Josef: Da ist das Zuhause in dem Josef lebt. Teil 2
Lebensimpuls 38 von Gregor DalliardWas Josef in seinen Träumen sah, war der Blick in die nähere und ferne Zukunft. In die nähere Zukunft: die Hungersnot seiner Familie, die deswegen nach Ägypten reist um Getreide zu kaufen; in die ferne Zukunft, das, was uns z. B. in Jes 2,1-5 oder Jes 45,20-25 u. a. m. gezeigt ist.
In 1 Mo 37, 1-11 werden uns die Träume Josefs geschildert, die den Ärger Jakobs und den Neid seiner Brüder erregten. Josef hatte provoziert. Jakob hat sich vermutlich darüber geärgert, dass Josef seine Träume vor seinen Brüdern ausbreitete, die bereits wegen dessen Bevorzugung durch den Vater und wegen der üblen Nachreden, die er seinem Vater hinterbrachte, allergisch auf ihren Bruder reagierten.
Was uns hier aber in besonderer Weise beschäftigt ist die Frage: Wie ist Josef mit diesen plötzlichen und so brutalen Einbrüchen in seinem Leben umgegangen? Wie konnte er solches überstehen, ohne verbittert oder verzweifelt zu werden? Warum reagierte er nach so vielen Jahren des Leids, das ihm seine Brüder angetan hatten, nicht mit Rache? Wie nur konnte er sagen: “Ihr zwar, ihr hattet Böses gegen mich beabsichtigt; Elohim (“Gott”) aber hatte beabsichtigt, es zum Guten zu wenden” (1Mo 50,20).
Die Geschichte lesen wir ab 1Mo 37.
Daraus schliessen wir Folgendes: Josef hatte offenbar schon in seinen Kinderjahren gelernt, bedingungslos dem Elohim (“Gott”) JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten, dem Schöpfer des Lebens zu vertrauen. Als die “Katastrophe” über ihn hereinbrach, lebte Josef bereits in einer tiefen, gepflegte und durchgreifenden Beziehung zu dem El Eljon seines Urgrossvaters Abraham. Dass diese Beziehung schon in seinen jungen Jahren Wirklichkeit war, bezeugt der 17-Jährige (1Mo 37,2) und das durch sein ganzes Leben hindurch.
Im nächsten Lebensimpuls (lim) wollen wir uns weiter darüber Gedanken machen.
Von einem Tag auf den anderen, von einer Stunde auf die andere ist er aus der Beziehung zu seinem Vater, zu seiner Familie und aus seiner gewohnten Umwelt gerissen. Das alles ist ihm genommen. Brutal und schockierend. Da ist nichts mehr, woran er sich noch hätte halten können. Da war von einer Stunde auf die andere nichts mehr, was ihm noch hätte Sinn geben können.
Was unser Herz jubeln lässt, was uns zu Freude und Dankbarkeit bewegt, das ist das Wesentlichste im Leben eines Menschen, und das lebt in Josef. Das sitzt bei Josef. Das ist die Gemeinschaft mit dem El Eljon, der ihn in SEINEM Bilde geschaffen hat. Da ist das Zuhause in dem Josef lebt. Darüber muss er nicht zuerst nachdenken. Das bleibt ihm, das kann ihm durch nichts und niemanden genommen werden. Nochmals: Was bleibt, das ist seine gepflegte Beziehung, seine gepflegte Gemeinschaft mit seinem El Eljon. Wie sieht das bei uns aus?
Gregor Dalliard
Ankündigungen
Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 13. April 2025 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!
In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).
Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.