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"JaHuWaH aber hat so erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten vorher verkündigt hat..." (Apg 3,18)

Glaubensimpuls 36 von Gregor Dalliard

Das besondere Wesen JaHuWaHs, seine Pläne des Heils, seine Wiederherstellungs-Gerichte werden uns von den ersten Seiten der Bibel an bis zur letzten Seite des TaNaCH (“AT”) enthüllt und bestätigt. Das geschah durch seine Propheten. Jeder, der sich über Jahre mit dem TaNaCH (“AT”), mit der Bibel des Jahushua von Nazareth, auseinandersetzt, der sich darin regelmässig vertieft, wird das irgendwann bestätigen können und müssen. Alle Schriftgelehrten bestätigten diese Tatsache, so auch Jahushua von Nazareth. Darum sagt Jahushua seinen Zuhörern: „Meint nicht, dass ich gekommen sei, die Thora oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu bestätigen (erfüllen). Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von der Thora vergehen, bis alles geschehen ist“ (Mt 5,17-18). Bis also das Messianische Reich hinein in den neuen Himmel und in die neue Erde führen, darf keines der Gebote, bzw. der Weisungen JaHuWaHs, unterschlagen werden. Sie sind die Charta des menschlichen Zusammenlebens. Sie sind das von JaHuWaH gegebene Welt-Ethos für die Menschheit. Es muss als solches unantastbar bleiben. Wir verstehe, warum Jahushua, wie alle Propheten und Schriftgelehrten so sehr darauf achtete, dass alle Juden, aber auch alle Menschen, das Wort JaHuWaHs studieren und nichts von dessen wesentlichen Inhalten aufheben. Paulus machte mit seinen Anhängern genau das Gegenteil. Das tun die Christen bis zum heutigen Tage. Wie alle Propheten und Schriftgelehrten so forderte auch Jahushua seine Zuhörer auf, das prophetische Wort in seinem Zusammenhang zu belassen. Nichts soll davon weggenommen werden, nichts soll hinzugedichtet werde. Darum sagt Jahushua: „Wer nun eins dieser geringsten Weisungen auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heissen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird gross heissen im Reich der Himmel“ (Mt 5,19). Wer also die Schriften des TaNaCH (“AT”), die Bibel des Jahushua von Nazareth, nicht aus dem prophetischen Zusammenhang heraus auslegt und deutet, die Menschen also anders lehrt, gegen das zusammenhängende biblische Wort, der wird also “der Geringste heissen im Reich der Himmel”. Die Formulierung “Reich der Himmel” ist eine Umschreibung für die “Herrschaft” JaHuWaHs in den Menschen, wie sie gemäss seinem Willen geschehen soll und wird. Damit bestätigt Jahushua das prophetische Wort in seiner Gesamtheit. Es kann sich dabei um ein prophetisches Wort in der Vergangenheit handeln, in der Gegenwart, es kann den zukünftigen Heilsplan betreffen (vgl. 1Mo 18,17; Am 3,7; Jer 7,25). JaHuWaH gebietet deshalb: Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote JaHuWaHs, eures Erlösers, haltet, die ich euch gebiete! (5Mo 4,1-2). 

Sozusagen alle biblischen Prophetien wurden von den Gründern des Christentums völlig umgekehrt. Was heisst das? Die Gründer des Christentums taten nicht nur hinzu oder weg, sie gaben den prophetischen Worten sogar einen völlig neuen Sinn. Nehmen wir die Prophetie JaHuWaHs an den Propheten Moshe: „Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen. Ich will meine Worte in seinen Mund legen, und er wird zu ihnen alles reden, was ich ihm befehlen werde. Und es wird geschehen, der Mann, der nicht auf meine Worte hört, die er (der Prophet) in meinem Namen reden wird, von dem werde ich Rechenschaft fordern“ (5Mo 18,18-19; vgl. 5Mo 18,15).

Wie wir aber inzwischen aus dem Zusammenhang wissen, handelt es sich hier um die Propheten, die JaHuWaH dem Volk gleich nach dem Tod des Moshe zugesichert hatte, von einer Genration zur nächsten. Das Volk hatte das verheissene Land noch nicht besiedelt und war noch nicht sesshaft geworden. Es brauchte eine in JaHuWaH tief verankerte Führung, Weiterführung. Der Begriff Prophet und die Formulierung: “Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen”, darf nicht auf jemanden eingeengt werden der prophetisch redet, oder der irgendwann im Laufe der Geschichte Israels auftreten wird. Vielmehr betrifft er jemanden, der den Willen JaHuWaHs tut, weiterführt, umsetzt. Josua, Richter etc. sind alle unter dem Begriff Prophet, bzw. Gesalbter, einzureihen, sofern sie den Willen JaHuWaHs umsetzten. Der Prophet, oder ein von JaHuWaH Gesalbter, ist dementsprechend jemand, der dazu beiträgt, dass das auserwählte Volk zu seinem Ziele voranschreitet und nicht untergeht. Diese Tatsache wird in der Begebenheit mit dem Persischen König Kyrus deutlich. Dieser heidnische König wird von JaHuWaH Hirte und Mashiach (Geslbter, Christus) genannt. Warum das? “Mein Hirte, er wird alles ausführen, was mir gefällt” (Jes 44,28). Das ist es: “er wird alles ausführen, was mir gefällt”. .

