Das verhaltene Auftreten Jahushuas, die ständige Flucht vor den Römern und das Verbot seinen Anhängern gegenüber, nicht öffentlich von seinen Wundern zu sprechen, (um die Römer nicht gegen ihn aufzubringen), irritierte Jochanan (Johannes) den Täufer, der als entschlossener Pharisäer und Prophet ohne Rücksicht auf irgend jemand auftrat und kein Blatt vor den Mund nahm. Er, Jochanan, hatte beim Auftreten Jahushuas unmissverständlich auf Jahushua hingewiesen und “bezeugt, dass dieser der Sohn JaHuWaHs ist”, d.h. der Gesalbte JaHuWaHs (Jo 1. 34). Darum bezeugte er ihn als “das Lamm JaHuWaHs, das die Sünde der Welt wegnimmt” (Jo 1,30). Was ist die Sünde der Welt? Die Sünde der Welt ist die Trennung von JaHuWaH und betrifft zuerst immer die zwölf Stämme und deren vielen Nachkommen, die auf der ganzen Welt leben und zum grossen Teil vermischt sind. Vor allem die Nachkommen der zehn “verlorenen” Stämme wissen von ihrer Herkunft her kaum noch etwas oder nichts mehr, weniger noch als assimilierte Juden, die ihre Herkunft zum Teil noch kennen, auch aufgrund gewisser Namen. Juda lebt auch verstreut auf der ganzen Welt. Aber als jüdischer Überrest ist Juda weltweit erkennbar, heute vor allem im Staat Israel. Zuerst geht es um das Wiedereinpfropfen einer Auswahl aus den zehn “verlorenen” Nordstämmen (vgl. Hos 2,1-25; Röm 9,23-26; 1Petr 2,10.25) und einzelner “verlorener” Juden, die sich nicht wie die gerechten Juden nach der Thora, den Propheten und den Schriften ausrichten, weil sie diesen Reichtum im Laufe der Geschichte verloren haben, aber gehört ihnen zuerst (Röm 9,4-5). Der Prophet Hosea und andere kündeten diese Zeit an. Später werden auch die übrigen der zehn Stämme und alle Heiden hinzukommen (vgl. Apg 15,13-18; 11,25 u.a.m.).
Jashua wird sowohl bei den grossen traditionellen Kirchen als auch bei Freikirchen eine leicht abweichende bis total unterschiedliche Stellung beigemessen. Ganz wenige kleine versprengte syrisch-orthodoxe kirchliche Gemeinschaften, die auf die Apostel zurückgehen und deren Väter dem prophetischen Wort einigermassen treu geblieben waren, weil sie sich den kaiserlichen Konzilien und den führenden abweichenden Bischöfen widersetzten, haben mit der Erkenntnis überlebt, dass Jahushua nicht Gott ist, sondern der Gesalbte (Mashiach) JaHuWaHs aus den Brüdern (vgl. 5Mo 18,15.18 u.a.m.) Dies entspricht der Lehre Jahushuas selbst. Er selbst bezeichnete sich als Prophet (vgl. Lk 4,24; Mk 6,1-6; Mt 13,57-58 u.a.m.), ebenso die Apostel (vgl. Apg 3,22-23). Er war der Gesalbte (Mashiach, lat. Christus) JaHuWaHs aus den Brüdern (Jes 11,1ff; 41,1ff; 61,1ff; Apg 2,36; 4,26-28; 10,38 u.a.m.)
Israel hat als das Zwölfstämmevolk diesen einzigartigen Auftrag von JaHuWaH auferlegt bekommen. Dieser Auftrag und diese Sendung ist von aussergewöhnlichster Art und bleibt gemäss demBund mit Abraham verbindlich für alle seine Nachkommen. Es ist eine Sendung, die alle andern Aufträge hinter sich lässt. Bedenken wir, dass die gesamte Menschheit von JaHuWaH ihrem Schöpfer und Ordner abgefallen war. Sie gab sich abstrusesten Philosophien, okkulten und sexistischen Praktiken hin und brachte damit unsägliches Leid über diese Welt, bis zum heutigen Tag. Wir denken an die Bosheit der Menschen zur Zeit der Sintflut (1Mo 6,1ff) oder an die Bosheit zur Zeit des Turmbaus von Babel (1Mo, 11,1- 9).
