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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 16

Glaubensimpuls 492 von Gregor Dalliard

In den letzten Gims habe ich auf zwei biblische Grundprinzipien hingewiesen. Sie zu beachten hat für den bibelgläubigen Menschen äusserste Priorität. Wie der Esrachiter rufen sie aus: “Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! JaHuWaH, im Licht (im Schutze) deines Angesichts wandeln sie” (Ps 8916). Wie der Prophet Jeshajahu laden sie uns ein: Haus Jakob, kommt, lasst uns im Licht des JaHuWaH leben!" (Jes 2,5). Das erste biblische Grundprinzip: JaHuWaH ist kein Gott. Er ist JaHuWaH, vgl. Gim 490. Er übersteigt damit jedes Fassungsvermögen eines Menschen. Sagen wir es so: Sein Wesen ist Lichtjahre von unserem Wesen zu unterscheiden. Wir Menschen können nur in unseren Denkkategorien über ihn denken und schreiben, “….denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben” (2Mo33,20). Das Bekenntnis der Propheten ist unantastbar einzigartig: “Wer hat den Geist JaHuWaHs ermessen, und wer ist der Mann seines Rates, den er unterwiese? Mit wem beriet er sich, dass der ihm Einsicht gegeben und ihn belehrt hätte über den Pfad des Rechts und ihn Erkenntnis gelehrt und ihn über den Weg der Einsicht unterwiesen hätte?” (Jes 40,13-14). “Ich bin JaHuWaH, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen (keiner Theologie)noch meinen Ruhm den Götterbildern (irgendeiner Gottheit)” (Jes 42,8).

Das zweite biblische Grundprinzip, das ich erwähnte, das uns die Bibelschreiber vermitteln, ist Folgendes: JaHuWaH hat den Menschen aus völlig freien Stücken geschaffen, souverän, wohlwissend wie der Mensch von IHM beschaffen worden ist, mit allen Ecken und Kanten, mit allem Ungehorsam und Versagen, mit allen Boshaftigkeiten, aber ER hat ihn auch ausgestattet mit allen Gaben des Verantwortungsbewusstseins und den Fähigkeiten diese wahrzunehmen – und mit der Möglichkeit der Umkehr. JaHuWaH hat den Menschen von Anfang an so geschaffen. Uns Menschen fällt es schrecklich schwer solches zu akzeptieren. Warum wohl?
In ihrem Streben nach Vollkommenheit suchten die Menschen ihren leidvollen und sündigen Zustand zu ergründen, zu begründen und zu überwinden. Sie suchten nach einem Weg über den sie aus diesem leidvollen und sündigen Leben heraus finden könnten. Was bezwecken nun die Bibelschreiber mit ihren vielen Gleichnissen auf den ersten Seiten der Bibel? Was soll das Gleichnis von den Bäumen im Garten, die sprechende Schlange, die mehr Einfluss auf Adam und Eva hat als JaHuWaH? Was soll das Bild von dem spazierenden Elohim im Garten?: “Und sie hörten die Stimme des Elohim, des El Eljon, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor dem Angesicht des Elohim, des El Eljon mitten zwischen den Bäumen des Gartens” (1Mo 3,8). Was soll der zornige und verbannende Gott, der als Strafe unberechenbares Leid ankündigt, in dem der Mensch nun lebt. Diese Gleichnisse wollen keinesfalls JaHuWaH zum Deppen machen, zur Märchenfigur oder zu einem Monster, zum Vater aller Monster.

Wollen die Autoren der Bibel mit diesen Gleichnissen den Menschen JaHuWaH erklären? Gerade nicht!! Vielmehr wollen sie den Menschen in seiner Verantwortung wachrütteln und zur Verantwortung erziehen. Dem Menschen soll bewusst gemacht werden, dass er persönlich die Verantwortung trägt: für sein eigenes Leben, für das der Mitmenschen, für das der Schöpfung. Er trägt Verantwortung im Umgang mit dem Leid in der Welt. Er allein trägt Verantwortung für Recht und Gerechtigkeit, für Liebe und Barmherzigkeit, für Hass und Feindschaft, für Frieden oder Krieg, für Segen oder Fluch in der Welt. Er trägt Verantwortung für das was in der Welt geschieht. Der Mensch ist von JaHuWaH so ausgestattet worden, dass er seine Verantwortung wahrnehmen kann. Tut er das nicht, muss nicht JaHuWaH ihn strafen. Das tut JaHuWaH nicht. Der Mensch straft sich selbst. Er, der Mensch, kann entscheiden. Will er die entsprechenden Voraussetzungen, die ihm JaHuWaH gegeben hat für sich, seine Mitmenschen und die Umwelt wahrnehmen oder auch nicht. Die Konsequenzen folgen dem Menschen auf Schritt und Tritt. Uns bleiben sie oft verborgen. Es ist nicht immer klar, warum Menschen dies oder das erleiden. Es ist nicht immer ihre Schuld! Verschiedene Angelegenheiten sind oft miteinander verquickt und von uns nicht zu entwirren. Das aber sollte auch nicht im Mittelpunkt unserer Interessen sein.
Das Warum des menschlichen Zustandes, die Frage warum Naturkatastrophen etc., tritt zuerst einmal in den Hintergrund. Es geht um die Wahrnehmung und die Ernsthaftigkeit der persönlichen Verantwortung in allen Bereichen des Lebens.

