’«. Warum haben mich diese Worte irgendwann mächtig irritiert? Als Christ betete ich drei Gott-Personen an. JaHuWaH war auch nicht mein Erlöser!! Ich glaubte an die Erlösung, die im Blut eines jüdischen Gott-Menschen lag, der von den Römern, von Pilatus, mit abertausenden anderen Juden ermordet worden war, weil sie JaHuWaH liebten. Mein tief frommes christliches Sündenregister - im Lichte JaHuWaHs - liesse sich noch beliebig lange fortsetzen.
Durch ein intensives Studium des TaNaCHs, der Bibel des Jahushua von Nazareth, kam der Durchbruch. (Zur Erinnerung: Der TaNaCH wird von den Christen fälschlicherweise “Altes Testament” (“AT”) genannt. Es gibt aber kein Altes Testament. Diese christliche Definition sollte die Juden und den ELOHIM JaHuWaH verunglimpfen, in Vergessenheit bringen, als etwas Überholtes. Die christliche antisemitische Irrlehre besagt, dass die Christen den Platz Israels eingenommen haben.) Mein Studium des TaNaCHs zog sich über Jahrzehnte hinweg. Kaum zu fassen, dass ich erst nach so langer Zeit die innere Glaubenssicherheit und Geborgenheit in JaHuWaH gefunden hatte, die auch in Jahushua von Nazareth war. Ohne diese Sicherheit und Geborgenheit in JaHuWaH, wie sie in Jahushua von Nazareth war, kann wohl niemand diesen Weg innerhalb unseres christlich-kulturellen Umfeldes gehen. Niemals möchte ich getrennt von diesem Schatz leben. Dieser Schatz hat mich definitiv von dem paulinisch-griechisch-stoischen Korsett befreit. Der Weg dahin hat bei mir aber Jahrzehnte lang gedauert. “Es mögen fröhlich sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; es mögen stets sagen: ‘Gross ist JaHuWaH!’, die deine Rettung lieben” (Ps 40,17). So ist das!
Wir sprachen über Sprüche 8,17: “Die mich suchen, finden mich”. Sie sagte: “JaHuWaH suchen und finden ist das eine, aber wie sieht das praktisch aus?” Mein Gegenüber aus Zermatt sagte: “Nenne mir ein Beispiel, wie ich das tun kann, ohne dass ich dabei innerhalb meiner Familie und der Dorfgemeinschaft überfordert werde und ich mir trotzdem nicht als Feigling vorkommen muss”. Dazu mehr im nächsten Gim. Nochmals:  “Jauchzen und deiner sich freuen sollen alle, die dich suchen! Stets sollen sagen: ‘Gross ist JaHuWaH!’, die deine Rettung lieben” (Ps 70,5).
In dieser wunderbaren Lebensfülle und -freude grüsse ich alle herzlich und wünsche an diesem Shabbat allen eine Oase der Ruhe und der inneren Geborgenheit. Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. September 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).