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Das Weltethos: "Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln (erfolgreich sein)" (Jes 52,13-53). Mit "mein Knecht" sind die Juden gemeint. Sie bringen die Lebensweisungen JaHuWaHs in die Welt hinaus (Jes 42,1; Jes 51,4).

Glaubensimpuls 82 von Gregor Dalliard

aktualisiert: 24. 04. 2023.
Die Tage von Pessach sind vorbei und doch beschäftigen manchen noch Fragen: Wer ist in Jes 52, 13-15 und Kap 53 mit Knecht, mit Leidensknecht gemeint? Gerne möchte ich darum auf diesen Abschnitt in Jeshajahu eingehen. Wer ist der Mann, dieser Knecht, dieser Leidensknecht, von dem speziell in diesem Text die Rede ist?
Für die Getauften ist die Sache diskussionslos klar. sie wissen nicht, dass der christliche Glaube auf der Ersatztheologie des Paulus und seiner (antijüdischen/antisemitischen) Mitbegründer des Christentums aufgebaut ist (vgl. Gal 1,8-9; 1Kor 16,22). Ihr Glaube ist von dem Gottessohn Jesus Christus, von ihrer Mensch gewordenen Gottheit Jesus Christus gegründet worden. So ist ihr Hirn gewaschen worden, das sitzt.
Aufgrund der Lehre des Paulus haben die Gründer des Christentums den jüdischen Rabbi Jahushua von Nazareth im 3./4. Jh. endgültig und offiziell entjudaisiert (vgl. 2Kor 5,19-20; Röm 1,1-4) und aus ihm, nach griechisch-römischem Muster (Tradition), ihre mystische Gottheit Jesus Christus gemacht. Diese neu definierte Gottheit Jesus Christus bezeichneten sie fortan als jüdischen Mashiach (d. h. zu deutsch der von JaHuWaH Gesalbte, griechisch der Christos, lateinisch der Christus), der von ihren eigenen Leuten angeblich verfolgt, verurteilt und gekreuzigt worden ist. Dieses religiöse Konstrukt hat aber nichts mit dem israelitisch-jüdischen Verständnis von Mashiach (Messias, Gesalbter) oder mit dem Juden Jahushua von Nazareth zu tun.

Nach dem israelitisch-jüdischen Verständnis und Bekenntnis ist ein Mashiach, (ein Messias, ein Gesalbter, ein Christus) nie ein Gott, nie ein Mensch gewordener Gott. Er ist immer nur ein Mensch und bleibt auch immer ein Mensch. Er ist ein Mensch, der in seiner Treue zu JaHuWaH lebt. SEINE Weisungen stellt er in den Mittelpunkt seines Lebens. Er versucht es immer wieder. Er dient und unterstützt das auserwählte Volk, damit es das Ziel JaHuWaHs in dieser Welt verwirklichen kann.
JaHuWaH setzt dafür auch heidnische Menschen ein. Sie treffen Entscheidungen, die dem israelitisch-jüdischen Volke zum Segen werden, damit es seine Sendung und seinen Auftrag in dieser Welt weiter erfüllen kann, wie im Falle des persischen Königs Kyrus. Er wird von JaHuWaH und dem Propheten Jeshajahu Christus (Mashiach, Messias, Gesalbter) genannt (vgl. Jes 44,28 - 45,7).
Was ist das Ethos JaHuWaHs für die Welt (Weltethos)? Die Weisungen JaHuWaHs sollen zur Lebensnorm für alle Menschen werden: “Siehe, mein Knecht, den ich halte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Ruach (nicht den Hl. Geist im christlichen Sinn) auf ihn gelegt, er wird das Recht zu den Nationen hinaus bringen” (Jes 42,1).
“Merkt auf mich, mein Volk und meine Nation, hört auf mich! Denn Weisung geht von mir aus, und mein Recht werde zum Licht der Völker” (Jes 51,4).
Das is das Ziel JaHuWaHs, der den Frieden aller Menschen will, der jedem menschenherzen Ruhe und Frieden geben will: “Er hat dir mitgeteilt, Mensch, was gut ist. Und was fordert JaHuWaH von dir, als Recht zu üben und Güte (Barmherzigkeit) zu lieben und einsichtig zu gehen mit deinem Elohim” (Mi 6,8; 5Mo 10,12-13). Allerdings ist “fürchten” immer mit “hören” zu übersetzen: auf deinen Elohim zu hören".