JaHuWaH fordert von den zwölf Stämmen Israels, die er von allen Geschlechtern der Erde allein erkannt hat, eine ungeteilte Hingabe an ihn, denn er selbst liebt dieses Volk ungeteilt. Seine ungeteilte Liebe bleibt über den Bund und die Verheissungen an Abraham und die Propheten für alle Nachkommen der zwölf Stämme bindend, und kann selbst durch die Untreue so vieler und durch die Heimsuchungen und Gerichte, denen das auserwählte Volk ausgesetzt war, ist und bleiben wird, nicht aufgehoben werden. “Denn die Gnadengaben und die Berufung JaHuWaHs sind unbereubar” (Röm 11,29), “..wenn wir untreu sind - er bleibt treu” (2Tim 2,13).
Im letzten Gim habe ich darauf hingewiesen, dass im Zentrum der Sendung und des Dienstes Jahushuas erstens die Rückführung oder Heimführung der “verlorenen” Schafe Israels zum himmlischen Vater JaHuWaH stand, d.h. zur vollkommenen Beziehung mit JaHuWaH. Eine Auswahl (festgesetzte Zahl, Vollzahl, vgl. Röm 11,25; Apg 15,14) aus den Nachkommen der verheideten und damit der “verlorenen” zehn Stämme, der (Israel-) Nationen, und z.T. irregeführter Juden, sollten durch Jahushua wieder zu der tiefen JaHuWaHbeziehung der Glaubensväter (Propheten vgl. Hebr 1,1) geführt werden (vgl. Lk 15,11-32). Die Sendung Jahushuas entsprach damit dem Bund und den entsprechenden Verheissungen in der Bibel.
Wegen der Fragen zum letzten Gim möchte ich erst im nächsten Gim auf Simon den Zauberer eingehen. Hier die Fortsetzung vom letzten Gim. Nachdem Kepha und Jochanan in Shomron also “das Wort JaHuWaHs bezeugt und geredet hatten” (Apg 8,25), legten sie den Berufenen von Shomron die Hände auf. Die Jünger waren Juden und als solche wussten sie - mehr als jemand anders - dass zuerst das Wort JaHuWaHs, das uns in der Thora, Propheten und Schriften geschenkt ist, in seinem heilsgeschichtlichen Zusammenhang bezeugt und geredet werden musste. Nur so konnten sie, und können auch wir, die wunderbaren Wege JaHuWaHs verstehen, die er sich vorgenommen hat. Erstens für sein Volk, d.h. für verirrte aus Juda und für die “verlorenen” Schafe Israels (Israel-Nationen) und damit zweitens auch für uns und drittens für alle Menschen, d.h. für die übrigen aus den verheideten Israel-Nationen und alle Heiden und viertens für seine ganze Schöpfung (vgl. Apg 15,13-17; Ps 22,28-30; 1Kor 15,20-28; Phil 2, 9-11; Röm 8,18-23 u.a.m.). Wer sich auf die Bibel beruft aber aus diesem prophetischen Heilsgefüge ausbricht, beschreitet eigene gefährliche Wege und endet in den radikalen fundamentalistischen Lehren, die zum Antijudaismus (Ersatztheologie, Enterbungstheologie d.h. die Kirche, bzw. die Kirchen sind an die Stelle Israels, bzw. der Juden, getreten und der Jesus der Kirchen sei der Jahushua der Bibel) führen, so wie wir sie in den Lehren der Kirchen und christlichen Gemeinschaften allgemein vorfinden. Das ist der Weg ins religiöse Chaos, der Weg des Anti-Mashiach, des Anti-Messias, verständlicher: des Antichrist. Das ist nicht der Wille JaHuWaHs.
