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"Es werden dich loben, JaHuWaH, alle deine Werke" (Ps 145,10).

Glaubensimpuls 59 von Gregor Dalliard

Im letzten Gim habe ich auf den Psalm 139 verwiesen. Er ist ein tiefgreifendes Zeugnis über den Namen, d.h. über das Wesen JaHuWaHs, unseres Schöpfers. Wenn wir Menschen etwas schaffen, etwas gestalten, das uns zutiefst bewegt und erfüllt, dann ist unsere Freude über unser Werk, über das von uns Geschaffene, gross. Ob es der Dienst einer Raumpflegerin, eines Holzfällers, einer Hausfrau oder eines Arztes ist, es ist der bewusste und hingebungsvolle Einsatz in die uns geschenkten oder gebotenen Aufgaben und Möglichkeiten, die uns erfüllen. Jeder bekommt in seinem Leben von unserem Schöpfer JaHuWaH Aufgaben zugeteilt in denen er Erfüllung suchen und finden kann, selbst wenn wir meinen immer wieder am falschen Platz zu sein. Wir dürfen unsere Gaben entfalten, unser Schaffenskraft womöglich äusserlich und innerlich verändern. Schaffen wir zur Ehre JaHuWaHs das Beste, selbst in unmöglichen Lebensumständen und -abschnitten, werden wir staunen, was da alles an innerer Zufriedenheit herauskommen kann!

JaHuWaH, unser Schöpfer, der Schöpfer aller Dinge und allen Lebens freute sich herzhaft über alles was er geschaffen hatte, und das mit seinem ganzen Wesen (vgl. 1Mo Kap 1 und 2). “Und Elohim sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut” (1Mo 1,31). ER war sich über die Probleme und den Kummer, den ihm die Menschen machen würden wohl bewusst, sonst wäre er ja nie JaHuWaH, der Eljon (der Höchste). IHM war der Missbrauch der Menschen im Umgang mit der ihnen geschenkten Freiheit bewusst, der Missbrauch der Menschen untereinader, der Missbrauch in der Mitgestaltung der Welt und seines Heilsplanes. Er rechnete diese Geschehnisse alle mit ein. Sie machen nur Sinn, wenn wir an eine vollkommene Wiederherstellung all dieser Missbräuche, all dieser verkehrten Dinge und Gräuel glauben. Das macht JaHuWaH zum JaHuWaH und unterscheidet IHN von jedem Gott (vgl. Jes 40,13-14).

Der schrittweise Aufbau der Schaffenskraft bei der Gestaltung der Schöpfung ist ein Wunderwerk, das alle menschliche Erkenntnis ins unermessliche übersteigt. Die moderne Wissenschaft bestätigt diesen harmonischen Aufbau, obwohl sie JaHuWaH und seine Schöpfungskraft verleugnet! Das aber macht das Wunder der Schöpfung umso unermesslicher. Am Ende seines ganzen Schaffenswerkes schuf er den Menschen. “Und JaHuWaH sprach: Lasst uns Menschen (hebr. adam d.h. von der Erde, adama = Erdboden) machen in unserem Bild, nach unserem Aussehen (d.h. Geist von ihm einhauchen, vgl. Ps 146, 3-5).

Übrigens ist mit “Lasst uns Menschen machen”, nicht eine Mehrzahl von Göttern gemeint, wie manche fälschlicherweise lehren. Sie wollen daraus um jeden Preis einen sogenannten dreieinigen Gott (drei Gottheiten, drei Gott-Personen) herauslesen, um ihren heidnisch-hellenistischen trinitarischen Götterkult beweisen zu können. JaHuWaH ist immer Echad, d. h. der ungeteilte einzig Eine, der in vollkommener Einheit mit seiner ganzen Schöpfung lebt. “Elohim”, die Mehrzahl von “Eloah”, ist kein Hinweis auf mehrere Personen. Elohim ist nur im grammatikalischen Sinn Mehrzahl, aber nicht im realen. Es ist der “pluralis majestatis”, d.h. eine Majestätsbezeichnung, die durch die Pluralform ausgedrückt wird um die einzigartige Grösse des Sprechenden und seinen unantastbaren und für alle verbindlichen Entscheid darzustellen. Der Sprechende sieht es als selbstverständlich an, dass die Hörenden seine Worte und sein Handeln mit aller Selbstverständlichkeit gehorsam bejahen, darum bezieht er sie mit ein, er spricht also im pluralis majestatis.

