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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 19

Glaubensimpuls 495 von Gregor Dalliard

In den letzten Gims versuchte ich uns wenigstens etwas von dem grauenvollen, entsetzlichen und unbeschreiblichen Zustand der Juden zu vermitteln, als die in der babylonischen Gefangenschaft lebenden Priester die verschieden Quellen der schriftlichen Thora verfassten. Zu diesen Juden gehörte eine Masse aus dem nördlichen 10-Stämmegebiet der Israeliten, die zur Zeit der Eroberung durch die Assyrer nach Juda geflohen waren. Sie alle fielen zuerst einmal in eine namenlose Verzweiflung, in eine “Todesstarre”. Wir wissen ja, wenn alles das, was von Abraham an bis zum Propheten Maleachi, der den Abschluss der Sammlung prophetischer Worte (der Nevi’im) bildet, aufgeschrieben worden wäre, hätten wir meterlange Bücher als Bibel vor uns liegen. Stellen wir uns das einmal vor! Das wäre wohl spannend, aber würde am Anliegen, das den Bibelschreibern am Herzen lag, vorbei zielen. Das Ziel wäre verpasst. Es geht ihnen grundsätzlich um JaHuWaH, als dem EINZIG EINEN und um das gesegnete Zusammenleben der Menschen untereinander. Ein solches Leben ist nur aus der Beziehung mit dem EINZIG EINEN definitiv möglich.
Das Zehn-Wort (zehn Gebote, Weisungen) vom Sinai bleibt das A und das O in dieser Welt. Alle Welt soll darum vom Götzendienst, von dem Missbrauch und der Ausbeutung des Menschen und der Schöpfung, befreit werden. Alles soll zu der von JaHuWaH gegebenen Würde gebracht werden. Welch eine Aufgabe, welch ein Auftrag, inmitten einer Welt in der völlig andere Gesetze herrschten und immer wieder zu herrschen drohen. Dieses einzigartige Ziel, von dem die Welt bisher noch nie gehört hatte, schien durch die Babylonier radikal vernichtet, für immer zerstört! Ein schrecklicher Rückfall ins Chaos – ins “wüst und leer”! Nichts mehr war da!
Die einzigartige Sendung, die Israel auferlegt ist – über Abraham – wird dem Volk Israel von den Bibelschreibern über die eindrücklichsten bildreichen Dramen vermittelt. Der Auftrag ist ausserordentlich und einmalig. Es gibt ihn kein zweites Mal. Darum muss Israel seine Sendung und die damit verbundene Schwere des Auftrags erkennen. Mit diesen eindrucksvollen Dramen eines Paradieses, mit der redenden Schlange, die ja ein Geschöpf von JaHuWaH ist, von wem denn sonst?, die mehr Einfluss und Macht auf die Menschen hat, mehr als JaHuWaH, und damit unvorstellbares Leid über die Menschheit auslöste, ein JaHuWaH, der nichts dagegen machen kann als den Erdboden verfluchen. Was soll das? Das alles sind drastische Gleichnisse, die das auf dieser Welt existierende Leid begründen und erklären sollen. Die Bibelschreiber bezwecken nur Eines: Ihre Leser sollen aufgerüttelt werden. Sie sollen sich ihrer persönlichen Berufung und Verantwortung bewusst werden. Die Schreiber nahmen diese uralten Vorstellungen, von denen sie selbst z. T. noch geprägt waren, in die Bibel auf. JaHuWaH ist zwar der El Shaddai, aber er braucht “Hilfe” zur Heilung dieser Welt. Dazu hat er Israel erwählt.

