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"Heilige sie durch die Wahrheit: dein Wort ist Wahrheit" (Joh 17,17).

Glaubensimpuls 48 von Gregor Dalliard

“Der Umgang der christlichen Kirchen mit dem biblischen Offenbarungsgut ist sonderbar. Es ist ein nicht nachvollziebares Verhalten, das allen Regeln der Redlichkeit, des Anstandes und der Wahrheit widerspricht.” Das sind Worte eines enttäuschten Katholiken, der eine leitende Funktion in der katholischen Kirche innehat. Er hatte sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, wie viele Katholiken, vorgenommen, die biblische Offenbarung in ihrem geschichtlichen und heilsgeschichtlichen Zusammenhang zu studieren. Dabei entdeckte er die Thora, die Propheten und Schriften ganz neu und zwar in ihrem Zusammenhang.
Die theologischen Hochschulen vermitteln offiziell ab dem 4. Jh., seit den Konzilien von Nizäa 325 und Konstantinopel 381, eine religiöse Ideologie, die aus einer Mixtur besteht. Hellenistisch-römisches Gedankengut, Philosophie, heidnische Praktiken, mit etwas TaNaCH (“AT”) vermischt, prägen seither das religiöse Denken, Lehren und Handeln der katholischen Kirche. Unterschiedlich stark sind die reformatorischen Kirchen und Freikirchen davon geprägt.

Nun, er und ich, wir haben unabhängig voneinander die gleiche Erfahrung gemacht. Er gibt mir gegenüber ganz offen zu, und das ist immerhin sehr zu schätzen, dass er die katholische Kirche, wegen seines engen sozialen Umfeldes und seiner seelischen Beschaffenheit, nicht zu verlassen vermöge. Er könnte die Konsequenzen nicht verkraften. Er ist übrigens nicht der einzige, der mir gegenüber dieses Geständnis machte.

Die ursprünglichen Inhaltes der “Evangelien” sind von Kirchenvätern und Papst verwüstetet und umgearbeitet worden. Trotzdem vermögen wir darin immer wieder ursprüngliche Inhalte des TaNaCHs, (“AT”), der Bibel des Jahushua von Nazareth zu entdecken, so wie sie die gläubigen Propheten und Schriftgelehrten predigten und lehrten. Eine solche Aussage finden wir in Joh 17,17: Heilige sie durch die Wahrheit: dein Wort ist Wahrheit" Der Schreiber hat sie aus 2Sam 7,28 und Ps 119, 160 zitiert Was aber ist uns inzwischen klar geworden? Der Schreiber wollte diese Worte klamm heimlich stehlen und sie auf die Gottheit Jesus Christus des Paulus übertragen.
Als das “Evangelium” nach Johannes geschrieben worden war, wollte kaum noch ein Getaufter den TaNaCH (“AT”) lesen, die Bibel des Jahushua von Nazareth. Der jüdische Aufstand gegen das Römische Reich, der unter der Führung von Simon bar Kochba von 132 bis 136 u. Z. dauerte war von den Römern niedergeschlagen, und die Juden allem Elend und unsäglichen Leiden preisgegeben. das war der Nährboden fü das antijüdische “Evangelium” des Johannes, das die Schreiber genüsslich auskosteten. Der Tempel in Jerushalajim war zerstört. Massen von Juden als Sklaven verkauft, verbannt. Viele fristeten in Berg- und Minenwerken ein qualvolles Dasein. Als angebliche Mörder des Gottes der Christen hatten sie nichts anderes verdient und auch nichts mehr zu sagen! Die Christen hetzten gegen die Überlebenden. Der TaNaCH sollte aus seinem Zusammenhang gerissen werden.
Viele Inhalte des TaNaCHs wurden darum aus dem Zusammenhang herausgepickt und Jahushua von Nazareth in den Mund gelegt. Gerade so, als kämen diese Worte aus seinem Munde, weil sowieso kaum noch jemand den TaNaCH lesen würde. Keiner würde es also merken, dass dieser Vers oder jene Begebenheit in einem völlig anderen Zusammenhang im TaNaCH steht und nun völlig umgedeutet und verzerrt vermittelt wird. Nach vielen Jahrhunderten aber wendet sich die Situation. Die Wahrheit kommt eben früher oder später ans Licht.

