Torah falsch verstanden. Warum verdrängen die Getauften den Grund ihrer zahllosen grausamen Verbrechen der letzten 2000 Jahre an den Juden, an der Menschheit und ihre grausam geführten innerchristlichen Kriege gegen ihre Glaubensgeschwister? Teil 4.
Glaubensimpuls 705 von Gregor DalliardDen Glaubensimpuls 702 habe ich abgeschlossen mit der Frage: “Wie nur konnte Paulus lehren: “Denn das Endziel der Torah ist Christus, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit” (Röm 10,4)? Wie nur konnte er seine Zuhörer auf eine solche Weise in die Irre führen? Wie nur konnte er lehren: “Denn Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz ist: ‘Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.’ (Röm 10,5)?
Setzen wir uns mit diesem Thema weiter auseinander. Ich weiss, dass ich mir mit dem Thema “Paulus” innerhalb des Christentums keine Freunde schaffe. Dem aber kann und will ich nicht ausweichen. Dadurch dass Paulus die stoische Richtung der griechischen Philosophie mit dem reichen Lebensschatz der Propheten vermischte, ist sein “Evangelium” der perfekteste Antrieb zur Beseitigung der Juden geworden und von allem, was damit zusammenhängt.
Das bewährte Zeugnis (Lehre) der Propheten im Umgang des guten Zusammenlebens der Menschen mit ihrem Schöpfer und untereinander erklärte Paulus kurzerhand für null und nichtig, für beendet. Dies als Reaktion seiner Visionen und Offenbarungen von seinem angeblich auferstanden Menschengott Jesus Christus. Dieser teilte Paulus angeblich mit, dass er gleich (umgehend) wiederkomme und dass die Entrückung all jener, die seinem “Evangelium” glauben und sich taufen lassen gleich bevorstehe. Darauf würde gleich das grausame Weltgericht (Weltuntergang) über die Ungläubigen hereinbrechen, über alle, die seinem “Evangelium” nicht glauben, die sich ihm widersetzen. Davon ist selbstverständlich nichts eingetroffen.
Irreführend bezeichnet er sein “Evangelium”, das “Evangelium” des Christus” (Röm 15,19). Der Auslöser seines “Evangeliums” war der Glaube seiner Eltern mit der Philosophie seiner Stadt. Wir kommen darauf zurück.
Damit schuf Paulus eine antijüdische/antisemitische Ideologie, die Ersatztheologie, die seither unendliches Leid in dieser Welt hervorbringt.
Vor Jahren noch war ich selbst entsetzt, als ich das erste Mal solche Argumente über Paulus hörte oder las; darum kann ich heute die entsetzten Reaktionen von getauften Mitmenschen sehr gut verstehen, wenn sie sich von mir abwenden. Mit ihnen bin ich noch vor wenigen Jahren etappenweise gemeinsame Glaubensschritte hin zur Quelle des Glaubens gegangen. Dafür bleibe ich allezeit dankbar.
JaHuWaH aber sah unser Herz an, das allezeit ehrlich und redlich bereit war, seiner Aufforderung zu entsprechen, IHN zu suchen. Im fortwährenden aufrichtigen Suchen nach dem Elohim JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten und dessen Willen im TaNaCH, in der Bibel des Jahushua von Nazareth, sind wir Schritt um Schritt von IHM überführt worden: “Ich liebe, die mich lieben; und die mich suchen, finden mich (Spr 8,17). “Es mögen fröhlich sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; es mögen stets sagen: ‘Gross ist JaHuWaH!’, die deine Rettung lieben” (Ps 40,17).
Nun, trotzdem behalte ich alle, mit denen ich ein Stück des Glaubensweges gemeinsam gegangen bin, in guter, ja in bester Erinnerung. Gerne und mit Dankbarkeit denke ich an diese kostbaren geschwisterlichen Zeiten zurück.