Wie wir schon sagten, sie wollen damit JaHuWaH nicht zu einem Götzen machen, der nicht einmal fähig ist, eine redende Schlange in ihre Schranken zu weisen, der nicht einmal fähig ist, eine Schöpfung in ihrem paradiesischen Zustand zu erhalten. Was brächte uns dann ein solcher JaHuWaH?
Es geht um die Wahrnehmung der persönlichen Verantwortung und um den Aufbau der Schöpfung, in der wir einfach sind und leben. Was mache ich mit meinem Leben innerhalb des irdischen Lebensgeflechtes, in das ich hinein geboren worden bin? Die bestehenden Zustände innerhalb dieser Schöpfung müssen, sollen und dürfen nicht so bleiben wie sie sind. Wir tragen eine schier unbegrenzte Verantwortung in diesem Leben. Die unwissenden Menschen können und müssen zum Herzen JaHuWaHs, in die Gesinnung JaHuWaHs geführt werden. Das ist möglich. Verbrechen, Ungerechtigkeit, Bestechung, Ausbeutung, Krieg, Unfrieden, Bitterkeit, Hass, etc. werfen die Menschen immer wieder zurück in düstere unerträgliche Zustände. Das darf nicht sein, das darf nicht so bleiben. Das zu verändern ist der Auftrag und die Aufgabe des auserwählten Volkes. Es geht JaHuWaH zuerst um das Leben auf dieser Erde, nicht um den Himmel. Darum gab JaHuWaH dem Volk das Fundament zur Rechtsprechung, das in den letzten Jahrhunderten immer mehr Eingang in die Rechtsprechung der Völker findet. Etwas, das die Welt vorher so nicht kannte und gesehen hat. “Und es geschah am Tag darauf, da setzte Moshe sich nieder, um dem Volk Recht zu sprechen…. Die Aufgabe ist zu schwer für dich, du kannst sie nicht allein bewältigen. Höre nun auf meine Stimme (Jitro), ich will dir raten, und JaHuWaH wird mit dir sein: Vertritt du das Volk vor JaHuWaH, und bringe du die Sachen vor JaHuWaH. Belehre sie über die Ordnungen und Weisungen, und zeige ihnen den Weg, den sie gehen, und das Werk, das sie tun sollen. Du aber suche dir aus dem ganzen Volk tüchtige, JaHuWaH-treue Männer aus, zuverlässige Männer, die ungerechten Gewinn hassen….” (2.Mo 18,13+19-21).
Am Sinai sind dem Volk Israel die ethisch-moralischen und sozialen Grundlagen des Lebens gegeben worden, die langsam aber sicher – als Segen Abrahams – überall in der Welt Fuss fassen. Dazu ist Israel von JaHuWaH auserwählt worden. Mit der Vernichtung durch die Babylonier schien alles kaputt gemacht! “Todesstarre”! Was nun? Was war denn das Ziel der Propheten? Ganz klar: “Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und an das Frühere wird man nicht mehr denken, und es wird nicht mehr in den Sinn kommen. Vielmehr freut euch und jauchzt allezeit über das, was ich schaffe! Denn siehe, ich schaffe Jerusalem zum Jauchzen und sein Volk zur Freude. Und ich werde über Jerushalajim jubeln und über mein Volk mich freuen” (Jes 65,17-19). Aber das alles ist mit einem Prozess innerhalb der Menschheit verbunden. Dieser Prozess vollzieht sich mit viel Gerangel, mit viel Hin und Her unter den Menschen. Doch was wird sein?

“Der Geist JaHuWaHs, ist auf mir; denn JaHuWaH hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, den Elenden frohe Botschaft zu bringen, zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, Freilassung auszurufen den Gefangenen und Öffnung des Kerkers den Gebundenen auszurufen das Gnadenjahr JaHuWaHs und den Tag der Wiedergutmachung für unsern Erlöser, zu trösten alle Trauernden, den Trauernden Zions Frieden, ihnen Kopfschmuck statt Asche zu geben, Freudenöl statt Trauer, ein Ruhmesgewand statt eines verzagten Geistes, damit sie Terebinthen der Gerechtigkeit genannt werden, eine Pflanzung JaHuWaHs, dass er sich durch sie verherrlicht. Sie werden die uralten Trümmerstätten aufbauen, das früher Verödete wieder aufrichten. Und sie werden die verwüsteten Städte erneuern, was verödet lag von Generation zu Generation. Dann werden Fremde dastehen und eure Schafherden weiden, und Ausländer werden eure Bauern und eure Weingärtner sein. Ihr aber, ihr werdet Priester JaHuWaHs (Erfüller des Auftrags) genannt werden; Diener unseres Erlösers wird man zu euch sagen. Ihr werdet den Reichtum der Nationen geniessen und mit ihrer Herrlichkeit euch brüsten. Weil ihre Schande doppelt war und sie Schmach besassen als ihr Erbteil, darum werden sie in ihrem Land das Doppelte besitzen; ewige Freude wird ihnen zuteil. Denn ich, JaHuWaH, liebe das Recht, ich hasse den Raub mitsamt dem Unrecht. Und ich werde ihnen ihren Lohn in Treue geben und einen ewigen Bund mit ihnen schliessen. Und ihre Nachkommen werden bekannt werden unter den Nationen und ihre Sprösslinge inmitten der Völker. Alle, die sie sehen, werden erkennen, dass sie Nachkommen sind, die JaHuWaH gesegnet hat. Freuen, ja, freuen will ich mich in JaHuWaH! Jubeln soll meine Seele in meinem Erlöser! Denn er hat mich bekleidet mit Kleidern des Heils, den Mantel der Gerechtigkeit mir umgetan, wie der Bräutigam sich nach Priesterart mit dem Kopfschmuck und wie die Braut sich mit ihrem Geschmeide schmückt. Denn wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt und wie ein Garten seine Saat aufsprossen lässt, so wird der Herr, JaHuWaH, Gerechtigkeit und Ruhm aufsprossen lassen vor allen Nationen” (Jes 61, 1-9).

Nehmen wir diesen Segen mit offenen Armen und einem pulsierenden Herzen auf. Nichts Böses kann uns dabei widerfahren. Steigen wir ein in den Strom des Lebens, der für immer fliesst und durch nichts, rein gar nichts, wieder gestoppt werden kann. In dieser Freude wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat und wohlwollende Menschen um sich. Herzliche Grüsse und Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. September 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).