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Paulus, der griechische Kirchenvater. Teil 1

Glaubensimpuls 228 von Gregor Dalliard

Das ist ein heikles Thema! War Paulus wirklich ein griechischer Kirchenvater und als solcher der Gründer des Christentums? Welcher Christ will sich mit einer solchen Behauptung gewissenhaft auseinandersetzen? Wenn diese Behauptung stimmt, dann steht unser bisheriger christlicher Glaube Kopf. Das ist für manchen überzeugten Christen schlicht unmöglich. Was uns zuerst einmal heftig empört, stellt sich aber bei genauerem Hinsehen doch als Tatsache heraus. Die sogenannten Paulusbriefe sind im 4.Jh. definitiv in den katholischen Bibelkanon (NT) aufgenommen worden. Einige Briefe aber existierten nicht mehr, wie etwa ein Brief an die Korinther und an Laodizäa.

Zuerst freuen wir uns natürlich über etwas ganz Besonderes! Die meisten von uns fanden im Laufe eines Jahrzehnte langen Bibelstudiums Zugang zu dem Auftrag JaHuWaHs, den er über Moshe allen Menschen zusprach, dies als Segen in Abraham: “Höre, Israel: JaHuWaH ist unser Elohim (Erlöser), JaHuWaH allein! Und du sollst deinen Elohim, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben” (5Mo 6,4-9).
Diese sehr eindringlichen Worte gehen jedem zu Herzen. Jahushua von Nazareth vertiefte diese lebenswichtigen unantastbaren Worte, indem er seine Zuhörer aufforderte dabei ihren ganzen Verstand einzusetzen. Er sprach: “Höre, Israel: JaHuWaH, unser Elohim (Erlöser), ist allein Retter (Erlöser, Befreier); und du sollst JaHuWaH, deinen Elohim (Erlöser), lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft. Das zweite ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben, denn er ist wie du. Grösser als diese ist kein anderes Gebot” (Mk 12,29-31). Wunderbar!

Diese eindringliche und grundsätzliche Liebe zu JaHuWaH, wie Jahushua und alle gläubigen Juden sie empfangen hatten und auszuleben bemüht waren, kannten wir bisher nicht. Unsere ganze Hingabe und Liebe galt allein dem Jesus-Gott, der aber in Wirklichkeit nie existiert hat, der ein Gebilde des Paulus und der Gründer des Christentums ist. JaHuWaH zu lieben “aus deinem ganzen Verstand”, das war uns bisher fremd! Das empfanden wir doch als Rebellion gegen das Grundgebot unserer christlichen Vorsteher, die vermeintlich allein die umfassende Bibelkenntnis besitzen und uns sagen können, wie wir in den Himmel kommen. Das aber nur, wenn wir ihren religiösen Vorgaben unvoreingenommen und gehorsam folgen würden. Das glaubten wir. Wir müssen uns immer wieder an folgende Tatsache erinnern:
Seit dem ersten Kirchenkonzil 325 u.Z. in Nizäa lehren die christlichen Führer – hoch offiziell – genau das Gegenteil von dem was JaHuWaH, die Propheten, Jahushua von Nazareth, und die bibeltreuen Juden lehren. Bis etwa 1964 hielten sich die christlichen Massen weitgehend daran. Die weltweiten Studentenrevolutionen von 1968 warfen den christlichen Kadavergehorsam mit einer unglaublichen Heftigkeit über Bord. Bis dahin galt, wie gesagt, seit 325 u. Z.: Alle Gläubigen, d.h. alle Christen, sind verpflichtet, ihren Verstand auszuschalten, wenn es um den Glauben geht. Mit diesem Verbot sollte auf dem ersten Kirchenkonzil im 4. Jh. das bestehende christliche Lehrchaos im römischen Reich beendet werden. Seit dem ersten Jahrhundert lösten sich die griechisch denkenden Führer systematisch von der Thora und den Propheten. Paulus hatte aus Jahushua von Nazareth eine griechische Gottheit geschaffen. Sein Prinzip: Menschen ihres Denkens berauben, einschüchtern, mit der Hölle bedrohen und jeden verfluchen, der ihm nicht glaubt (vgl. Gal 1,8-9; 1Kor 16,22; 2Thess 1,4-10; Mk 16,16 u. a. m.). Menschen folgten ihm massenhaft. Er predigte überall das gleich bevorstehende Weltgericht durch seine Gottheit Jesus Christus. Er versprach den vielen Sklaven in jenen Tagen das Ende ihres Sklavendaseins, wenn sie an seinen Jesus Christus glauben und sich taufen lassen würden. Sie würden mit ihm herrschen! Damit zerstörte Paulus die biblisch-prophetischen Zusammenhänge und eine gesunde, mündige Lebensweise. Die Kaiser konnten die Menschen dieser heidnischen Religion, in neuem Kleid, nur mit strengen Gesetzen vor Bürgerkriegen bewahren.

