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"Unser tägliches Brot gib uns heute" (Matthäus 6,11)

Glaubensimpuls 33 von Gregor Dalliard

Die Welt ist durch die modernen Medien zu einem Dorf geworden. Wir sind schnellsten über Katastrophen, Not, Elend und Hungersnöte informiert. Millionen Menschen fehlt das Existenzminimum. Wir wissen um den täglichen Hungertod von Menschen, Kindern, in der Welt. Machtgier, Kriege, Ungerechtigkeiten, Ausbeutung, Hab- und Geldgier, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit treiben Menschen in unerträgliche Existenzsituationen, bis in den Hungertod.

Während viele Menschen buchstäblich von der Hand in den Mund leben, rauben sich andere, getrieben von ihrer besessenen Habgier, unsägliche Unsummen zusammen, mit denen sie ihren Einfluss geltend machen – ein Teufelskreis! Die Kluft zwischen Arm und Reich nimmt in unseren Tagen beängstigende Ausmasse an. Zunehmend vernetzte Wirtschaftskriminalität, getarnter Bandenraub, Stadtkriege, Anarchie und Chaos verheissen nichts Gutes.

Niemand von uns oder in unserem Bekanntenkreis vermag im Weltgeschehen Abhilfe zu schaffen, wohl aber in unserem Umfeld. Beschäftigen wir uns als Einzelpersonen nur noch mit den Ungerechtigkeiten und Hungersnöten in dieser Welt, würden wir bald einmal resignieren und uns vom Elend in der Welt nur noch treiben lassen, weil, wie gesagt, die Welt durch die modernen Medien zu einem Dorf geworden ist. Alles Elend wird uns täglich mit konzentrieter Wucht direkt ins Herz geimpft. Dann beschäftigt uns die Frage: Wo sind die Grenzen des Gebens, wo die Grenzen der Unterstützung humanitärer Werke? Der einzelne ist hier bald einmal hoffnungslos überfordert.

Jahushua will uns mit dem sogenannten “Vaterunsergebet” an die zentrale Kernbotschaften der israelitisch-jüdischen Vater- bzw. Schöpferbeziehung erinnern. Über alle seine Propheten und Schriftgelehrten weist JaHuWaH auf den Schutz und die Hilfe der Benachteiligten und der Fremden in unserem Umfeld, in unserem Land, hin. Diese Aufforderung durchzieht den ganzen TaNaCH (“AT”), die ganze Bibel des Jahushua von Nazareth. Wie alle Propheten und Schriftgelehrten wusste auch Jahushua um das Elend der Benachteiligten und die Hungernden und um solche die vor Hunger sterben.
Er wies auf die Gründe dieses Elends hin, das durch die grausame Unterdrückung und die bodenlose Ausbeutung der Römer im Lande grassierte. Er wusste, was in seiner Zeit diesbezüglich getan werden musste. Er konnte diese grausame Situation nicht aufheben. Er erinnerte das jüdische Volk daran nicht zu verzweifeln. Der gegenwärtige Zustand der Juden unter den Römern würde nur vorübergehend sein. Darum sollten sie ausharren, die Treue zu JaHuWaH nicht aufgeben. Im prophetischen Wort war ihnen eine bessere Zeit verheissen. Jahushua tat in seinem kurzen Leben alles mögliche um dieses Elend einzuschränken, zu lindern. Er gab dem jüdischen Volk diesbezüglich viele Weisungen.

In Bezug auf die Propheten wies Jahushua darum auf die kommende Königsherrschaft seines Vaters JaHuWaH hin, in der JaHuWaH, als der König der Juden, alles Übel dieser Welt beseitigen würde, bis alles in Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe hergestellt sein würde. Zusammenfassend darf auf den neuen Himmel und die neue Erde hingewiesen werden, die der himmlische Vater schaffen werde: „Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und an das Frühere wird man nicht mehr denken und es wird nicht mehr in den Sinn kommen. Vielmehr freut euch und frohlockt über das, was ich (JaHuWaH, kein Jesus Christus) schaffe! Denn siehe, ich schaffe Jerushalajim zum Frohlocken und sein Volk zur Freude. Und ich werde über Jerushalajim frohlocken und über mein Volk mich freuen. Und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird darin nicht mehr gehört werden…“ (Jes 65,17-19; Jes Kap. 11; 42,1ff; 61,1ff). Der neue Himmel und die neue Erde gehören immer untrennbar zusammen.

Was die Juden in der momentanen Situation unter der grausamen Herrschaft der Römer und ihren Folgen machen können ist die Bitte an den Vater: “Dein Reich komme”, (vertreibe die Römer) „Unser tägliches Brot gib uns heute“ (Mt 6,11) Meines Erachtens geht es in dieser Bitte ganz speziell um unser Bewusstsein der existenziellen Abhängigkeit vom himmlischen Vater, vor allem dann, wenn es den Menschen so schlecht geht wie gerade den Juden unter der römischen Ausbeutung. In dieser Not sollten sie die Beziehung zu JaHuWaH nicht aufgeben, auf keinen Fall. Dabei es aber nicht unterlassen demütig und anhaltend um das tägliche Brot, das täglich Notwendige, zu bitten: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ (Mt 6,11)

Wir haben das tägliche Brot! Darum soll unser Leben und das der uns Anvertrauten von einer immer währenden Dankbarkeit bestimmt sein. Es geht in dieser täglichen Bitte auch um eine reale Hoffnung, die alle Menschen, auch die Habgierigen und die im Überfluss lebenden zur Besinnung auf das Wesentliche auffordert – zu einer Umkehr (Teshuwa).

Leben wir in diesen Dingen mit unserem Abba Vater, dann werden wir sicher genug Weisheit erhalten, um in den Fragen des Hungerelends in der Welt, entsprechend unserer Möglichkeiten, handeln zu können.

Mit einem brüderlichen Shabbat Shalom grüsse ich alle herzlich

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 19. September 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).