Nie wird ein von JaHuWaH gesalbter Mensch (ein Mashiach, ein Messias, ein Christus) dem EINZIG EINEN Elohim JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten, gleich gesetzt. Im jüdischen Offenbarungsglauben ist das ein Ding der Unmöglichkeit, in den heidnischen Glaubenskulten hingegen können verschiedene Gottheiten miteinander verwickelt sein. Diese Tradition wollte Paulus unter den Juden einführen. Dagegen wehrten sich die treuen Juden ganz heftig und das berechtigterweise. Sie hatten vom Elohim JaHuWaH einen ganz klaren Auftrag bekommen. Die Nachfolger des Paulus, die mehrheitlich aus der griechischen Tradition kamen, setzten sich gegen die Juden durch. Auf den beiden “Konzilien” von Nizäa 325 und Konstantinopel 381 machten sie aus dem jüdischen Mashiach (Messias, Christus) einen Gott (Theos) nach ihrer alten heidnischen Glaubenspraxis.
In der Antike galt ein Stadtkönig als Gott, als eine Gottheit. In ihm wohnte Gott (Theos) leibhaftig. Wollte ein Paar heiraten, besass der König das Vorrecht die erste Nacht nach der Hochzeitszeremonie mit der jungen Braut zu verbringen. Der erste Sohn galt dann als Gottessohn, als Sohn Gottes.

Damit begaben sich die Getauften im definitiven Widerspruch zum prophetischen Zeugnis im TaNaCH und damit auch im Widerspruch zum Zeugnis und Bekenntnis des Jahushua von Nazareth. Jahushua von Nazareth war durch und durch ein überzeugter Jude. Niemals hätte er sich JaHuWaH gleichgemacht, indem er sich als Mensch gewordener JaHuWaH auf Erden ausgegeben hätte. In verwerflicher Weise lehren die Getauften, dass ihre Gottheit Jesus Christus Gott in allem gleich war: “Er, der Gott in allem gleich war” (NGÜ) (Phil 2,6; Joh 1,1; 1Jo 4,20 u. a. m). Unsägliches Leid hat diese Irrlehre über die Menschheit gebracht. Sie tut es heute noch.
Im christlichen Verständnis ist ihre Gottheit Jesus Christus nicht bloss ein gesalbter Mensch. Jesus Christus ist der vom Himmel herabgekommene Vater. Also eine typisch antike heidnische Lehre: “…wie denn Gott in Christus war, und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete” (2Kor 5,19-20).
Dass es sich dabei um eine traditionelle heidnische Glaubenstheologie handelt, kann jeder Getaufte mit der Zeit erkennen, der das prophetische Wort im TaNaCH in seinen tiefen Zusammenhängen studiert und dabei ebenso die antiken heidnischen Glaubenslehren im Blick behält.
Was ist das Verwerfliche und Irreführende an der christlichen Lehre? In der christlichen Lehre wird den Menschen beigebracht, dass ihr Gott (der griechische Göttervater Theos, Zeus, Deus) der Elohim JaHuWaH, der El Eljon der Juden sei. Ebenso wird ihnen beigebracht, dass ihre Gottheit Jesus Christus aus JaHuWaH komme, dem Elohim (dem “Gott”) der Juden.
Da es aber unangebracht schien das Werden ihres Gottessohnes auf die gleiche Stufe mit den traditionellen Gottessöhnen und ihren Erzeugern zu stellen, kamen die Gründer des Christentums auf die schlaue Idee, Theos direkt als Erzeuger ihres Gottessohnes Jesus Christus zu lehren, also der Theos (die Gottheit) zeugt direkt vom Himmel herab. Mann wollte sich aber auch von den traditionellen Erzeugern (den Gottheiten, den Theos) der Gottessöhne abgrenzen, weil ihr Gottessohn mehr sein sollte, als alle anderen Gottessöhne bisher, also wurde die Gottheit, die über einen Mann Maria schwängerte nicht Theos, sondern Heiliger Geist genannt.
“Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten (dich schwängern); darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden” (Lk 1,35).
Nun wissen wir selbstverständlich, dass wir es hier mit einer Schändung des Wesens JaHuWaHs zu tun haben. Der Heilige Geist wird im Christentum als die dritte Gottheit (dritte Gott-Person) geglaubt und gelehrt. In frevlerischer Weise wird der Heilige Geist der Christen von den griechisch geprägten Autoren der “Evangelien” mit der “Kraft des Höchsten” gleichgesetzt, also mit dem Elohim JaHuWaH, dem El Elion, dem Höchswten. Wir finden keine Worte um dieses schändliche Verhalten Das ist griechische Mythologie, denn sie sagt dasselbe, dass nämlich ein Sohn, der von einer Gottheit in eine Frau gezeugt wird ein Gottessohn ist und damit Sohn Gottes genannt wird. Sie werden von Frauen geboren (vgl. Gal 4,4; Mt 1,18; Lk 1,26-38) und von den Menschen als Gottheiten verehrt und angebetet.

