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Mann und Frau. Unser Kopf, der Verstand, das wunderbare Geschenk unseres Schöpfers JaHuWaH. Teil 5

Glaubensimpuls 618 von Gregor Dalliard

Im Denken der damaligen Zeit durfte auf keinen Fall JaHuWaH, der Schöpfer, der “Schuldige” für den Konflikt zwischen Mann und Frau sein, denn er hatte alles sehr gut gemacht (vgl. 1Mo 1,31). Das sagt uns der Schöpfungsglaube des TaNaCHs.
Das Wesen, auf das Adam und Eva ihr Versagen, ihre Schuld abwerfen, bezeichnen die Schreiber: Teufel/Diabolos/Durcheinanderwerfer. Er ist wie gesagt jemand, der angeblich ausserhalb von JaHuWaH existiert, der Gegenpart von JaHuWaH, der einfach wie aus dem Nichts plötzlich da ist. Bildlich stellen die Schreiber die Folgen des Konfliktes zwischen Adam und Eva als Katastrophe dar, deren Folgen schrecklich sind und zwar für die ganze Menschheit (vgl. 1Mo 3). Sie wollen damit die Verantwortung aufzeigen, die der Mensch wahrnehmen soll und muss und die Folgen, wenn er das nicht tut.

Wir sprechen nun eine wichtige Sache an, vor der wir die Augen nicht verschliessen wollen. Sie hat sich bis heute verheerend auf die Menschheit ausgewirkt und tut das immer noch. Wie Paulus, so nahm der sogenannte hl. Augustinus (Augustin) den bildlichen Bericht in 1Mo3 als tatsächliches Geschehen auf (Quelle). Damit hat er das religiöse Denken der Getauften grundlegend auf die heidnisch-philosophische Spur gebracht und geprägt. Die verheerenden Auswirkungen im Verhalten der Getauften und damit auf die ganze Menschheit lassen sich ja von der geschichtlichen Entwicklung her nicht leugnen.
Einem persisch-hellenistischen Philosophen wie dem hl. Augustinus ist die reiche bildliche Lehrmethode im TaNaCH völlig fremd. Sein hellenistisch geprägtes Denken verunmöglichte ihm eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem TaNaCH (“AT”). Dieser Tatsache sollten wir uns immer bewusst sein, wenn wir uns mit jemandem über die Quellen des Lebens austauschen, die uns der TaNaCH bezeugt und jenen “Quellen”, die uns Paulus und die Gründer des Christentums vermittelt haben.

Augustinus hingegen etablierte den „Gottesstaat“ als Idealform. Seine Schrift “De civitate Dei” (deutsch „Vom Gottesstaat“) legt dar, dass wegen des sogenannten Sündenfalls im Paradies alle Menschen sich dem Papsttum zu unterwerfen haben (vgl. Mat 16,18; 28,18-19; Mk 16,16; Joh 3,36; Gal, 1,8-9; Apg 2,38; Apg 16,31; Röm 1,16; Röm 10,9; 1Petr 3,21). Diese Lehre wurde über die Machtfülle des Papstes zu einem Schlüsselwerk der abendländischen Staats- und Geschichtsphilosophie.
Die griechische Philosophie kennt nur entweder - oder, die israelitisch-jüdische Denkweise aber: sowohl als auch. Sich dem Papsttum, seinem Neuen Testament und seinen laufenden Lehren zu unterwerfen, darüber darf es keine Diskussion geben. Es gibt nur ein Entweder/oder. Wenn nicht, dann ab in die Folterkammern und in die Hölle.

