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Unsere Gedanken, unser Friede in JaHuWaH

Glaubensimpuls 515 von Gregor Dalliard

Der Mensch lebt aus seinen Gedanken, aus seinen Worten und von seinen Taten. Nachdem ich vier Tage von Zuhause weg war, kam ich am Montagabend spät nach Hause. Ich erledigte einige dringende “Büroarbeiten” und ging dann schlafen. Am Dienstag früh um 6 Uhr wollte ich mich gleich nach meinem grossen Garten umsehen, denn während meiner Abwesenheit war niemand zuhause und die Tage waren sehr heiss gewesen. Von einer künstlichen Berieselung bin ich damals weggekommen, nachdem die Besitzer der umliegenden Nachbarhäuser, die nur ferienhalber hier wohnen, wegen der regelmässigen Versandung ihrer Anlagen durch das Gletscherwasser, nichts als Pech hatten. Wie das so ist, Wasser braucht es an allen Ecken und Enden im Garten. Was frisch ausgesät ist, braucht in der heissen Walliser Sonne mehrmals täglich stärkendes Nass. Beeren sind reif und reife Früchte wollen rechtzeitig geerntet sein, Sträucher und Unkraut müssen laufend in Schranken gehalten werden, und, und…. Stillstand gibt es für einen Gartenbesitzer erst wieder im Winter.

In dieser inneren Unruhe wollte ich das Tagewerk beginnen. Meine Gedanken machten mir aber keine Freude. Ich hatte keine innere Ruhe. Nein, so wollte ich den Tag nicht beginnen. Da kam mir spontan ein Gebet in den Sinn, das die Katholiken als Anhängsel zu den drei Ave Maria beten, die zur Einleitung des jeweiligen Rosenkranzgebetes gehören. “….Jesus, der unsere Gedanken leite.” Der Rosenkranz ist eine Gebetsleier an die Muttergottes, d. h. an die Mutter von Gott. Im mantramässigen Wiederholen der 5x10 Ave Maria wird der Katholik auf die Christus- und Mariendogmen des 4./5. Jahrhunderts programmiert. Maria wurde auf dem Konzil in Ephesus, im Jahre 431 u. Z., offiziell zur Gottesmutter erklärt, nachdem der Jude und Rabbi Jahushua von Nazareth, auf verschiedenen Synoden und Konzilien von den Kirchenvätern zum wahren Gott und wahren Menschen definiert worden war. Im Rosenkranzgebet wird Maria (eine heidnische Göttin, die übrigens nichts mit der Jüdin Mirjam zu tun hat), nach dem heidnischem Prinzip der damaligen Zeit, gleichzeitig als Jungfrau und als Mutter von Gott begrüsst, angerufen, angebetet. Nach dem sogenannten apostolischen Glaubensbekenntnis (Bekenntnis zu den Lehren und Dogmen der Gründer des Christentums) folgen jeweils drei Ave Maria, mit den folgenden Anhängseln: Jesus, der unsere Gedanken leite; Jesus, der unsere Worte führe; Jesus, der unsere Werke regiere, dann folgen 5x10 Ave Maria.

