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Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 4

Glaubensimpuls 480 von Gregor Dalliard

Warum uns der Glaube des Jahushua von Nazareth so wichtig ist? Wie schon gesagt, noch vor wenigen Jahren war Jahushua für uns der Jesus Christus, der Mensch gewordene Gott in Person. Gott wurde Mensch. Aber, so haben wir uns später gefragt, wie kann Jesus Christus der Mensch gewordene Gott auf Erden sein und gleichzeitig zu Gott im Himmel beten? Ein Gott betet zum anderen Gott. Seltsam! Also konnte der Gott im Himmel nicht der Mensch gewordene Gott auf Erden sein. Aber wir glaubten, was alle um uns herum glaubten und wie wir von Kindesbeinen an gelehrt worden sind: Das ist das Geheimnis des Glaubens und unserer Erlösung. Wer sind wir, dass wir eine solche Lehre der Erlösung zu hinterfragen gewagt hätten? Also nahmen wir das Geheimnis des Glaubens einfach so hin und dachten nicht weiter darüber nach. Dann aber war für uns da noch der dritte Gott im Spiel, der Hl. Geist, dem wir auch noch irgendwie Anbetung entgegenbringen sollten.

Jahushua von Nazareth war für uns also der Gott Jesus Christus. Ihm hatten wir uns im Gebet, im Glauben an die Vergebung unserer Sünden und im Ritual der Taufe übergeben. Ohne ihn, so glaubten wir, gibt es keine Vergebung der Sünden, keine Erlösung, kein ewiges Leben, so lehrt uns das Paulus im “NT”. Das glaubten wir, weil wir uns bis dahin, von unserer paulinischen Prägung her, mit der Bibel (“AT”) und dem Glauben des Jahushua nur oberflächlich beschäftigt hatten. Was wir in der Bibel (“AT”) des Jahushua zweckorientiert, d. h. zur Rechtfertigung der neutestamentlichen Lehre finden wollten, das fanden wir, mehr wollten wir von dieser Bibel gar nicht wissen. Entspricht in der Bibel (“AT”) des Jahushua etwas nicht den Vorstellungen der Kirchengründer, dann haben sie uns überzeugend beigebracht, wie man biblische Zusammenhänge aus der Bibel des Jahushua aus dem Zusammenhang reisst. Man muss nur so lange daran drehen und wenden, zupfen und rupfen, bis der Inhalt ganz einfach den beabsichtigten Vorstellungen der Christen entspricht. Nach den paulinischen Schriften entstanden die sogenannten Evangelien. Die Schreiber haben die Überzeugung des Paulus übernommen – vor allem Johannes – und mit dem Leben der Juden, vor allem dem des Jahushua von Nazareth, vermischt. Was sie taten, war uns bis dahin unbekannt. Sie legten dem Juden Jahushua das paulinische Gedankengut in den Mund. So wurde aus Jahushua von Nazareth die Gottheit Jesus Christus gemacht. Das war uns lange Zeit nicht im Detail bewusst, denn es kann nicht sein, was nicht sein darf!

Nun, wir schulden Jahushua einen ehrlichen Umgang mit seiner Bibel, seiner Person und mit seinem Glauben. Also machen wir die Fortsetzung unseres Themas: Für Jahushua von Nazareth waren die Worte JaHuWaHs, die er damals zu Moshe redete, die Fülle und die tägliche Kraftquelle seines Glaubens und seines Lebens: “Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu Generation” (2Mo 3,15). Die Fülle des hebräischen JHWH ist in seiner Tiefe nicht auszuschöpfen: “Ich werde sein, der ich sein werde”. Hier unterscheidet sich der hebräische JHWH, der sich den Israeliten offenbarte, absolut und total von dem griechischen Gott Zeus und allen anderen Gottheiten. Der griechische Gott ist jenseitig, statisch, unbeweglich, den Menschen fern. Er hat mit dem Menschen nichts am Hut. Er beauftragt einen seiner Untergottheiten zur Schaffung der Materie, des Kosmos, der Welt und des Menschen.

Mit Paulus hat das Christentum diese griechisch-philosophische Gottesvorstellung übernommen. Paulus überträgt das Verhältnis, das zwischen Zeus und seinem Gesandten, dem Logos, besteht auf das Verhältnis des Abba JHWH zu Jahushua von Nazareth. Damit wurde JHWH ins Jenseits verbannt, in die Untätigkeit, in die Beziehungslosigkeit zum Menschen. Darum musste ein christlicher Logos her, ein Jesus Christus, der durch die angebliche Auferstehung kein Jude mehr war, ein Gott, der Schöpfer der Welt und der Menschen, der in absoluter Beziehung zum Menschen steht und den bereitwilligen Menschen – über sein Blutopfer – in den Himmel bringt – oder in die Hölle. Paulus – und später Johannes – überträgt also das griechische Gedankengut eines Logos auf den Jahushua von Nazareth. Als Christus-Gottheit ist er nun der Schöpfer der Welt: “Denn in ihm (Christus) ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen” (Kol 1,16; Hebr 1,2; Joh 1,1-3). Das ist die griechische Logoslehre.

Das ist ein nicht zu fassender Angriff auf den Namen und das Werk des JaHuWaH, auf sein Wesen, sein Schaffen und vor allem auf seine lebendige Beziehung zu jedem Menschen. Das ist ein schändlicher Missbrauch der Person Jahushua und seines Glaubens. Niemals hätte der Jude Jahushua, festgegründet im Glauben der Propheten, eine solche Philosophie gut geheissen. Das ist unterste Schublade. JHWH liess den Kosmos, die Materie und den Menschen nicht über einen anderen schaffen, weil er sich dafür zu nobel gehalten hätte wie Zeus. Nein, er schafft und wirkt persönlich. Er beugt sich selbst persönlich zu den Menschen herab. Er sendet keinen anderen in seinem Namen, der ihn ersetzt. Davon zeugen Thora und Psalmen vielfältig. Er spricht und tut – und es wird. Er baut eine persönliche Beziehung zu den Menschen auf. Er begleitet sie. Er braucht keinen zweiten Gott, den er auf die Welt schicken muss, weil er untätig oder unfähig wäre seine Geschöpfe zu begleiten. Er erlöst sie persönlich. “So spricht JaHuWaH, der König Israels, sein Erlöser, der JHWH Zebaoth: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und ausser mir gibt es keinen Erlöser (Gott). Und wer ist wie ich?.. Gibt es einen Erlöser (Gott) ausser mir? Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen” (Jes 44,6+8).

Alle grüsse ich herzlich mit Worten aus den Psalmen, die Jahushua in seinem Glaubensleben allezeit begleitet haben: “Meine Hilfe kommt von JHWH, der Himmel und Erde gemacht hat” (Ps 121,2). “Ihr seid gesegnet von JHWH, der Himmel und Erde gemacht hat” (Ps 115,15).

In dieser Gewissheit und Dankbarkeit wünsche ich allen einen Kraft schöpfenden Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. September 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).