Seit ca. 1976 beschäftige ich mich mit dem “Neuen Testament”, d h. weniger mit dem TaNaCH. Die Beschäftigung mit dem TaNaCH folgte später. Als katholisch erzogener kirchentreuer Mensch war mir, sagen wir es so, das was wir damals als Bibel verstanden suspekt. In der Primarschule (Grundschule) wurde uns in Form des katholischen Katechismus das Wesen der katholischen Kirche vermittelt. Daneben gab es die Schulbibel als Kurzformat. Sie bestand aus eindrucksvollen Bibelgeschichten. Die Lehren aber, die auf diesem Weg dem israelitisch-jüdischen Volk für das Alltagsleben vermittelt wurden und werden, wurden permanent ausklammert und umgedeutet. Damit wurden wir des wahren Sinnes und der notwendigen Hilfe, die diesen Geschichten für unser Alltagsleben zugrunde liegen von der kirchlichen Führung (Vatikan) beraubt.
Die Kirche vermeidet es unter allen Umständen den Menschen das zusammenhängende Wort des TaNaCHs, das Wort der Wahrheit, also die gesamte Botschaft JaHuWaHs, des El Eljon, des Höchsten, und die damit verbundenen Hintergründe, redlich und korrekt zu vermitteln. Daran hat sie absolut kein Interesse. Die wesentliche Wahrheit des Wortes, die uns so manches erleichtern würde ist seit dem 4. Jh. offiziell aus seinem israelitisch-jüdischen Zusammenhang herausgerissen.

Das Volk der Juden ist seit Paulus grundsätzlich immer das böse Volk. Die Kirche, die getauften gehören ganz selbstverständlich immer zum braven Volk, das angeblich nichts anderes hört als das göttliche Wort. Sie allein, Päpste, Bischöfe und Priester verkündigen das Wort in aller Demut, und das angeblich gemäss der Lehre der Propheten als Geheimnisse, die nur dem Paulus geoffenbart worden sind. Für diese “Wahrheit” zu sterben sollen alle Getauften bereit sein.
Es gibt ja inzwischen auch eine unüberschaubare Zahl von heilig gesprochenen und nicht heiliggesprochenen Märtyrern, die für diese “Wahrheit” ihr Leben gelassen haben. Sie alle meinten es sicher aufrichtig. Woher hätten sie die wahre Sachlage kennen sollen? Wie hätten sie wissen sollen, dass sie für ein pervertiertes klerikales Glaubenssystem sterben würden.
Durch das Taufsakrament gehören alle Getauften zur römisch-katholischen Kirche, egal ob sie offiziell dazugehören oder sonst einer christlichen Kirche oder gemeinschaft angehören. Die Taufe bescheinigt die Zugehörigkeit zur römisch-katholischen Ideologie und die Ablehnung des Judentums (Ersatzttheologie).

