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"aber mit dem Herzen sind sie ganz bei mir", in Anlehnung an Jes 29,13

Glaubensimpuls 565 von Gregor Dalliard

Selbst dann, wenn wir uns als unmöglich empfinden und unser Nervenkostüm reisst, dürfen wir uns zu den glücklichsten Menschen dieser Erde zählen. Jene unter uns, die fortgeschrittenen Alters sind, können das möglicherweise besser verstehen. Auf dem Weg zur Selbstständigkeit im Glauben mussten wir früher zahllose religiöse Barrieren durchbrechen. Das ist heute weitgehend nicht mehr so. Es sind religiöse Barrieren, die uns von frommen Menschen gesetzt worden sind, die der Forderung ihres Gottes, und damit ihrer religiösen Führer entsprechen, aber niemals JaHuWaH. Es sind Regeln der paulinischen Ersatztheologie.
Aus ihnen wären wir nicht herausgekommen, wäre uns das Zeugnis des TaNaCHs nicht zugänglich geworden. So sind wir von JaHuWaH geführt worden, der SEINEM auserwählten Volk, und damit aber auch allen Menschen (vgl. Jes 42,6; 51,4; 60,9; Ps 36,10 usw.) immer wieder zuruft: “Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht JaHuWaH” (Jer 29,13).
Mit grosser Dankbarkeit verkünden wir diese Tatsache. Wir haben den Verstand als Gabe des Schöpfers empfangen. Wer nun seinen Verstand einsetzt und das Regelwerk seiner Religion mutig zu hinterfragen anfängt, bekennt damit automatisch, dass er JaHuWaH sucht, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht. Der Start ist damit gegeben, wie er darauf weiter baut ist seine persönliche Entscheidung.

Es hängt also vom Menschen ab, welche Entscheidungen er in seinem Leben trifft. Will der Mensch dieses Angebot JaHuWaHs annehmen oder nicht? Will er in diese Freiheit des Lebens eintreten, den Weg der Eigenverantwortung mit JaHuWaH zusammen gehen, ja oder nein. Ein Weg, der in keiner Kultur einfach zu gehen ist. Sie alle sind von Religionen geprägt, aber es lohnt sich, ihn zu gehen.
Neben diesem Kampf mit den Religionen sind da noch die eigenen Unsicherheiten, Minderwertigkeitsgefühle, Spuren und Zeichen des Versagens, die jedem Menschen bis zum letzten Atemzug anhaften. Will jemand sein geistliches Befinden und seine Lebenskräfte nicht noch zusätzlich mit all diesen Dingen und Grübeleien schwächen, dann ist er bei JaHuWaH genau am richtigen Ort. Darum wird JaHuWaH Quelle des Lebens genannt (vgl. Ps 36,10; 87,7; Joe 4,18) und nicht Quelle der systematisch religiösen Versklavung, der Selbstzerstörung oder der Zerstörung durch andere, weil wir JaHuWaH nicht kennen (vgl. Jer 2,13; 17,13). Das lassen wir nicht mehr zu. JaHuWaH macht das Angebot, aber er lässt dem Menschen seine Entscheidung. So halten wir es auch.

Auf was haben wir in den letzten Jahren immer wieder hingewiesen? Das israelitisch-jüdische Denken drückt die Dinge des Glaubens und viele Lebensbereiche in Metaphern, Bildreden und Gleichnissen aus, die dem griechisch(-römisch) denkenden Menschen völlig fremd sind. Damit sind alle christlich beherrschten Völker diesem Denken verhaftet. Der griechisch gebildete Mensch denkt im Kontext der Götterdramen. Sie sind völlig chaotisch. Es gibt sie in allen sich nur vorstellbaren Varianten. Sie sind beeinflusst von den religiösen Traditionen des assyrisch-persischen Denkens (Zoroaster). Ein griechisch-römischer Mensch lebt und urteilt in den traditionellen Denkstrukturen seiner traditionellen Gottheiten und deren Welten. Selbst seine höchsten philosophischen Leistungen werden innerhalb der Spuren seiner Götterkulturen gewirkt. Das zeigt sich vor allem in der christlichen Heilslehre (Dogmatik).

Dieses persisch-griechische Denken ist vom israelitisch-jüdischen Denken soweit entfernt, wie seine Gottheiten von JaHuWaH entfernt sind. Hier wird es nie eine Übereinstimmung geben können. Das Christentum geht aus diesem persisch-griechischen Denken, bzw. griechisch-römischen Denken hervor. Mit diesem Geist machten sich die griechisch denkenden Kirchenväter an die Thora heran. Das musste in eine Katastrophe führen, nämlich in die christliche Ersatztheologie, die zum Holocaust führte. Nicht umsonst hat JaHuWaH jede Deutung der Thora verboten.