Die Gedanken! Was ist mit meinen Gedanken? Spontan waren die Worte des Propheten Jirmejahu (Jeremia) präsent (Jer 29,11): “Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht JaHuWaH, Gedanken des Friedens (Heils) und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren”. Also hielt ich inne, denn in meinem Kopf schwirrte es nur so von anstehenden und zu erledigenden Gedanken. Ich verspürte keinen Frieden in meinem Herzen. Also hielt ich inne und öffnete mich den Gedanken JaHuWaHs. Ich gab ihnen Raum. In meinem Vertrauen auf IHN, liess ich SEINE Gedanken, die ER auch über mich hat, an mir wirksam werden. Die Ruhe und der Friede kehrten wieder ein. Das Shma Jisrael (Höre Israel) übertrifft alles: “Höre, Israel: Der El Eljon JaHuWaH ist unser Erlöser, JaHuWaH allein! Und du sollst JaHuWaH, deinen Erlöser, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst” (5.Mose 6,4-7).
Diese Worte und Gedanken waren in den grauenvollsten Tagen und Zeiten in den Herzen vieler Israeliten und Juden wirksam, und das durch alle Generationen hindurch. Wunderbar! Sie haben Schmerz und Verzweiflung gesprengt, im Angesicht des Todes die Schatten des Todes vertrieben. Sie haben sich allezeit im Leben und Sterben der Menschen als das wirksamste Wunder gezeigt: “Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich” (Ps 23,4).
Anschliessend warf ich kurz einen Blick in die Rubrik der hiesigen Oberwalliser Todesanzeigen. Im Oberwallis weiss eigentlich jeder von jedem etwas. Die Anzeigen sind fast ausnahmslos mit Photo versehen. Ich war betroffen von der Anzeige einer Frau, die ich aus der Pfarrei Grächen kannte. Marianne, meine Frau, und ich sind ihr in den vergangenen Jahren immer wieder im Städtchen Brig begegnet. Ohne viele Worte stiegen jeweils schöne Erinnerungen hoch. Nun lasen wir: “Sie ist nach kurzer, schwerer Krankheit im Spital von Brig friedlich entschlafen.”
Mir wurde wieder klar: Nimm dich nicht so wichtig, Gregor. Wie schnell kann das Leben hier auf Erden zu Ende gehen. Als Mensch bin ich aber JaHuWaH wichtig, das ist entscheidend. Was das heisst, zeigt uns der TaNaCH wunderbar auf. Zum allgemeinen Verständnis: Der TaNaCH war die jüdische Bibel des Jahushua von Nazareth, aus der er seine Beziehung zu JaHuWaH aufbaute und auslebte. In dieser Beziehung hat er sein Leben hier auf Erden vollendet. “Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du verstehst mein Trachten von fern…. Mit allen meinen Wegen bist du vertraut. Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge – siehe, JaHuWaH, du weisst es genau. Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen, du hast deine Hand auf mich gelegt. Zu wunderbar ist die Erkenntnis für mich, zu hoch: Ich vermag sie nicht zu erfassen. Wohin sollte ich gehen vor deinem Geist, wohin fliehen vor deinem Angesicht? Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da. Bettete ich mich in dem Sheol, siehe, du bist da. Erhöbe ich die Flügel der Morgenröte, liesse ich mich nieder am äussersten Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen. Und spräche ich: Nur Finsternis möge mich verbergen und Nacht sei das Licht um mich her: Auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht. Denn du bildetest meine Nieren. Du wobst mich in meiner Mutter Leib. Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es sehr wohl.” (Ps 139,2,14).

Wir können uns keinen Zugang zu JaHuWaH erwirken, erkaufen, erschaffen oder sogar erschleichen. Das wäre nur frommer Selbstbetrug, der zu einem freudlosen Leben führen würde. JaHuWaH selbst aber hat uns den Zugang zu seinem Herzen für immer grenzenlos geöffnet. Diesen Zugang wird ER nie schliessen, er bleibt in alle Ewigkeit offen. Darin ist Frieden. Darin gedeihen die Gedanken des Friedens, des Heils, der Zuversicht, der Dankbarkeit und der Freude. Alles wächst aus dieser Beziehung. Das ist die Beziehung, die „der König von Salem“ (der König des Friedens), Melchisedek (Malki-Zedek), der „König der Gerechtigkeit", in seinem Herzen trug und bewahrte. Es ist die Beziehung zum Höchsten, dem El Eljon (1. Mose 14,18-20; Psalm 110,4). Diesen Frieden wünsche ich allen von Herzen, immer wieder neu, jeden Tag. Der bevorstehende Shabbat ist wieder so eine erfrischende und erquickende Kraftquelle. Lassen wir seine Zuwendung in unser Leben fliessen.

Shalom und herzliche Grüsse
Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 14. November 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).