Moshe wünschte sich, dass alle im Volk Propheten wären. Was ist damit gemeint?Schauen wir etwas tiefer in die Begebenheit und in die Zusammenhänge von 4Mo 11 hinein. Die Situation im Volk war schier unerträglich geworden. Was tut JaHuWaH? Lies ab Vers 16. Das ganze Volk soll Mut fassen für den Weiterweg, für die Sache des JaHuWaH. JaHuWaH nimmt von dem gleichen Geist, der auf Moshe war und legt ihn auf siebzig Männer und sie weissagen. Was heisst das? Das heisst hier im Kontext, sie bestätigen den prophetischen Dienst des Moshe in einer etwas ungewohnten Weise. Das war in dieser sehr gefährlichen Situation notwendig. Sie erkennen den Dienst des Moshe und die damit verbundenen Verheissungen und Ziele JaHuWaHs voll an. Josua ist durch diese Bekenntnisweise etwas irritiert. Josua will sie zurückhalten. Josua hatte ja recht. Warum können denn nicht alle JaHuWaH bedingungslos vertrauen und Moshe so unterstützen wie ich, ohne dieses seltsame Verhalten? Moshe aber antwortet ihm: “Eiferst du für mich? Mögen doch alle im Volk JaHuWaHs Propheten sein, dass JaHuWaH seinen Geist auf sie lege!” (4Mo 11,29). Um was geht es? Moshe geht es nicht darum, dass alle im Volk entzückt werden, und in diesem Zustand alles mögliche herumschwatzen und -plappern, wie das in den “Gemeinden” des Paulus üblich war und ist. Nein, Moshe wünscht sich, dass alle den Heils–Willen JaHuWaHs und seinen Dienst voll erkennen und den Weg ins verheissene Land ohne murren, mutig und bereitwillig unterstützen und gehen.

Zurück zu den Begriffen von Prophet, Mashiach und Hirte! Der hellenistisch-heidnische Mensch kann dieses Ineinanderfliessen von den verschiedenen Diensten Prophet, Mashiach (Gesalbter, Christus) und Hirte nicht oder nur schlecht verstehen. Von seinen griechisch-heidnischen Denkweisen kann er meistens nur trennen, das auseinanderreissen, was eigentlich zusammengehört und ineinander überfliesst. Das aber funktioniert mit den biblischen Inhalten ganz und gar nicht. Das veranlasste die Gründer des Christentums sämtliche prophetischen Zusammenhänge auseinanderzureissen. So haben die Gründer des Christentums die Aussage des Moshe in 5Mo 18,18-19; vgl. 5Mo 18,15, völlig aus dem zusammenhängenden Sinn gerissen. Also gaben sie diesem Zuspruch JaHuWaHs an sein Volk, das sich ohne Führung des Moshe dem Untergang geweiht sah, eine völlig andere Deutung. Das wird uns sehr anschaulich vorgeführt in der sogenannten Zweiten Pfingstpredigt des Petrus:
„JaHuWaH aber hat so erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten vorher verkündigt hat, dass sein Mashiach (Christus) leiden sollte. So sinnet nun um (teshuwa) und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung kommen vom Angesicht JaHuWaHs, und er den euch vorausbestimmten Jahushua HaMashiach sende. Den muss freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen JaHuWaH durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat. Moshe hat schon gesagt: ‚Einen Propheten wird euch JaHuWaH, euer Erlöser aus euren Brüdern erwecken, gleich mir; auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird. Es wird aber geschehen: jede Seele, die auf jenen Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volk ausgerottet werden’. Aber auch alle Propheten von Shmuel (Samuel) an und der Reihe nach, so viele geredet haben, haben auch diese Tage verkündigt. Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den JaHuWaH euren Vätern verordnet hat, als er zu Abraham sprach: ‚Und in deinem Samen (Nachkommenschaft) werden gesegnet werden alle Geschlechter der Erde’. Euch zuerst hat JaHuWaH seinen Knecht erweckt und ihn gesandt euch zu segnen, indem ein jeder von euch sich von seinen Bosheiten abwendet“ (Apg 3,18-26).

Ein perfekter Missbrauch, eine Perversion des prophetischen und damaligen geschichtlichen Zusammenhanges. Achten wir auf die Inhalte der beiden sogenannten Pfingstpredigten von Petrus in Apg 2 und 3. Nichts stimmt mit den Worten der Propheten überein. Weder war das Ende gekommen noch ist bei den Propheten von einem leidenden, sterbenden, auferstehenden, wiederkommenden – und eine Gemeinde entrückenden – Messias die Rede. Nichts hat JaHuWaH erfüllt, weil nichts von alledem im zusammenhängenden biblisch-prophetischen Wort zu finden ist. “Die Worte des JaHuWaH sind reine Worte - Silber, am Eingang zur Erde geläutert, siebenmal gereinigt” (Ps 12,7). “In Ewigkeit, JaHuWaH, steht dein Wort fest im Himmel” (Ps 119,89).

Ein herzliches Shalom und einen gesegneten Shabbat, auch allen die arbeiten müssen

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. September 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).