Ich habe oben geschrieben: Das tut JaHuWaH nicht. Warum tut ER das nicht? Er hat ganz andere Gedanken über uns, wunderbare Gedanken. SEINE Gedanken unterscheiden sich Lichtjahre von unseren Gedanken. Hören wir, was die grossen Propheten sagen: “Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht JaHuWaH. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken” (Jes 55,8-9). “Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht JaHuWaH, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren” (Jer 29,11). In welchem Kontext solche Aussagen auch immer gemacht sein mögen, sie machen das Wesen JaHuWaHs aus, in allen Bereichen des Lebens und zu allen Zeiten. Das ist die Intention JaHuWaHs, mehr brauchen wir eigentlich nicht zu wissen, denn dann wissen wir eigentlich alles, weil nämlich alles Leben von JaHuWaH kommt und zu JaHuWaH zurückfinden wird. Das hat uns JaHuWaH vielfältig in seinem Wort bezeugt: “….und der Geist kehrt zu JaHuWaH zurück, der ihn gegeben hat” (Pred 12,7; Ps 90,3; Ps 23,6; 1Sam 2,6; 5Mo 32,39 u.a.m.). Die Verfluchungen der Juden waren niemals Gedanken JaHuWaHs. Auch die Lehre der Christen ist niemals aus dem Herzen des Vaters JaHuWaH gekommen: “Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist” (Joh 8,44). Rachegedanken, Rachegerichte, endlose Pogrome, endlose Verfluchungen und Abschlachtungen der Juden und indigener Völker im Namen des Kreuzes, Missbrauch und Holocaust, waren nie Gedanken JaHuWaHs. Sie sind nie seinem Wesen entsprungen. Solche Gedanken waren immer Gedanken der Gottheiten und werden immer Gedanken der Gottheiten bleiben. Wir sind von Kindesbeinen an mit einer Fülle von verworrenen JaHuWaH-feindlichen und antisemitischen Auslegungen des TaNaCH (“AT”) vollgestopft worden. Dieses Denkmuster ist in unsere Seelen eintätowiert worden. Es kann nicht einfach so abgewaschen werden. Hier braucht es biblische Unterweisung, Einsicht und Umkehr.

Ja, wollen wir JaHuWaH vor der Welt nicht länger zu einem Götzen unter Götzen machen, nicht als eine Gottheit unter Gottheiten erscheinen lassen; wollen wir ihn nicht zu einem Deppen degradieren, zu einer lächerlichen Märchenfigur herabwürdigen, dann erfassen und beherzigen wir die zwei genannten biblischen Grundprinzipien. Es ist höchste Zeit dazu. Wir wollen das ohne Wenn und Aber tun. Das ist eine absolute Notwendigkeit. Mit jedem anderen Verhalten entwürdigen wir JaHuWaH und den Glauben des Jahushua von Nazareth. Wir wollen JaHuWaH nicht länger der Willkür fromm verführter Bibelauslegern überlassen. Sie lassen JaHuWaH als das schrecklichste Monster – als das Monster aller Monster – erscheinen. Das aber wird nicht länger geschehen, wenn wir uns die beiden biblischen Prinzipien in all ihrer Tiefe und mit Freude und Dankbarkeit zu Herzen nehmen, und wir die Berichte der Bibelschreiber im TaNaCH zu verstehen versuchen – und zwar in und aus ihrem bildreichen und gleichnishaften Zusammenhang.
Wie wir schon oft sagten: Die Bibel ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Die Verfasser der Bibel haben Texte aus der frühesten Vergangenheit gesammelt. Vor allem während der Zeit des Exils in Babylon. Sie haben die schrecklichen und grauenvollen Ereignisse in die bereits vorhandenen Sammlungen der Thora eingebaut. Das taten sie als Hilfe und Mahnung für die gegenwärtigen und die kommenden Generationen, damit der Mensch im Glauben an JaHuWaH, in der Gemeinschaft mit JaHuWaH, seine Verantwortung erkennt und umsetzt. Sie taten das auf ihre Weise, aus der damaligen Denkweise heraus. Wir kommen darauf zurück. Damit erst geben wir JaHuWaH die IHM gebührende Ehre, Achtung, Würde und Anbetung zurück. Es ist JaHuWaH, an dem sich die Menschen wieder von Herzen erfreuen werden, auf dessen Wegen sie gerne gehen, dessen Weisungen ihre Herzen erquicken.

Mit den Worten aus Psalm 139,3-4 grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat: “Mein Wandeln und mein Liegen – du kennst es. Mit allen meinen Wegen bist du vertraut. Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge – siehe, JaHuWaH, du weisst es genau”. Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. September 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).