bibeltreu.com

Vom El Shaddai (dem Allmächtigen) zum JaHuWaH ("JHWH"), dem Elohim des Jahushua (Jeshua) von Nazareth

Glaubensimpuls 646 von Gregor Dalliard

“Ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als der El Shaddai (der Allmächtige); aber mit meinem Namen JaHuWaH (JHWH) habe ich mich ihnen nicht zu erkennen gegeben (2Mo 6,3). Im Laufe des Bibelstudiums fragen wir uns: Was soll das, warum hat sich JaHuWaH nicht gleich von Anfang an dem Abraham, Isaak und Jakob als JaHuWaH (JHWH) geoffenbart, sondern erst Moshe? Was wollen uns die Schreiber des TaNaCHs (“ATs”) damit sagen?
“Shaddai” (auch “Schaddai” oder Shadai שַׁדַּי geschrieben, mit nur einem Dalet) ist vom Wort “Shad” (“Schad”) abgeleitet und meint die “Mutterbrust”. An 18 Stellen ist im TaNaCH (“AT”) davon die Rede. Der El Shaddai ist der Einzig Eine, der herzt. Der El Shaddai ist nämlich kein Gott, denn jeder Gott und der Kult, der um ihn herum betrieben wird ist von Menschen geschaffen, also zusammen-phantasiert worden, der weder Nutzen noch Segen bringt, weil er kein Leben in sich hat und darum auch kein Leben vermitteln kann, so auch der christliche Gott, der in drei Gott-Personen aufgeteilt ist.

Der El Shaddai aber ist kein Gott, er ist das Leben, aus IHM lebt der Mensch. Mit keinem besseren Bild als mit dem Wort “Shad”, “Mutterbrust” konnte das Wesen des El Shaddai dem Menschen besser vermittelt werden. Die Mutterbrust ist Symbol des Lebens. Sie vermittelt Leben, sie schenkt die Nahrung zum Leben. Mutter und Mutterbrust werden als eins gesehen. Ohne sie lebt kein Mensch. Das war und ist ein zutiefst eindrückliches Bild, das jedem Menschen das Wesen von El Shaddai verständlich macht. Abraham, Isaak und Jakob sollten wissen auf wen sie sich einliessen, als sie sich auf den El Shaddai eingelassen haben. Von einem Gott oder mehreren Göttern hatte Abraham mehr als genug gehabt. Das Mass war voll. Er wollte das Leben, suchte das Leben und fand es.

Bedenken wir ganz einfach folgendes: Abraham, Isaak und Jakob durchliefen einen langen Glaubensweg aus einer Götzenwelt, aus der es kein Entkommen zu geben schien. Feste, starre brutale religiöse Traditionen beherrschten den Alltag. Abraham, Isaak und Jakob mussten JaHuWaH neben SEINER Allmacht ebenso als nährende, sorgende, und Geborgenheit schenkende “Mutterbrust” (“Shad”) erfahren. Das ist ein ergreifendes Bild, das zu Herzen geht. Es lässt keine Zweifel mehr an JaHuWaH zu. Die Beziehung wird hier als echt und beständig dargestellt. Sie befähigt den Menschen, von seiner Seite her zu reagieren und eine Beziehung zu JaHuWaH aufzubauen.
Während die Israeliten als Sklaven in Ägypten lebten, wusste Moshe am Hofe Pharaos um die Beziehung der Israeliten zu ihrem Elohim, der sich Abraham, Isaak und Jakob in SEINEM gewaltigen Kosmos und gleichzeitig als liebende “Mutterbrust”, als der El Shaddai gezeigt hatte. Der Kosmos und seine Ordnungen sind etwas ausserordentlich Gewaltiges. Niemand kann über diese machtvollen Wunder stumm bleiben. In den Psalmen kommen diese Begegnungen Abrahams mit dem El Shaddai (dem Allmächtigen) mächtig zum Ausdruck.
Als den All-Mächtigen, den El Shaddai, erlebten die Israeliten JaHuWaH gerade vor dem Auszug aus Ägypten (10 Plagen) und beim Durchzug durchs Rote Meer (u. a. m.). Die Basis des Vertrauens zu dem El Shaddai war damit gelegt. Damit lebte die Gemeinde JaHuWaHs.
Der Ausstieg aus dem Einflussbereich des Götzendienstes mit allen seinen schrecklich eingefleischten Facetten, und ein Leben ausserhalb des Götzendienstes, bedurfte eines unerschütterlichen Fundamentes. Wie wir gesehen haben, baute JaHuWaH die Grundfesten SEINER Gemeinde auf dem Fundament des Vertrauens, mit der Zusage auf: “und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde”! (1Mo 12,3).
Wir erinnern uns: Dieses Fundament ist in seinen Tiefen unerschütterlich fest gegründet, auf Fels gebaut. In dem Vertrauen von Abraham, Isaak und Jakob baute JaHuWaH SEINE Gemeinde auf. Damit verbunden ist also die Verheissung, die nichts und niemand jemals streitig machen kann: “und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde”! (1Mo 12,3).
Wir erinnern uns: Das zweite unerschütterliche Fundament ist mit dem ersten untrennbar verbunden: “Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir setzen und will dich sehr, sehr mehren”. Dabei erinnerten wir uns daran: Das “sehr, sehr mehren” weist immer zuerst auf die Zahl jener Menschen hin, die im Laufe der Zeit wie Abraham und seine Nachkommen in diesen Segens- und Vertrauensbund mit JaHuWaH eintreten werden.