Wir haben Justinus von Sichem erwähnt, der berühmte und einflussreiche platonische Philosoph des ersten Jahrhunderts. Er beherrschte die griechischen Philosophien wie kaum ein anderer. Die griechischen Philosophien waren immer mit Gottheiten verbunden. Die Griechen waren ständig auf der Suche nach neuen Gottheiten. Doch JaHuWaH, den EINZIG EINEN lehnten sie ab, weil der Monotheismus für sie gleichbedeutend mit Atheismus war. Der Glaube Israels, der Monotheismus, lehnt nämlich sämtliche Gottheiten ab. Das war für das Empfinden der Griechen Atheismus und beschwor die Rache der Götter herauf. Also lag ihnen nichts näher als den aussergewöhnlichen Juden und Rabbi, Jahushua von Nazareth, zu einer Gottheit zu machen um das Planetarium der Gottheiten zu vervollständigen und die Juden dadurch von ihrem JaHuWaH, dem EINZIG EINEN, wegzubringen.

Heute hören Abermillionen Christen nicht mehr auf ihre christlichen Führer, weil sie nun ihren Verstand einschalten. Sie haben genug von der frommen, sich in fast allem widersprechenden Ideologie des Christentums. Leider aber verwechseln viele von ihnen das, was sie verwerfen mit dem TaNaCH und JaHuWaH, weil ihnen diese christlichen Ideologien als von JaHuWaH gegeben und als Inhalte des TaNaCHS eingebleut worden sind. Die Irreführung und Verblendung einer Masse von Menschen ist das traurige Resultat. Heute verbieten die internationalen Menschenrechte den christlichen Führern denkende und entsprechend handelnde Menschen auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen oder sie der notwendigsten Lebensgrundlagen zu berauben. Das ist noch nicht lange her! Das ist letztlich eine Errungenschaft, eine Frucht, aus dem Geist der Propheten – aus dem verheissenen Segen an Abraham. Ist das nicht ein Grund zu grosser Freude und tiefster Dankbarkeit?
Wir gingen unseren früherer Glaubensweg, ohne den Gebrauch der Gabe des Verstandes! Ob in den grossen Landeskirchen, Freikirchen oder christlichen Gemeinschaften: jeder Gläubige musste seinen Verstand den kirchlichen Obrigkeiten abgeben, wollte er in den Himmel kommen, wollte er nicht aus der Gesellschaft ausgestossen werden und nicht in der Hölle der Christen enden! Heute können wir diese raffinierte Taktik durchschauen. Seitdem die Botschaft des TaNaCHs zu uns durchgedrungen ist, hörten wir von der wunderbaren Aufforderung in Sachen Glauben unseren ganzen Verstand einzusetzen, weil dieser Einsatz wesentlich zur Liebe unseres Schöpfers JaHuWaH und zum Verständnis der prophetischen Zusammenhänge notwendig ist.

Wenn Jahushua von Nazareth den Einsatz unseres ganzen Verstandes fordert und betont, dass dieser Einsatz wesentlich mit der Liebe zu JaHuWaH zu tun hat, dann wissen wir auch, dass die Zugänge zu den Weisungen JaHuWaHs und ihre Tiefen allen zugänglich sind, die ihren Verstand diesbezüglich einsetzen. Diese Tatsache treibt uns an mit viel Bereitwilligkeit und grosser Freude im TaNaCH zu forschen und dessen Inhalte in unsere Zeit zu übersetzten. Das ist doch umwerfend, das macht uns glücklich und zufrieden. Selbst dann, wenn wir bestimmte biblische Zusammenhänge nicht auf Anhieb hin erkennen, vielleicht auch nie ganz verstehen werden oder ein Leben lang anders verstehen werden als andere. Erbaulich, stärkend und ermutigend ist die Tatsache, dass wir die grossen Heilslinien erkennen, daran arbeiten und daraus leben.

Mit dem Einsatz unseres Verstandes ist eine weitere Aufgabe verbunden. Wer seinen Verstand einsetzt, der findet neue Zugänge zum TaNaCH. Ihm eröffnen sich neue Zusammenhänge, er bleibt mobil, beweglich. Unser Glaube wächst, wird vertieft, er verändert sich. Die neu erkannten Zusammenhänge fordern uns auf, unsere Verantwortung im Glaubensleben wahr zu nehmen und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Dies geschieht zu unserem Segen, zur Ehre JaHuWaHs, unseres Schöpfers, zur Ehre der Propheten, des Jahushua von Nazareth und aller treuen israelitisch-jüdischen Menschen, die uns die Grundwerte des Lebens weitergeschenkt haben, trotz unsäglicher Leiden und Qualen. Diese israelitisch-jüdischen Menschen sind der Gottesknecht JaHuWaHs! Sie trugen dazu bei, dass der Wille des Vaters, und damit das Reich JaHuWaHs hier auf Erden wirksam werden konnte.

In dieser wunderbaren Geborgenheit, in dieser grossen Freude und Dankbarkeit, grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 21. April 2024 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.