In den letzten drei Glaubensimpulsen (Gim) 67, 68 und 69 versuchte ich auf die Wichtigkeit der Beziehung zu JaHuWaH einzugehen, von der unser ganzes Glaubensleben abhängt und bestimmt wird. Es geht um die ganz persönliche Beziehung JaHuWaHs zu jedem Einzelnen von uns und um die ganz persönliche Beziehung jedes Einzelnen von uns zu JaHuWaH. Ich möchte in diesem Gim 70 dieses Thema weiterführen. Dabei geht es um den Ruach. Das hebräische Verständnis von Ruach (rûaḥ (רוּחַ)) hat nichts mit dem Heiligen Geist in den christlichen Kirchen und Gemeinschaften zu tun. Das unterscheidet JaHuWaH und SEIN Wesen grundsätzlich vom Heiligen Geist und dessen Wirken innerhalb der Getauften.
378 Mal kommt das weibliche hebräische Wort rûaḥ (רוּחַ) im Tanach vor. Die Grundbedeutung von rûaḥ ist ‚bewegte Luft‘, d. h die bewegende Kraft, die aus der Beziehung zu JaHuWaH im Menschen wirksam wird.
Wie uns das gesamte prophetische Zeugnis darlegt ist er die zutiefst persönliche Beziehungskraft, das pulsierende Leben JaHuWaHs selbst zu jedem Einzelnen von uns und umgekehrt. Im 3./4. Jh. u. Z. wurde diese Beziehung von JaHuWaH zu den Menschen und offiziell und definitiv von den Gründern des Christentums durch theologische Lehren zerstört. Damit wurden die Menschen definitiv von JaHuWaH und SEINEM kraftvollen Wirken im Alltag abgekoppelt, sie wurde verunmöglicht.
Schauen wir in die gängigen Bibelübersetzungen hinein dann lesen wir Mk 11,22 so: “Habt Glauben an Gott”, andere: “Habt Gottes Glauben”. Selbst wenn wir die bessere Übersetzung nehmen: “Habt Gottes Glauben”, weil sie dem prophetischen Zusammenhang und Sinn näher kommt, so hört sich diese Formulierung doch seltsam an! Wir würden uns wohl eher für die schlechtere Übersetzung entscheiden: “Habt Glauben an Gott”, denn sie entspricht der kirchlichen und damit auch unserer traditionellen Vorstellung von dem was Glaube ist, von dem was wir unter Glaube verstehen und wie er allgemein in den Kirchen und Religionen praktiziert wird.
Seit Jahren begleitet mich dieser Vers. Beim Bibellesen hat mich dieser Ausspruch JaHuWaHs durch seine Propheten davor bewahrt, diese, in der Bibel geoffenbarte und erkannte Wahrheit aus Rücksicht zur Kirche, im Umgang mit den Mitmenschen zu unterdrücken. Selbst später in meiner klerikalen Position. Der Mensch kann im Umgang mit erkannten biblischen Zusammenhängen recht locker umgehen, wenn der Abbruch menschlicher Beziehungen auf dem Spel steht. Mancher glaubt sich so Probleme vom Halse zu halten.
Das kirchliche heidnisch-christliche Kalenderjahr geht zu Ende, ein neues steht bevor. Zwischen den religiösen Feiern des antiken Fruchtbarkeitskultes - unter dem Kennzeichen Weihnachten - und dem neuen päpstlichen Kalenderjahr machen sich Millionen Menschen neue Vorsätze für ein besseres Leben. Kürzlich fragte mich eine liebe Kirchgängerin (Freikirche) nach meinem Vorsatz, den ich mir für 2o13 vorgenommen hätte. Ich versuchte ihr so kurz wie möglich darzulegen, dass ich mein Leben nicht nach dem heidnisch-christlichen Kalender und Geiste ausrichte und dass ich mir deshalb auch keine Vorsätze zu machen brauche. Da ich aber allezeit und in allem versuche aus der Gnade allein zu leben, brauche ich mich nicht mit solchen unnützen Dingen zu beschäftigen, die von vornherein zum Scheitern verurteilt seien und meistens nur Frust zurückliessen.