Zurück in unsere Schulzeit. Interessanterweise fühlten wir uns immer auf der Seite der grossen israelitisch-jüdischen Propheten wie Shmuel (Samuel), Elijahu u. a. Wir verstanden sie als Vorläufer der katholischen Kirche, Vorläufer der Getauften, die aber erst im Nachhinein durch Jesus Christus erlöst worden sind. “Diese alle sind im Glauben gestorben und haben die Verheissungen nicht erlangt, sondern sahen sie von fern und begrüssten sie” (Hebr 11,13). Sie sind angeblich auf den kommenden Jesus hin gestorben, denn sie konnten ohne Jesus unmöglich in den Himmel eingehen. Die Lebensereignisse der grossen Propheten wurden uns immer so vermittelt, als wären sie alle katholisch gewesen, als hätten sie alle für die katholische Kirche und den katholischen Gott gekämpft. Daran hätte ich in meinen Kinder- und Jugendjahren, selbst als Erwachsener, nicht im geringsten jemals einen Zweifel gehabt. Wie hätten wir auch? Wir sind in der irrigen Meinung gross geworden, dass die besonders grossen Propheten katholisch waren. Dass etliche grosse Heilige der katholischen Kirche Juden waren, das war uns eigentlich nie bewusst, weil sie nach unserem Verständnis als zum katholischen Glauben konvertierte Juden galten. Der Jude Jahushua von Nazareth brachte es nach seiner Auferstehung sogar in den zweiten Rang der katholischen Gottheiten. er wurde als Jude die zweite christliche Gott-Person. Ebenso denke ich an die Vergöttlichung  der jüdischen Mirjam (lateinisch Maria) als immerwährende Jungfrau, vor, während und nach der Geburt Jahushuas. Ich denke an die sogenannte unbefleckte Empfängnis dieser Jüdin (d.h. ihre Sündenlosigkeit in der Zeugung ihrer Eltern (Glaubensdogma von 1850 n.u.Z.) und an die dogmatische Erklärung, dass die Jüdin Mirjam die Mutter von Gott sei (Maria Gottesgebärerin, Glaubensdogma von Ephesus 431 n.u.Z.) und als Gottheit leiblich in den Himmel aufgenommen worden sei (Glaubensdogma von 1950).

Wir könnten hier noch andere Volljuden nennen, die später als Katholiken vermittelt werden. Zacharias, Elisabeth, Johannes der “Täufer” und die Schüler des Jahushua. In den Kirchen werden diese Juden und Jüdinnen entweder als Götter oder als sogenannte Heilige angebetet und verehrt. Ihnen übergibt man sich in den Taufritualen und bei den unterschiedlichsten Zeremonien. Es gibt überall in der christlichen Welt Dome, Basiliken, Kathedralen, Kirchen und Kapellen, die nach diesen Juden und Jüdinnen benannt und ihnen geweiht sind.
Wir denken an die vielen Wallfahrtsorte, die zu Ehren der Jüdin Mirjam (Maria) und anderer Juden, erbaut wurden und werden. Die christliche Welt ist voller Gedenkstätten dieser Juden, die von den Gründern des Christentums katholisiert worden sind. Sie alle waren Juden. Keiner von ihnen ist jemals Christ gewesen, keiner von ihnen war jemals getauft. Keiner von ihnen hat jemals eine Kirche betreten und keiner von ihnen hat jemals zu drei Gott-Personen gebetet. Sie wussten sich allein dem prophetischen Wort, dem Wort des himmlischen Vaters JaHuWaH, verpflichtet. So auch Jahushua, der ein Volljude war und blieb, bis in seinen Tod am römischen Marterpfahl. Übrigens: Nur als Volljude und echter Rabbi durfte Jahushua im Tempel lehren.
Jahushua nennt JaHuWaH, den himmlischen Vater Heiliger Vater (Joh 17,11b). Heilig heisst hier ausgesondert von allen Göttern, Götzen und deren Namen. Wie sehr bat er seinen und unseren Heiligen Vater, dass wir alle doch in des Vaters Wort bleiben mögen, dass wir im Bleiben des Wortes geheiligt werden, d.h. ausgesondert bleiben. Mögen auch die Christen umkehren zu JaHuWaH und sich allein durch das biblisch-prophetische Wort JaHuWaHs heiligen lassen.

Lasst uns darum mit grossem Eifer und tiefer Dankbarkeit die Wurzeln unseres Glaubens erforschen und bekennen, damit wir Jahushua in der Treue zum Wort seines Vaters immer ähnlicher werden. Dabei ist von uns viel Mut gefordert, doch der innere Friede mit dem Geber des Wortes ist wichtiger als die Freundschaft mit der Welt (Weltkirche).

Mit einem freudigen Shabbat Shalom grüsse ich alle ganz herzlich.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 17. März 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.