Sie haben aber nichts mit JaHuWaH, dem Höchsten, dem El Eljon der Juden und deren Bekenntnis zu tun. Die Zeugnisse des Neuen Testamentes bestätigen uns, dass das Christentum nichts anderes ist als die Fortführung der griechischen Glaubensmythologie, vermischt mit israelitisch-jüdischen Lehren aus dem Leben des Jahushua von Nazareth und der Juden.
Nach diesen Lehren haben allein die Leiden und das Blut eines Gottessohnes sühnende und erlösende Kraft. In der Antike und im Altertum wurde der von einer Gottheit gezeugte Sohn in einer Zeremonie geopfert. Mit seinem Opfer, bzw. mit seinem Blut wandte er das drohende Unheil ab, das der betreffende Gott (Theos)in seinem Zorn über sein Volk ausgesprochen hatte. Der Gott, der diesen Gottessohn in eine Frau gezeugt hatte, forderte seinen Sohn als Blutopfer, ohne Wenn und Aber (vgl. 1Jo 2,2). Solche menschlichen Blutopfer wenden also den Zorn und die Strafe Gottes (des Theos) ab: “…wie denn Gott (Theos, Deus, Zeus) in Christus war, und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete…” (vgl. 2Kor 5,19-20). Das sind typisch heidnische Lehren und Traditionen aus der Antike und dem Altertum. Kein israelitisch-jüdischer Prophet hatte jemals einen solchen Irrsinn gelehrt, auch Jahushua von Nazareth nicht.

In jeder Messe (modern und irreführend heute auch Eucharistiefeier genannt) wird dieses angebliche Blutopfer von Golgatha vom katholischen Priester gegenwärtig gesetzt. Das geschieht über das Ritual der Wandlung, das er innerhalb jeder Messfeier zelebriert. Beim Wandlungsakt, d. h. bei der Umwandlung der Oblate (der Hostie, des Brotes) und des Weines in den wahren Leib und in das wahre Blut des Juden Jahushua von Nazareth wie er damals leibt und lebte. Darum heisst dieses Sakrament Messopfer (heute irreführenderweise auch Eucharistie genannt).
Mit der Einnahme der verwandelten Oblate, auch Hostie genannt, d. h. mit dem vom Priester gegenwärtig gemachten Fleisch und Blut des Juden Jahushua von Nazareth, vollzieht sich für den Anwesenden in jeder Messe neu seine Vergottung, d. h. er wird neu mit Gott (Theos, Deus, Zeus) versöhnt, d. h. versühnt. Der Zorn Gottes wird von ihm genommen, damit er nicht in die Hölle kommt, sondern in den Himmel. “Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm” (Gal 1,8-9; 1Kor 16,22; Röm 11,7; 2Thess 1,6-10; Mt 3,7; Lk 3,7; 1Joh 5,12; MK 16,16; Joh 3,36).
Diese völlig heidnische Denkstruktur, diese Lehre und Praxis ist äusserst verwerflich und widerspricht der Gesamtoffenbarung im TaNaCH (von den Getauften verwerflicher Weise “AT”, “Altes Testament”, genannt). Dieses Mittel der Angst und Drohung macht die so missbrauchten und völlig indoktrinierten Menschenmassen den religiösen Obrigkeiten gefügig; es beraubt sie ihres Verstandes, ihrer Mündigkeit und damit der Wahrnehmung ihrer Verantwortung im Leben.