Augustinus nahm also den bildlichen Bericht der israelitisch-jüdischen Weisen wörtlich und bezeichnete dieses Geschehen als Sündenfall. Sündenfall heisst: Adam und Eva haben die ganze Menschheit dem Teufel übergeben. Adam und Eva sind also verantwortlich für den Zustand der Menschen in dieser Welt. Dagegen konnte der Gott (Theos, Deus) der Getauften einfach nichts machen. Er war machtlos. Eigentlich ist das ja seine Schuld, denn wie kommt der christliche Gott (Theos, Deus) auf die Idee, Menschen zu schaffen, von denen er weiss, dass sie das nicht zu halten vermögen, was er von ihnen verlangt? So etwas hätte JaHuWaH, der El Eljon, der Höchste nie gemacht.
Durch diesen Sündenfall und in diesem Sündenfall sind alle Menschen vom Teufel gefangen gehalten. Daraus gibt es für keinen Menschen ein Entrinnen. Eine Rettung und Befreiung gibt es allerdings.
Da Augustinus JaHuWaH nicht kannte, glaubte und lehrte er den philosophischen Gott Platons, (Theos, Zeus, Deus), den Gott der Griechen. Das tat auch Paulus, vermischt mit jüdischen Elementen. Nach der platonischen Lehre ist dieser griechische Theos (Zeus, Deus, Gott) der eigentliche Schöpfer der Menschheit. Da er sich selbst aber nicht soweit herunterlassen will und sich nicht mit der Erschaffung von Materie, Tieren und Menschen beschmutzen wollte, zeugte er einen Sohn, den Logos (vgl. Joh 1,1-5; Lk 1,35; Gal 4,4). An seiner Stelle schuf dieser von ihm gezeugte Sohn, der Logos (das Wort) die Schöpfung und die Menschen. Der Gottessohn (Logos) erledigte für ihn die Drecksarbeit (vgl. Joh 1,1-18; Kol 1,15-17). Das ist die Grundlehre des NT.
Nach der Lehre des Paulus und der Gründer des Christentums fordert dieser babylonisch-griechische Gott das Blut des von ihm gezeugten Sohnes. Entspricht der Sohn dieser Forderung und lässt sich ihm qualvoll als Menschenopfer darbringen, dann ist der oberste Gott (Zeus, Theos, Gott) des babylonisch-griechischen Götterolymp zufrieden und er versöhnt die Welt mit sich, d. h.: jetzt besteht die Möglichkeit, aus der irdischen Hölle (Sündenfall) heraus zu kommen und Kind Gottes (Kind des Theos, Deus) zu werden. Der Gott der Christen (Zeus, Theos, Gott) kann nur auf diesem Weg die Menschen dem Teufel entziehen, den angeblichen Sündenfall aufheben: “….denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm (in der Gottheit Jesus Christus) zu wohnen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut (Menschenopfer) seines Kreuzes – durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist” (Kol 1,18-20; 1Jo 2,2).

Nun aber aufgepasst! So einfach geht das dann aber doch wieder nicht. Keinem Menschen nützt die Versöhnung, die der Mensch gewordene Gott Jesus Christus für die ganze Welt bewirkt hat (vgl. Kol 1,18-20; 1Jo 2,2). Weshalb bleibt dieses Menschenopfer, das die ganze Welt mit Gott (Zeus, Theos, Gott) versöhnt hat, dann trotzdem für die ganze Welt wirkungslos? Ohne den Glauben an diese Lehre und die Taufe auf den Namen Jesu (vgl. Apg 16,31) der sein Blut dem geliefert hat, dem, der es eingefordert hat, kommt dann doch keiner aus der Gefangenschaft (Sündenfall) des Teufels heraus. Später wurde die Taufe auf die drei Gott-Personen (vgl. Mt 19,19) erweitert (s. Gim 580). Die qualvolle Hölle würde dann sein Aufenthaltsort sein, und zwar für immer. So lehrt es der christliche Glaube in seiner Bibel (NT). Das war noch vor Jahren unser Glaube. Es gibt Millionen von Getauften, die überzeugt in diesem Glauben leben, so wie wir das vor Jahren auch noch taten.
Dass es sich bei dem Gott der Christen nicht um JaHuWaH, den El Eljon, den Höchsten handelt, sondern um eine babylonisch-griechische Gottheit, haben wir schon oft erwähnt, denn JaHuWaH will keine Menschenopfer, kein Blut von Menschen und Tieren.
Das Zeugnis der israelitisch-jüdischen Propheten aber führte (und führt) uns schrittweise aus dieser heidnischen Finsternis heraus. Weder ultraorthodoxe Juden noch das Christentum konnten und können uns hindern, nach den Tiefen des Lebens zu forschen. Das macht Freude und lässt uns täglich dankbar sein. (Fortsetzung folgt).

Herzliche Grüsse und einen gesegneten Shabbat: “Glücklich sind, die seine Zeugnisse bewahren, die ihn von ganzem Herzen suchen” (Ps 119,2).

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 16. Juni 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.