Mit einem Teil dieser Glaubensgeschwister, wo immer sie sich auf dem Erdball befinden, und mit anderen, die neu hinzugekommen sind, gehe ich diesen Glaubensweg, immer in Gemeinschaft und im Vertrauen auf den Abba Vater, den Elohim JaHuWaH. Diesen Glaubensweg ist auch Jahushua von Nazareth gegangen, und zwar in der Gemeinde des Elohim JaHuWaH, des El Eljon, des Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat. In sie wurde er hineingeboren. In ihr lernte er den reichen unverwüstlichen Glaubensschatz kennen, aus dem er eine unverbrüchliche Beziehung und Liebe zum Abba JaHuWaH aufbaute, eine Beziehung, die auch von David und vielen Männern und Frauen im TaNaCH bezeugt ist.
Das ist der an Abraham verheissene Segen, der auch an uns wirksam geworden ist, und wirksam ist. Kein Mensch und keine (religiöse) Macht der Welt vermag diesen Segen jemals zu stoppen oder durch Umdeutung aufzuheben. Tiefe Ergriffenheit und unendliche Dankbarkeit erfüllen uns jeden Morgen neu.
Damit Paulus sein “Evangelium”, sein Ziel, wirksam durchsetzen konnte, mussten für ihn die Torah und ihre Zusammenhänge total weg, nicht nur das, sie mussten komplett ersetzt und umgedeutet werden (Ersatztheologie genannt), d. h. konkret: weg mit den Juden, ab in die Taufe, hin zu einem neuen Gott (griechisch-römischen Christus), weg von dem Elohim JaHuWaH, der Abraham zu einem neuen Leben erweckte und dessen Beziehung (Glauben) als Vorbild des Segens für die Menschen aller kommenden Generationen machte (1Mo 12,3b).
(Im Glaubensimpuls 703 wies ich auf das Grundanliegen des Paulus hin). Paulus befand sich im Fahrwasser des Antijudaismus/Antisemitismus seiner Zeit. Was war die Überzeugung der führenden religiösen Kräfte in den Tagen des Paulus? Die Griechen und die Römer lebten innerhalb eines Vielgöttersystems (mit z. T. schrecklichen Traditionen). Innerhalb dieses Systems nahmen hohe Persönlichkeiten die Stellung eines Gottes ein. Ihnen musste der entsprechende Kult entgegengebracht werden. Die Juden aber akzeptieren nur einen Elohim, den Elohim JaHuWaH, den El Eljon, den Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat. Sie akzeptieren keinen Gott in irgendeiner Gestalt auch nicht in Menschengestalt, wie das alle Heiden und auch die Getauften tun. Damit sind sie das einzige Volk auf Erden, das sich seit der Begegnung und Beziehung Abrahams mit dem Elohim JaHuWaH dem El Eljon, dem Höchsten, den Mächtigen dieser Erde entgegenstellt, das zu ihrem Ärger.
Die Völker empfanden die Ablehnung ihrer Götter durch die Juden, ob in Menschengestalt oder in welcher Gestalt auch immer und die Ablehnung ihrer Anbetung als Grund vielseitiger Katastrophen, Auseinandersetzungen und Kriege. Die Lehre und das allgemeine Verständnis war: Die Götter werden dadurch provoziert. Kontinuierlich beschwören die Juden Unheil herauf. Die Götter rächen sich. Die Juden sind an jedem Unglück in der Welt schuld. Zudem erkannten die Heiden, wie der Segen (der Abraham verheissene Segen), als Erfolg bei den Juden allezeit wirksam und sichtbar war. Das irritierte und ärgerte die frommen führenden Heiden.
Darum glaubten schon die Griechen und die Römer und vor ihnen andere Völker, die Ägypter, die Assyrer, die Babylonier usw., dass die Welt friedlicher wäre ohne die Juden, ohne die Juden hätte die Welt den Frieden. Das glauben bis zu dieser Stunde auch die führenden Getauften.