Wie ist das aber mit uns? Wir sind bemüht das prophetische Wort des TaNaCHs (“AT”) in seinem Gesamtzusammenhang verstehen zu lernen und mit einzubeziehen? Wir fühlen uns keiner christlichen Dogmatik verpflichtet. Darum haben wir auch keine Repressalien von Seiten irgendwelcher Pfarrer oder Pastoren zu befürchten. Ihre Lehren sind für uns nicht mehr relevant? Ihre paulinischen Drohungen und Erpressungsversuche kommen bei uns nicht mehr an, haben keine Wirkungen mehr auf unser Leben.
Was denken wir von diesen gewaltigen Worten des Propheten Jeshajahu (Jes 52,13-53)? Dieser Text hat grundsätzlich nur mit den Leiden des auserwählten Volkes zu tun. Jahushua von Nazareth ist einer von ihnen, nicht aber die später von Paulus und den Kirchenvätern entworfene und verfasste Gottheit Jesus Christus (vgl. 2.Kor 5,16; 5,19-20; Röm 1,1-4).
Die Kreuzigung des Juden Jahushua von Nazareth durch die Römer darf nie getrennt von den Leiden der israelitisch-jüdischen Propheten des gesamten auserwählten Volkes gesehen werden. Sie ist genauso Teil davon, wie die Leiden eines jeden Propheten und Gerechten, eines jeden JaHuWaH-treuen Menschen innerhalb des auserwählten Volkes. Die Propheten litten wegen der Sünden des Volkes, so Daniel, Jirmejahu (Jeremijah), Jeshajahu, Jecheskel (Hesekiel). Alle anderen auch.

Der Begriff Sühne (Knecht) beinhaltet hier den Einsatz und die Leiden, die Propheten und Gerechte auf sich nahmen und erduldeten, wenn sie das gestörte Verhältnis des israelitisch-jüdischen Volkes zu JaHuWaH und zu SEINEN Weisungen wieder auf die von JaHuWaH vorgegeben Wege zu bringen versuchten. Weil aber das ganze auserwählte Volk eine Nation ist (Knecht JaHuWaHs ist), mit einer besonderen und ausserordentlichen Berufung und Sendung für die ganze Welt, wird es von der Welt verteufelt und verfolgt. Wie oben gesagt: “Merkt auf mich, mein Volk, und meine Nation (mein Knecht), hört auf mich! Denn Weisung geht von mir aus, und mein Recht werde zum Licht der Völker” (Jes 51,4; vgl. Jes 42,1-9). Mit einer solchen aussergewöhnlichen Botschaft, einem solchen Auftrag und einer solchen Sendung zu den Menschen dieser Welt ist von diesem Volk eine enorme Durchhaltekraft abverlangt. Sie ist mit viel Leid verbunden. Damit ist in Jes Kap 52,13 – Kap 53 auch das ganze israelitisch-jüdische Volk gemeint, das aber immer und immer wieder mehr oder weniger von den Weisungen JaHuWaHs abzuweichen drohte oder abgewichen ist. Die Propheten erfüllten in solchen Zeiten eine besondere Aufgabe.

Ob es Jeshajahu (Jesaja) war oder wer diese Texte wann geschrieben haben mag spielt keine Rolle. Hier wird von persönlichen Leiden gesprochen, gleichzeitig aber auch von den Leiden aller Propheten JaHuWaHs und aller Gerechten des auserwählten Volkes - insgesamt und zu allen Zeiten. Diese Leiden stehen über allen Brand- und Sühneopfern. Das auserwählte Volk wird als Person dargestellt. Es sind die demütigen Leiden der Gerechten aus dem Volk, die eventuell unschuldiger Weise an den Folgen teilhaben, die jene verursachen, die verkehrte Wege gehen, jene, die Untreue heraufbeschwören.