Als die Perser die Macht in Babylon übernommen hatten, gestattete König Kyrus allen Völkern, in ihre Heimatländer zurück zu kehren. Auch viele Juden nahmen dieses Angebot wahr und zogen in ihre Heimat nach Judäa zurück. Der grössere Teil war aber in Persien geblieben (vor allem im Gebiet des heutigen Iran). Inzwischen ging es ihnen recht gut und man fühlte sich wohl in Persien. In Judäa warteten sowieso nur zerstörte Städte und Ruinen auf sie. Sehr schnell schlichen sich in das bisherige israelitisch-jüdische Glaubensgefüge jener Juden, die in Persien geblieben waren und die in weitgehend geschlossenen jüdischen Siedlungsgebieten lebten, alte persische (heidnische) Lehren ein, die später im Babylonischen Talmud zum Ausdruck kommen.

Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels durch die Römer verlor der Jerusalemer Talmud seine Vorreiterrolle. Der Babylonische Talmud gewann an Bedeutung und Einfluss. Zu diesen Lehren gehören etwa die Lehre der (leiblichen) Auferstehung des Menschen, die Lehre von einer Hölle, z. T. das Gebet für Verstorbene u. a. m. Allerdings versuchten solche und ähnliche Irrlehren schon früher immer wieder neu in der Gemeinde des JaHuWaH Fuss zu fassen.
Solche Lehren kennt das Zeugnis und Bekenntnis der Thora nicht. Moshe lehrte nichts davon, und die Propheten hatten später ihre liebe Mühe, das jüdische Volk vor diesen heidnischen Lehren zu schützen, was aber nicht mehr möglich war, wie z. B. bei der Lehre der Auferstehung. Das ist ja auch mit ein Grund, warum die Propheten, wie etwa der Prophet Jirmejahu (Jeremia), predigten: “So spricht JaHuWaH: Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn! So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen” (Jer 6,16).

Solche Lehren haben über die persische Götterkultur Eingang bei Juden in Persien gefunden. Die Sadduzäer, als Nachfahren des Moshe, lehrten gegen diese verheerenden Einbrüche, wie etwa die Lehre der Auferstehung (vgl. Mk 12,18–27; Mt 22,23–33; Lk 20,27–40). Die Argumente in den angegebenen Stellen des “NT”, die offenbar von Jahushua von Nazareth als Verteidiger der Lehre einer Auferstehung vorgebracht werden, wurden ihm später von den Christen in den Mund gelegt, denn bei genauem Hinsehen sind seine Argumente nichtssagend.
Als überzeugter Jude bekannte sich Jahushua zur ganzen Thora (vgl. Mt 5,17-19). Er glaubte, was die Väter aus der Thora schon früh gelehrt hatten: “Und der Staub kehrt zur Erde zurück, so wie er gewesen, und der Geist kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat” (Pred 12,7), oder Ps 90,3: “Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!”, u. a. m. Da ist keine Rede von einer Auferstehung.
Wir wissen nur zur Genüge, dass die Gründer des Christentums sich dazu verstiegen haben, den Juden glaubhaft machen zu müssen, dass sie ihre eigene Schrift, die Thora, nicht kennen würden, (vgl. Röm 10, 2-3; Joh 16,3; 8,19). Der TaNaCH würde nur von Jesus Christus sprechen. Sie aber (die Juden), so schreibt Paulus, würden seinen Theos (Gott, Herr) nicht erkennen, da sie den Gott Jesus Christus, die Gerechtigkeit für jeden Menschen, nicht erkennen wollen, um ihre eigene Gerechtigkeit aufzubauen, d. h., die von JaHuWaH. So lassen sie ihren Jesus Christus, in Bezug auf die Auferstehung, zu den Juden sprechen: “Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes” (Mt 22,29). Das ist eine bodenlose Unverschämtheit!

Ebenso hat nicht nur JaHuWaH, sondern auch Jahushua von Nazareth, jede Deutung des TaNaCHs verboten (vgl. Mt 5,18). Damit haben die christlichen Führer für sich und für Massen von Menschen die Chance des Segens vertan, die JaHuWaH seinem erwählten Bundesvolk, aber auch allen Menschen, bereithält. Das taten Paulus und die weiteren Gründer des Christentums. Die Folgen haben sich in den letzten 2000 Jahren verheerend auf die Menschheit ausgewirkt. So aber wird es nicht bleiben, denn: “Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, JaHuWaH, und deinen Namen ehren, dass du so gross bist und Wunder tust und du allein Elohim bist” (Ps 86,9).
In dieser Freude grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen erholsamen Shabbat Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 21. August 2022 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, k.hunzinger@sunrise.ch). Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.