“….aber mit meinem Namen JaHuWaH (JHWH) habe ich mich ihnen nicht zu erkennen gegeben. (2Mo 6,3). Inzwischen ist Israel ein Volk geworden. Das ist eine völlig andere Situation als zur Zeit Abrahams, Isaaks und Jakobs. Moshe ist nun der Mann, der das auserwählte Volk in eine neue Zeit führen muss. Völlig neue Umstände kommen auf das aus Ägypten herausgeführte Volk zu. Es sind ganz neue Herausforderungen. Der Blick, das Herz des auserwählten Volkes, das eben nun ein Volk ist, braucht nun detaillierte konkrete Lebensordnungen von JaHuWaH.
Eine Volksgemeinschaft kann nur überleben, wenn alle sich an Grundregeln des Zusammenlebens halten; dann kann das eintreten was Abraham früher verheissen worden ist: “und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde”! (1Mo 12,3). Wo das nicht geschieht, greift Chaos, Leid und Elend um sich.
JaHuWaH gibt dem Volk die Grundregeln des Zusammenlebens, die Abraham noch nicht kannte oder kennen konnte. Es sind die Lebensregeln (Weltethos), wie sie das Volk auf dem Sinai bekommen hat (vgl. 2Mo 2,20,1-17). Auf ihnen wird der Segen aufgebaut werden. Immer mehr Menschen werden nach diesen Grundregeln des Lebens suchen und sie entsprechend der Umstände und der Herausforderungen in ihrer Zeit umsetzen.
Das tun gerade viele Menschen, trotz der aktuellen Kriege: “Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schliessen werde, spricht JaHuWaH” (Jer 31,33a). Hier ist nicht ein neuer Bund gemeint, den sich JaHuWaH irgendwann neu überlegt hat, weil ER sein Volk inzwischen verworfen und ersetzt hätte. Hier handelt es sich um keinen neuen Bund, sondern um den immer gültigen Bund/Gemeinde, den JaHuWaH bei der Gründung/Entstehung und Berufung SEINER Gemeinde auf dem Fundament des Vertrauens mit Abraham für immer geschlossen hat.
“Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir setzen und will dich sehr, sehr mehren” (1Mo 17,2). Was sagten wir: Das “sehr, sehr mehren” weist immer zuerst auf die Zahl jener Menschen hin, die im Laufe der Zeit in diesen Vertrauensbund des Segens mit JaHuWaH eintreten werden wie Abraham und seine Nachkommen das taten.
Von diesen Menschen spricht JaHuWaH über den Propheten Jirmejahu: “Ich lege meine Weisung (Thora) in ihr Inneres und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Elohim sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt JaHuWaH! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Grössten, spricht JaHuWaH” (Jer 31,33-34). Das ist die Zeit der Mündigkeit in JaHuWaH, eine Mündigkeit, die aus einer tiefen Liebe zu JaHuWaH und zur Gemeinde gewissenhaft und verantwortungsvoll gelebt wird. Das erfüllt uns mit Dankbarkeit und Freude.

Wieder wünsche ich allen wohlgesonnene Menschen in ihrem Umfeld und einen wohlgesonnenen Umgang mit jenen Menschen, die in unserem Umkreis leben.
Herzliche Grüsse und Shabbat Shalom.

Dalliard Gregor

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 16. Juni 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.