Vermutlich ist dieser Jeshajahu-Text während der Zeit niedergeschrieben worden, als das auserwählte Volk unter unsäglichen Leiden stand. Jede Hoffnung schien zu entschwinden. Da war die Bedrohung der Assyrer, der niemand entgehen konnte. Jeshajahu litt sehr unter den desolaten Zuständen innerhalb des Nord- und Südreiches. Recht und Gerechtigkeit hatten das Nachsehen. Er kündete die Folgen einer solchen Lebensweise an, die niederschmetternd sein würden. Doch ein solch unermessliches Leid ist nie das Ende für das Volk JaHuWaHs, des El Eljon. Darum kündet er auch eine Zeit der Umkehr und Wohlergehens an.

Was meinen wir, was wird wohl JaHuWaH dabei gefühlt haben? Die Gefühle JaHuWaHs sind die Gefühle der Propheten und der Gerechten; die Gefühle der Propheten und der Gerechten sind die Gefühle JaHuWaHs. Ein unermessliches Mitleid. Eine unsägliche Liebe und Treue zu seinem auserwählten Überrest. Über die Propheten spricht JaHuWaH von seinem bleibenden Bund mit Abraham und seinem Samen, von den bleibenden Verheissungen und seiner bleibenden Treue, von seinem Liebling Israel, der einen besonderen Auftrag in dieser Welt zu erfüllen hat: “….und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!
Darum tröstet und ermutigt JaHuWaH SEINEN Knecht, sein Volk. Der Text in Jeshajahu bezieht sich immer zuerst auf sein Volk. Nach jeder Katastrophe erneuerten sowohl die übriggebliebenen Treuen als auch die Untreuen ihre Beziehung zu JaHuWaH. Später suchten viele der vom Leid Gezeichneten neu das Angesicht JaHuWaHs. Er liess sich immer von ihnen finden.

Vor allem während der Zeit der babylonischen Invasion und Grausamkeiten wird der Knecht JaHuWaHs deutlich sichtbar. Der unter der Herrschaft Babylons leidende Knecht ist zuerst der Prophet Jirmejahu (Jeremia), dann aber auch Jakob, d. h. Juda und der Überrest jener aus dem Nordreich (Israel), die nach Juda geflohen sind. Zur Zeit des assyrischen Überfalls auf Israel (Nordreich), sind viele nach Juda (Südreich) geflüchtet (vgl. Jes 45,4).
Mit seiner rührenden Zärtlichkeit spricht JaHuWaH Israel seinen Knecht an: “Du aber Israel mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, Nachkomme Abrahams, meines Freundes, du, den ich ergriffen von den Enden der Erde und von ihren fernsten Gegenden her gerufen habe, zu dem ich sprach: Mein Knecht bist du, ich habe dich erwählt und nicht verworfen - fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein Erlöser (Elohim)! Ich stärke dich, ja ich helfe dir, ja, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit” (Jes 41,8-10).

Zur Zeit der Shoa (Holocaust 1933 -1945) haben auf dem Wege in die Folter- und Gaskammern und anderen Einrichtungen des Todes, Millionen der gerechten Juden, neben dem Shma Israel - Höre Israel JaHuWaH ist der EINZIG EINE (5Mo 6,4-5; Mk 12,29-30; Mt 22,37), auch diesen Text aus Jeshajahu gebetet (Jes 52,13 - 53,12). Millionen von Juden war dieser Text in Zeiten der Not von ihrer Kindheit an wohlvertraut. Viele jüdische Väter hatten ihre Verantwortung wahrgenommen und ihren Kindern diesen Text beigebracht. Sie lernten ihn auswendig und sie brauchten ihn, denn immer und immer wieder waren sie der menschlichen Schutzlosigkeit ausgesetzt. Wie kein anderes Volk waren sie allezeit unsäglichen Schikanen, Leiden, Folter und Tod ausgesetzt - vor allem seit der Entstehung der christlichen Religion.
In ihrer äussersten Not, im Angesicht des Todes, ohne Armee, wurden sie von Getauften wie wehrlose Lämmer zur Schlachtbank geführt. Neben dem “Höre Israel, JaHuWaH ist der EINZIG EINE” war ihnen das Wort JaHuWaHs, durch den Propheten Jeshajahu gesprochen, der letzte Trost geblieben. JaHuWaH war und blieb ihr einziger Trost. Er begleitete sie mit diesem Wort durch die letzte Nacht der Schrecken auf dieser Erde. So wird es wohl auch bleiben.