Paulus bewegte sich in seinen Tagen genau in diesem Fahrwasser (dass die Welt ohne die Juden friedlicher wäre). Im Kopf des Paulus braute sich manches zusammen. Sein Ziel war es schliesslich, die griechisch-stoische Philosophie, von der sein Vater geprägt war und in der er als Römer von seinem Vater und in der Schule von Tarsus erzogen wurde und die reichen Glaubensschätze der Juden, aus denen seine Mutter stammte, miteinander zu vermischen. Der Zwiespalt der beiden Überzeugungen mit denen er dauernd in der Familie, in der Schule, in der Stadt und in seinem Leben konfrontiert war, riss ihn hin und her; diese Angelegenheit liess ihn nicht los. Er musste Sicherheit haben, suchte im Glauben seiner Mutter und in der griechischen Philosophie. Sein radikales cholerisches Wesen versperrte ihm aber den Weg in die tiefen prophetischen Schätze des TaNaCHs (des “ATs”).
Nach Jahren der inneren Zerrissenheit fand Paulus in seinen Visionen und Träumen die Antwort. Angeblich erschien ihm der Jude Jahushua (Jeschua), aber nicht als Jude, als jüdischer Rabbi, sondern als ein griechisch-römischer Gott (Theos) in Menschengestalt, als Jesus Christus, d. h. in der antiken Tradition auferstandener Götter, die sich Menschen offenbaren. Ihm, dem Einzigen offenbarte dieser neue Theos Jesus Christus vom Himmel her ein Geheimnis. Paulus bezeichnet diese Offenbarung als “das Geheimnis des Christus” (Kol 4,3). Und was ist der Inhalt dieses Geheimnisses? “Denn er (Jesus) ist unser Friede. Er hat aus beiden eins gemacht die Zwischenwand der Umzäunung, die Feindschaft, in seinem Fleisch abgebrochen (gleichsam aus der griechischen Glaubensprägung seines Vaters und seiner Stadt und dem Glauben seiner Mutter). Er hat das Gesetz der Gebote in Satzungen beseitigt, um die zwei – Frieden stiftend – in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, durch das er die Feindschaft getötet hat” (Eph 2,14-16). “Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittensein, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen” (Kol 3,11). Überzeugend vermag er die in den Schätzen der Torah, bzw. des Lebens, nicht gegründeten Juden und Griechen mit folgendem Argument zu packen: Deswegen bin ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch, die Nationen – ihr habt doch wohl von der Verwaltung der Gnade Gottes gehört, die mir im Hinblick auf euch gegeben ist. Denn mir ist durch Offenbarung das Geheimnis zu erkennen gegeben worden… das in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen nicht zu erkennen gegeben wurde, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden ist: Die Nationen sollen nämlich Miterben und Mitglieder am gleichen Leib sein und Mitteilhaber der Verheissung in Christus Jesus durch das “Evangelium”, dessen Diener ich geworden bin… den Nationen den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen und ans Licht zu bringen” (Eph 3,1-8).
Wir schliessen mit dem prophetischen Wort: “Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, Nachkomme Abrahams, meines Freundes, du, den ich ergriffen von den Enden der Erde und von ihren fernsten Gegenden her gerufen habe, zu dem ich sprach: Mein Knecht bist du, ich habe dich erwählt” (Jes 41,8.).
Wir werden die Überlegungen zu diesem Thema fortführen. Bleibt reich gesegnet in den Zusprüchen des Elohim JaHuWaH. Allen wünsche ich tiefe Dankbarkeit in ihrem Sein vor dem Schöpfer, der uns in SEINEM Bilde so geschaffen hat wie wir sind und nicht wie wir gerne sein möchten oder andere uns gerne hätten.
Herzliche Grüsse, Shabbat Shalom!
Gregor Dalliard
Ankündigungen
Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein. Wir treffen uns wieder am 13. April 2025 um 14,00 Uhr bei Martin und Kornelia Hunzinger-Schmid, Allmenhag 2, 2577 Finsterhennen. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!
In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).
Unter dem Kennwort Fragen Leserfragen (Lefs) möchte ich neu auf Leserfragen eingehen. Dabei werde ich auch aufschlussreiche und weiterführende Zusammenhänge anderer zu wichtigen biblischen Themen veröffentlichen.