Wenn z. B. der Papst ein Glaubensgesetz erlässt, von dem er überzeugt ist, dass es für alle Menschen zum Heile notwendig ist, spricht er im pluralis majestatis, d.h. “Wir” = “Lasst uns”. Er setzt kraft seines Amtes und seiner einzigartigen Stellung als Papst, in der er von keinem menschlichen Gesetz gerichtet werden darf und kann, voraus, dass überhaupt kein Mensch an seinem Glaubensgesetz zweifelt, noch zweifeln wird oder darf, ohne sich dabei nicht den schlimmsten Höllenqualen auszusetzen. Dieses “Wir” drückt also das unantastbare und unumkehrbare Wort und Werk des Betreffenden aus. Im Papst sind keine zwei oder drei Päpste. Es ist immer nur der eine Papst in seiner unantastbaren Stellung gemeint! Der Papst lässt sich darum weltweit von allen Politikern, Führern und Menschen der Welt mit “Heiliger Vater” ansprechen, eine Bezeichnung mit der Jahushua Zeit seines Lebens allein den himmlischen Vater angesprochen hat (vgl. Joh 17,11)! Ein Wahnsinn, was sich hier der Vatikan anmasst!!

Nun zurück zur Schöpfung! “Und es geschah so. Und JaHuWaH sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es ward Abend und Morgen: der sechste Tag. So wurden die Himmel und die Erde  und all ihr Heer vollendet. Und JaHuWaH vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. Und JaHuWaH segnete den siebten Tag und heiligte ihn (sonderte ihn aus); denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das JaHuWaH geschaffen hatte, indem er es machte. Dies ist die Enstehungsgeschichte (hebr. toledot = Erzeugungen) der Himmel und der Erde, als sie geschaffen wurden (1Mo 1,31- 2, 1-4).

Seiner ganzen Schöpfung setzte also JaHuWaH als Krone den Menschen auf. Es war sein schönstes Werk. Von diesem Werk ist er bis heute und bis ans Ende der Ewigkeiten (der Zeitalter) zutiefst ergriffen. Mit dem Geschöpf Mensch will JaHuWaH zusammenleben. Dieses bewusste Zusammenleben mit ihm erfüllt unser Leben, führt unser Leben zum Gipfel des Lebenssinnes. Sein Menschenwerk war Liebe, ist Liebe und wird immer nur auf der Basis der Liebe funktionieren. Darum wird ein Geschöpf tiefste und letzte Erfüllung nur in dieser liebenden Gemeinschaft finden.

Weltweit gibt es zahllose Zwistigkeiten, Entzweiungen, Feindschaften und Kriege wegen religiöser Erkenntnisunterschiede, die gegenseitig nicht respektiert werden. Natürlich muss religiöser Missbrauch, der Menschen zu Sklaven eines religiös-ideologischen Systems entwürdigt, in aller Schärfe beurteilt und öffentlich an den Pranger gestellt werden. Wir können aber keinen Menschen wegen seiner Glaubensprägung, -erkenntnis oder -verstockung verachten. Wir sind verpflichtet jeden Menschen als persönliches Geschöpf des Schöpfers JaHuWaH anzusehen und dementsprechend zu behandeln, ob er unserer Glaubenserkenntnis entspricht oder nicht. Die Kraft zu diesem Verhalten lehrt uns der TaNaCH (“AT”), so auch der Psalm 139.

Vergessen wir auch das nicht! Jede Gabe und jede Glaubenserkenntnis ist einem Wachstum unterworfen. Natürlich verharren Massen von Menschen in ihrem angelernten Kindergartenglauben. Dafür gibt es unterschiedlichste Gründe. Im israelitisch-jüdischen Glauben werden die Menschen zur Glaubensmündigkeit erzogen, nicht so in den Religionen. Sie trimmen ihre Anhänger auf Glaubens-un-mündigkeit, denn nur so stehen sie ihren Führern als willfährige Objekte zur Verfügung. Aber auch alle jene, die bemüht sind in ihrer JaHuWaH-beziehung (Glauben) zu wachsen, sollten mit tiefem Respekt miteinander umgehen.
Liebe ist immer die Beziehung JaHuWaHs zu dir und mir, nicht deine und meine Beziehung zu JaHuWaH. Unser Liebe folgt der ersten Liebe, die immer von JaHuWaH, unserem Schöpfer, ausgeht!
Bedenken wir, JaHuWaH lässt sich von keinem Geschöpf etwas für immer nehmen. Er lässt sich gar nichts nehmen, denn jedes Knie wird sich vor JaHuWaH, beugen: “Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke. Darum noch einmal: “Es werden dich loben, JaHuWaH, alle deine Werke” (Ps 145,10).

In dieser Liebe lasst uns, wenn immer möglich, entsprechend der gegebenen Umstände, herzhaft Shabbat feiern - wir haben allen Grund dazu! Shabbat Shalom.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein auf Samstag, den 17. Dezember 2022 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.