Israel, bzw. die treu gebliebenen Juden, haben bis zum heutigen Tag unsägliches und aussergewöhnliches Leid für uns – um unseretwillen – ertragen und erduldet, damit wir an dem geoffenbarten Reichtum und Erbe JaHuWaHs teilhaben dürfen (Weltethos). Das wollen und dürfen wir niemals vergessen. Wenn es auch Juden und Juden gibt, wir wollen sie gemäss Bundesverheissung an Abraham segnen: “Und ich will segnen, die dich (Israel) segnen, und wer dir flucht (dich verfolgt, den werde ich seinen Weg ins Elend gehen lassen); und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde” (1Mo 12,3).

Mit dieser Aussage ist nicht etwa gemeint, dass Juden gegenüber den allgemeinen ethisch-moralischen Ordnungen JaHuWaHs tun und lassen dürfen, was ihnen beliebt und niemand darf sie zurechtweisen. Wenn z. B. ein Jude gestohlen hat, dann darf und muss er, egal in welchem Land er lebt, wie alle andern Bürger auch, entsprechend dem geltenden Gesetz gegen Diebstahl, beurteilt werden und die entsprechenden Konsequenzen tragen.
In 1Mo 12,3 geht es z. B. um den grundsätzlich indoktrinierten, dogmatischen Judenhass, der sich weigert die Botschaft der Juden, das Weltethos JaHuWaHs (das Shma Jisrael und die Weisungen zum Leben, 10 Gebote) zu suchen, zu entfalten und zu leben. Abraham segnen heisst hier JaHuWaH und sein Ethos kennen lernen zu wollen, ihn zu suchen, zu finden und IHM vertrauen zu wollen, so wie Abraham das tat und darin gerechtfertigt war.
Die Kirchenväter bauten ihre Lehren auf den Judenhass auf, auf die Ersatztheologie des Paulus . Mit Hilfe der Staatsmächte, die sie sich schrittweise einverleibt hatten, streuten sie diesen fromm getarnten Hass über die ganze Welt aus. Dieser von den Getauften verankerte Judenhass gehört bis heute zu den Grundlehren der Getauften (s. die Liturgie der Karwoche). Das ist der wesentliche Grund warum Juden gehasst, gemobbt und verurteilt werden. Sie haben nach der Lehre der Getauften ihren Gott Jesus Christus ermordet. Diese folgenschwere Behauptung beruht auf der Bosheit, der Unkenntnis und Vermischung historischer Tatsachen durch die Gründer des Christentums. (Siehe die meisten haarsträubenden UNO-Resolutionen gegen die Juden).
Lasst uns darum an der Versöhnung und Wiederherstellung der Ehre und des Willens JaHuWaHs, des Schöpfers des Lebens - und damit auch der Juden - mit grosser unermüdlicher Freude und Danksagung teilnehmen. Damit wird der innere Friede und der verheissene Segen nicht ausbleiben!
“Und nun spricht JaHuWaH, der mich (den Propheten Jeshajahu) von Mutterleib an für sich zum Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen und damit Israel zu ihm gesammelt werde – und ich bin geehrt in den Augen JaHuWaHs, und mein Elohim ist meine Stärke geworden –, ja, er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, dass meine Rettung reicht bis an die Enden der Erde” (Jes 49,3.5-6).

Von Herzen wünsche ich allen Gim-Lesern einen gesegneten Shabbat Shalom.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 13. April 2025 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.